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3 Gastro-Tipps für einen Restaurantbesuch mit Kindern

Still sitzen – nervt. Warten – nervt. Kinder suchen Beschäftigung, auch im Restaurant. Nur: Was macht ein kinderfreundliches Restaurant aus? Wir haben gelernt: Es kommt aufs Alter der Kinder an. Und den Anspruch der Eltern. Und die wollen dahin, wo alle anderen sind. Hier drei heiße Tipps fürs Wochenende!

Frühstück im Osterdeich

Osterdeich

Klein, günstig und toll zum Kuchenessen

Als wir am Freitagnachmittag den Außenbereich des Café Osterdeich betreten, frühstückt dort ein Pärchen in der Sonne. Von Freitag bis Sonntag bekommt man hier selbst um 14 Uhr noch eine ausladende Frühstücksplatte mit Käse-Etagère und hausgemachter Marmelade (26,50 Euro für zwei Personen). Uns ist allerdings nach Mittagessen: Die Spinatquiche mit Feldsalat (5,90 Euro) schmeckt dem Vater genauso gut wie der Tochter das auf Wunsch nur mit Käse belegte Toast-Sandwich. Es duftet nach frisch Gebackenem und die beiden zutiefst sympathischen Damen hinterm Tresen sind mit einer größeren Catering-Bestellung beschäftigt. Seitdem das Osterdeich auf die Sonnenseite der Müggenkampstraße umgezogen ist, ist nicht mehr viel Platz in dem kleinen Café mit der familiären Atmosphäre. Umso gemütlicher ist es auf der Fensterbank mit den vielen Kissen. Der Aufbruch fällt uns schwer – nicht zuletzt, weil wir selten so oft angelacht worden sind wie im Osterdeich.

JP, 1 Kind (9 J.)

  • Hochstuhl
  • Niedrige Toiletten/Waschbecken
  •  Malstifte/Bücher
  •  Außensitzplätze
  • Vierbeiner willkommen!

€ Müggenkampstraße 34 (Eimsbüttel), Telefon 43 27 46 50,Mi-So 10–17 Uhr, Kreditkarten: keine; www.osterdeich.net

 

Brechtmanns Bistro, kinderverliebtes Edelrestaurant

Brechtmanns Bistro

Kinderverliebtes Edelrestaurant

Eines vorweg: Kinder sind hier sehr willkommen! Das Personal bezieht die Kleinsten auf eine sehr aufrichtige Art in das Restaurantgeschehen mit ein: noch bevor wir bestellt haben, liegt eine bemalbare Kinderkarte samt Buntstiften auf dem Tisch. Heruntergefallene Löffel sind fix ausgetauscht und zusätzliche Servietten wie selbstverständlich an den Tisch gebracht. So müssen wir uns um nichts kümmern und können uns voll und ganz aufs Essen und unseren Kleinen konzentrieren. Die Speisen im Brechtmanns Bistro sind unglaublich frisch und vielfältig. Man legt hier Wert auf saisonales und möglichst auch regionales Gemüse. Die Kinderkarte ist kurz, aber durchdacht: Fünf verschiedene Kindergerichte wie hausgemachte Fischstäbchen mit Kartoffelpüree (8,50 Euro), Nudeln mit Tomatensauce (5,50 Euro) oder gebratene Hähnchenbrust mit Gemüse und Reis (7 Euro) treffen den Kindergeschmack. Auch die Speisen und Getränke sind kindgerecht angerichtet, das Wasser ungekühlt und in einem kleinen Glas mit Strohhalm serviert. Und nach dem Essen gesellen sich sogar drei Servicekräfte zu unserem Jungen und malen mit ihm zusammen Bilder.

JVW, 1 Kind (1 J.)

  • Kinderkarte
  • Hochstuhl
  • Malstifte/Bücher
  • Platz für Kinderwagen
  • Vierbeiner willkommen!

€€€ Erikastraße 43 (Eppendorf), Telefon 41 30 58 88, Mo-Fr 12–22, Sa ab 18 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.brechtmann-bistro.de

 

Pizza Bande – freundlich und entspannt

Pizza Bande

Pizza auf lässig

Lässige Kneipen sind üblicherweise keine besonders empfehlenswerten Orte für Kinder. Die Pizza Bande in St. Pauli ist zwar keine Kneipe, sieht aber von innen ein bisschen so aus. Alle Gäste werden hier gleich behandelt: freundlich und entspannt. In der offenen Küche wirbelt der tätowierte Pizzabäcker die Teigplatten durch die Luft, bestellt und bezahlt wird an der Theke. Dort stehen auch bunte Strohhalme für die Getränke bereit. Als die Thekenkraft sieht, dass Kinder dabei sind, fragt sie nach deren Namen und notiert sie auf dem Bestellbon – also doch eine kleine Extrawurst. Und siehe da: Sowie die Pizzen fertig sind, werden die Kinder ausgerufen und freuen sich über die neidischen Blicke all derer in der Warteschlange, die ihre Bestellung noch nicht abgegeben haben. Das Prinzip dieses Ladens kommt verwöhnten Gaumen entgegen: Der eine mag dies nicht, der andere das nicht? Kein Problem, hier stellt sich jeder seine Pizza selbst zusammen. Es gibt auf die Basisvariante für 5,90 Euro klassische Beläge wie Mais, exotische wie Banane und seltene wie Sucuk oder veganen Speck (Extras zwischen 1,20 und 2,90 Euro). „Ich würde da gerne öfters hingehen“, sagt die Kleine auf dem Heimweg. Na bitte.

MHO, 2 Kinder (9 & 16 J.)

  •  Malstifte
  • Platz für Kinderwagen
  • Außensitzplätze
  • Vierbeiner willkommen!

€ Lincolnstraße 10 (St. Pauli), Mo-Do 12.30–22, Fr 12.30–23, Sa 13.30–23, So 13.30–22 Uhr (Küche So-Do bis 22, Fr-Sa bis 23 Uhr), Kreditkarten: keine; www.pizza-bande.de

Legende:

€        Hauptgerichte für 5-15 Euro
€€     Hauptgerichte für 10-20 Euro
€€  Hauptgerichte für 15-25 Euro


Diese Restauranttipps finden Sie auch im neuen SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN Kinder. Wir haben mit unseren Sprösslingen 100 Restaurants getestet, mit Spitzenköchen über eine gesunde Esskultur zu Hause, in Schulen und Kitas gesprochen, einen Sternekoch für Kinder kochen lassen, appetitliche Buchtipps zusammengestellt und variantenreiche Pausenbrotrezepte gesammelt. Unsre Empfehlung: Reinschauen und Entdecken!

Hamburgs erster Gastroguide für Eltern und Kinder ist ab sofort im Handel erhältlich.

Berlins Gastro-Szene bei der Kitchen Guerilla

Kreativ, international und ein bisschen verrückt – Trend-Küche aus der Hauptstadt: Vom 7. bis 11. November gastiert visitBerlin mit einem Pop-up‐Restaurant in Hamburg

Die Hauptstadt ist Magnet für Gäste aus dem In- und Ausland. Längst ziehen nicht nur Architektur, Kunst und Kultur, Szeneclubs und angesagte Bars die Besucher in die Stadt. Die Gastro-Szene hat einen exzellenten Ruf, setzt Trends und ist Hamburg auch gern ein paar Schritte voraus. Keine Frage: Berlin ist nicht nur Currywurst, sondern längst Deutschlands  kulinarischer Hotspot. Wusstet ihr: In Berlin gibt es die meisten Michelin-Restaurants Deutschlands.

Ob der Ruf gerechtfertigt ist, könnt ihr jetzt selbst erleben: Fünf Tage lang präsentiert das Berliner Stadtmarketing in Altona die Hauptstadt-Gastro-Szene. Was passt da besser als Location als das Basecamp der Kitchen Guerilla?

Berliner Lifestyle in Hamburg: Restaurant, Bar und Shop

Die Köche von Barkin´Kitchen haben eigens für „Pop into Berlin“ ein Menü kreiert: Serviert werden die drei Gänge „Südspree“, „Melting Pot Berlin“ und „Erbse, Kartoffel, Speck“ als süßer Abschluss – in Kombination mit Live-Musik, einer Street-Art-Performance und einem passenden Raumdesign vermittelt „Pop into Berlin“ alles unter dem Motto „Urban Jungle“. Und auch so tickt die Szene: Gäste können etwa frische Kräuter zu ihrem Abendessen aus hängenden Gärten ernten. In der angeschlossenen Berlin-Bar werden Drinks aus der Hauptstadt gemixt, dazu legt ein DJ aus dem legendären Kreativdorf „Holzmarkt“ auf. Außerdem gibt’s auch jede Menge kreative Made-in-Berlin-Produkte aus dem Food‐ und Lifestyle-Bereich.

/ ILO / Fotos: Roland Breitschuh

7.-11.11.2017,
3-Gang-Menü jeweils 18 und 20.45 Uhr, Tickets gibt’s unter www.visitBerlin.de/popintoberlin
Für Gäste ohne Restaurantticket sind Bar und Shop täglich ab 21 Uhr geöffnet.

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FoodSZENE: Jasmin unterwegs #2

„Go with the flow“ heißt es für drei Hamburger Gastronomen, die vor Kurzem ihr zweites Restaurant eröffnet haben. Ob südamerikanische Hausmannskost oder Casual Dining – hier tut sich was!

 

Komm zu Mama! – Maria Magdalena

Leche de Tigre-Betreiber Tschabi und Aurelio haben ein neues Lokal. In den Räumlichkeiten des ehemaligen Gasthofs Möhrchen am Spritzenplatz gibt es jetzt magenwärmende Soulfood-Eintöpfe in riesigen Keramikschüsseln. An den Wänden gestickte Landschaftsbilder und 50er-Jahre-Lampen, auf den Tischen kleine Porzellanvasen mit bunten Nelken: Fühlt sich an wie bei Omi zu Hause. Einer Omi mit dem wohlklingenden Namen Maria Magdalena, die mit lateinamerikanischen Rhythmen und Düften aufgewachsen ist. Einer, die mit viel „Corazon“ und Geduld langsam gegarte Speisen zubereitet. „El Güero“, ein Gericht aus gebackenem Hähnchen, Yuca, fermentierter Wassermelone, gerösteten Erdnüssen, Avocado und Koriander in einer dicken Fenchelbrühe ist die perfekte Streicheleinheit an einem Sonntagabend. Die Türen des Pop-up-Restaurants bleiben bis Anfang 2018 geöffnet. Wenn es gut läuft, geht es an einem anderen Standort weiter, sagen Tschabi und Aurelio bescheiden. Wer die Geschichte vom Leche de Tigre kennt, muss sich eigentlich keine Sorgen machen.

Spritzenplatz 4 (Ottensen), Telefon 0176 / 23 75 39 38, Mo-So 17–1 Uhr;
www.facebook.com/spritzenplatz4/

 

Fast Food mit Anspruch – Kokomo Noodle Club

Ein Meer aus Laternen und Lampions, winkende Katzen, Bonsai-Bäumchen, japanische Schriftzeichen und Malereien mit Männern im Kimono an den Wänden: Hamburg hat einen neuen Ramen-Laden in der Clemens-Schultz-Straße, den Kokomo Noodle Club. Die bissfesten Nudeln werden von Robin und Moritz, Betreiber des Grilly Idol nebenan, selbst hergestellt. Sie schwimmen in würzigen, dicken Brühen zusammen mit gekochten Eiern, Frühlingszwiebeln, Shiitake- oder Enoki-Pilzen, mit Schweinebauch, Lachs oder Seidentofu. Dazu kann man scharfes Kimchi oder knackige Edamame mit Splittersalz bestellen. Im Eingangsbereich finden Eilige an bunten Barhockern Platz. Wer es gemütlicher mag, setzt sich an einen der langen Holztische im hinteren Bereich. Das rötliche warme Licht ist sehr schmeichelhaft und daher perfekt für ein Date. Fun Fact: In Tokyo, der Stadt mit der höchsten Ramen-Bar-Dichte, wurden bereits zwei solcher Läden mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

Clemens-Schultz-Straße 40 (St. Pauli), Telefon 52 15 59 70, Mo-So 18–22 Uhr;
www.facebook.com/kokomonoodleclub

 

In rustikaler Nachbarschaft – Berta Emil Richard Schneider

Starker Kontrast: Gegenüber von der Schlachterbörse und ein paar Häuser entfernt vom Erika’s Eck hat sich ein feiner, von außen fast unscheinbarer Laden eingenistet. Das Berta Emil Richard Schneider ist nach seinem Betreiber Nils Berschneider benannt, dem auch das Rain Cafeatary in Ottensen gehört. Elegant-minimalistisch, aber irgendwie auch gemütlich: In seinem neuen Lokal setzt Nils auf Understatement. Das verwinkelte Interieur bestimmen holzverkleidete und mintgrüne Wände, Tische im Industrial- Look, Sukkulenten in goldenen Vasen, weiße Stumpenkerzen und gedämpftes Licht. Auf den Tischen liegt dekorativ in Stofftücher eingewickeltes Silberbesteck bereit, vorweg gibt es gewürztes Popcorn, frisches Brot und aromatisiertes Olivenöl. Die Speisekarte ist übersichtlich, die Getränkekarte dafür umso ausladender: Zur Auswahl stehen verschiedene Weine aus der Pfalz, Rheinhessen oder dem Burgund, Aperitifs und Cocktails. Dazu kann man Bar Food wie Lobster Roll oder Ringelbete mit karamellisiertem Ziegenkäse bestellen. Oder, für den größeren Hunger, eine visuell ansprechende Labskaus- Variation mit Lachsfilet, Rote-Bete-Pürree und Wachtelei. Außerdem lohnt sich ein Besuch der stillen Örtchen: Zum Händetrocknen liegen Gästehandtücher und nette Aufmerksamkeiten wie Handcreme, Ohrenstäbchen und Kondome bereit. Bei den Männern Kaugummis und Ricola. Interessante Auswahl.

Kampstraße 25–27 (Sternschanze), Telefon 20 95 62 95, Di-Sa 18–1 Uhr;
www.berta-emil-richard-schneider.de

 


Who the fuck is…

 

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. „Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch“, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.

jasmin.shamsi@vkfmi.de

Der große Fischbrötchen-Check

Ob in der Pause oder als Mitternachtscheck – ein Fischbrötchen ist immer eine gute Option. Unsere Kollegin Jana Belmann hat eine Woche lang jeden Tag ein Fischbrötchen gefuttert. Ihr Resümee:

Brücke 10: Elbe pur

Es ist 13 Uhr an den Landungsbrücken. Eine Schlange von Touris bildet sich vor der Brücke 10 und die Fischbrötchen gehen im Akkord über die Theke. Trotz des Ansturms halte ich nach nicht mal drei Minuten das Brötchen meiner Wahl in den Händen. Ob Winter oder Sommer, hier kann man zu jeder Jahreszeit draußen sitzen, in Decken gewickelt und auf Lammfelle gekuschelt. Aus den Lautsprechern klingt der leise Sound einer Gitarre und das Wasser der Elbe schwappt gegen den Steg. Während mir die Sonne ins Gesicht scheint, beiße ich in ein Brötchen mit geräucherter Makrele (4,50 Euro). Die ist gut gewürzt und saftig. Da stört auch das etwas trockene Brötchen kaum. Bei dieser Aussicht und der Auswahl an zehn verschiedene Fischbrötchen kann man nichts falsch machen.

Preis/ Leistung 4/5
Geschmack 4/5
Flair 5/5
Lage/Erreichbarkeit: St. Pauli-Landungsbrücken 10 (St. Pauli). S1, S2, S3, U3 oder Bus (111, 112) bis Landungsbrücken

Fisch Loop: Traditionsgeschäft

An einem Nachmittag mitten in der Woche verschlägt es mich ins Fisch Loop. Gähnende Leere. Um die Mittagszeit ist hier wohl mehr los als um 17 Uhr. In diesem Traditionsgeschäft fühle ich mich in die 80‘er Jahre zurückversetzt. Die Kacheln sind grau, auf manchen sind bunte Schiffe abgebildet. Quer durch den Laden erstreckt sich eine riesige Theke aus denen ganze Fische mit Eis bedeckt in Richtung des Besuchers glubschen. Das günstige Brötchen mit Räucherlachs wird frisch mit drei großen Stücken Lachs belegt, dann noch ein Salatblatt, Zwiebeln – fertig. Zum puren Geschmackserlebnis hätte noch ein wenig Sauce gefehlt. Dieser Laden versteht sein Handwerk, frischen Fisch gibt’s hier allemal.

Preis/Leistung 4/5
Geschmack 3/5
Flair 3/5
Lage/Erreichbarkeit: Straßburger Straße 15 (Dulsberg).
U1 bis Straßburger Straße

Kleine Haie große Fische: Bier, Schnack und Fisch

Anstatt die alkoholbedingte nächtliche Heißhungerattacke mit einem Döner zu stillen, sollte man lieber zum Fischbrötchen greifen. Bei Kleine Haie große Fische gibt’s die frisch belegt und einen netten Schnack gratis dazu. Am Wochenende treffen sich hier die Nachtschwärmer auf engstem Raum für einen Mitternachtssnack. Ein Stammgast empfiehlt mir den Stremellachs mit etwas Chilisauce. Ich folge der Empfehlung, aber ohne die Chilisauce. Das Brötchen ist fix fertig: mit saftigem Fisch, Salat und frischen Gurkenscheiben. Zusätzlich noch mit etwas Butter bestrichen – wirklich lecker. Auf der Bank vor dem kleinen Laden beobachte ich wie sich der Kiez langsam mit Menschen füllt, um die Nacht zum Tag zu machen.

Preis Leistung 4/5
Geschmack 4/5
Flair 4/5
Lage/Erreichbarkeit: Querstraße 4 (St. Pauli). S1, S2, S3 oder mit dem Bus (111, 36, 37) bis Reeperbahn

Veddeler Fischgaststätte: Futtern wie bei Muttern

Die Veddeler Fischgaststätte ist eine echte Institution in Hamburg. Seit mehr als 80 Jahren wird hier frischer Fisch auf dem Teller und im Brötchen serviert. Obwohl das kleine Häuschen sich momentan mitten in einer Baustelle befindet, lasse ich mich vom äußeren Eindruck nicht täuschen. Im Inneren empfängt mich ein uriger Gastraum mit Seemannsknoten und alten Fischernetzen an den Wänden. In diesem Häuschen sieht alles noch genauso aus wie damals, als Hans Albers noch lebte! Leider gibt’s nur zwei Fischbrötchen zur Auswahl: Fischfrikadelle oder Backfisch. Letzteres schmeckt tatsächlich knackfrisch. Bei meinem nächsten Besuch werde ich aber eine große Portion Fisch mit Kartoffelsalat probieren.

Preis/Leistung:4/5
Geschmack 3/5
Flair 4/5
Lage/Erreichbarkeit: Tunnelstraße 70 (Veddel). S3, S31 bis Veddel

Eier Carl: Das Gesamtpaket

Ein Fischbrötchen mit Lachs kostet hier stolze 4,80 Euro. Ich habe es trotzdem probiert und wurde vollends überzeugt. Eier Carl ist ein Restaurant direkt gegenüber von der Fischauktionshalle mit einer kleinen Auswahl an frisch zubereiteten Fischbrötchen. Als die Kellnerin meine Bestellung an den Tisch bringt, werde ich angelächelt von einem wunderschönen Salatblatt, einer gigantischen Menge Lachs und Zwiebeln. Die Innenseiten sind leicht mit Remoulade bestrichen. On Top gibt’s noch kleine Gewürzgurken. Einfach lecker. Wenn das Wetter mitspielt, kann man auf dem weitläufigen Platz sehr schön draußen sitzen, das turbulente Treiben am Hafen beobachten und die letzten Sonnenstrahlen genießen.

Preis/Leistung 4/5
Geschmack 5/5
Flair 4/5
Lage/Erreichbarkeit: Fischmarkt 3 (St. Pauli). S1, S2, S3, U3 bis Landungsbrücken oder Bus 111 bis Fischauktionshalle

Texte und Fotos: Jana Belmann 


Who the fuck is…

 

…Jana Belmann?
Mindestens bis Weihnachten kann die 23-Jährige jetzt keine Fischbrötchen mehr sehen. Für SZENE HAMBURG Uni-Extra (erschienen im Oktober 2017) probierte die Lüneburger KuWi-Studentin eine Woche lang jeden Tag einen anderen Fischimbiss aus. Jetzt weiß Jana, wo der Lachs am besten schmeckt.


 Der Text ist ein Auszug aus dem SZENE HAMBURG Uni-Extra (Ausgabe Herbst/Winter 2017/18) 


FoodSZENE: Kochen mit der Kitchen Guerilla

Die Kitchen Guerilla war mal wieder für uns unterwegs: Aus Ecuador haben uns Koral und Onur Elci farbenprächtige Leckereien mitgebracht. Bei einem Workshop durften wir von ihnen lernen, was sich alles daraus zaubern lässt. 

Für Foodies ist Ecuador ein Paradies: Unzählige Obst- und Gemüsesorten haben hier ihre Heimat, allein die Kochbanane ist mit drei Sorten vertreten. Ecuador zählt zu den Ländern mit der höchsten Biodiversität. Zum einen liegt das an der Lage am Äquator und den gleichbleibend hohen Temperaturen, zum anderen aber auch am Einfluss der Meeresströmungen und den Anden, deren verschiedene Höhenlagen eine große Vielfalt an Lebensräumen ermöglichen. Ob Hochland, Nebelwald, Küste oder Amazonasdschungel – die verschiedenen Klimazonen liegen hier so dicht beieinander, dass man sie innerhalb weniger Stunden von der Hauptstadt Quito aus erreichen kann.

Die Brüder Koral und Onur Elci von der mobilen Kocheinheit Kitchen Guerilla waren im Mai in Ecuador und haben ihre farbenprächtige Ausbeute anschließend während eines Koch-Workshops in Hamburg präsentiert: Tamarillo, Kakao, Maniok, Salak, Mangostane – diese Produkte findet man hier in keinem Nullachtfünfzehn-Supermarkt. Dafür aber die leckersten Snacks, die ich seit langem gegessen habe: Kochbananen- und Maniok-Chips (el origen Mana oder Bana Fritas sind ab Ende Oktober über www.solvino.de und in allen Budni-Märkten verfügbar). Die dürfen ab jetzt auf keiner Party fehlen. Kochbananen gehören zum Grundnahrungsmittel der Ecuadorianer – und das zu Recht: Sie sind nicht nur eine nährstoffreiche Energiequelle, sondern machen sowohl gekocht, frittiert, gegrillt oder auch gebraten eine gute Figur.

Die Kakaofrucht wird in Ecuador vielseitig eingesetzt, zum Beispiel findet sie in erfrischenden Limonaden Verwendung. Als echtes Luxusgut wird das beliebte Erzeugnis aus der Kakaobohne gehandelt: ecuadorianische Schokolade bzw. die Sorte „Cacao Nacional de Arriba“, eine weltweit geschätzte Spezialität. Besonderer Pluspunkt: Kleinbauern haben sich in Kooperativen zusammengeschlossen und verkaufen ihre hochwertige Schokolade direkt an die Konsumenten und Einzelhändler. So bleibt der Großteil des Gewinns in den Kooperativen.

Unverzichtbar für jeden Ecuador-Fan, zu denen ich mich neuerdings zähle, ist der federleichte Toquilla-Hut (auch bekannt als Panamahut). Hier die gute Nachricht: Er steht wirklich jeder Kopfform. Je feiner die Faserstränge, aus denen sie gewebt sind, desto höher die Qualität. Im Idealfall kann man die Hüte knüllen und zusammenrollen, ohne dass sie zu Schaden kommen. Hochwertige Toquilla-Hüte erkenne man daran, dass sie sich anfühlten wie ein Babypopo, sagt Onur Elci. Er muss es wissen. Das traditionelle Weben der kultigen Kopfbedeckung wurde übrigens 2012 von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklärt.

Kitchen Guerilla Workshops

Die Jungs von Kitchen Guerilla veranstalten regelmäßig Workshops, Kochsessions, mentale Genussreisen, Food-Discos oder gemeinsame Abendbrote in Hamburg, Berlin und Istanbul. Am 14. September heißt es „Thrill Your Food“ im Hamburger Basecamp: Ob Crostini mit Ziegenkäse, Caramel Crunch mit feurigen Mandeln oder Pannfisch mit Senfkavier und „Sauce Hot-landaise“ – zusammen mit Tabasco interpretiert Kitchen Guerilla deutsche Klassiker in Kombination mit der US-Südstaaten-Küche neu. Das kann heiß werden. Wer dann immer noch nicht genug hat, kann bei der Bloody Mary Night im Anschluss weiter einheizen.

Weitere Infos gibt´s hier: www.facebook.com/kitchenguerilla

Beitragsbild und Fotos: seren dal


Who the fuck is…

 

Foto: Philipp Jung

 

 

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. „Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch“, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.

jasmin.shamsi@vkfmi.de

BierSZENE. Zisch & weg: Meine Top 4 Festivalbiere

Sommer, Sonne, Festivals – vor uns liegt die schönste Zeit des Jahres! Gut, während ich das in die Tasten tippe, schlagen fette Hagelkörner gegen mein Fenster, aber hey … #sommerinhamburg

BierSZENE

Nicht immer da, aber wenn sie kommt, geht’s ab: SONNE!

Bevor ihr also eure sieben bis siebenundsiebzig Sachen fürs Hurricane am Wochenende oder für Melt, Deichbrand, MS Dockville und Co packt, kommt hier meine ultimative Top 4 der Festivalbiere 2017 für den perfekten Craft-Groove.

Mein Motto: Alles außer langweilig!

1.Backyard Beach Summer Ale von Ratsherrn

BierSZENE

Beach Gefühl fürs Festival: Foto: Ratsherrn

Wenig Alkohol (4,5 %) und trotzdem extrem hopfig – mit diesem naturbelassenen Summer-Ale-Träumchen kann man auch bei 30 Grad noch ganz entspannt der Hopfendröhnung frönen. Richtig gut: Ratsherrn ist mit seinen Bieren auch auf vielen kleinen Festivals in Norddeutschland direkt vor Ort. Die Schlepperei kann man sich also sparen.

2. Go To IPA von Stone Brewing Berlin

BierSZENE

Das Trio zum Glück:Wasser, Bier, Musik

Zelt steht, Mukke läuft: Jetzt erst einmal ein schööönes Dosenbier. Und zwar in richtig gut mit dem Go To IPA von Stone Brewing Berlin. Das bitter-spritzige Ding lässt deine Festivalträume dreifach hochleben: Die Dose ist leicht und bruchsicher, lässt sich mega schnell runterkühlen und löscht mit Grapefruit und Zitrone in Nullkommanix selbst den hartnäckigsten Bierdurst.

3. Landgang von Hopper Bräu

BierSZENE

Hopper macht auch Pils. Foto: Jennifer Meyer

Kein Festival ohne Bier, kein Norddeutscher ohne Pils. Pünktlich zum Festivalsommer hat Hopper Bräu unsere allerliebste Lieblingssorte komplett neu aufgelegt: Das Landgang ist nordisch herb und malzig-süffig zugleich; das schockt und rockt jeden Festivaljunkie.

4. überNomalNull von Kehrwieder Kreativbrauerei

Hopfensüchtig, aber verkatert? Drei Tagen wach und trotzdem Bierdurst? Kein Problem! Dope dich mit überNormalNull (ü.NN), dem alkoholfreiem IPA von der Kehrwieder Kreativbrauerei. AL-KO-HOL-FREI-ES IPA? Aber hallo und was für eines! Randvoll mit fantastischen Aromahopfensorten bringt es dich wieder auf Spur. Möge der nächste Act kommen …

BierSZENE

Prost und eine schöne Festival-Feierei

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder. Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

Serie: SZENE Hamburg Essen+Trinken 2017/18. Das Henriks

Großes Kino im Henriks. Darum ist das Restaurant unser Testsieger in der Rubrik International & kreativ

Henriks

Das Team von seiner Schokoladenseite

Die Vorspeise, die in diesem Moment in einer riesigen, hellblauleuchtenden Kaviardose serviert wird, ist schlicht eine Sensation: Tataki vom Tuna (22,90 Euro). Die fast rohen, kurz angegarten Thunfischscheiben kommen mit japanischer Yuzu-Sauce, Brunnenkresse und Fliegenfisch-Kaviarkügelchen und beeindrucken mit asiatischer Säure und essbaren Blüten. Mit dieser wahrlich kreativen Ouvertüre korrespondiert vorzüglich der goldgelbe Sancerre le Chêne du Roy (28,90 Euro pro Flasche). Auch die Kalbshaxen-Scheiben mit Cipriani-Dip, Nüssen und herben Wildkräutern meiner Begleitung (18,90 Euro) kommen zart und unverschämt delikat daher, wenn auch einen Tick weniger aufregend als das Tataki.

Henriks

Weiß, wie’s geht: Claas-Henrik Anklam

Bei den Hauptgerichten brillieren perfekt gewürzte Jakobsmuscheln vom Grill mit Nudelrisotto (26,90 Euro) sowie ein gegrillter Teriyaki-Lachs mit Rahmgurkensalat und Kartoffel-Nusspüree (26,90 Euro).

Claas-Henrik Anklam, ehemals Chefkoch im Tarantella und Küchenchef im Landhaus Scherrer, hat mit dem Henriks eine stilvolle Gourmet-Anlaufstelle nahe der Moorweide geschaffen

Das Ambiente ist mondän-elegant, ein bisschen James-Bond-Style, mit offener Showküche und begehbarem Weinschrank sowie einem sympathischen Service.

Die beeindruckende Qualität hat ihren Preis: Empfehlenswert ist daher besonders der Mittagstisch, der sich ausgezeichnet für einen Business- Lunch eignet. Das gute hausgemachte Vanilleeis mit warm schmelzender Valrhona-Schokoladensauce (10,90 Euro) krönt diese kulinarische Nacht: Chapeau, Henrik, großes Kino! /MAE

Kategorie: €€€€

Adresse: Tesdorpfstraße 8 (Rotherbaum), Telefon 288 08 42 80, Mo-So ab 12 Uhr, Kreditkarten: Amex, Visa, Mastercard; EC-Karte; www.henriks.cc


Kulinarischer Lageplan


Essen+Trinken 2017/18

Ein Beitrag aus unserer aktuellen SZENE HAMBURG ESSEN + TRINKEN 2017/18. 292 Seiten Hamburger Gastronomie- und Food-Kultur & über 500 Restaurant-Empfehlungen. Den Premium-Gastro-Guide gibt es ab sofort im Handel. Oder in unserem Shop zu bestellen!

SZENE Hamburg ESSEN+TRINKEN: Unsere Testsieger

13-mal „Hooray!“: Mit einem Release-Event in den Schanzenhöfen haben wir unsere neue ESSEN+TRINKEN-Ausgabe und die 13 Testsieger unter Hamburgs Restaurants gefeiert

Vor 130 geladenen Gästen erhielten unter anderem Anna Sgroi (Testsieger Italien), Johann Philipp vom Philipps Restaurant (Testsieger Szene-Läden), Aurelio Moreno und Tschabi Lopez vom Leche de Tigre (Testsieger weltweit) ihre Testsieger-Urkunde und jede Menge Applaus.

Der 292-Seiten starke Gastro-Guide ist ab sofort im Handel oder Online erhältlich und dreht sich von der ersten bis zur letzten Seite um Genuss in Hamburg und der Metropolregion. Ein echt dickes Ding!

Die Testsieger im Überblick

  • Kategorie: Szene-Läden

Philipps Restaurant
„Philipp versteht, wie man Gäste stilvoll willkommen heißt.“
Turnerstraße 9 (Karolinenviertel)

  • Kategorie: International & kreativ

Henriks
„Claas-Henrik Anklam hat mit dem Henriks eine stilvolle Gourmet-Anlaufstelle geschaffen.“
Tesdorpfstraße 8 (Rotherbaum)

  • Kategorie: Gutbürgerlich

Schuback
„Eine VIP-Exklusiv-Bewirtung in Kombination mit feinster gutbürgerlicher Küche.“
Eppendorfer Landstraße 165 (Eppendorf)

  • Kategorie: Italien

Anna Sgroi
„Zum Reinlegen lecker! Anna Sgroi kocht auch ohne Stern sternewürdig.“
Milchstraße 7 (Rotherbaum)

  • Kategorie: Frankreich

Brasserie la Provence
„Bereits nach dem ersten Besuch in der Brasserie fühlt man sich wie ein Stammgast.“
Eulenstraße 42 (Ottensen)

  • Kategorie: Iberien

Portomarin
„Die spanische Küche wird im Portomarin unaufgeregt und mit leidenschaftlicher Lust am Genuss zelebriert.“
Dorotheenstraße 180 (Winterhude)

  • Kategorie: Griechenland

Dionysos
„Ein famoser Abend mit der Erkenntnis: Das Dionysos bleibt unter den griechischen Lokalen eine Bank.“
Eppendorfer Weg 67 (Eimsbüttel)

  • Kategorie: Asien

Matsumi
„Hier kann man den Sushi-Meister dabei beobachten, wie er eine Köstlichkeit nach der anderen zubereitet – ein Erlebnis.“
Colonnaden 96 (Neustadt)

  • Kategorie: Orient & Indien

Fardi
„Ein Restaurantbesuch wie eine Reise in den Mittleren Osten.“
Hofweg 72 (Uhlenhorst)

  • Kategorie: Weltweit

Leche de Tigre
„Viva la Esskalation! Was das Team im Leche de Tigre auftischt, ist grandios.“
Nernstweg 32–34 (Ottensen)

  • Kategorie: Fisch

Boathouse
„Das Boathouse ist die perfekte Wahl für Menschen mit Lust auf großartigen Genuss.“
Isekai 1 (Eppendorf)

  • Kategorie: Fleisch

[m]eatery
„Eine grandiose Völlerei! Fleisch bleibt unser Gemüse.“
Drehbahn 49 (Neustadt)

  • Kategorie: Veggie

Piccolo Paradiso
„Unterschiedlichste Aromen ergänzen sich hier zu einem köstlichen Ganzen.“
Brüderstraße 25 (Neustadt)

  • Kategorie: Edel

Hier haben wir auf einen Testsieger verzichtet. Die Sterne- und Spitzenrestaurants in Hamburg sind einfach unvergleichlich.

/ Text: Sybille Fischer & Jennifer Meyer / Fotos: Philipp Jung

SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN 2017/18 Launch Event

Hier finden Sie unsere Testsieger