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Ohne Ernährungsregeln: Stevan Pauls neues Kochbuch

Wie kocht man eigentlich ein gutes klassisches Kartoffelgratin? Und was dazu? Mit „Kochen“ hat Foodjournalist und Kochbuchautor Stevan Paul ein 400 Seiten schweres Standardwerk geschaffen, mit dem intuitives Kochen wieder gelingt – ganz ohne starre Ernährungs- und Trendregeln, sondern: so wie es passt. SZENE HAMBURG verlost ein Kochbuch!

Interview: Laura Lück
Foto: Andrea Thode / Brandstätter Verlag

 

SZENE HAMBURG: Stevan, wieso ein Standardwerk? Haben wir das Kochen verlernt?

Stevan Paul: Definitiv! Das Versorgungkochen, wie es meine Mutter noch gemacht hat, ist verschwunden. Die Küchen werden immer kleiner und viele lernen das Kochen auch nicht mehr von zu Hause. Ich dachte dann, es wäre mal an der Zeit ein Standardwerk zu machen, damit dieses Wissen nicht verloren geht. Es geht nicht um die Anbetung des Feuers, sondern ums Weitertragen in diesem Buch.

Entgegen der Trends um Bowl-Gerichte und Superfoods soll „Kochen“ also zurück zum traditionellen Handwerk führen?

Das war die erste Idee des Buches. Wir leben in wilden Zeiten und alle wissen was eine Acai-Bowl ist, aber keiner kann mehr ein anständiges Kartoffelpüree machen. Das haben wir auch unserer schnelllebigen Zeit zu verdanken.

Wir arbeiten alle viel mehr und haben uns daran gewöhnt, auf industrielle Convenience-Produkte zurückzugreifen. Sie kommen jetzt gesünder daher, sind besser gemacht, aber dennoch von der Industrie zusammengeschweißt.

Statt Mikrowellenkost also nun französische Lehrbuchküche? Ist das überhaupt noch zeitgemäß? 

Französische Küche ist die DNA der nordeuropäischen Küche. Viele Klassiker und Standards basieren darauf, aber jedes Land kocht anders. Ich komme durch meinen Lehrberuf auch aus der französischen Ecke.

Es wäre aber nicht richtig zu sagen, dass „Kochen“ ein französisches Kochbuch ist. Es basiert darauf und vieles richtet sich danach. Tatsächlich steckt aber ganz Europa drin. Genau wie Anleihen an die asiatische Küche. Zweimal arbeite ich mit Dashi und einmal mit Kimchi, weil ich glaube, dass diese Dinge mittlerweile in den modernen Kanon einer Standardküche hineingehören. Deshalb gibt’s auch ein Kapitel über Umami.

Ich bin also weltoffen, aber französisch zentriert mit dieser nordischen Gradlinigkeit, die ich da auch noch reingeschmuggelt habe.

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Stevan Paul in seinem Element: tausend Töpfe auf dem Herd

Hast du auch Persönliches reingeschmuggelt? In deinen bisherigen Kochbüchern begleiten wir dich auf kulinarischen Reisen und folgen deinen Empfehlungen. Wie viel Stevan Paul steckt in „Kochen“?

Ganz viel! Ich habe Grenzen und Schubladen lustvoll hier und da verlassen, weil es trotz Standardwerk Stevan Paul sein soll. Ich bete nicht vor, ich biete ganz viel an. Ich habe zum Beispiel ein Käsekapitel eingebaut, das aus der Gliederung nach der französischen Restaurantküche herausfällt. Einen Käseposten gibt es so nicht.

Den macht normalerweise der Dessertverantwortliche oder die Gardemanger, die kalte Küche. Es gibt außerdem ein kleines Kapitel über Sherry, weil ich den über alles liebe und er vor allem so irre gut ist zum Kochen. Er bringt Aromen und Wumms in die Gerichte. Das sind die kleinen persönlichen Späßchen, die ich mir hier und da erlaube.

Im Vordergrund stehen dieses Mal aber die Vorlieben des Lesers. Deshalb sind deine Rezepte auch nach Baukastensystem strukturiert.

Ja, ich habe gemerkt, dass die Menschen sich das wünschen. Haben Sie ein tolles Rezept für Rotkraut
mit karamellisierten Maronen und sonstigem Schnickschnack gefunden, blättern sie jedes Mal bei Appetit auf Rotkraut los und kochen danach. Ohne Maronen und Chichi. Die wollen sie nämlich unter Umständen überhaupt nicht. Und so kam ich auf die Idee zu sagen: Kocht doch was ihr wollt und kombiniert selbst wie ihr mögt.

Ich wollte individuelles Kochen darstellen und zeigen, dass ein Gericht auch zerfallen und sich wieder anders zusammensetzen kann. Es geht um Variation.

 

„Ausprobieren, experimentieren, Lust haben, das ist mir wichtig“

 

So lernen wir auch wieder nachzuspüren, was uns eigentlich schmeckt?

Genau, ich möchte mit dem Buch dazu ermutigen, dir deine eigene Küche und deinen eigenen Geschmack wieder zu erarbeiten. Was schmeckt dir? Was magst du? Ausprobieren, experimentieren, Lust haben, das ist mir wichtig. Kochen ist so spannend. Gerade wenn man es nicht kann. Da helfe ich gern, es auch als Handwerk zu verstehen, aber auf dieser Basis kann man ganz toll kreativ werden.

Aber wie kann man sich nach einem langen Tag dazu motivieren?

Kochen ist Einstellungssache. Wenn man mit dem Gedanken rangeht: „Oh Gott, ich muss jetzt einen Berg Paprika schneiden“, dann ist das natürlich nicht der richtige Angang. Macht man sich dazu aber schöne Musik an und wird dann eine halbe Stunde später auch noch mit einem tollen selbst gekochten Gericht belohnt, dann ist das die schönste Wellness, die man sich vorstellen kann.

Oft scheitert der Versuch ja aber schon beim Einkauf und langen Zutatenlisten, für die man erst mal vier Feinkostläden durchforsten muss …

Ich habe Buchhändlerinnen nach der am meisten gestellten Frage vorm Kochbuchregal gefragt. Die Beschaffung der Zutaten ist tatsächlich die größte Sorge. Deshalb habe ich versucht, den Einkauf so weit wie möglich runter zu brechen. Wenn ich mir Gewürzregale in Privathaushalten ansehe, frage ich mich immer: Was macht ihr damit? In „Kochen“ habe ich die Top Five Spices aufgelistet. Damit kommt man ganz weit.

Auch mit den restlichen Zutaten bin ich sehr minimalistisch vorgegangen. Es gibt auch ein Kapitel über Nachhaltigkeit. Dort kann man lesen, wie man besser haushaltet und wirtschaftet. Außerdem koche ich im Buch nur mit Dingen, die du in jedem Supermarkt bekommst. Ich wollte unbedingt einen barrierefreien Zugang.

Gemüse-Bulgur

Geht auch vegetarisch: Spiegelei zum Gemüse-Bulgur

Es muss also nicht immer der Bio-Hofladen sein?

Ich habe versucht ohne Bauernhofromantik und Bio-Belehrung auszukommen. Ich habe selbst die Saisons rausgeschmissen, weil ich wollte, dass die Leser sich einfach mal locker machen und kochen. Ohne Vorgaben und ohne Wochenmarkt-Vorbild. Ich glaube aber auch, dass man irgendwann von ganz allein Lust auf gute Produkte bekommt, wenn man sich länger mit Kochen und Geschmack beschäftigt.

Wo in Hamburg kaufst du diese guten Produkte am liebsten ein?

Wochenmärkte sind natürlich toll, aber sie finden oft unter der Woche statt. In Eppendorf gibt’s samstags einen Bio-Wochenmarkt. Da kriegt man alles, was man für ein tolles Essen braucht. Selbiges gilt auch für die Hobenköök. Da bekommst du das gesamte regionale Angebot von Fleisch über Fisch bis Käse und Gemüse. Sogar Odefey Geflügel; das bekommt man sonst nur als Gastronom.

Frisch einzukaufen ist aber immer auch eine Kostenfrage.

Gesunde Ernährung basiert immer auf einer Mischkalkulation. Wenn du wenig Fleisch kaufst, hast du mehr Geld für Gemüse und auch das kostet nicht mehr die Welt, wenn du saisonal kaufst. Die Erdbeeren sind dann am günstigsten, wenn sie richtig gut sind. Deshalb weiß ich, dass eine gute Ernährung nicht am Geld hapert.

Die Leute haben verlernt auch mal nur mit Gemüse zu kochen und denken immer, es muss Fleisch dabei sein. Und dann sparen sie genau daran und bekommen Quälfleisch aus der Tierfabrik.

 

„Genuss heißt vor allem, sich Zeit zu nehmen“

 

Wir müssen also generell unsere Genusskultur überdenken. Was bedeutet Genuss für dich?

Das Wort Genuss ist bei uns oft falsch platziert. Darum haben wir auch eine Politik, die sich nicht für Genuss interessiert, weil sie denkt, dass er Überfluss bedeutet. Genuss heißt aber vor allem, auch sich Zeit zu nehmen, sich hinzusetzen zur Mahlzeit, selbst zu wissen, was drin ist und sich vor allen Dingen möglichst unabhängig von industriell hergestellten Lebensmitteln zu machen – und das, ohne in eine religionsartige Gesundheits-Esoterik umzuschlagen. Deswegen ist einfach draufloszukochen eigentlich die schönste Art zu genießen.

Zum Genuss gehört auch die entsprechende Optik eines Gerichts. Die Teller sind im Buch wahnsinnig schön fotografiert. Wie klappt die kunstvolle Drapierung auch zu Hause?

Dafür habe ich extra ein Kapitel übers Anrichten drin. Wenn man ein paar Dinge beherzt, dann klappt das auch. Am allerwichtigsten sind aber warme Teller. Denn stehst du stundenlang in der Küche und richtest auf kalten Tellern an, dann ist das Sößchen auf dem Weg zum Tisch schon erfroren. Ich bin der Botschafter für warme Teller. Das ist ganz, ganz wichtig!

Bevor wir nun alle loslegen: Wie sieht eine sinnvolle Grundausrüstung für die eigene Küche aus? Was braucht man wirklich in Zeiten von Thermomix und Avocadoschäler?

Mit einem scharfen Messer und einem Brett kommst du echt schon weit. Dazu einen großen und einen kleinen Topf und ein bis zwei Pfannen, die nicht sofort verbiegen. Pürierstab find ich super, eine Küchenwaage kann nicht schaden und vielleicht ein Sparschäler. Und dann haben wir es eigentlich schon. Es braucht viel weniger, als man denkt.

stevanpaul.de


 Wir verlosen ein Kochbuch „Kochen“ von Stevan Paul!kochen-stevan-paul

Wie könnt Ihr mitmachen? Na so:

Bitte gebt für die Teilnahme Euren vollständigen Namen an. Viel Glück!


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2019. Das Magazin ist seit dem 29. November 2019 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Frühstücks-Dschungel: Der EM Breakfast Club

Lieber Lachs statt Camembert und den Obstsalat ohne Ananas? Kein Problem – die Extrawurst gehört hier zum Konzept

Text: Laura Lück
Foto (o.): EM Breakfast Club

 

Ob man mit dieser Kaffeemaschine auch zum Mond fliegen kann? Die Vision Iberital ist die neuste Hightech-Spielerei auf dem Kaffeemarkt und brüht im Em Breakfast Club das erste Mal auf deutschem Boden.

Wo 19 Jahre lang im ehemaligen Café Colmeia Galão floss, sorgt sie jetzt für energieeffizienten, perfekt temperierten Kaffee- und Teegenuss. Die Schläuche und Leitungen in dem futuristischen Ungetüm schimmern blau-schwarz hinter dem semitransparenten Korpus und arbeiten auf Hochtouren, denn: Der Laden am Neuen Pferdemarkt ist voll.

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Frühstück mit Urban- Jungle- Feeling (Foto: EM Breakfast Club)

Um das Herzstück des frisch eröffneten Cafés versammeln sich Verliebte, Freunde und zeitungslesende Singles zum Frühstück. Denn hier dreht sich alles um die wichtigste Mahlzeit des Tages – individualisierbar und ohne Kompromisse.

Das „Em“ im Namen ist vietnamesisch und heißt übersetzt so viel wie „Du“. Was willst DU frühstücken, das ist hier die zentrale Frage. Sonderbehandlungs-Scham braucht niemand zu haben. Die Speisekarte ist quasi ein einziger Extrawunsch. Darauf sind Frühstückbowls gelistet, die je eine Basis aus Porridge, Açai-Joghurt oder Ahornquark bieten. Dazu gibt’s Flüssiges wie selbst gemachtes Mangomus und jede Menge Toppings von Chiapudding bis Kokosflocken.

Bei den Breakfast-Plates bietet eine lange Liste an Extras von Gemüsesticks bis zur glutenfreien Brotalternative unzählige Kombinationsmöglichkeiten. Gleiches gilt für die frisch gebackenen Waffeln, die auf Wunsch nicht nur vegan, sondern neben der klassisch-süßen Variante auch mit herzhaften Toppings (Empfehlung: Ziegenkäse mit Feigensenf!) zubereitet werden.

 

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Bestell doch, was du willst: Wunsch- Menü im EBC (Foto: Laura Lück)

 

Chi und Jannis haben jede Menge Herzblut ins Konzept und die fünfmonatige Kernsanierung gesteckt. Der zweistöckige Laden ist nicht wiederzuerkennen: Tapeten mit Dschungelprint, ein Tresen im Rotklinker-Look und überall frisches Grün. Hier möchte man den Tag gern starten. Sind die dunklen Holztische vollgeladen mit köstlichem Kaffee und den liebevoll angerichteten Wunsch-Menüs, macht das schnell neugierig auf die Zusammenstellungen der Begleitung.

Teilen und Probieren macht mindestens genauso Spaß wie das Frühstückbasteln – und erfinderisch beim Menü-Pläne schmieden für den nächsten Besuch.

EM Breakfast Club: Neuer Pferdemarkt 14 (St. Pauli)


Szene-Oktober-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Oktober 2019. Titelthema: Neu in Hamburg. Das Magazin ist seit dem 28. September 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Rindchen schlemmt – im Bistro Carmagnole

Das Bistro Carmagnole serviert French Umami in der Schanze und ist eine aromensatte Bistroküche mit französisch pittoreskem Terrassenplatz

Text: Gerd Rindchen
Foto: Lars Heitmann

 

Für die Dokumentarreihe „Auf den Spuren seltener Sieger“ hat sich unser tapferes Rechercheteam wieder auf die Spuren einer sagenumwobenen Publikation begeben: Des „SZENE Gastro Guide Essen & Trinken 2019/2020“, in dem verdiente Schreibschaffende den Hamburger Gastrodschungel durchleuchten. Der Tabellenerste der Rubrik „Frankreich“, nett gelegen im pseudoschrabbelig gentrifizierten Schanzenviertel, bescherte dabei einen rundum beglückenden Abend, wie man ihn nicht alle Tage erlebt.

Lauschig unterm Laubbaum auf patinasattem, original französischen Bistrogestühl hockend wurde dem Chronisten schon mit der ersten Vorspeise eines jener grandiosen Geschmackserlebnisse zuteil, die man sein Lebtag nicht vergisst: Unter dem schlichten Namen „Tatar von Waldpilzen“ (10,50 Euro) nahten fein gehackte, toll gewürzte, perfekt einreduzierte geschmorte Pilze auf einer noch viel intensiveren, schlicht perfekten Pilzmousse. Umami pur! Dagegen verblasste naturgemäß das traditionelle Signature Dish des Hauses, die brave Artischocke (12 Euro).

 

Artischocke: Der Klassiker im Carmagnole

 

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In die gleiche Kerbe wie das Pilztatar haute der tolle, perfekt saftig gegarte Seeteufel mit ungemein geschmackvoll geschmortem Ragout aus heimischen alten Tomatensorten (24 Euro) – in all der gepflegten Langeweile, die in der gehobenen Hamburger Bistroküche zuweilen zu finden ist, fetzte auch dieser beherzte und großartige Gang wie ein Laserstrahl über den Gaumen.

Der zweite Hauptgang, ein klassisches Kalbsbries (27,50 Euro), setzte dagegen eher etwas introvertiertere geschmackliche Akzente. Von der kleinen, aber feinen Weinkarte mit vielen biodynamischen Tropfen tat sich der brave Sancerre (Flasche für 38 Euro) etwas schwer mit den Aromenwundern, dafür war aber der Chardonnay von den Bret Brothers aus dem südlichen Burgund (Flasche 45 Euro) jeden Cent wert und ein kongenialer Gegenspieler zum Essen. Insgesamt war der Carmagnole-Besuch eines der mit Abstand erfreulichsten kulinarischen Überraschungen des vergangenen Jahres – so macht Essen einfach Spaß!

Bistro Carmagnole: Juliusstraße 18 (Sternschanze)


Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, September 2019. Titelthema: Mobilität – Das bewegt die Stadt. Das Magazin ist seit dem 29. August 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Botanical Spirit: Allrounder-Schnaps aus Altona

Auch wenn es so aussieht, in den Flaschen aus der NordCraft Destillerie steckt weder Gin noch Wodka. Botanical Spirit steht für sich – und ist so zwar kategorie-, aber keinesfalls charakterlos

Text: Laura Lück

 

Mit Präzision schenkt Mario Gallone ein klares Kräuterdestillat ins Glas, das er mit sprudelndem Tonic aufgießt. Außerdem unumgänglich: Eiswürfel. Ein guter Drink ist eben eine ernste Sache. Dass auch das Schnapsbrennen in der Manufaktur im Altonaer Hinterhof kein Hobby, sondern echtes Handwerk ist, wird schon beim Betreten der Nordcraft Destillerie klar.

Hier hat jemand investiert. In eine Idee, an die er glaubt. Rainer Hosie ist Geschäftsführer des Hamburger Spirituosen-Traditionshauses Charles Hosie und hat mit Destillateur Mario ein kreatives Labor geschaffen – mit geradlinigem Interieur aus warmen Holztönen, kupfernen Deko-Elementen und glänzenden Brennblasen.

 

Hanseatische DNA

 

„Botanical Spirit ist weder Wodka, noch Aquavit oder Gin. Er ist etwas komplett Neues“, betont Mario und verleiht dem Botanical Tonic mit einem frischen Dillzweig den letzten Schliff. Dill ist neben Gurke und Petersilie geschmacklicher Hauptakteur des Destillats und entscheidender Teil seiner hanseatischen DNA. In der Antike galt die Heilpflanze als Symbol für Lebensfreude – heute setzt ihr herb-süßes Aroma vor allem bei typisch nordischen Gerichten Akzente.

Handwerk_Gallone-nordcraft

Eine Frage des Details: Mario bei der Zubereitung

Regionalität zeigt sich auch bei den Zutaten in Bioqualität. Sie stammen aus Hamburg und Umgebung und werden in der knapp 200 Quadratmeter großen Destille frisch angesetzt. Zu der komplexen Rezeptur gehören neben den oben genannten Kräutern auch 22 weitere Botanicals von Kümmel über Kurkuma bis Rosenwasser, die dem Endprodukt seine ganz eigene feinwürzige Note verleihen.

Die vielen Rezeptideen aus dem Hause Nordcraft zeigen, dass Botanical Spirit ein echtes Allroundtalent ist – einsetzbar als Cocktailklassiker-Variation von Sour über Martini bis Bloody Mary oder auch pur als gekühlte Sipping-Spirituose.

Wer mehr über den Zaubertrank erfahren möchte, sollte sich seine Flasche in der Destille besorgen, denn mit Glück kann man Mario bei der Arbeit über die Schulter gucken und sich Tipps und Tricks abholen. Wer über den Webshop bestellt, sollte bei der Zubereitung zwei Dinge beachten: Sparen Sie beim Mixen bitte nicht an der Qualität der Zitronenlimonade. Und Eis nicht vergessen! Sonst bricht es Mario das Herz.


NordcraftSummer_CupRezept: Nordcraft Summer Cup

 

  • 4 cl Dry Botanical Spirit
  • 8 cl Hausgemachte oder klare Zitronenlimonade
  • Auf Eis im Aperitifglas servieren und mit einem Dillzweig und einer Zitronenscheibe garnieren

 

 

 

NordCraft Destillerie: Holstenstraße 194c (Altona-Nord)


Szene-Hamburg-August-2019-TitelDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, August 2019. Titelthema: Wie sozial ist Hamburg? Das Magazin ist seit dem 27. Juli 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Top 10 – Leckere Pizza in Hamburg bekommt ihr hier

Knuspriger Teig, Käse und unendliche Möglichkeiten beim Belag: Dafür lieben wir den italienischen Klassiker Pizza. Wo ihr leckere Originale und Kreationen voller Temperament findet, erfahrt ihr hier

Foto (o.): Lukas Bato via Unsplash

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung – zuletzt aktualisiert 7/2019

 

1) Die Pizzeria – Der perfekte Teig

Klein und fein ist es und isst es sich bei Die Pizzeria in Eppendorf. Nur wenige Plätze gibt es in dem Laden und die sind aus gutem Grund immer belegt. Statt langer Karte gilt hier nämlich Konzentration aufs Wesentliche: Pizza und Pasta. Das lohnt sich, denn der Teig ist ein Gedicht und die Zutaten harmonieren wunderbar miteinander.

Die Pizzeria: Eppendorfer Landstraße 165 (Eppendorf)


2) Farina meets Mehl – Die Zutaten machen’s

Kein Geld, um nach Italien zu fliegen, aber schlimmstes Fernweh? Da ist ein Besuch im Farina meets Mehl das beste Heilmittel. In dem entspann­ten Restaurant könnt ihr euch einfach zurücklehnen und in Antipasti und Pizza schwelgen. Besonders die original italienischen Zutaten wie echter Parma­schinken oder San­-Marzano­-Tomaten sind zum Dahinschmelzen.

Farina meets Mehl: Gaußstraße 190 (Ottensen)

 

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3) Jill – Knusprig und knackig-frisch

Slow Food kann auch Pizza sein. Bei Jill in den Schan­zenhöfen gibt es sogar eine Variante, die viele noch nicht kennen: Neapolitanische Pizza, bei der der Teig drei Tage geht und dann nur ganz kurz bei großer Hit­ze gebacken wird. Dadurch wird der Teig schön kross und die Zutaten obendrauf bleiben knackig­-frisch.

Jill: Bartelsstraße 12 (Sternschanze)

 

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4) La Terrazza – Eine Prise Italien

Allein für einen Abend im La Terrazza solltet ihr dem schönen Hamburg-Niendorf einen Besuch abstatten. Die herzliche Chefin Dahlia wuchs in Florenz auf und führt das Restaurant bereits in zweiter Generation, während Lebensgefährte Vassillios in der Küche auf hohem Niveau Pizza und andere italienische Köstlichkeiten zaubert.

La Terrazza: Adlerhorst 18 (Niendorf)


5) Pizza Bande – Spannende Eigenkreationen

Pizza können viele, aber die wohl außergewöhn­lichste St. Paulis gibt es bei der Pizza Bande. Neben klassischen und veganen Pizzakombis werden hier spannende Eigenkreationen wie Pizza mit Süßkar­toffelcurry, Joghurt und Studentenfutter zubereitet. Klingt komisch, schmeckt aber super.

Pizza Bande: Lincolnstraße 10 (St. Pauli)

 

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6) Pizza Social Club –Eine runde Sache

Wenn es mal etwas edler sein darf, ist der Pizza Social Club die richtige Adresse. Location und In­neneinrichtung sind ebenso stylish wie die Zutaten auf den Pizzen handverlesen. Bei einem Angebot zwischen Klassikern wie Pizza Salami und Eigen­kreationen beispielsweise mit Kürbissugo fällt die Wahl ziemlich schwer. Da lohnt sich ein Wieder­kommen auf jeden Fall.

Pizza Social Club: Mühlenkamp 29 (Winterhude)


7) Puro Pizza – Pizza-Puristen

Frei nach dem Motto „Weniger ist mehr“ reduziert das Team bei Puro Pizza das italienische National­gericht auf seine Grundbestandteile und verwendet diese in bester Qualität. So kommen vom Mehl bis zu den Tomaten die Zutaten entweder direkt aus Italien oder aus Hamburg und Umgebung. So muss Pizza schmecken …

Puro Pizza: Hoheluftchaussee 49 (Hoheluft-West)

 

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8) Tazzi Pizza – Außergewöhnliche Zutaten

Was haben Mexiko, Indien und Italien gemeinsam? Wissen wir auch nicht, aber im Fall des frisch eröff­neten Tazzi haben dessen Besitzer Erfahrung mit allen drei Landesküchen. Diese Gastro­-Erfahrung spürt man. Denn die neapolitanischen Pizzen sind unfassbar gut und zum Teil außergewöhnlich belegt. Und der Service? Absolut herzlich!

Tazzi Pizza: Rendsburger Str. 14 (St. Pauli)


9) Via Vai Pizza Al Taglio – Von allem etwas bitte

Hier ist nicht nur die Pizza besonders, sondern auch die Art, wie sie serviert wird. Denn am Tresen be­stellt ihr einfach alle Varianten, die ihr gerne probie­ren möchtet. Stück für Stück wird dann mit der Schere so viel ihr mögt von der jeweiligen Riesen­pizza abgeschnitten. Tschüss, Qual der Wahl!

Via Vai Pizza Al Taglio: Bahrenfelder Str. 223 (Ottensen)

 

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10) ZweiPunktNull – Pizza aus Leidenschaft

Reisen öffnet den Weg für Neues. Die Inhaberin des ZweiPunktNull brachte eine Weltreise auf die Idee, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Gedacht, getan: Mit Gastro-­Erfahrung, einem echten Itali­ener am Ofen und besten Biozutaten aus dem Hamburger Umland hat sie eine Traumkombi für echt gute Pizza zusammengestellt.

ZweiPunktNull: Friedensallee 20 (Ottensen)


Ab dem 3.4.2019 im Handel: Der neue SZENE Hamburg GastroguideDer Gastro-Guide SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN ist seit April 2019 für 9,90 Euro im Handel und zeitlos im Online-Shop erhältlich!


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Appetit auf mehr?

Rindchen schlemmt – im Restaurant Cornelia Poletto

Cornelia Poletto: Mehr als ein Feinkostladen mit warmer Küche: In diesem Restaurant genießen Gäste komplexe Geschmäcker voller Tiefe und eine kluge Weinauswahl

Text: Gerd Rindchen
Foto: Studiolassen.de

Es mutet an wie ein Paradoxon, dass Hamburgs wohl unterschätzteste Speisegaststätte ausgerechnet von der bekanntesten Köchin Deutschlands betrieben wird: Das hat sich die Quotenqueen aber ein Stück weit selbst eingebrockt. Als Cornelia Poletto ihr Sternerestaurant schloss verkündete sie, in ihrem neuen Domizil schwerpunktmäßig edle Feinkost verkaufen und die Speisekarte vorwiegend mit Bio-Brathähnchen und Premiumsardinen aus der Dose bestücken zu wollen.

Ergo erwartete ich hier, wenngleich aus guten Zutaten, eher schlichtes Essen – und als Klientel vorwiegend Food-Touristen aus Neheim-Hüsten, die in der Hoffnung buchen, einen Blick auf die Inhaberin zu erhaschen. Selten so vertan: Das mit den guten Zutaten stimmt zwar, was aber völlig an mir vorbeigegangen war: Mit Robert Stechmann hat sie sich derweil einen Chefkoch herangezogen, der mit seinem Team in kongenialer Manier die Poletto’sche Frischeküche zelebriert.

De facto isst man hier wieder so gut wie im früheren Sternetempel – nur wesentlich preisgünstiger. Aus der monatlich wechselnden Karte kann man sich ein Drei- oder Viergängemenü nach eigenem Gusto zusammenstellen – vier Gänge kosten 72 Euro und sind jeden Cent wert.

 

Satter, sinnlicher Geschmack

 

Beispiele: Das Perlgraupenrisotto mit jungen Erbsen, Pfifferlingen und Kerbelcreme war in seiner beschwingten, frühlingshaften Leichtigkeit definitiv die beste Graupenkomposition, die ich je gegessen habe – und ich liebe die Dinger. Die handgemachten Sepia-Tortelli mit leicht angeräucherter Kartoffel-Pimiento-Füllung, Pulpo, Blattspinat und Chorizo begeisterten mit ihrer Aromendichte, geschmacklichen Komplexität und sinnessatten Tiefe und bewegten sich auf Zweisterne-Niveau.

Die Weinauswahl ist ein kluger Mix zwischen recht fair kalkulierten Entdeckungen und teuren Modetropfen für die hier gut vertretene Harvestehuder Nouveau-riche-Klientel.

Erfreulich: Viele hochwertige Weine werden im gut konservierenden Coravin-System offen ausgeschenkt, sodass man sich zu jedem Gang von der kundigen Restaurantleiterin Christiane Grosche und ihrem Team den passenden Tropfen anempfehlen lassen kann. Einer vorurteilslosen Neuentdeckung des vermeintlichen Feinkostladens mit warmer Küche sollte also nichts mehr im Wege stehen.

Cornelia Poletto: Eppendorfer Landstraße 80 (Eppendorf)


Szene-Hamburg-Juli-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Juli 2019. Titelthema: Schmelztiegel St. Georg.
Das Magazin ist seit dem 27. Juni 2019 im Handel und zeitlos im
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Appetit auf mehr?

 

FoodSZENE: GINN und weg

Das neue GINN Restaurant ist zur Zeit Hamburgs spannendster Gourmet-Geheimtipp und überzeugt mit erstklassigem Handwerk und fleischlosem Konzept.

Text und Fotos: Laura Lück

Wenn Restaurantleiterin Francine Schröter den nächsten Gang vorstellt, klingt das wie ein Gedicht: „Das ist unser Kaisergranat mit Tempura Tandooriteig auf Wassermelonen-Salsa und Purple-Curry-Schaum. Lasst es euch schmecken.“ Kein Problem – vor allem bei dieser Kulisse. Der Ausblick auf der Terrasse im achten Stock des GINN Hotels beeindruckt auch echte Hamburger. Es ist, als schwebte man über der Elbe. Zu den Cruise Days wird man den Kapitänen der vorbeifahrenden Kreuzfahrt-Kolosse hier problemlos die Hand schütteln können.

Als sich beim ersten Bissen das fruchtige Aroma der leuchtend roten Wassermelone mit der Säure der Tomate und einer leichten Curry-Schärfe im Mund verbindet, passt der Poesie-Vergleich ein zweites Mal. Oder besser: ein viertes Mal. Drei Gänge sind nämlich schon im Magen und keiner hat enttäuscht.

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Küchenchef Marcel Höppner komponiert poetische Menüs

Die Ceviche-Variation aus Schwertfisch mit Papaya, Avocado und Kokosperlen inspiriert dazu, die peruanische Vorspeise auch endlich mal zuhause nachzukochen. Die Kombinationsmöglichkeiten des Trendgerichts sind endlos – es braucht nur ein bisschen Kreativität. Davon hat Küchenchef Marcel Höppner jede Menge. Die zeigt er zum Beispiel in seiner persönlichen Interpretation des Senfeis. Das perfekt gegarte Bio-Ei zerfließt auf getrüffeltem Spinat und passt herrlich zu Senf und Kartoffel-Espuma, das am Tisch vom Chef persönlich angerichtet wird. On Top gibt’s Kaviar von AKI, einem der ältesten Kaviar-Importeure der Welt – direkt ums Eck in Altona.

Regionalität, Nachhaltigkeit und die transparente Vermittlung dieser Werte sind dem GINN wichtig. Die Speisekarte stellt eine Auswahl regionaler Lieferanten vor. Darunter: Annas Hof in Pinneberg, die Hamburger Traditionsräucherei Harald Rolf und das in direkter Nachbarschaft gelegene Frischeparadies. Fleisch sucht man auf der Karte dafür vergeblich – alle Speisen sind vegan, vegetarisch oder mit Fisch zubereitet.

Marcel schreibt Menüs, die wohl komponiert und kunstvoll angerichtet sind, ohne seine Gäste zu überfordern. In der gehobenen (Sterne-)Küche kann es vorkommen, dass zu viele Komponenten und Pinzettenarbeit den Gast überfordern. Die Küche verliert sich in Details und der Gast damit den Überblick. Wer kann sich nach einem zweiminütigen Kellner-Monolog über zwanzig Zutaten im Gericht schon merken, was er dort eigentlich zu sich nimmt?

 

Gehobene Küche für jedermann

 

Im GINN Restaurant wird gehobene Küche zugänglich gemacht. Zu keinem Zeitpunkt entsteht das Gefühl, hier nicht herzugehören. Angst vor Etikette-Fauxpas ist unbegründet. Dem Service gelingt der Balanceakt zwischen Aufdringlichkeit und Nichtbeachtung mit ungekünstelter Herzlichkeit. Mal erfährt man, dass Kellner Julian sich besonders freut, das Ceviche zu servieren, weil das Gericht aus seiner Heimat stammt, ein anderes Mal scheint die frische Wasserkaraffe aus dem Nichts gekommen zu sein. Guter Service braucht eben ein gutes Gespür für den Moment.

 

Kalamanski räumt den Magen auf

 

Nach dem fünften Gang wollen sich Völlegefühl und Panik vor dem Hauptgang breitmachen. Die Küche hat da einen Trick parat: Francine serviert ein Sorbet von der Kalamansi. Das köstliche Halbgefrorene kommt in einer Champagnerschale – und wird auch mit Champagner am Tisch aufgegossen. „Das lässt euch durchatmen und schafft wieder Platz im Magen.“ Funktioniert. Die Säure der philippinischen Zitrusfrucht regt die Verdauung an und lindert das Sättigungsgefühl. Es kann weiter gehen.

 

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Im Genussrausch: Krosser Zander zum Hauptgang

 

Wer sich fallen lassen kann, wird im GINN einen regelrechten Genussrausch erleben. Der Zander ist kross auf den Punkt gebraten und schmeckt unverschämt gut mit Perlgraupen, bunter Beete und Sauerampfer. Die Krönung: eine Saiblingskaviar-Hollandaise.

Die Sonne taucht den Hafen in rosa Licht, als ein ebenso rosafarbenes Erdbeersorbet mit Baiser, Ziegenfrischkäse-Mousse, „Hugo-Luft“, Muscovado-Crumble und Macadamia-Schwamm auf dem Tisch landet. Und ja, es schmeckt genauso, wie es klingt. Zu den abschließenden Petit Fours kommt der Chef sogar noch auf ein Glas Wein dazu. Was für ein Abend!

Das vor acht Wochen eröffnete GINN Restaurant ist momentan der vielleicht heißeste Geheimtipp auf Hamburgs kulinarischer Landkarte und eine dringende Empfehlung für alle Gourmets, Veganer, Vegetarier, Flexitarier, Fischliebhaber – und natürlich auch echte Karnivoren. Marcel und sein Team schieben das Fleischlos-Label in den Hintergrund und überzeugen sicher auch Steakesser mit erstklassigem Handwerk und einer dicken Portion Leidenschaft.

GINN Restaurant & Bar: Große Elbstraße 39 (Altona)


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Appetit auf mehr?

 

Überquell-Brauereitour: Dem Craft Beer auf der Spur

Sonne, Pizza, Bier: Das Überquell auf St. Pauli lockt mit Außenterrasse und Selbstgebrautem – und einer unterhaltsamen Brauereitour mit Verkostung.

Text: Laura Lück

Das Überquell macht nicht nur wahnsinnig gute Pizza (die Margherita trägt hier nicht umsonst den Namen Königin) aus einem echten handgemauerten neapolitanischen Ofen ­– sie verstehen sich mindestens genauso gut aufs Bierbrauhandwerk. 2017 kaperten die Inhaber Patrick Rüther und Axel Ohm die Riverkasematten auf St. Pauli. Heute ist die idyllische Anlage mit Biergarten und Hafenblick wohl eine der schönsten Locations für Sommertage mit Hamburg-Feeling.

Was viele nicht wissen: Das Überquell beherbergt auch eine kleine, aber feine Brauerei. Auf dem Weg durch Restaurant und Pub passieren Besucher außerdem ein liebevoll gestaltetes Mini-Biermuseum, das die Geschichte unseres Nationalgetränks erzählt. Jeden Samstag und Sonntag finden im Überquell geführte Touren statt. In kurzweiligen 30-45 Minuten gibt’s jede Menge Input und Wissen und natürlich einen Besuch bei Braumeister Tobias Hess.

 

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Die Überquell-Inhaber Patrick Rüther und Axel Ohm

 

Er hat schon in Belize, Uganda, Mexiko und Russland als Braumeister gearbeitet und steht heute im Herzstück des Überquell: der Micro-Brauerei. Hier entstehen permanent fünf verschiedene Biersorten (Original Lager, Imperial Lager, Pale Ale, IPA, White IPA) und saisonale Spezialitäten, sowie monatliche Highlights. Natürlich wird im Anschluss auch ordentlich verkostet. Drei Bier sind inklusive. Bei sommerlichen Temperaturen kann es einem da schon etwas schwindlig werden – zum Glück ist die Pizza ja nicht weit.

Überquell: St. Pauli Fischmarkt 28-32


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Café des Artistes: Typisch Französische Köstlichkeiten

Das Café des Artistes bringt ein Stückchen Frankreich an den Gerhard-Hauptmann-Platz und die Hamburger mit typisch französischer Küche durch den Tag – von Petit déjeuner bis Dîner

Text: Laura Lück
Fotos: Sven Gordon Williams

Ab acht Uhr am Morgen strömt der Duft von frischen Croissants, Pain au chocolat und Café au lait über den Gerhard-Hauptmann-Platz. Zwei waschechte Bretonen haben den Räumlichkeiten der ehemaligen Weltbühne im Thalia Theater französische Lebensart eingehaucht. Thomas Pinçon, der 18 Jahre lang das Café Paris betrieb und sein Geschäftspartner Jean-Sébastien Thimon haben für ihr gemeinsames gastronomisches Projekt „Café des Artistes“ ein gemütliches Zuhause gefunden.

Das neue Café steht in der Tradition jener Bistros in den Städten Fankreichs, die Refugium für den Moment, Treffpunkt zum Gespräch und Ort des Genusses sind. Im Café des Artistes können Gäste vom Petit déjeuner bis zum frischen Hummer beim Dîner hier unprätentiöse französische Küche erleben.  In den Gerichten kommen viele Bio-Produkte französischer Produzenten zum Einsatz. Austern, Seezunge oder Käseplatte – frankophile Hamburger werden hier ganz sicher glücklich.

 

Bistro bis 23 Uhr geöffnet

 

Mit Interieur im Art-Déco-Stil und typischen Bistrostühlen im Außenbereich hat das Café des Artistes zwar einen schicken Look, bleibt atmosphärisch aber gemütlich und entspannt. Direkt am Theater und mitten in der Altstadt kann man hier bestens mit einem Glas Rotwein Passanten beobachten. „Das Ambiente eines solchen kreativen Traditionshauses birgt die gewünschte Atmosphäre schon in sich“, erklärt Pinçon. „Sie mit Leben zu füllen, ist genau die Aufgabe und Herausforderung, die ich mir für das neues Projekt gewünscht habe.“

Highlight: Um Theaterbesuchern Snack und Absacker nach der Vorstellung bieten zu können, serviert das Bistro sogar bis 23 Uhr – natürlich auch ohne Theaterbesuch.

 

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Café des Artistes: Gerhart-Hauptmann-Platz 70 (Altstadt)


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Top 10 – Zehn Tipps für köstliches Frühstück in Hamburg

Hausgemachte Aufstriche, Brunch-Variationen und Gesundes zum Löffeln: Köstliches Frühstück findet ihr in diesen zehn Restaurants

Text: Anissa Brinkhoff
Foto: Philipp Schmidt

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung, zuletzt aktualisiert 6/2019

1) Atelier F – Französisch-amerikanische Liaison

Mit Blick auf die Hamburger Fleete frühstücken und den Tag beginnen: Die Lage und der Ausblick des Atelier F sind wirklich besonders. Das Restaurant liegt mitten in der Innenstadt, versteckt hinter einem Kaufhaus. Nun hat das Atelier F seit Kurzem die Speisekarte um ein Frühstücksangebot erweitert. Das Atelier F kombiniert die französische Küche mit amerikanischer Lässigkeit, und so gibt es zum Frühstück das „Petit Dejeuner“ mit Croissants und Baguette, das „American Diner“ mit Frühstücksburger, aber auch Croques oder Bagels, Croissants oder Donuts, Pancakes mit Blaubeeren oder Avocado-Toasts und Smoothies. Was für ein Start in den Tag.

Atelier F: Große Bleichen 31 (Neustadt)

Atelier-F


2) Café Brooks – Lässig in Eilbek

Dieses Café ist fast noch ein unentdecktes Juwel, weil es in keinem der hippen Stadtviertel Hamburgs liegt, sondern im westlichen Eilbek. Doch wer einmal das Frühstücksbuffet am Wochenende probiert hat, wird wiederkommen und den Freunden etwas Vorschwärmen. Zum Brunch lässt sich kurz und knapp sagen: Außer den Brötchen und knusprigen Croissants wird alles hausgemacht. Lang ausgedrückt: Marmelade, Nusscreme, Pesto, Chutneys, Aufstriche, verschiedene Salate, Obstsalate und Kuchen sind selbstgemacht. Dazu gibt es eine tolle Auswahl an Wurst und Käse, die Milch und die Bio-Eier stammen von Höfen aus dem Hamburger Umland. Gut zu wissen: Ein großer Teil des Buffetangebots ist vegan. Ein Ort in Eilbek, der sich kulinarisch sehen lassen kann.

Café Brooks: Hasselbrookstraße 37 (Eilbek)

Cafe-Brooks


3) Deichdiele – Brunchen in Wilhelmsburg

Die Deichdiele in Wilhelmsburg ist ein echter Stadtteilladen mit vielen Stammkunden – weil hier seit sieben Jahren fast täglich Konzerte, Ausstellungen und Filmvorführungen. Doch es gibt noch einen Grund, in der Deichdiele vorbeizuschauen: das tolle Frühstück. Sonntags bietet Wirt Andreas Kürschner ein Frühstücksbuffet mit Brötchen, hausgemachten Dips, Tomate-Mozzarella, Obst und Rührei – und zwei frischen Waffelteigen, einmal vegan, einmal mit Eiern. Die Gäste dürfen selbst ans Waffeleisen – und ehe man sich versieht, kommt man so auch mit anderen Gästen ins Gespräch. Unter der Woche wird in der Deichdiele natürlich auch Frühstück angeboten, man muss sich nur entscheiden, ob es ein süßer, veganer oder deftiger Start in den Tag wird.

Deichdiele: Veringstraße 156 (Wilhelmsburg)

 

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4) Glück und Selig – Zwei Freundinnen haben einen Traum

Das Glück und Selig ist nicht nur für die beiden Besitzerinnen Lina und Friederike ein wahrgewordener Traum, längst kommen Hamburger aus allen Stadtteilen zum Frühstücken hierher – man sollte also rechtzeitig reservieren. Zum Frühstück gibt es süße, herzhafte, gesunde oder orientalische Frühstücksteller. Wer zu zweit kommt, großen Appetit und ein bisschen Zeit mitbringt, sollte das Glück-und-Selig-Frühstück für zwei bestellen: Auf einer riesigen Etagere türmt sich dann eine Mischung aus allen Frühstücksvarianten, dazu gibt es Bio-Eier und Orangensaft. Wer nur schnell mal vorbeischauen möchte, kann einen mediterranen Panino auf die Hand mitnehmen. Oder süße Waffeln, die schmecken zu jeder Gelegenheit.

Glück und Selig: Heußweg 97 (Eimsbüttel)

 

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5) Gretchens Villa – Oma ist jetzt up to date

„Sie bringt die Teller schon seit Jahren und spart jeden Cent für ihr eigenes Café“ – diese Zeilen sang die Band Revolverheld über Stefanie Margarethe Herbst, die bald darauf tatsächlich ihr eigenes Café eröffnete und diesem ihren Spitznamen „Gretchen“ lieh. Mitten in der trubeligen Marktstraße ist Gretchens Villa ein wunderbarer Ausgangspunkt für eine Shoppingtour durch die Vintageläden und Manufakturen des Viertels. Auf der Karte findet man sechs verschiedene Frühstücksvariationen. Die kann man je nach Hungerlage mit einem Obstsalat, Knuspermüsli, einer Acai-Bowl oder gekochten Eiern pimpen.

Gretchens Villa: Marktstraße 142 (Karolinenviertel)

 

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6) Hej Papa – Familiengefühl an großen Tischen

Weil man im Hej Papa nicht reservieren kann, ist hier jede Verabredung zum Frühstück mit einer gewissen Spannung verbunden: Bekommen wir einen Platz? Damit alle glücklich sind, wird an den großen hellen Holztischen enger zusammengerückt, und das fühlt sich fast so an, wie bei einer schwedischen Großfamilie zu frühstücken. Vom Nachbarteller kann man sich gleich einmal inspirieren lassen: Heute mal französisch mit Croissant, Baguette, Käse und Knuspermüsli? Oder pochierte Eier im Glas und dazu ein hausgemachter Vanille-Orangenquark mit Obstsalat? Oder doch lieber Avocadobrot mit Ziegenfrischkäse, Ei und Lachs?

Hej Papa: Poolstraße 32 (Neustadt)

 

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7) Jools – Morgens wie ein Kaiser

Im Jools wird sonntags ausgiebig gebruncht. Am Buffet können die Gäste zwischen den Optionen „Basis“, „Premium“ oder „Luxus“ wählen: Beim Basis-Brunch gibt es noch einen Kaffee dazu und in der Premium-Variante jeweils ein Glas Prosecco, Smoothie, Filterkaffee und eine Kaffeespezialität. Statt des Proseccos gibt es in der Luxus-Variante ein Glas Moët-Champagner. Man gönnt sich ja sonst nichts. Unter der Woche wählt man von der Karte, zum Beispiel das Wellness-Frühstück mit Hüttenkäse und frischem Obst oder das Full-English-Frühstück mit Rührei, Speck, Bratwürsten und Baked Beans. Ihre Lieferanten suchen die Küchenchefs bewusst aus und passen ihre Speisekarte regelmäßig den saisonalen Verfügbarkeiten an.

Jools: Bernadottestraße 20 (Ottensen)

Jools


8) Kropkå – Erlesene Happen für Produktverliebte

Im Kropkå schätzen die Gästen vor allem erlesene Produkte. So gibt es zum Frühstück cremigen Joghurt vom Milchhof Reitbrook mit frischen Früchten, Bio-Eier vom Hof Hornbrook, mit Tomaten oder Schinken zubereitet, sowie eine Auswahl an klassischen bis verrückten Stullen. Das Veggie-Röstbrot mit Avocado, sahnigem Frischkäse und Sesam ist mit knusprigen Baconstreifen gepimpt auch für Fleischliebhaber interessant. Geröstetes Bauernbrot mit Rotschmierkäse von der Hafenkäserei in Münster, hausgemachtes Zwiebelconfit, Röstbrot mit luftgetrocknetem Landschinken, dicken Parmesanraspeln und Balsamicocreme – allein bei der Vorstellung läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Kropkå: Eppendorfer Weg 174 (Hoheluft-West)

 

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9) Speisekammer – Futtern mit Andenken

Zwischen Eimsbüttel und Sternschanze liegt die Speisekammer, ein lichtdurchflutetes Lokal mit einer großen Glastheke voll mit Kuchen, Quiches und Keksen. Die Frühstücksauswahl ist gesund, mit tollen Tees, selbstgemachten Säften, Bio-Eiern oder frisch zubereitetem Birchermüsli. Aber auch Fans von Deftigem können zwischen Frühstückstellern mit Tiroler Speck, geräuchertem Lachs oder Seeluftschinken wählen. Ein absolutes Muss sind die hausgemachten Brioches. Noch ofenwarm werden sie serviert, so dass die Butter beim Verstreichen schmilzt und man nur einen kleinen Klecks der Erdbeermarmelade braucht.

Speisekammer: Weidenstieg 5A (Eimsbüttel)

Speisekammer


10) Was wir wirklich lieben – Rührei vom eigenen Huhn

Ein Name, der viel verspricht: Was wir wirklich lieben. Gemeint sind damit die Produkte, die im Café verwendet und verkauft werden und zum großen Teil tatsächlich vom eigenen Hof in der Lüneburger Heide kommen: Kräuter, Gemüse, Obst und Eier.  Ein Augenschmaus sind die appetitlich angerichteten Frühstücksplatten, darunter das „Lieblingsfrühstück“ mit hausgemachtem Gemüseaufstrich, Rohkost, Avocado, Rote-Bete-Bulgur und Roggenvollkornbrot oder das „Gute-Laune-Frühstück“ mit Avocado-Hummus, Aufschnitt und Granola-Joghurt. Für alle, die ihr Frühstück gerne löffeln, gibt es auf Wunsch vegane Früchtebowls, Übernacht-Müsli, Acai-Bowls oder Chia-Pudding.

Was wir wirklich lieben: Hegestraße 28 (Hoheluft-Ost)

 

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SZENE-HAMBURG-Essen+Trinken-To-Go Diese Topliste stammt aus dem Gastro Guide: Essen + Trinken to go, 2018/2019 – der Guide ist zeitlos in unserem Online Shop erhältlich!


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