Beiträge

Top 8 – Asia-Imbisse in Hamburg

Asiatisches Essen aus Pappboxen war in den 90ern schwer angesagt – den „Sex and the City“-Mädels sei Dank. Der Hype ist etwas abgeflacht. Die Asia-Imbisse sind geblieben. Das finden wir großartig und liefern einen Kompass zur Orientierung zwischen Nasi Goreng, Sushi und Phở.

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung, zuletzt aktualisiert 2/2019
Beitragsfoto: O-Ren-Ishii

1) Asia Imbiss

Netter, ein wenig schrulliger Laden auf dem Kiez, der Asia-Essen auf den Punkt serviert. Im Imbiss in der Hein-Hoyer-Straße kommt ehrliches und preiswertes Asia-Food auf die Tischplatte. Vor dem Feiern oder für den Heimweg, die Kokosnusssuppe geht eigentlich immer. Yummy.

Hein-Hoyer-Straße 78 (St. Pauli); www.facebook.com/Asia_Imbiss_Kim

2) Hoang

Große Auswahl, große Portionen, leckere Saucen und zu allem familiäre Atmosphäre. Zur Bandbreite gehören viele thailändische Spezialitäten, Fleischgerichte, Fisch und Meeresfrüchte. Lecker ist die gebackene Hühnerbrust mit Erdnusssauce (7 Euro). Jedes Mittagsmenü wird von einer Suppe oder Mini-Frühlingsrollen begleitet.

Kaltenkircher Straße 8 (Altona-Nord); www.hoang-bistro.de

3) Kirat Asia Imbiss

Imbiss und Lieferservice mit großem Programm: Thai, China, Nepal und Korea stehen auf der Kirat-Karte, daneben ein üppiges frisches Sushi-Angebot. Neben dem Ritt durch die Länderküchen punktet der Mittagstisch (4,70 bis 5,20 Euro) mit Suppe oder Frühlingsrolle on top.

Alsterdorfer Straße 50 (Winterhude); www.kirat-asiafood.de

 

View this post on Instagram

 

A post shared by uptothe_sky (@uptothe_sky) on

4) My Way

Im Foyer des Edeka-Markts liegt der Asia-Imbiss My Way – best of Asia: Super für die Mittagspause oder die Take-Away-Box. Von vietnamesischem Bun Nem für 6 Euro (Foto oben) über indisches Chicken Madras (6 Euro) bis hin zur sauer-scharfen Pekingsuppe (2,50 Euro) das volle Glücksprogramm.

Hoheluftchaussee 52 (Hoheluft-Ost); www.my-way.asia

5) O-ren-ishii

Zwischen Restaurant und Imbiss: An diesem Ort in der City kehren Werber und Pressemenschen aus der Umgebung zur Mittagspause ein. Zu Recht: Hier geht es nicht nur superschnell, hier schmeckt es traumhaft gut! Beispiel? Schweinebauch mit Sternanis-Karamell-Sauce lehrt alle Angestellte, was vietnamesische Straßenküche kann. Vor dem O-ren Ishii stehen Bierbänke, auf denen man sich im Sommer quetschen kann: Beste Asia-Mittagspause der Stadt.

Kleine Reichenstraße 18 (Altstadt); www.o-ren-ishii.com

 

View this post on Instagram

 

A post shared by Jess (@jessischmidt) on

6) Thai-Gourmet-Imbiss

Im Eppendorfer Weg kocht dieser Imbiss, was er im Namen verspricht: Gourmetverdächtige Wan Tan mit frischer Ingwersauce oder Glasnudelsuppe mit Tofu. Der Inhaber steht selbst in der Küche, für den kleinen Preis ist die Qualität sensationell. Pssst, absoluter Geheimtipp!

Eppendorfer Weg 107 (Eimsbüttel)

 

View this post on Instagram

 

A post shared by Christian W. (@xtianw) on

7) Umai

Umai heißt „lecker“ auf japanisch. In der Lerchenstraße ist der kleine Imbiss zu Hause, der mit frischem Ingwer, Basilikum und soliden Sushi-Kreationen die asiatischen Aromen auf dem Teller tanzen lässt. Mittagstisch in dem kleinen Laden ist günstig, Menüs liegen unter 7 Euro, also hin da!

Lerchenstraße 115 (Sternschanze)

 

View this post on Instagram

 

A post shared by Monday 2 Sunday (@monday2sundayhh) on

8) Xeom

Köstliche vietnamesische Straßenküche im Karoviertel. Sommerrollen, Apfelmangosalat und perfekt gewürzter Fisch haben einen hohen Glücksfaktor in dem trubeligen Laden. Besonders zauberhaft: Wenn die Bestellungen der Gäste von bunten Plastikwäscheklammern gezupft und in die offene Küche gereicht werden. (Hier entlang zur Restaurantkritik, Anm.d.R.)

Karolinenstraße 25 (Karolinenviertel)

 

View this post on Instagram

 

A post shared by M e m o m e (@leonmarvinross) on


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.

Hidden Kitchen – Hanseatische Klassiker und vegane Knaller

Essen nach dem Baukastenprinzip – In der neuen Hidden Kitchen werden die Gerichte individuell zusammengestellt – Wohlfühlstimmung inklusive.

Text: Lilli Gavric
Beitragsfoto: Lukas Schröder

Man läuft glatt dran vorbei, so unauffällig versteckt sich die Hidden Kitchen auf dem Kiez. „Kommt durchaus vor, dass Gäste anrufen und verzweifelt fragen: ‚Wo seid ihr denn?‘, lacht der Kellner, als ich ihn auf den Standort anspreche. Daher also der Name des lütten Bistros, das seit knapp acht Monaten eröffnet ist. So gut getarnt, dass es bis heute ein Geheimtipp ist. Das Konzept: Die Verwendung von saisonalen, regionalen Produkten mit Fokus auf vegane Gerichte. Dahinter steckt ein junges kleines Unternehmen, das sich eine abwechslungsreiche Küche auf die Fahnen geschrieben hat. Es stellt sich dem Kampf gegen Plastikmüll, verzichtet möglichst auf unnötige Verpackungen und setzt dank der App „Too Good To Go“ auch ein Zeichen gegen die Nahrungsmittelverschwendung. Über diese wird von Restaurants Überproduziertes am Ende des Tages vergünstigt an Kunden abgegeben.

In der Location zwischen Hans-Albers-Platz und Davidwache finden Gäste an drei großen Tischen für Gruppen sowie zwei Zweiertischen Platz. Der schönste Ort ist der an der breiten Fensterfront. Auf einer Empore sitzt es sich hier etwas privater und man ist doch mittendrin. Von der Decke hängen Lampen mit großen kugelförmigen Glühbirnen an einem dicken Tau, die den Raum in gedämpftes Licht tauchen und Hafencharme versprühen. Die Einrichtung ist wie der Laden selbst: unaufgeregt, simpel und gemütlich. Ein langer Flur erlaubt einen Blick in die offene Küche.

Das Motto der Abendkarte: „Soulfood, hanseatische Klassiker und vegane Knallergerichte“. Alle Komponenten – Gerichte, Toppings, Dips – sind miteinander kombinierbar. Es gibt Salate aus Couscous, Linsen und asiatischen Wan Tans, Toppings in verschiedenen Varianten, klassische Rippchen oder auch ein in Bier gebadetes Backhähnchen, genannt „besoffener Hahn“.

Neben der Abendkarte gibt es noch eine Wochenkarte mit jeweils drei festen Gerichten. Ich wähle gebackenen Blumenkohl mit Kartoffelstampf, Rotkraut und Apfel-Chutney (9,90 Euro). Das hausgemachte „Dinkel-Würz-Brot“ ist leider aus, stattdessen empfiehlt mir der gut gelaunte Kellner geröstetes Graubrot mit dem Dip der Woche aus Avocado, Sauerrahm und Koriander. Dazu einen perligen Riesling. Letzterer kommt sehr unkonventionell in einem hohen Wasserglas daher, nun ja. Ein Weinglas wäre schöner. Gegen meine Bestellung ist nichts einzuwenden. Der Kartoffelbrei ist schön cremig, die Blumenkohlröschen auf den Punkt gebacken. Das Apfel-Chutney passt dazu hervorragend, es ist schön fruchtig und nicht zu süß. Platz für Nachtisch bleibt keiner mehr.

Inzwischen hat sich der Laden gefüllt, Freunde des Hauses kommen vorbei, man kennt sich. Die Stimmung ist erfrischend ungezwungen, man mopst sich schon mal eine Süßkartoffel- Pommes vom Nachbartisch. Ein Laden zum Runterkommen mitten auf dem trubeligen Kiez. Und für einen Verdauungsspaziergang ist die Elbe ganz nah.

Friedrichstraße 3 (St. Pauli); www.hidden-kitchen-hamburg.de


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2019. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


Appetit auf mehr?

Rindchen schlemmt – Unaufdringliche Perfektion

Im Restaurant Brook stimmen Preis und Leistung.

Text: Gerd Rindchen

In Hamburg gibt es erfreulicherweise eine ganze Reihe von Köchen, die ohne viel Aufhebens um ihre Person seit Jahren exzellent vor sich hin kochen. Zu dieser erfreulichen Kategorie gehört auch Lars Schablinski, der seit Jahren gemeinsam mit seiner Angetrauten Berit, die – der Klassiker – den Service leitet, das Restaurant Brook vis-à-vis der Speicherstadt betreibt. Was immer hier auf der Karte landet, ist handwerklich absolut perfekt, aufwendig aus guten Zutaten bereitet, mit einem ­gerüttelt Maß an Kreativität und für Innenstadtverhältnisse sehr fair ausgepreist.

Die Karte wechselt häufig und bietet sowohl Klassiker für mürbe Hanseaten als auch Experimentierfreudiges für juvenile Entdeckerseelen. Aktuell spannende Vorspeisen sind beispielsweise der Kaninchenrücken mit Süßkartoffel-Rösti und Mango-­Senfcreme (13,50 Euro) oder die gebratene Blutwurst mit zweierlei Blumenkohl, Granny Smith und Honig-Jus (12,50 Euro). Unter den Hauptgerichten ragt ein fulminanter, perfekt à point bereiteter Hirschrücken mit Steckrüben-Zimtpürée, Rosenkohlblättern, ­Maronen und Herbstpilzen ­he­raus, bei dem auch deutlich wird, dass Schablinski zu den liebevollsten Bereitern toller Saucen zählt. Echt knorke ist auch das kurzgebratene Thunfischfilet auf Mittelmeer-Artischockengemüse mit Pesto (24 Euro) und die halbe Vierländer Ente in Honig-Jus mit Pommes Macaire, Rotkraut und Romanesco (23,50 Euro) würde man auch nur ungern von der Tischkante stoßen.

Dazu gibt es noch eine kleine, aber sehr gut zusammengestellte Weinauswahl, die beispielsweise den vorzüglichen Südtiroler Sauvignon der Kellerei Erste + Neue für 7,50 Euro pro 0,2 Liter offen anbietet. Bei den Flaschenweinen ziert einer meiner absoluten Lieblings-Chianti die Karte: der tolle 2015er „Felsina“ für faire 39 Euro. Den haben die Fleischgerichte verdient!

Mittags gibt es im Brook eine Zusatzkarte mit preiswerten Tagesmenüs. Man sollte aber rechtzeitig kommen, denn spätestens um 15.10 Uhr weist der äußerst resolute Service unmissverständlich darauf hin, dass ja eigentlich schon seit zehn Minuten geschlossen sei.

Bei den Mühren 91 (Altstadt); www.restaurant-brook.de


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.


Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2019. Das Magazin ist seit dem 21. Dezember 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


Appetit auf mehr?

FoodSZENE – Fachkräftemangel in der Gastronomie

Fachkräftemangel – Die Umsätze steigen, die Erträge sinken: Das Gastgewerbe in Hamburg steht heute vor großen Herausforderungen. Eine Branche ohne Zukunft? Patrick Rüther über die Hürden und Chancen im Gastgewerbe.

Interview: Jasmin Shamsi
Beitragsfoto: Julia Schwendner

Steigende Betriebs-, Personal- und Energiekosten erhöhen den Druck im Gastgewerbe. Immer mehr Gastronomen geraten ins Straucheln und stellen außerdem fest, dass sich der bürokratische Aufwand in den letzten Jahren erhöht hat. Zum Beispiel, was die Dokumentationspflicht seit der Einführung des Mindestlohns oder die starre Regelung der täglichen Höchstarbeitszeit betrifft. Das größte Problem aber bleibt der mangelnde Nachwuchs an Fachkräften. Einer, der sich mit diesem Thema bestens auskennt, ist Patrick Rüther: Volljurist, Vorstandsvorsitzender vom Leaders Club, Mitinhaber von der Bullerei, dem Überquell und der Tellerrand Consulting GmbH. Auch das Alte Mädchen hat er mitbegründet. Wir haben mit ihm über die Hürden und Chancen im Gastgewerbe gesprochen.

SZENE HAMBURG: Patrick, wie viele Leute beschäftigt ihr in der Bullerei?

Patrick Rüther: Aktuell arbeiten 110 Mitarbeiter bei uns, davon circa 68 in Vollzeit und der Rest in Teilzeit oder als Aushilfe. Wir beschäftigen allein 20 Köche und sechs Kochazubis, daneben Service und Barmitarbeiter, Mitarbeiter für die Reservierung, den Eventverkauf, Empfangsmitarbeiter, einen Hausmeister und zwei Logistiker für die Warenannahme.

 

„Der Fachkräftemangel ist in vielen Fällen ein hausgemachtes Problem“

 

Wow, das ist eine Menge! Der Fachkräftemangel im Gastgewerbe ist momentan ein großes Thema. Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Es ist heute wesentlich schwieriger, Personal zu finden. Vor allem Fachkräfte. Weil junge Menschen keine Lust mehr haben auf die lange Ausbildung und die schwierigen Arbeitszeiten. Der Fachkräftemangel ist in vielen Fällen aber auch ein hausgemachtes Problem: schlechte Arbeitsbedingungen – zum Beispiel Köche, die bei Neonlicht im Keller arbeiten müssen oder cholerische Chefs –, eine miserable Bezahlung, unprofessionelle Führung, zentrale Verteilung von Trinkgeldern – hat sich einer was eingesteckt? – tragen nicht gerade dazu bei, den Ruf der Branche zu verbessern.

Welche Lösungsansätze gibt es deiner Meinung nach?

Ich finde das Konzept der Refugee Canteen ziemlich clever, weil die Lehrzeit von Köchen und Servicekräften auf eine Grundausbildung verkürzt wird. Die klassische Ausbildung an Hotelfachschulen ist teilweise einfach antiquiert und zielt an den Bedürfnissen vieler Betriebe vorbei: Man muss verschiedene Küchenposten oder Servier- und Anrichtemethoden lernen, die man heute in der Praxis meist gar nicht mehr braucht. Wer sich für einen Job in der Gastronomie interessiert, sollte einen schnellen und effizienten Einstieg finden. Auch Teilzeitmodelle sind sinnvoll, weil sie einen weiteren Anreiz bieten, zum Beispiel für junge Eltern.

 

„Die Gastronomie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Hamburg“

 

Mit wem würdest du darüber gerne mal diskutieren?

Am liebsten mit jemandem aus der Wirtschaft, mit Hamburg Marketing zum Beispiel. Die Gastronomie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Hamburg, das wird immer wieder übersehen. Wenn Hafenkonzerne ihre Mitarbeiter auf die Straße setzen, ist der Aufschrei groß und die Stadt bemüht sich, sie schnellstmöglich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Geht eine Gastronomie pleite, interessiert das kein Schwein. Unsere Nachbarn machen es vor: In Kopenhagen kann man sehr schön beobachten, was passiert, wenn man die Gastro-Branche langfristig fördert und wertschätzt. Die dänische Hauptstadt zählt mittlerweile zu den wichtigsten kulinarischen Hotspots weltweit.

Geld oder Sicherheit – was ist den Mitarbeitern von heute wichtiger?

Bei einigen meiner Mitarbeiter kann ich die typischen Merkmale der Generation Z beobachten: Die Work-Life-Balance ist wichtig, aber einen noch höheren Stellenwert hat die Bezahlung. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass es in der Branche viele Quereinsteiger gibt, die ihre Zukunft in der Gastronomie nur übergangsweise planen. Da spielt Geld anfangs eine größere Rolle. Die über 25-Jährigen ticken da noch ein bisschen anders: Sie bringen sich ein, wollen Teil des Ganzen sein und arbeiten teamorientiert. Das versuchen wir nach Möglichkeit stark zu fördern.

www.tellerrand-consulting.com

Gastro Startup Sessions im Alten Mädchen

Gründer, Quereinsteiger, junge Gastronomen und Interessierte erhalten am 12. und 13. Februar die Möglichkeit, sich bei den „Gastro Startup Sessions“ über die kulinarischen Hotspots der Welt auszutauschen, gestandenen Profis aus der Branche auf Augenhöhe zu begegnen sowie konkrete Hilfe beim richtigen Umgang mit Personal(-Recruitment), Behörden und sozialen Medien zu erhalten. In Vor­trägen, Panels und Workshops werden u. a. Tipps für Neugründungen gegeben sowie aktuelle Trends vorgestellt. Organisiert wird das Netzwerktreffen vom Leaders Club, durch das zweitägige Programm führen Tim Koch und Patrick Rüther.

www.leadersclub.de/gsu-sessions/


Who the fuck is…

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2019. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


Appetit auf mehr?

Tazzi Pizza – 450 Grad & 90 Sekunden

Weniger ist manchmal mehr: Statt extravaganter Beläge serviert die neue Pizzeria Tazzi auf St. Pauli neapolitanische Klassiker ohne viel Schnickschnack.

Text & Fotos: Sophia Herzog

Pizza ist eine ernste Angelegenheit – vor allem für die Neapolitaner, die in den Achtzigern die „Associazione Verace Pizza Napoletana“ ins Leben riefen, um die Tradition des beliebten Teigfladens zu wahren. Seit 2017 steht die „Kunst des neapolitanischen Pizzabackens“ sogar auf der Liste der immateriellen Weltkulturgüter, inklusive strenger EU-Normen zu Zutaten und Herstellung. Diese Originalversion ist die Königsdisziplin der Pizza. Das muss schon gut sein, was sich neapolitanische Pizza nennt

Am Pizzaklassiker versucht sich jetzt auch das neu eröffnete Restaurant Tazzi Pizza auf St. Pauli – mit Erfolg. Hinter dem Konzept stecken Harsha, Vijay, Marco und Simone, sie haben die Räumlichkeiten des ehemaligen Le Kaschemme übernommen. Das Besitzerquartett hat sich mit dem Foodtruck „Curry it up“ und der indisch-mexikanischen Fusionsküche des Roots in Ottensen bereits einen Namen gemacht. Für Tazzi Pizza haben sie sich jetzt Holzofen und Pizzaschaufel zugelegt. Eine naheliegende Idee: Als gebürtiger Italiener kann Koch Simone auf genügend Erfahrungen mit der neapolitanischen Backkunst zurückgreifen. Ein bisschen St. Pauli-Flair muss aber trotzdem sein, auf die Außenfassade des Restaurants wurde deshalb mit schwarz-weißem Graffiti der Tazzi-Schriftzug gesprüht. Auch die Inneneinrichtung passt mit viel Holz, roten Backsteinwänden und einer gefliesten Theke in den modernen Stil der umliegenden Gastro-Angebote.

Tazzi Pizza auf St. Pauli ist neopalitanische Pizza aus Hamburg Foto: Sophia Herzog

Immer im Blick: die offene Küche

Wir bekommen an einem trubeligen Samstag gerade noch einen Platz an einer langen Bank im vorderen Bereich des Restaurants – die Einzeltische sind schon besetzt. Das ist zwar nichts für intime Dinner-Dates, dafür fühlt man sich aber gleich wie zu Gast bei einer italienischen Großfamilie, so herzlich und entspannt ist die Atmosphäre. Wir können beobachten, wie die Pizzen im Minutentakt in den großen Holzofen geschoben werden. Im Gegensatz zu anderen Pizza-Restaurants bietet das Tazzi keine spektakulären Kombinationen von Belägen, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche: die Klassiker. Einzige Ausnahme bilden dabei einige wenige Specials und die Eigenkreation des Hauses, eine mit Aktivkohle gefärbte Pizza mit Meeresfrüchten (14 Euro). Im heißen Ofen werden die Pizzen nur für 90 Sekunden gebacken und bilden dabei die typischen, leicht angebrannten Luftbläschen im Teig. Der Rand ist herrlich locker und leicht, in der Mitte ist die Pizza dünn und saftig.

Besonders bei der Margherita (8 Euro) kommt die frische Tomatensoße zur Geltung. Dass die angepriesenen karamellisierten Zwiebeln der Thunfischpizza (9 Euro) eher als knackige, rohe Zwiebelstückchen serviert werden, ist im ersten Moment enttäuschend. Da sie der Pizza aber einen angenehmen, leicht säuerlich-scharfen Kick geben, ist das aber schnell verziehen. Dazu passt der obligatorische Negroni mit seiner guten Balance zwischen bitter und süß. Wer von der Auswahl auf der Speisekarte nicht überzeugt sein sollte, kann seinen Lieblingsbelag auf einer Tafel vorschlagen – mit etwas Glück werden hier sogar Pizza-Träume wahr…

Rendsburger Straße 14 (St. Pauli); www.facebook.com/tazzi.pizza


Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2019. Das Magazin ist seit dem 21. Dezember 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


Appetit auf mehr?

Wissen, was gut ist #4 – Das Gut Wulksfelde in Tangstedt

Wer sich mit guten und ehrlichen Lebensmitteln beschäftigt, will wissen, wo sie ihren Ursprung haben. Deswegen haben wir fünf regionale Erzeuger besucht. Hier kommt Teil 4 unser Serie „Wissen, was gut ist“, in der wir euch das Gut Wulksfelde vorstellen.

Geschäftsführer Rolf Winter und Leiterin der Tierhaltung Ulrike Schreiber stehen stellvertretend für das gesamte Team von 160 festen Mitarbeitern und ca. 40 Saisonarbeitern des Guts Wulksfelde in Tangstedt. Es liegt direkt vor den Toren Hamburgs und wird seit 1989 konsequent ökologisch bewirtschaftet. Auf den Äckern des Guts wachsen Gemüse und Getreide, Kartoffeln und Erdbeeren (auch zum Selberpflücken).

Rund um den Hof leben außerdem 250 Rinder der robusten Rasse Limousin und Deutsch Angus. Auch die Schweine haben jede Menge Platz zum Ausleben ihres Wühltriebs und die rund 2.350 Legehennen und ihre 40 Hähne leben in zwei Mobilställen, die regelmäßig auf frische Grasnarben verschoben werden.

Als Vorzeigebetrieb ist das Gut Wulksfelde auch ein beliebtes Ausflugsziel: „Mit unseren Veranstaltungen bieten wir den Hamburgern eine tolle Möglichkeit, mit der ökologischen Landwirtschaft, der Natur und mit uns in Kontakt zu kommen“, sagt Winter.

Das hofeigene Restaurant, der Hofladen und das Café sind besonders an den Wochenenden sehr gut besucht. Gut so, denn schließlich steht der Betrieb für eine transparente Landwirtschaft zum Anfassen. Hofführungen, Märkte und Feriencamps für Kinder gehören ebenso zum Programm wie die Möglichkeit, einen der vorbepflanzten, biozertifizierten Gemüseäcker für eine Saison selbst zu bewirtschaften – eine Kooperation mit dem Anbieter Ackerhelden.

Ein Acker mit einer Fläche von 40 Quadratmetern kostet für eine Saison (Mai bis November) 199 Euro und versorgt bis zu drei Erwachsene mit Biogemüse.

Text: Mira Eggerstedt
Foto: Philipp Schmidt

Wulksfelder Damm 15-17, 22889 Tangstedt/Hamburg; www.gut-wulksfelde.de


Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG Essen+Trinken 2018/2019. Das Magazin ist zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!


 Auf den Geschmack  gekommen? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


Appetit auf mehr?

Wissen, was gut ist #3 – Der Milchhof Reitbrook

Wer hat die Milch für meinen Flat White gemolken? Für unsere Serie “Wissen, was gut ist”, haben wir fünf Lebensmittel-Produzenten im Hamburger Umland besucht. Hier kommt Teil 3 über den Milchhof Reitbrook.

Bei ihm hat jede Kuh einen eigenen Namen. Viele Hamburger kennen und schätzen die Arbeit von Landwirt Jan-Hendrik Langeloh. Gemeinsam mit Rainer Kohls betreibt er den Milchhof Reitbrook in den schönen Vier- und Marschlanden im Südosten Hamburgs. Ihr Anspruch: Milch in Spitzenqualität! Deshalb setzen die beiden konsequent auf artgerechte Weidenhaltung. „Wir sind davon überzeugt, dass das alles nur gelingt, wenn es unseren Kühen gut geht. Sie sollen das beste Futter und die besten Lebensbedingungen genießen. Dazu gehört, dass sie im Sommer auf der Weide laufen. Und wenn wir dann noch einen ehrlichen und offenen Umgang mit den Kunden pflegen, wird daraus eine runde Sache.“

„Wir sind davon überzeugt, dass das alles nur gelingt, wenn es unseren Kühen gut geht.“

Zum Sortiment gehören pasteurisierte und unbehandelte Vorzugsmilch, Käse und mehrere Joghurtsorten aus der hofeigenen Molkerei. Die Reitbrooker Milchbauern verkaufen ihre Produkte nicht nur an Cafés und Restaurants, sondern liefern ihre Produkte über ein „Frische-Abo“ auch an private Haushalte im südöstlichen Stadtrand von Hamburg. Das ist bisher einzigartig in Hamburg und funktioniert sehr gut. Die Landwirte möchten keine anonyme Agrarfabrik sein. Der unmittelbare Austausch mit ihren Kunden ist ihnen daher besonders wichtig: Der Hofladen hat montags, donnerstags und samstags von 10 bis 12 Uhr sowie mittwochs und freitags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Die 140 Milchkühe und ihre Kälber dürfen aber auch gerne außerhalb dieser Öffnungszeiten besucht werden.

Text: Mira Eggerstedt
Foto: Philipp Schmidt

Vorderdeich 275, 21035 Hamburg; www.milchhof-reitbrook.de


Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG Essen+Trinken 2018/2019. Das Magazin ist zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!


 Auf den Geschmack  gekommen? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


Appetit auf mehr?

Louis by Thomas Martin – Innovative Küche in der HafenCity

Innovative Küche und lässiger Service im Louis by Thomas Martin.

Text: Benjamin Cordes
Beitragsfoto: Louis by Thomas Martin

Es ist eine Daueraufgabe der gehobenen Gastronomie: Wie begeistert man junge, neue Gäste für gutes Essen? Das Hotel Louis C. Jacob sucht darauf eine Antwort im Souterrain der Carls Brasserie in der HafenCity: im Louis by Thomas Martin, ein ursprünglich nur auf zwei Monate angelegtes Pop-up-Restaurant. Nun hat es einen dauerhaften Platz neben der Elbphilharmonie. Das Konzept basiert auf dem Sharing-Prinzip. Übersetzt bedeutet das: Gerichte zum Teilen in ungezwungener Atmosphäre. Namensgeber und Patron ist Thomas Martin, der die Küche des Jacobs Restaurants im Traditionshotel führt. Sein Name soll offenbar den Qualitätsanspruch verdeutlichen und das Vertrauen der Gäste gewinnen.

Die Gerichte passen auf ein einziges Blatt. Oberhalb der Seite stehen ein paar Kleinigkeiten zum Aperitif, unten zwölf Gerichte, ein Käsegang und zwei Desserts. Los geht’s mit würfelförmigen Kroketten vom Duroc-Schwein (7,50 Euro). Sie sind heiß, außen knusprig und innen mit einer cremig-herzhaften Béchamelsauce gefüllt. Dazu gibt es einen herbstlichen Smart-Farming-Salat (8,50 Euro) von Farmers Cut mit eingelegtem Kürbis sowie Grünkohl- und Rosenkohlblättchen. Der Faröer-Lachs mit Fenchel liegt unter einer Decke aus fein gehackten Kräutern, dazu passt der gedünstete Fenchel mit zitroniger Note (10 Euro). Zwischendurch genießen wir ein luftig-wolkiges Ciabatta mit würziger Heubutter (6 Euro). Weiter geht’s mit einer in Butter gebratener Brioche mit Wintertrüffel (18 Euro), dessen Qualität aber zu schwach ist, um gegen das leckerere Gebäck anzukommen. Dazu werden kleine Trüffel-Imitate auf einer Basis aus Kichererbsen gereicht, die mit Pflanzenkohle und geschickter Fingerarbeit tatsächlich fast wie das Original aussehen und schmecken. Als Nächstes steht vor uns eine kleine Schüssel mit schaumigem Inhalt. Darin finden sich Hummerstücke mit Mais (als Creme und knackige Körner) in einer Kokos-Hummersauce, offenbar auf einer Cognac-Butter- Basis zubereitet (14 Euro). Der süßliche Schaum schmeckt dicht und füllig, der Hummer hat es jedoch schwer, sich dagegen zu behaupten. Auch etwas mehr Maiscreme wäre wünschenswert. Kleine Artischocken auf provenzalische Art (12 Euro) mit aromatischem Sud und knusprigem Knoblauchbrot sind ebenso wie der Schweinebauch mit sardischen Fregola-Nudeln und Safransauce (14 Euro) schöne Ausflüge in mediterranes Terrain.

Zum Abschluss gönnen wir uns ein Stück „Old Cow“ (18 Euro). Doch die geschätzten 60 Gramm sind ihren Preis nicht wert, das Fleisch ist geschmacklich und sensorisch nur guter Durchschnitt, es hat zu wenig vom sonst so charakteristischen Fett. Das Finale ist wiederum vergnüglich: Haselnusseis, gesalzene Haselnüsse, Nuss- und Schokomousse (9 Euro) gehen erwartungsgemäß gut zusammen. Das Teilen macht Spaß und satt sind wir trotz der kleinen Portionen auch. Allerdings kommt Teller für Teller auch eine ordentliche Summe zusammen. Kann man so junge Leute für die Spitzengastronomie gewinnen? Ja, wenn sie bereit sind, das Geld dafür auszugeben. Der lässige Service in Sneakern, weißen Hemden und Hosenträgern macht jedenfalls vor, wie exzellente Gastronomie in ungezwungener Atmosphäre funktionieren kann.

Am Kaiserkai 69 (Hafen- City), Telefon 300 32 24 13; www.louisrestaurant.de


Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2018. Das Magazin ist seit dem 29. November 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


Auf den Geschmack  gekommen? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


Appetit auf mehr?

Top 6 – Kochbücher für Kinder

Lesefutter – In der Pfanne brutzelt es abenteuerlich, aus dem Topf steigen leckere Düfte auf: Die ersten Versuche am Küchenherd sind aufregend. Welche Bücher bieten optimale Starthilfe? Eine kleine Auswahl.

Texte: Benjamin Cordes und Jenny V. Wirschky
Beitragsbild: Easy Peasy Familienküche / Edel Verlag

1) Kinder an den Herd

Kochbuch Tipps für Kinder: Kinder an den Herd c: Julia Hoersch, AT Verlag

Foto: Julia Hoersch/AT Verlag

Etwas verspielt ist dieses Buch gestaltet, aber dafür in der Ansprache perfekt für Kinder. Sie werden bei den Rezepttexten geradezu liebevoll an die Hand genommen. Auch die Themen sind originell: Neues aus der Brotdose, Kinderklassiker neu interpretiert, Rezepte für Frühstücksmuffel, Ruckzuckgerichte für die ganze Familie, Märchenküche, Spontanküche aus dem Vorratsschrank, Großelternrezepte. Toll ist auch das Kapitel „Wir spielen Restaurant“!

Das Allerbeste: Kinder können mit diesem Buch ihre ersten selbstständigen Schritte in der Küche machen und behutsam ans Kochen herangeführt werden.

Für wen gedacht: Kinder bis 12 kommen mit diesem Buch alleine gut zurecht. Wenn’s mal kniffliger wird, helfen eben kurz die Eltern aus.

Claudia Seifert, Gesa Sander, Julia Hoersch, Nelly Mager: Kinder, an den Herd!, AT Verlag, 184 Seiten, 19,95 Euro


2) Steffen Hensslers Küchenbande

Kochbuch-Tipps für Kinder: Steffen Hensslers KüchenbandeFischstäbchen, Milchreis, Kartoffelsalat, Rösti, Pancakes und Frikadellen – auf Experimente ist Steffen Henssler bei den 24 Rezepten für dieses kleine Büchlein nicht eingegangen. Dafür haben die Rezepte quasi eine Beliebtheitsgarantie. Statt neuer Erfahrungen geht es hier vielmehr darum, dass Kinder die Dinge, die sie mögen, selbst kochen können. Dazu kommen noch 13 Kinderlieder der Band Rabauken & Trompeten, die „Kindermusik auf Erwachsenenbeats“ macht. Also Musik an und Pfanne auf den Herd! Kann man bei diesem kleinen Preis ruhig mal ausprobieren.

Für wen gedacht: Locker für Kinder im Grundschulalter geeignet, die alleine aus diesem Buch kochen möchten.

Steffen Henssler: Steffen Hensslers Küchenbande, GU Verlag, 60 Seiten, 16,90 Euro


3) Heute koch ich, morgen brat ich

Kochbuch-Tipps für Kinder: Heute koch ich, Morgen brat ichDie Märchen der Brüder Grimm wurden vermutlich schon in jedem Kinderzimmer der Republik vorgelesen. Und Stevan Paul hatte eine gute Idee: Zu acht der Geschichten hat er Rezepte geschrieben. Es sind sympathischerweise keine typischen Kinderrezepte. Dafür kann man sie mit oder für Kinder kochen. Und Stevan Paul hat auch die Märchen neu interpretiert, denn die Originaltexte waren ihm zu nüchtern. Vermutlich werden die Kinder seine humorvolleren, zum Teil etwas weniger gruseligen Fassungen sogar lieber mögen. Und die Gerichte erst Recht: zum Beispiel Himbeer-Cupcakes, Eier in grüner Sauce, Entrecôte mit gegrilltem Radicchio, Rote-Beeren-Limonade oder Schokomousse mit Rhabarberkompott.

Dieses Buch zeigt auf tolle Weise, wie Kochen für Kinder mit Anspruch geht: nicht infantil oder albern, sondern fantasievoll, kreativ und mit guten Rezepten.

Für wen gedacht: Dies ist eher ein Buch für Eltern, die für ihre Kinder kochen. Am besten erst ein Märchen vorlesen und später das Rezept dazu kochen. Kinder, die hieraus selbst kochen wollen, sollten eher schon am Ende der Grundschulzeit sein. Denn manche Rezepte brauchen etwas Geschick.

Heute koch ich, morgen brat ich: Märchenhafte Rezepte, 208 Seiten, Hölker Verlag 29,95 Euro


4) Easy Peasy Familienküche

Kochbuch-Tipps für Kinder: Easy Peasy FamilienkücheDieses Buch ist ein Schatz: wunderbar geschrieben, Inhalte mit Mehrwert weit über das Kochen hinaus und eine Aufmachung, die einfach Spaß macht. Denn wenn man ein Buch gerne in den Händen hält, schaut man öfter hinein – und das lohnt sich hier nicht nur wegen des Themas allemal: bewusst und gesund essen, zu Hause und unterwegs.

Die beiden Autorinnen erklären, wie man die Rezepte umsetzt und liefern auch Infos zu den dahintersteckenden „Foodregeln“. Tipps und Tricks für den gesunden und kindgerechten Umgang mit Ernährung inklusive. Die Snacks und Mahlzeiten sind mal supereinfach, wie Sesam-Buchweizennudeln mit Brokkoli und Huhn oder Tomaten-Tarte mit Zucchini und Ziegenkäse, mal sind sie raffinierter, wie Quinoa-Garnelen-Frikadellen oder Plätzchen mit Cashew-Creme-Füllung. Die Fotos der fertigen Speisen sind derart gut gelungen, dass man alle Rezepte nachkochen möchte. Challenge accepted!

Für wen gedacht: Eltern, die für ihre Kinder kochen.

Claire van den Heuvel, Vera van Haren: Easy Peasy Familienküche, Edel Verlag, 239 Seiten, 19,95 Euro


5) Der Silberlöffel für Kinder

Kochbuch-Tipps für Kinder: Der Silberlöffel Cover: Angela Moore

Foto: Angela Moore

Endlich hat sich jemand die Mühe gemacht, den Kochbuchklassiker der italienischen Küche für den Nachwuchs zu schreiben. „Der Silberlöffel für Kinder“ ist nicht nur spannend und voller leckerer Rezepte, er ist auch pädagogisch wertvoll. So beschreibt die Autorin, selbst Mama von drei Kindern und Foodjournalistin, was schon die Kleinen beim Kochen beachten müssen – vom Umgang mit scharfen Messern über die Hygiene am Herd bis hin zu Tipps, wie man die typisch italienischen Gerichte kinderleicht zubereiten kann.

Alle Schritte der Rezepte, darunter einfache Gerichte à la Bruschetta aber auch anspruchsvollere wie Hähnchenbrust mit Mascarponefüllung, werden kindgerecht mit gelungenen Zeichnungen ergänzt. Das sieht schön bunt aus und verschafft einen guten Überblick. Man lernt auf jeder Seite eine Menge über die Zutaten, das Land und die Sprache (in Klammern steht immer, wie man die ungewohnten Wörter ausspricht – und das ist gut, um ein bisschen anzugeben). Kurzum: Wenn man Pizza, Pasta und Panna cotta liebt, ist dieses Buch genau das richtige.

Für wen gedacht: Eltern, die mit ihren Kindern ab 6 Jahren kochen. Oder Kinder ab 9, die alleine kochen.

Amanda Grant: Der Silberlöffel für Kinder, Phaidon/Edel Verlag, 100 Seiten, 19,95 Euro


6) Pinipas Pfannkuchen­bäckerei

Kochbuch-Tipps für Kinder: Pinipas PfannkuchenbäckereiDie Idee hinter diesem Backbuch ist eigentlich ziemlich gut: Ein Mädchen namens Greta und ihre „geheime“ Freundin Pinipa zeigen die verschiedensten Pfannkuchenrezepte aus ganz Europa – einige davon sind süß mit Beeren, Schokolade oder Sirup. Andere sind herzhaft, wie die französische Galette mit Käse und Ei oder die italienische Frittata mit Tomaten und Basilikum.

Die Rezepte stammen aus der Feder vieler verschiedener Foodblogger, was das Backbuch sprachlich lebendig macht. Leider sind weder die Geschichten zu den vielen Rezepten besonders gut geschrieben, noch sind die fertigen Pfannkuchenvariationen ansprechend fotografiert. Schade, denn wie man Pfannkuchen in den verschiedenen Ländern zubereitet, ist ja eigentlich spannend. So lernt der koch- und backbegeisterte Nachwuchs zum Beispiel auch, dass der spanische Pfannkuchen Tortilla heißt. Aufgrund des Formats können aber zumindest selbst kleine Hände mit dem Buch gut hantieren.

Für wen gedacht: Kinder ab 8 Jahren, die alleine kochen.

Martin Grolms, Annika Kuhn: Pinipas Pfannkuchenbäckerei, Gruhnling Verlag, 91 Seiten, 12,90 Euro


Diesen Text finden Sie auch im SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN Kinder. 

Hamburgs erster Gastroguide für Eltern und Kinder ist seit im Handel und zeitlos in unserem Onlineshop erhältlich.


#wasistlosinhamburg? Für mehr Hamburger #foodszene folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Appetit auf mehr Essen + Trinken?

 



 

Gastrotempel mit Elbblick – 100 Punkte für das 100/200

Eine Abenteuerreise von der Reservierung bis zum Dessert: der neue Gastrotempel in Rothenburgsort.

Das neue Konzept von Thomas Imbusch ist derzeit „Talk of the town“. Denn der ehema­lige Küchenchef von Tim Mäl­zer geht mit seinem Restaurant im gastronomischen Nirgendwo am Rand der HafenCity ein großes Risiko ein. Sind die eher konservativen Hamburger reif für seine Innovationen? Wer­den sie den weiten Weg für das „etwas andere Fine Dining“ auf sich nehmen? Und wie kommt die Idee an, dass das feste Menü bereits bei der Reservierung vor­ab bezahlt werden muss?

Im 100/200 geschieht al­les in der Küche. Der gesamte Gastraum ist um einen Molteni­ Herd gebaut, den Rolls­Royce unter den Profiküchen: 1,1 Ton­nen pure Perfektion aus Edel­stahl und gebürstetem Messing. Die Feuerstelle, an der sich alle versammeln sollen. Die 100 steht für kochendes Wasser, die 200 für die Temperatur des Ofens. Einfaches Handwerk soll es sein und „keine Pinzettenkunst“. Le­bensmittel direkt vom Erzeuger und ein festgelegtes, aber stän­dig wechselndes Menü, bei dem möglichst viel vom Tier oder der Pfanze verwertet wird. Ganz klar: Hier geht es um viel mehr als nur ums Essen. Es geht um das Erlebnis eines besonderen Abends. Unser Restauranttester und seine Begleitung lassen uns daran teilhaben – ehrlich und ungefiltert.

Brandshofer Deich 68 (Rothenburgsort); www.100200.kitchen


Die Anreise

Sie: Wo zur Hölle sind wir hier? Hat was von einer illegalen Party irgendwo im Industrie­ gebiet.

Er: Das Navi lenkt uns kurz vor die Elbbrü­cken. Mann, Mann, ganz schön ab vom Schuss. Ich muss sie irgendwie dazu bekommen, dass sie zurückfährt. Die Weine sollen hier ziemlich gut sein.

Das Ankommen

Sie: Sind wir hier richtig? Das sieht so unbe­wohnt aus. Ja, doch, ein Fahrstuhl, eine Tür – eine Klingel! Ja, das muss hier sein. Oh wow. Schöne, klare Dekoration! Toll, die Gläser mit dem Ein­gemachten. Äpfel, Rotkohl? Kein Getue, nichts wirkt abgehoben, sondern so solide wie die schwe­ren Eichentische.

Er: Mache ich mich gerade vor ihr zum Dep­pen? Sind wir hier richtig? Der Eingang sieht so nach Büro aus. Klingeln wir mal. Ah. Da kommt jemand. Styler Typ. Alles entspannt. Aber man siezt sich.

Der Raum und der Blick

Sie: Aha. Bevor wir Platz nehmen, erst mal den Blick genießen. Okay, jetzt verstehe ich, warum das hier am Ende der Welt ist. Der Blick auf den Hafen, die Brücken und die HafenCity – wirklich wunderschön. Dahinten sieht man ein bisschen Elbphilharmonie. Aber was sollen diese grellen Strahler? Da sieht man doch jede Falte!

Er: Hammer Blick. Hat was von New York oder London. Endlich mal kosmopolitisches Flair in Hamburg. Das hat alles Gesicht. Die schoene Küche! Ich werde bewusstlos. Konzept verstanden. Lieber mehr Geld in die Ausstattung als in die Miete investieren. Ich nehme den Spumante. Yes! Sie fährt! Dann kann ich ja den „Geleitzug Trinken“ ordern. Zu jedem Gang ein Wein. Oh. 61 Euro. Scheiß drauf. Malle ist nur einmal im Jahr.

Süß, sauer, salzig, bitter, Umami – Fünf Grüße aus der Küche

Thomas Imbusch ist der Küchenchef im 100/200 in Hamburg Rothenburgsort

Küchenchef Thomas Imbusch. Foto: René Flindt

Sie: Oh, der Chef persönlich begrüßt uns! Nicht abgehoben, aber auch nicht hipstermäßig duzend. Als erstes gibt es was Süßes. Ein kleines Etwas aus Roter Bete, Tomate und Melone. Das geht aber gut los.

Er: Gruß aus der Küche in der „extended ver­sion“ also. Süß, sauer, salzig, bitter, Umami. „Zum Aufwecken der Geschmacksinne“, sagt er. Nette Idee. Man schaut in der Küche vorbei und sagt dem Koch und den eigenen Geschmacksnerven Hallo. Alles schön reduziert und klar.

6 Gänge – From nose to tail, from flower to root

Sie: Die Zwiebeltarte ist unglaublich. Dieser feine, knusprige Teig! Dann Knäckebrot mit Kaviar vom Saibling. Woraus besteht die Creme? Egal. So viel in einem Biss! Tolle Aromen in den Saucen, schaumig, knusprig, kontrastreiche Konsistenzen. Alles einfach lecker. Die Herren am Nebentisch wedeln sich ja bei jeder Speise den Geruch zu! Man möchte den Teller ablecken. Und jetzt dieser Nachtisch! War das fermentierte Zitrone auf dem Schokomousse-Törtchen? Toller Kontrast aus saurer Frucht, süßer Creme und knusprigem Boden.

Er: Das ganze Tier also. Zero Waste auch in der Küche. Ein Taschenkrebs und ein ganzes Jungrind aus Lauenburg stehen heute auf dem Programm. Auf der Weide geschossen. Aber Moment – Leber-Flan? Sonst ja eher ein süßer Pudding. Hier kombiniert mit Rosenkohlblättern und Kürbis, sehr spannend. Nächster Gang: Lunge Bordelaiser Art. Das ist jetzt doch ein wenig herausfordernd. Schmeckt gut, aber die Konsistenz von Lunge ist speziell. Ganz im Gegensatz zum Roastbeef ! Kein Sous-vide-Schnickschnack. Eine Top-Pfanne und Spitzenfleisch – mehr braucht es offensichtlich nicht. Alles regional, aber immer international inspiriert. Ein bisschen Japan hier, ein bisschen Deutschland da. Handwerklich perfekt zubereitet und nie langweilig.

Die Weine

Sie: Ich gehe kurz Händewaschen. Echte Handtücher, Deo und Handcreme. Sehr gut. Und dann auch noch von Rituals! Hier stimmt aber auch wirklich jedes Detail.

Er: Ein Glück, dass ich die 61 Euro für die Weinbegleitung ausgegeben habe. Frau Lehmann kann was. Ich könnte ihr ewig zuhören. Und dabei auf ihr Lippen-Piercing starren. Hier stimmt aber auch wirklich jedes Detail.

Das Fazit

Sie: Ach, das war wirklich schön. Luxus-Selbstverwöhnung der Extraklasse. Vielleicht das leckerste Essen, an das ich mich in Hamburg erinnern kann. Der absolut perfekte Abend. Das nächste Mal fährt er.

Er: 100 Punkte. Das war eine perfekte Küchenparty. Jetzt nur noch souverän gucken, wenn die Rechnung kommt. Autsch. 300 Euro! Aber hey – ein Konzertticket für „U2“ kostet schließlich auch 230 Euro. Hamburg hat The Table und jetzt auch das 100/200. Endlich sind wir gastronomisch gesehen auf internationalem Niveau. Das nächste Mal zahlt sie.

Text: Ole Müggenburg
Foto: René Flindt


 Diese Liste stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2018. Das Magazin ist seit dem 27. Oktober 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 



 Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


Appetit auf mehr?