Beiträge

Tea Addicts: Die Welt retten, aber erst mal Tee trinken

Die Tea Addicts wollen die Welt verbessern – mit Tee. Auf der Suche nach der besten Ernte und passionierten Teeproduzenten reisen Stephan und Jürgen durch Afrika und Asien.


Betritt man den Laden der Tea Addicts im Hamburger Gängeviertel, brodelt mit
großer Wahrscheinlichkeit der Wasserkocher. Die Holzdielen knarren unter jedem Schritt, die unverputzten Wände versprü- hen den typischen rauen Gän- geviertel-Charme, die Teetassen dampfen und duften. Während des Interviews wird die Reihe der Kännchen auf dem Tisch immer länger, Sencha folgt auf Oolong, Pu-Erh und Ceylon. Zu jedem der Tees können Stephan Suen und Jürgen Pitzschel, zwei Drittel der Tea Addicts, eine Ge- schichte erzählen. In den letzten zwei Jahren waren sie auf über 50 Plantagen, haben sich durch die Sorten probiert und die Ar- beitsbedingungen genau ange- schaut – und dabei so manch skurriles Erlebnis gehabt.

SZENE HAMBURG: Stephan und Jürgen, warum Tee?

Stephan: Wir haben eine Vision für uns formuliert, als wir mit Tea Addicts angefangen haben. Jürgen hat dabei den Anstoß gegeben und gesagt: „Wir wollen mit Tee die Welt retten“ (lacht).
Jürgen: Also, zumindest ein Stückchen besser machen.

Ganz schön große Aufgabe. Wie wollt ihr das schaffen?

Stephan: Einmal beim Einkauf, und einmal auf der Bewusstseinsebene.
Jürgen: Tee wird häufig noch auf sogenannten geschlossenen Auktionen gehandelt, da geht es um den kleinsten Preis. Der weltweite Teehandel steckt zum Beispiel in Indien oder auf dem afrikanischen Kontinent noch in Kolonialstrukturen, auch bei Fair Trade und Bio gibt es immer wieder Skandale. Gütesiegel werden gekauft oder nach der Zertifizierung nicht ausreichend kontrolliert.

Wurdet ihr davon auch schon Zeugen?

Stephan: Was wir alles schon erlebt haben! Tore mit Stacheldraht zum Beispiel, und völlige Intransparenz. Das sagt eigentlich schon viel aus. Ich war vor ein paar Wochen in Georgien und bin mit einer Kamera zur Teeplantage gefahren. Als die Securities das Videoequipment gesehen haben, wollten die uns sofort wieder loswerden. Einer zog dann sein T-Shirt hoch und zeigte mir die Pistole, die er in den Hosenbund gesteckt hatte.

Was macht ihr anders als die anderen Teehändler?

Jürgen: Statt einfach nur anonym Tee zu kaufen, wollen wir die Menschen kennenlernen, die auf den Plantagen arbeiten, wollen sehen, wie die Teepflanzen angebaut und verarbeitet werden. Dadurch schalten wir nicht nur Zwischenhändler aus, sondern können auch die Menschen unterstützen, die umdenken.
Stephan: Ich war dieses Jahr auf einer Plantage in Malawi. Der Besitzer ist Mitte 30, schon sein Urgroßvater hat Tee angebaut – in der möglichst billigsten Produktion. Er möchte das aber so nicht mehr. Seitdem produziert er auf der Plantage transparent einen Biotee mit hoher Qualität und bezahlt seine Leute anständig.

Müssen also nur noch die Teekäufer überzeugt werden?

Stephan: Wir wollen nicht überzeugen, sondern begeistern. Man kann zwar auch mit Angst und Skandalbildern zum Umdenken anregen, wir möchten das aber durch Freude und Leidenschaft erreichen. Bei uns kannst du ein Produkt richtig erleben. Wir wissen genau, wer diesen Tee gepflückt und wer ihn getrocknet hat. Wir haben den Tee schließlich vor Ort gekauft. Außerdem stimuliert Tee den Dopamin- und Serotoninspiegel – er macht also einfach richtig gute Laune.

Hinkt die Teebranche in Deutschland hinterher?

Stephan: Mega!
Jürgen: Das ist auch eine Frage der Perspektive. Wenn man auf Hamburg schaut, dann auf jeden Fall. Hamburg ist eine Handelsstadt, die größte Teestadt in Europa. Hier sitzen einige große, weltweit agierende Firmen, die sich aber in den letzten Jahrzehnten kaum aus den überholten, festgefahrenen Strukturen bewegt haben. In Berlin zum Beispiel ist schon mehr Musik drin. Da haben wir mehr Gleichgesinnte gefunden, sind besser vernetzt. In Hamburg tun wir uns damit schwer.

Bei welchen Plantagen bezieht ihr denn euren Tee?

Stephan: Über die Zeit hat sich bei uns ein Muster herauskristallisiert. Zum einen sind das größere Betriebe, die schon seit Generationen Tee produzieren, und jetzt im Generationswechsel umdenken. Sehr häufig sind das aber auch kleine, familienbetriebene Plantagen. Da kommt in der Erntezeit noch die Nichte aus der Stadt, um mit anzupacken. Im Jahr werden dort vielleicht 200 Kilogramm geerntet, es ist also gar nicht darauf ausgelegt, tonnenweise Tee an Händler zu verkaufen. Es ist viel persönlicher. Wir wurden von diesen Familien schon zum Essen eingeladen, haben lange über unser Verständnis von Tee gesprochen, bevor wir dann eine kleine Menge mitnehmen durften.

Klingt aber auch so, also wären diese Betriebe ziemlich schwer aufzutreiben.

Stephan: Oft ist das reines Glück. Wir waren dieses Jahr in Südwest-China und haben eine der größten Plantagen für Oolong besucht. Es war zwar schön da, aber für uns einfach noch nicht das Richtige. Die Dame, die uns dort herumgeführt hat, holte uns einmal von einer Erkundungstour durch die Plantage ab, hat aber den Weg zurück zum Hotel nicht gefunden. Ein Freund von ihr, der dann ins Auto stieg, um uns zu helfen, war Teeproduzent. Ob das nun wirklich eine zufällige Begegnung war, sei mal dahingestellt.

Habt ihr dann auch Tee von ihm gekauft?

Stephan: Ja. Er hat uns mit zu seiner Familie zum Abendessen genommen, wir haben seine drei Brüder kennengelernt, die mit ihm den Tee anbauen. Die vier waren alle höchstens dreißig und hatten richtig Bock auf Tee. Und sie haben verstanden, was wir wollen, haben uns alle Türen geöffnet und uns alles gezeigt. Diese Offenheit findet man nicht durch eine Internetrecherche.
Jürgen: Es sind meistens die Begegnungen in der Hotellobby oder ein Gespräch mit dem Taxifahrer, die uns dann durch Glück zu den kleinen, unbekannteren Produzenten führen. Und das sind dann die Sweet Spots mit der richtig guten Qualität. Dort wird in kleineren Mengen produziert, die gar nicht auf Export ausgelegt sind und das Land dann meistens nicht verlassen.

Ihr wart schon viel unterwegs und habt wahrscheinlich hunderte Teesorten probiert. Welche schmeckt euch am besten?

Jürgen: Das ist immer abhängig von Laune, Wetter und Jahreszeit. In letzter Zeit habe ich viel weißen Tee getrunken, im Winter tendiere ich aber eher zu dunkleren Tees. Wenn mir jemand eine Pistole auf die Brust setzen und mich morgen auf die einsame Insel schicken würde, dann wäre es aber wahrscheinlich ein japanischer Sencha. Der nimmt auch nicht so viel Platz weg, da kann ich mehr mitnehmen (lacht).
Stephan: Ich würde einen Oolong mitnehmen.
Jürgen: Hoffentlich liegen unsere Inseln nebeneinander, dann hätten wir zwei gute Tees zur Auswahl und könnten tauschen. Per Brieftaube vielleicht?

Interview: Sophia Herzog
Fotos: Tea Addicts

Mehr Infos findet ihr auf der Webseite der Tea Addicts. Auf ihrem YouTube-Kanal stellen die Jungs außerdem die neusten Tees ihres Onlineshops vor und erzählen von ihren spannenden Reisen.


Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2018. Das Magazin ist seit dem 27. Oktober 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Lust auf mehr Stories aus Hamburg?



#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Vier Gänge, vier Kinder, ein Koch – Essen lernen im Jacobs

Die Rothenburgsorter Gourmetkinder stehen normalerweise selbst hinterm Herd. Im Jacobs Restaurant durften sie die Sterneküche von Thomas Martin testen.

Zwei Elbvororte, zwei verschiedene Welten. Hier das altehrwürdige Fünf-Sterne-Hotel Louis C. Jacob an der Elbchaussee, dort die Fritz- Köhne-Schule in Rothenburgsort, dem etwas anderen Elbvorort zwischen Norderelbe und Bille. Dass der Stadtteil als sozialer Brennpunkt gilt, hört Hermann Teiner nicht gerne. Der 59-Jährige leitet das Haus der Jugend in Rothenburgsort und findet, dass ein Blick auf die vielen engagierten Projekte im Stadtteil lohnenswerter ist. Recht hat er.

Fangen wir doch gleich bei ihm selbst an: Seit knapp zehn Jahren bietet er eine Koch-AG an der Fritz-Köhne-Schule an. Unter Anleitung von Profiköchen kochen 14 Grundschüler einmal pro Woche mehrgängige Menüs. In regelmäßigen Abständen sind die „Rothenburgsorter Gourmentkinder“, wie sie Teiner nennt, auch außerhalb der Schule als Köche aktiv, etwa zu besonderen Veranstaltungen im Stadtteil. Auch im „Le Canard“ waren sie schon und durften dem ehemaligen Chefkoch Ali Güngörmüs zur Hand gehen.

Heute ist ein besonderer Tag für vier der Schüler aus der Koch-AG: Sie dürfen sich im Jacobs Restaurant von Sternekoch Thomas Martin bewirten lassen. Der große, schlanke Koch mit dem freundlichen Lächeln hat ein viergängiges Menü vorbereitet: Vierländer Tomate und Crottin de Chavignol, Artischocke à la barigoule, knusprig gebratene Vierländer Ente und als Dessert Erdbeer-Baiser.

1,2,3 – Hoch die Gläser! Die Kinder sind voller Tatendrang

Getestet wird das Essen von Anesa, Aaliyah, Maliq und Tanyel, alle zehn Jahre alt. Anesas Lieblingsessen: Pizza. Aaliyah: Reiskugeln. Maliq: Kartoffelbrei. Tanyel: Currywurst, türkische Linsensuppe, Reis mit Fleisch. Die Schüler haben Hunger mitgebracht und schauen sich neugierig um: große Fensterfronten, die viel Licht hereinlassen und einen fantastischen Blick auf die Elbe freigeben, hellgrün und dunkelgrau bezogene Samtsofas, dezente Blumenarrangements, weiche und warme Lichtakzente an den Wänden. „Wow, tolle Kronleuchter“, bemerkt Tanyel. Sein Freund Maliq mutmaßt, dass sie viele Millionen Euro gekostet haben müssen. „Nein, so viel auch nun wieder nicht“, wirft Anna schmunzelnd ein, die heute den Service für die Kinder übernimmt und ihnen gerade Trauben-Secco in die Gläser füllt. Anesa und Maliq halten ihre Stielgläser am Bauch, das haben sie so in Filmen gesehen. „Ich hab’ dich schon erwartet, sagen die dann immer“, weiß Anesa.

Sterneküche für Kinder im Jacobs Restaurant Hamburg Foto: Philipp JungWie zur Bestätigung nimmt sie einen tiefen Schluck aus dem Glas. Halt! – Tanyel will anstoßen. „1, 2, 3!“, die Kinder halten ihre Gläser in die Tischmitte und lassen sie aneinander klirren. „Hat jemand eine Idee, worüber wir reden könnten?“, fragt Tanyel voller Tatendrang. Maliq zuckt mit den Schultern und prüft hüpfend die Beschaffenheit seines Stuhlpolsters.

Pizza Social Club – Mehr als ein Klassiker

Pizza Social Club – Nicht nur die Karte ist auf das Wesentliche reduziert, auch die Pizzen – und das macht sie so richtig gut.

SZ0918_116

Dieser Artikel stammt aus der SZENE HAMBURG 9/18. Hier können Sie die gesamte Ausgabe lesen.

Es hat sich herumgesprochen: Der Pizza Social Club in Winterhude zieht Teigverliebte an wie ein Magnet. Mit dem Erfolg hat man ganz offensichtlich nicht gerechnet, denn die Stühle im Außenbereich sind provisorisch angeordnet und der Geräuschkulisse im Innern wird das Team auch mit dem hauseigenen DJ-Set nicht so recht Herr. Doch daraus machen weder der charmante Inhaber Sönke Becker einen Hehl, noch sein Servicepersonal: „Ja, da haben wir uns verschätzt. Aber das wird besser!“ Chapeau! Freundlich, ehrlich, charmant – jetzt muss nur noch die Pizza schmecken. Vielmehr gibt es hier auch nicht zur Auswahl, der ehemalige Ex-Banker hat sich auf den italienischen Klassiker eingeschossen. „Pizza Red“ und „Pizza White“ teilen sich ihren Platz auf der Karte mit fünf Vorspeisen, zwei Salaten und ebenso vielen Desserts.

Sönke Becker vom Pizza Social Club in Hamburg Winterhude. Foto: Jörg M. Krause

Sönke Becker leitet den Pizza Social Club mit viel Charme

Als Starter gibt es Bruschetta mit Pesto und Bufala Pancetta (beides 5 Euro) – bodenständige Brotkunst, aber nicht weltbewegend. Zudem steht Burrata (Frischkäse) auf der Karte – mit und ohne Trüffel. Überhaupt scheint Sönke Becker im Pizza Social Club einen kleinen Trüffelfetisch auszuleben. Deshalb fällt die Wahl auf die „Pizza White Truffle“ (18 Euro). Selbstverständlich mit dem obligatorischen Sonderwunsch: Karamellisierte Zwiebeln. No problemo! Allerdings braucht die Pizza ziemlich lange bis sie serviert wird. Nach 20 Minuten und einer Nachfrage bringt Sönke einen Teller mit hübsch drapiertem Prosciutto for free – als Entschuldigung. Und dann kommt ganz bald die Pizza.

Der Pizza Social Club in Winterhude (Foto: Jörg M. Krause)

Läuft: Der Pizza Social Club in Winterhude (Foto: Jörg M. Krause)

Niemand könnte hier irgendjemandem böse sein. Das Beste aber ist der Geschmack. Auf gut deutsch gesagt: Aaaaalter! Unfassbar lecker. Dafür bleibt sogar die andere Bestellung, eine leckere Salamipizza (11 Euro), auf der Strecke. Ob’s am hausgemachten Sauerteig liegt, der zwei Tage ruhen darf oder an der Liebe zum Business, die der Inhaber bekundet – wer weiß. Am Bier liegt es auf jeden Fall nicht, die Auswahl ist nämlich arg verbesserungswürdig. Das herbste auf der Karte, das Angelo Poretti Pale Ale (0,4 l für 5,50 Euro), ist zu süß und kann keinen Kontrast zum Essen aufbauen. Aber was wir wissen: Hamburg hat jetzt endlich eine Pizzeria, die sich aufs Wesentliche reduziert. Und das mit ganz viel Know-how – und genauso viel Menschlichkeit.

Pizza Social Club, Mühlenkamp 29 (Winterhude); www.pizzasocialclub.de

Text: Jenny V. Wirschky
Beitragsfoto: Jörg M. Krause


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2018. Das Magazin ist seit dem 30. August 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


Weitere Artikel für Feinschmecker:


Für mehr Hamburger #foodszene folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Rindchen schlemmt – Bianc

Sterne am Horizont! Das Bianc Restaurant: Rindchens neue Pilgerstätte in der HafenCity.

Im aktuellen und wie ich finde sehr gelungenen SZENE-Sonderheft Essen+Trinken wird das Bianc als „Testsieger Italien“ geführt. Das einzig klassisch Italienische am Bianc ist jedoch die Herkunft des begnadeten Küchenchefs Matteo Ferrantino. Ansonsten findet man hier nicht weniger als die perfekte Transformation kreativer mediterraner Hochküche in der HafenCity. Das Ganze überdies in einem traumhaft schönen, sehr großzügigen und lichten Ambiente. Kurzum: Diese Pilgerstätte für entdeckungsfreudige Genießer hat Hamburg gerade noch gefehlt!

Schon wer sich für die „Einstiegsdroge“ entscheidet, das viergängige saisonale Marktmenü (90 Euro, für Vegetarier 75 Euro), wird durch den Reigen der Amuse-Bouches vollständig geflasht: Neun kunstvoll arrangierte, kulinarische kleine Wunderwerke, wie beispielsweise eine Austernperle mit Imperial-Kaviar, Entenleber mit Mango oder eine Mini-Tortilla mit Gambas, nehmen den Gaumen mit auf eine glückvolle Aromenreise. Im „eigentlichen“ Menü, das häufig saisonal wechselt, begeistern dann Gänge wie Thunfisch mit Tomate und Anchovis, Loup de Mer mit Artischocke und Rucola oder Ibérico- Schwein mit Tintenfisch, Paprika und Chorizo. Und auch Rindchen schlemmt wer kein Dessert bestellt, wird von der Küche mit einem kleinen süßen Abschluss verwöhnt. Dabei ist alles mit leichter Hand hingetupft und von großer Genialität und perfekter Präzision getragen.

In jedem Fall empfiehlt es sich, zu den Menüs die offerierte Weinbegleitung zu wählen (bei vier Gängen 45 Euro), denn die Weinkarte ist kundig zusammengestellt und enthält viel Ungewöhnliches und Überraschendes. Wasser ist gratis. In seiner vorherigen Wirkungsstätte in Portugal hatte Matteo Ferrantino zwei Michelin-Sterne erkocht. Wenn er so weitermacht wie bisher, könnte ihn dieses Schicksal auch in Hamburg ereilen.

Und wenn das nächste SZENE-Sonderheft Essen+Trinken einen „Testsieger Edel“ küren sollte, den es aktuell nicht gibt: Ich hätte da einen Kandidaten …

Text: Gerd Rindchen

Bianc, Am Sandtorkai 50, Telefon 18 11 97 97, Mi-Sa 18–0, So 12.30–18 Uhr; www.bianc.de

Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 

 

 

 

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2018. Das Magazin ist seit dem 29. Juni 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


Noch mehr „Rindchen schlemmt“?


Auf den Geschmack  gekommen? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


FoodSZENE – Eine kulinarische Reise durch Dithmarschen

Jasmin unterwegs #10: Wenn die Sommerferien anstehen, hauen alle ab – möglichst weit in den Süden, wo viel Sonne, Cocktails mit Schirmchen und Salzwasser auf der Haut locken. Dabei haben wir Strand und Meer direkt vor der Tür. Und leckeres Essen obendrein. Eine kulinarische Reise durch Dithmarschen.

Wo man hinschaut: Kohl in allen Variationen. Fruchtbares Marschland weit und breit. Schlick zwischen den Fußzehen, Düngerduft in der Nase, am Horizont puschelige Schafe auf dem Deich. Die ehemalige Bauernrepublik zwischen Nordsee, Eider und Elbe hält an ihren regionaltypischen Spezialitäten ungeachtet aller Food-Trends fest: Wer in Dithmarschen essen geht, kann sich darauf verlassen, Bodenständiges auf der Karte zu finden. Dazu gehören Kohlrouladen und Kohlpfanne, Krabbensuppe und Mehlbüddel, Bohnen und Speck, Eiergrog und Friesentorte.

Heftig, deftig, lecker. Traditionsbewusstsein wird im Landkreis westlich von Hamburg großgeschrieben: Jährlich im September leiten die Dithmarscher Kohltage die Ernte des heimischen Superfoods ein. Diverse Kohl- und Gemüsemärkte sowie preisgünstige Kohlgerichte in nahezu allen Gaststätten gehören ebenso zum regionalen Fest, wie die Wahl zweier Kohlregentinnen (Bewerbungen willkommen!).

Zum Niederknien: Seehecht in der Ulmenklause, hauchdünn im Maisteig gebraten.

Für die Hamburger sei das friedvolle Marschland an der Nordsee Ferienland, schreibt Elisabeth Frenz, Autorin des frisch erschienenen Titels „Wochenender“ (Hopp und Frenz). Die Fotojournalistin hat hier unzählige Urlaube verbracht, in wunderschönen Unterkünften genächtigt, in alteingesessenen Gaststätten gespeist und Orte fernab des touristischen Trubels für sich entdeckt. Ein bisschen Landluft schnuppern, Nordseewind in den Haaren … Beim Durchblättern des toll gestalteten Buchs ist die Reisetasche wie von selbst gepackt.

Von Hamburg aus lässt sich die Kreisstadt Heide per Bahn oder Auto in eineinhalb Stunden erreichen. Wer sich für die Bahn entscheidet, sollte in jedem Fall ein Fahrrad mitnehmen; in vielen Städten ruht der Betrieb öffentlicher Verkehrsmittel an Wochenenden. Meldorf, Büsum, Wesselburen, Tönning – alles schmucke Ortschaften, die ab Heide über das gut ausgebaute Radwegenetz in rund einer Stunde erreichbar sind.

Das Sandsteinportal vom Gasthof Oldenwöhrden ist 384 Jahre alt.

„Wir haben viele Hamburger Tagesgäste“, sagt Elsbe Paulsen, Inhaberin des Gasthof Oldenwöhrden, der zwischen Heide und Büsum liegt. Die gebürtige Wöhrdenerin betreibt das Landhotel in vierter Generation, übernommen hat sie es 1982. Seit 1914 ist es in Familienbesitz, das soll auch so bleiben: „Meine Jüngste wird das hier alles übernehmen, sobald sie den letzten Schliff an der Hotelfachschule in Hamburg erhalten hat“. Die Mutter von drei Töchtern kann von Glück sprechen, dass ihr Nesthäkchen genauso für den Job brennt wie sie selbst.

Der Gastronomie und Hotellerie geht der Nachwuchs aus, das ist kein Geheimnis. Paulsens Küchenteam, darunter zwei junge Auszubildende, kocht ausschließlich mit regional-saisonalen Produkten. Der Anspruch: „Norddeutsche Küche mit Pfiff“. Kohl, Kartoffeln und Fleisch kommen von den Bauern aus der Umgebung, das Gemüse und Obst zum Teil vom Westhof Bio, der Käse aus Sarzbüttel, der Fisch aus Husum vom Fischhaus Loof.

Was man in Dithmarschen gesehen haben sollte? „Die Familienlagune in Büsum kann ich empfehlen. Wenn man allerdings seine Ruhe haben will, fährt man in den Speicherkoog. In Meldorf ist der Dom sehenswert und in Wesselburen das Hebbel-Haus. In der Seehundstation in Friedrichskoog sind gerade zwei Heuler auf die Welt gekommen. In Brunsbüttel kann man Schiffe gucken und am Marktstrand in Heide spielen sie im Sommer alle Volleyball.“ Eine echte Norddeutsche, die Hausherrin: Ist das Eis einmal gebrochen, sprudeln die Döntjes nur so hervor.

Nächste Station: Wesselburenerkoog an der Eidermündung, dort erwartet mich und meine Reisebegleitung ein neu eröffneter Landgasthof. Einem Zwischenstopp in Wesselburen ist es zu verdanken, dass wir die Ulmenklause am Marktplatz entdecken: Hier wird sensationell frisch mit astreinen Produkten aus der Region gekocht – klassisch zubereitet mit modernem Twist. Heißt: weniger Butter und Speck. „Geballte Frauenpower in der Ulmenklause“, titelte kürzlich eine Doku-Soap auf Kabel Eins. Inhaber Seçkin Möller-Küçüker hält uns zum Beweis eine Urkunde für den ersten Platz vor die Nase. Star der Gaststätte ist Tanja Möller, Köchin und Betreiberin der Kochschule „Bi uns to Huus“. Zusammen mit ihrer Kollegin Anika Schütt bringt sie Klassiker wie Kohlrouladen und Seehecht nach Müllerin Art auf die Teller. Allein das hausgebackene Kohlbrot vorweg ist köstlich.

Drinnen Landhausstil, draußen genialer Blick auf die Marschlandschaft: das Koog Café.

325 schreckhafte Schafe, angriffslustige Bullen und säugende Kühe, friedlich grasende Pferde, laut trillernde Austernfischer, Seeschwalben und Kiebitze später sitzen wir im wahrscheinlich besten Café der Region, schlürfen Löwenzahnblüten-Schorle und genießen die hausgemachte Wirsing-Lauch-Suppe. Das charmante Koog Café und der zugehörige Hofladen sind fest in der Hand von Familie Wilkens. Mit einem der Familienmitglieder haben wir am Abend zuvor schon Bekanntschaft gemacht, bei einem kühlen Blonden an der Bar des Landgasthofs Ahoi. Hier ein kleiner Schnack, dort ein Nickerchen im Liegestuhl: An der Nordseeküste tickt die Uhr langsamer. Eine erholsame Abwechslung zum schnell getakteten Großstadtalltag – und wenn auch nur für einen Tagesausflug. Kiek mol in!

Text & Fotos: Jasmin Shamsi
Beitragsbild: Yvonne Schmedemann

LITERATURTIPP:

Urlaub im Kopf
Viel, viel blauer Himmel, Wattewölkchen und feiner Sandstrand: In Yvonne Schmedemanns Fotografien kann man sich verlieren. Und Ruhe finden. Autorin Elisabeth Frenz gibt Ausflugstipps, die sie alle schon selbst erprobt hat.
Elisabeth Frenz: Wochen­ender, Hamburg 2018,180 Seiten, 18 Euro


Urlaub im Topf
Schnüüsch, Snirtjebraten, Friesentorte: In rund 70 typischen und ansprechend bebilderten Rezepten erzählen Küchenchefs, Einheimische und Reisende, was norddeutsche Küche für sie ausmacht.
Christiane Leesker und Vanessa Jansen: Norddeutsche Heimwehküche, München 2017, 192 Seiten, 19,95 Euro

 

 


Who the fuck is…

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. “Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch”, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.

jasmin.shamsi@vkfmi.de


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2018. Das Magazin ist seit dem 29. Juni 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


 


Noch mehr Stories aus dem Hamburger Umland? Das könnte dich auch interessieren:

Auf den Geschmack  gekommen? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.

Top 5 – Wer backt Hamburgs beste Pizza?

Ohne den italienischen Klassiker können wir nicht. Wer ihn am besten drauf hat, verraten wir hier.

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung
Beitragsfoto: Jill

1. Die Pizzeria

In dem klitzekleinen Pizzarestaurant in Eppendorf sieht man den Teller vor lauter Pizza nicht. Da der Boden hauchdünn ist, schafft man hier ganz alleine eine der Riesenpizzen. Belegt sind sie entweder mit Scampi, frischem rohen Thunfisch oder Anchovis und Kapern. Das schmeckt so gut, wir kommen gerne wieder.

€€ Eppendorfer Landstraße 165 (Eppendorf), Telefon 46 77 65 66, Mo-So 12–23 Uhr, Kreditkarten: Mastercard, Visa; EC-Karte; www.diepizzeria.eu

2. Jill

Bei Jill in den altehrwürdigen Schanzenhöfen dreht sich alles um Pizza, aber nicht um irgendwelche. Hier wird der knusprig-fluffige Teig mit allerlei Belag in Bio-Qualität im original neapolitanischen Ofen gebacken. Heraus kommt richtig gute Pizza. Lauschige Sommerabende kann man wunderbar im Biergarten genießen.

€€ Bartelsstraße 12 (Sternschanze), Telefon 64 04 05 00, Mo-Fr 7.30–23, Sa-So 8.30–24 Uhr, Kreditkarten: Visa, Mastercard; EC-Karte

3. Pauli Pizza

Die winzige Pizzeria auf St. Pauli ist richtig sympathisch. Sitzplätze sucht man vor allem abends vergeblich, dafür kann man sich auf geschmacklich hervorragende Pizza verlassen. Die kleine oder große Margherita bildet die Basis, die restlichen Zutaten können wild nach individuellen Wünschen kombiniert werden.

€ Talstraße 22 (St. Pauli), Telefon 67 30 30 46, Mo-Mi 12–0, Do 12–1, Sa-So 12–3 Uhr; Kreditkarten: keine

4. Pizza Bande

die Pizza Bande in Hamburg

Pizza von der Pizza Bande in Hamburg

Pizza von der Pizza Bande in Hamburg

Die rustikale Pizzeria in einer Seitenstraße der Reeperbahn ist richtig entspannt. Bei einem Blick in die offene Küche kann man bei der Fertigstellung der selbst zusammengestellten Pizza zuschauen. Die Zutaten kommen frisch von lokalen Gemüsehändlern. Ein Paradies für Veganer und Vegetarier, da es genügend Alternative zur klassischen Salami Pizza gibt!

€ Lincolnstraße 10 (St. Pauli), Mo-Do 12.30–22, Fr 12.30–23, Sa 13.30–23, So 13.30–22 Uhr, Kreditkarten: keine; www.pizza-bande.de

5. Überquell

Überquell Biergarten in Hambrg Foto: Jupiter Union

Foto: Überquell

Eine eigene Brauerei, eine große kunterbunte Terrasse und Pizza aus original neapolitanischen Pizzaöfen – Was will man mehr? In den Riverkasematten auf St. Pauli kommen Margherita und Co auf den Tisch und sind schon optisch ein Hingucker. Der Teig ist fluffig und die Zutaten frisch. Wir sind Fans.

€€ St. Pauli Fischmarkt 28–32 (St. Pauli), Telefon 33 44 21 26 0, Mo-Do ab 17, Fr-So ab 12 Uhr, Kreditkarten: Visa, Mastercard; EC-Karte; www.ueberquell.com


Das könnte Sie auch interessieren:


Auf den Geschmack  gekommen? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


Diese Topliste stammt aus unserem Gastro Guide. Der Gastro Guide SZENE HAMBURG Essen+Trinken 2018/2019 ist am 19.4.2018 erschienen und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Bastion – Noch keine Festung guter Gastronomie

Außer einem freundlichen Service hat das Bastion bis jetzt nicht viel zu bieten.

Ein Vierteljahrhundert war das „Fees“ eine Institution im Museum für Hamburgische Geschichte am Holstenwall, Ende 2017 war alles vorbei. Nun geht es weiter: Tomas Benakovic („Hans-Albers-Klause“) und Tim Becker (unter anderem „Gaga“ und „Noho“) haben die Räume übernommen und „Bastion“ getauft. Benannt nach der im 17. Jahrhundert am gleichen Ort von Festungsbaumeister Johan van Valckenburgh errichtete Bastion „Henricus“, die Teil der barocken Hamburger Wallanlagen war. Eine „Bastion“ ist massiv und macht Eindruck. Ist die „Bastion Hamburg“ also eine Festung guter Gastronomie?

Zwei Wochen nach Eröffnung laufen noch die letzten Arbeiten, die große vordere Terrasse mit Grill und zahlreichen Plätzen ist schon fertig, der überdachte Innenhof bei unserem Besuch aber noch gesperrt. Drinnen sitzen wir an schwarzen Tischen auf edel wirkenden Sesseln aus dunkelgrünem Samt. Und wir sind alleine. Zwei Wochen nach der fetten Eröffnungsparty: große Leere. Nun könnte man ja meinen, dass dieser Umstand der Qualität der Speisen (Bistroküche mit kleiner Karte) gut tun könnte: Volle Konzentration des Kochs auf unsere wenigen Gerichte. Doch davon ist heute leider nichts zu spüren.

Neue Betreiber in historischem Ambiente: Tim Becker und Tomas Benakovic

Der „Wildkräutersalat“ (9,50 Euro) ist als Bezeichnung leider eine Unsitte in der Gastronomie. Denn weder besteht er aus Kräutern noch ist er „wild“. Stattdessen handelt es sich um kleine gemischte Blattsalate. Die in diesem Fall auch noch ziemlich schlapp sind und auch deshalb sichtlich unter dem etwas übermäßig dosierten Dressing leiden.

Das Rindertatar „mit seinen Aromen“ (17,50 Euro) ist ebenfalls etwas gestelzt formuliert. Gemeint sind damit die typischen Begleiter wie Kapern und Eigelb. Das Tatar ist zwar frisch jedoch recht ungleichmäßig und grob geschnitten, eher zaghaft abgeschmeckt und auch die rohen Zwiebeln darin muss man mögen.

Ein erstaunlicher Hauptgang

Beim Hauptgang erleben wir Erstaunliches. Wir bestellen Steinbutt mit Safranrisotto (25,50 Euro) und Steak-Frites vom Entrecôte mit Beilagen (an diesem Abend Spargel, 24,50 Euro). Und wir bekommen: zweimal Entrecôte. Dass es der Service bei gerade mal zwei Gästen schafft, sich die Bestellung falsch zu merken, ist mindestens erstaunlich. Das Fleisch ist immerhin in Ordnung, Garpunkt und Qualität stimmen. Spargel und Pommes sind jedoch zu weich. Dem ansonsten sehr freundlichen Service tut das alles sichtlich leid, die Crème brûlée (normalerweise 6 Euro) geht aufs Haus, obendrein bekommen wir 20 Prozent Rechnungsrabatt. Das ist sehr anständig. Dennoch: Zu diesem Zeitpunkt ist dieser Ort noch keine Festung guter Gastronomie. Um das zu ändern, wird man sich sehr anstrengen müssen und grundlegend am Niveau arbeiten.

www.bastion-hamburg.de, Holstenwall 24, Telefon 31 76 76 40

Text: Benjamin Cordes
Foto: Stiftung Historische Museen Hamburg

Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

BierSZENE – Auf diesen Festivals gibt’s richtig gutes Bier

Bye bye, Industriebier: Daniel Elich zeigt, auf welchen europäischen Festivals gute Craft Biere aus den Hähnen fließen.

„Welcome to Rock am Ring – powered by Carlsberg!“ Seid Ihr es auch leid, auf Mainstream-Festivals zu gehen, die von großen Bierkonzernen gesponsert werden? Ich finde, deren Zeit sollte sich langsam aber sich dem Ende zuneigen. Für alle, die keine Lust mehr auf Astra & Co. haben, gibt es hier deshalb eine kleine feine Liste mit unabhängigen Festivals, bei denen beste Kreativbiere aus den Zapfhähnen fließen.

1) „Wilde Möhre“

Seit 2013 gibt es das Festival „Wilde Möhre“ in Brandenburg. Das Kunst- und Musikfestival ist ein gemeinschaftliches Festival für alle – ungeachtet von Geschlecht, Alter, Hautfarbe oder Herkunft. Musikalisch geht die Wilde Fahrt von Techno bis HipHop. Das beste ist aber: Hier gibt es auch jedes Mal tolles Craft Beer von der Berliner Bierfabrik.

Wann? 9. bis 13. August 2018
Wo? Brandenburg (Deutschland) 
Mehr Infos: wildemoehrefestival.de

2) „Green Man“

Seit 2003 öffnet das Green Man Festival seine Tore für Musik- und Kunst-Liebhaber aus aller Welt. Eingebettet ist das Festival in die majestätischen Brecon Beacons – eine Bergkette in Wales. Eine ganze Woche lang kann hier gecampt werden, um tagsüber die Wälder, Wasserfälle und Flüsse zu erkunden oder um mehr als 1.000 Künstler zu erleben. Auf die Ohren gibt es hier Alternative, Indie, Rock und Folk. Für den Durst: das eigens fürs Festival gebraute Craft Beer, das es nirgends sonst zu kaufen gibt.

Wann? 16. bis 19. August 2018
Wo? Brecon Beacons (Wales, Großbritannien)
Mehr Infos: www.greenman.net

3) „Garbicz Festival“

Das „Garbicz Festival“ ist ein Musik- & Kunstfestival direkt am See und mit einer traumhaften Waldkulisse. Das Festival lebt aber auch von der Wahrnehmung, dass wir alle gemeinsam für Mensch und Natur verantwortlich sind. Eine Anreise mit Auto, ist der Umwelt zuliebe, deshalb auch nicht möglich. Musikalisch gibts vor allem Elektronisches. Nach dem Abdancen erfrischt Bier aus diversen polnischen Craft-Beer-Brauereien.

Wann? 2. bis 5. August 2018
Wo? Garbicz (Polen)
Mehr Infos: garbiczfestival.com

In diesem Sinne: Prost.

Euer Daniel

Text: Daniel Elich
Beitragsfoto: Florian Forsbach


mehr BierSZENE:


Auf den Geschmack  gekommen? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

Top 10 – Hier gibt’s Hamburgs beste Burger 2018

Wir lieben Hochstapler! Und hier verraten wir euch, wer die besten Burger der Stadt brät.

Sortierung alphabetisch und nicht nach Plazierung
Beitragsfoto: Otto’s Burger

1. Burgerlich

Alles homemade! Alles frisch! Alles richtig lässig! Yeah! Burgerlich setzt den Fleisch-Buns die Krone auf. Kreative Burger-Variationen klingen nicht nur gut, sondern schmecken auch so. Dazu empfiehlt sich Lavendel- und Orangen-Thymian-Limonade, exotisch und erfrischend anders.

Speersort 1 (Altstadt), Telefon 35 71 56 32, So-Do 11.30–23, Fr-Sa 11.30–24 Uhr, Kreditkarten: Visa, Mastercard; EC-Karte; www.burgerlich.com

2. Dulfs Burger

Hmmm, bei Dulf’s Burger gibt es geile Burger. Zwischen die Burger Buns aus ökologischen Rohstoffen kommt feinstes Premium Beef aus artgerechter Haltung in Schleswig-Holstein. Dazu gibt es allerlei Belag und knusprige Pommes. Geht es noch besser?

Karolinenstraße 2 (St.Pauli), Telefon 46 00 76 63, So-Do 11.30–23.30 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.dulfsburger.de

3. Edelsatt

Edelsatt-Burger aus Wildfleisch in Hamburg Foto: Edelsatt

Drei Schichten Wildfleisch. Foto: Edelsatt

Der Name ist Programm: In den zwei schicken Filialen im Karoviertel und in Winterhude werden schmackhafte Burger von Reh-, Rot-, Schwarz- und Damwild aus heimischen Wäldern zubereitet. Das Wildfleisch glänzt durch einen feinwürzigen Geschmack, der Nachhaltigkeit und Regionalität widerspiegelt.

Karolinenstraße 32 (St.Pauli), Telefon 7237 61 60, Mo 12–21, Di-Sa 12–22.30 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.edelsatt.de

4. Goldburger

Der Goldburger ist total regional, selbst das Ketchup wird mit Zutaten aus der Region selbst produziert. Die Rinder stehen ganzjährig auf Weiden im Wendland und werden per Kugelschuss auf der Weide getötet, ganz ohne Angst und Stress. Deswegen schmeckt das Fleisch so saftig und würzig. Den Burger gibt es im Restaurant Glashaus in Lüneburg und auf den Wochenmärkten in Ottensen und Eppendorf.

Bessemerstraße 3 (Lüneburg), Telefon, Mo-Di 11.30–16, Mi-Fr 11.30–21, Sa 17–21, So 11.30–21 Uhr; Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.goldburger.net

5. Grilly Idol

Biofleisch und Kiezflair bei Grilly Idol in Hamburg

Biofleisch und Kiezflair: Grilly Idol. Foto: Grilly Idol

Der Burgerladen auf St. Pauli macht einfach alles richtig. In dem schlichten, aber gemütlichen Restaurant werden ordentlich dimensionierte Portionen serviert, die super schmecken. Für’s Gewissen: Hier kommt nur Bio-Rindfleisch ins Bäckerbrötchen.

Clemens-Schultz-Straße 40 (St.Pauli), Telefon 33 45 29 06, Mo-Do 12–23, Fr-Sa 12–24, So 12–22 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.grilly-idol.de

6. Helden&Co.

In dem kleinen amerikanischen Diner werden Superhelden-Burger wie “Dragon Ball”, “Batman” oder “Der Pate” gebrutzelt, mit Rindfleisch von der Norddeutschen Färse. Auch optisch ist der Laden im Superhelden-Fieber: An den Wänden zieren Figuren aus Geschichten der Kindheit die Wände.

Margaretenstraße 58 (Eimsbüttel), Telefon 46 65 34 44, Mo-So 12–21.30 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.heldenundco.de

7. Jim Block

Das beste aus der Systemgastronomie: Burger von Jim Block in Hamburg

Das beste aus der Systemgastronomie: Jim Block. Foto: Jim Block

Heimat der Burger-Jugend. Der Laden brummt, Berührungsängste gibt es nicht. Zum Essen quetscht man sich gern bunt gemischt an den Tischen zusammen und schließt auch spontane Freundschaften zwischen Burger-Bun und -Pattys. Klar ist: Der beste Burger-Brutzler unter den Systemgastronomen.

Jungfernstieg 1 (Innenstadt), Telefon 30 38 22 17, So-Do 11–22, Fr-Sa 11–23 Uhr. Kreditkarten: Mastercard, Visa, Amex; EC-Karte; www.jim-block.de

8. Otto’s Burger

Ottos Burger in Hamburg

Handgemachtes Gourmetfutter bei Otto’s Burger. Foto: Otto’s Burger

Beste Gourmet Burger serviert Otto’s Burger in vier schick designten Läden in Hamburg. Das Fleisch ist saftig und kommt von Weidekühen aus der Lüneburger Heide, die Saucen werden ohne Zusatzstoffe gekocht und die Brioche Brötchen selber gebacken. Fantastisch!

Lange Reihe 40 (St. Georg), Telefon 65 04 04 61, Mo-Do 11.30–22.30, Fr-Sa 11.30–23, So 11.30–22 Uhr, Kreditkarten: Mastercard, Visa; EC-Karte; www.ottosburger.com

9. The Burger Lab

In dem hübschen Ecklokal kommen wunderbare Burger auf den Tisch, ob mit klassischem Patty, Lamm, Chicken oder in vegetarischer und veganer Variante. Die Brioche Brötchen werden nach dem hauseigenen Rezept gebacken. Übrigens: Die Süßkartoffel-Pommes haben auf jeden Fall das Zeug, süchtig zu machen.

Max-Brauer-Allee 251 (Altona), Telefon 41 49 45 29, Mo-Sa 12–22.30, So 13–20.30 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.theburgerlab.de

10. Vincent Vegan

Die Burger von VIncent Vegan gehören zu den besten in Hamburg

 

Dass vegane Burger ihrem Vorbild in nichts nachstehen, beweist Vincent Vegan im neuen Restaurant im Food Sky der Europa Passage. Zwischen zarte Brioche Buns kommen deftige Patties, Cole Slaw, Guacamole oder Jalapenos. Kreativ und lecker, so gehört sich das!

Ballindamm 40 (Altstadt), Telefon 89 06 55 67, Mo-Sa 10–21, So 11–18 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.vincent-vegan.com


Diese Topliste stammt aus unserem Gastro Guide. Der Gastro Guide SZENE HAMBURG Essen+Trinken 2018/2019 ist am 19.4.2018 erschienen und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

 

 

 

 

 

 


Lieber ‘was Leichtes? Gern!


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.

FoodSZENE – Filmreifer Genuss

Jasmin unterwegs #10 – Ein bisschen Glamour, ein bisschen italienische Lebensfreude, viele gute Geschichten: Hier kommen Moment­aufnahmen aus der Hamburger Gastroszene von unserer Food-Expertin Jasmin Shamsi.

 

 Frühstück für Anspruchsvolle – Atelier F

Atelier F Restaurant - Frühstück in Hamburg

Glück hat, wer am Wochenende ausschlafen kann. Ein tolles Gefühl, wenn man ohne störende Geräuschkulisse von selbst erwacht und den Tag frei planen kann. Urlaubsstimmung! Dazu gehören zwei Faktoren: gutes Wetter und gutes Essen, wobei auf die Schnelle leider nur letzterer beeinflussbar ist. In Hamburg gibt es ein paar tolle Lokale, die Langschläfern mehr bieten als schnöde Brötchenkörbe und lieblos angerichtete Aufschnittplatten. Das Atelier F ist ein solcher Ort mitten in der Hamburger Innenstadt: Bei Croissants, Croques, üppig gefüllten Bagels, Avocado-Toasts, Dinkel-Pancakes oder Eggs Benedict bietet das Bistro einen hübschen Blick auf die für Hamburg typischen Kontorhäuser und den Bleichenfleet. Für alle, die einen Rausch ausgeschlafen haben: Stilvoll kontern mit Cremant! Hier guckt niemand schief, wenn man den schon mittags bestellt. Schließlich wird im Atelier F französisch-amerikanisches Lebensgefühl gefeiert. Spätestens beim Anblick der Servicekräfte in weißen Hemden und schwarzen Hosenträgern fühlt man sich an „Frühstück bei Tiffany“ erinnert – und gleich gibt man sich ein bisschen generöser. Auf der Terrasse sitzt man unter Sonnenschirmen an kleinen Marmortischen eng an eng, drinnen hat man die Wahl zwischen massiven Bartischen aus Holz, gemütlichen Separées oder einem lichtdurchfluteten Salon. Die Melange aus Savoir-vivre und American Spirit gelingt hier wirklich perfekt.

Atelier F, Große Bleichen 31 (Neustadt), Telefon 350 152 15; www.atelierf.eu

Schwarzes Gold mit Amore – Benvenuto • Caffè per Favore •

Das Herz schlägt für italienischen Kaffee und heiße Maschinen: Marisa Benvenuto; Foto: Jasmin Shamsi

Café, Verkauf, Werkstatt, Schulungen: Früher befand sich in der Heinrich-Barth-Straße alles auf einer Fläche. Inzwischen ist das Familienunternehmen Benvenuto räumlich wie personell expandiert –wenn auch nur gering. Schließlich wollen die Benvenutos langsam und gesund wachsen, Papa Gian-Carlo hat von Anfang an auf Vertrauen und Beständigkeit gesetzt. Mit Maestro Clemente, einem in der Nähe von Mailand ansässigen Röster, arbeitet er seit 25 Jahren zusammen. Ein bisschen Veränderung durfte es trotzdem sein: Im September 2017 wurde das Kaffeesortiment in eine Räumlichkeit in der Hallerstraße ausgelagert und das „Laboratorio“, in dem regelmäßig Schulungen stattfinden und an imposanten Geräten geschraubt wird, zog ein Haus weiter. Das Benvenuto-Oberhaupt, gebürtig aus La Spezia, hat sich aus dem Geschäft zurückgezogen und es vertrauensvoll in die Hände seiner beiden Töchter und deren Ehemänner übergeben. Wer A sagt muss auch B sagen: Der original italienisch geröstete Espresso darf natürlich nur durch hochwertige Maschinen laufen, im stylischen Ladenlokal im Grindel findet man große Siebträgermaschinen zum Verkauf für die Gastronomie und kleine Handhebler für den Hausgebrauch. Alte wie neue Geräte werden von Schwiegersohn (und Ex-Bro’Sis-Mitglied) Shaham Joyce restauriert und aufgemotzt. Für die schicke La Pavoni Professional pilgern Liebhaber nicht nur aus Hamburg ins „Laboratorio“ – schließlich hat es das Kultobjekt nicht nur in den James-Bond-Klassiker „Leben und sterben lassen“, sondern auch ins MoMa in New York geschafft.

Benvenuto • Caffè per Favore • Heinrich-Barth-Straße 13-15 (Rotherbaum), Telefon 410 29 20; www.benvenuto-hamburg.de


Who the fuck is…

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. “Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch”, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online, in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG und auf Instagram unter @szenehamburg.essentrinken

jasmin.shamsi@vkfmi.de


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!