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Im Test: Lesser Panda Ramen-Box für zu Hause

Im Lockdown light wird besonders die Gastronomie erneut auf die Probe gestellt und antwortet mit viel Kreativität. Das Ergebnis: tolle To-go-Angebote und At-Home-Boxen. Wir haben die “Fertig Ramen Box” von Lesser Panda Ramen ausprobiert.

Die Bestellung:

  • Restaurant: Lesser Panda Ramen
  • Bestellung: Vegane Ramen Suppe – Fertig Ramen Box
  • Personenzahl: 2 Personen
  • Preis: 33,90 Euro (+4,90 Euro Versand)

 

So kommt es an und das ist drin

Einmal Ramen zum Selberkochen, bitte! Ziemlich unkompliziert geht das mit der Ramen-Box von Lesser Panda Ramen. Zwei Tage nach Bestellung ist die vegane Box da. Das Paket kommt schlicht daher, aber das hauseigene Klebeband mit Panda-Motiv sorgt für Vorfreude.

In der Box befinden sich frische Zutaten, die gekühlt werden müssen: Radieschen, Frühlingszwiebeln, Nudeln, Kimchi, geschmorte Pilze und Brühe – die gleichzeitig als Kühlakku dient. Alles ist gut eingeschweißt, nichts ist ausgelaufen. Das Restaurant empfiehlt, die Produkte innerhalb von drei Tagen zu verarbeiten. Auch Sesam, Kizami Nori und Nori-Sansho-Öl befinden sich gemeinsam mit einer liebevoll gestalteten Anleitung und drei Sticker von Lesser Panda Ramen im Paket.

Lesser Panda Ramen Klebeband

Hauseigenes Panda-Klebeband (Foto: Szene Hamburg)

 

Zubereitung und Geschmack

Einen Tag später ist es endlich soweit! Bevor es aber ans Schnippeln und Kochen geht, testen wir die auf der Anleitung angepriesene Lesser Panda Ramen-Playlist auf Spotify, von der wir so angetan sind, dass wir sie den Abend über auch nicht mehr ausschalten werden. Dann läuft es genau nach Anleitung: Radieschen und Frühlingszwiebeln schneiden, die Brühe im Topf auf den Herd stellen und Wasser für die Nudeln aufsetzen. Ab dann geht es wirklich schnell.

Bevor die Nudeln für nur eine Minute im kochenden Wasser treiben, müssen sie etwas aufgelockert werden, damit sie nicht verkleben. Die Brühe schäumen wir, wie empfohlen, mit einem Pürierstab etwas auf – diese wird dann auf die Hälfte des Kimchis gegossen, das wir zuvor auf unsere Schüsseln aufgeteilt haben. Dann folgen Nudeln, Gemüse, Sesam, Nori-Schnipsel und das Öl. Die Brühe ist herrlich cremig und passt hervorragend zu den Ramen-Nudeln.

Lesser Panda Ramen

Lesser Panda Ramen: Frisch und selbst zubereitet (Foto: Szene Hamburg)

 

Lesser Panda Ramen: Fazit zur Ramen-Box

Die Portionen sind – anders als wir zuvor von der Menge der Nudeln annahmen – ausreichend. Unsere Schüsseln sind bunt und vollgepackt. Die Zutaten harmonieren. Einziges Manko: der Preis. Die Zutaten sind hochwertig, doch sind knapp 40 Euro mit Versand ein stolzer Preis für zwei Portionen. Alles in allem sind wir satt und zufrieden und lassen den Abend bei einem Wein und dem bunten Musikmix der Lesser Panda Ramen-Playlist ausklingen.

/ JZ

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Top 5 – Ramen wie in Japan esst ihr in diesen Restaurants

Die Liebe zu der japanischen Nudelsuppe Ramen ist nach wie vor groß. Zu Recht. Ramen trösten nach einem stressigen Tag, bei Dauerregen oder einfach nur so – eben echtes Soul Food

Foto: Miguel Maldonado / Unsplash 

 

1) Aomame Ramen

Hier kann man seine Beine falten und im Schneidersitz an Tatami-Tischchen speisen. Wem das zu unbequem ist, kann natürlich auch die übliche Stuhl-Tisch-Variante wählen. Der ausgesprochen nette Laden besticht durch sein nerdig-charmantes Interieur. Sehr geschmackvoll wird hier die asiatische Popkultur zelebriert. Die japanischen Nudelsuppen schmecken herrlich aromatisch und auf der Karte stehen ungewöhnliche Drinks wie eine koreanische Milchbrause. Hier verbringt man gern Zeit.

Aomame Ramen: Veringstraße 155 (Wilhelmsburg)

2) Ramen Bar Zipang

Die Hanseperle aus dem Gastro Guide 2019 ist eines der besten Ramen-Restaurants der Stadt. Die Vor- und Zubereitung für die einzelnen Variationen brauchen hier einen ganzen Tag. Die Brühe ist weder zu fettig noch zu würzig, die selbst gemachten Nudeln haben Biss und sämtliche weiteren Zutaten wie das ultrazarte Schweinefleisch, das knackige Gemüse und das samtige Eigelb sind sorgfältig ausgewählt. Das schmeckt man.

Ramen Bar Zipang: Eppendorfer Weg 62 (Eimsbüttel)

3) Supa Panda Ramen

Warum serviert der chinesische Panda japanisches Essen? Wer weiß, der rennende Bär auf dem Logo jedenfalls verspricht rasante Bedie- nung. Und die Karte eine unglaubliche Vielfalt: Die berühmten Nudeln sind mit und ohne Brühe zu haben, Sushi in Varianten, die selbst Kenner überraschen, und Bowls in buntester Abwechs- lung. Besonderheit: japanische Reiskuchen, die nach grünem Tee schmecken.

Supa Panda Ramen: Weidestraße 129 (Barmbek) 

4) Takumi Ramen Station

Das kleine Restaurant versteckt sich im Souter- rain. Aber das passt zum Ambiente, das ange- lehnt ist an eine Izakaya, eine typische japanische Kneipe. Die Ramen sind wie sie sein sollten: Die Brühe, als Basis ist perfekt, großartige Nudeln und Beilagen, die durch ihren Eigengeschmack punkten und für sich stehen können. Fazit: Alle, die das japanische Nationalgericht lieben, werden auch das Takumi lieben.

Takumi: Große Rainstraße 20 (Ottensen)

5) Ume No Hana

Vietnam und Japan sind 4.000 Kilometer von- einander entfernt. In diesem Hamburger Restau- rant kommen sie sich näher: Hier steht neben dem japanischen Trend-Food Ramen auch deren vietnamesische Schwester Pho auf der Karte, die erstgenannte mit ihrem eher kräftigen, würzigen Geschmack, die zweite leichter und heller – eine so gut wie die andere.

 Ume no Hana: Thadenstraße 15 (St.Pauli)

 


Diese Topliste stammt aus dem Gastro-Guide SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN und ist seit April 2020 für 10,80 Euro im Handel und im Online-Shop erhältlich!


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Rindchen schlemmt – Restaurant Zipang

Ein netter, behaglicher Japaner: So authentisch schmeckt das Umami-Erlebnis im Eppendorfer Weg.

Text: Gerd Rindchen

Japanern haftet ja immer der Ruf an, dass sie, sofern sie ein Restaurant betreiben, diese relativ teuer gestalten. Dem kleinen, feinen Zipang im Eppendorfer Weg kann man das nur bedingt nachsagen. Zwar sind die À-la-carte- Gerichte nicht ganz günstig oder eher klein (Tempura!). Das monatlich wechselnde Abendmenü – und definitiv das Signature Dish des Hauses – schlägt aber als Fünfgangmenü nur mit moderaten 47 Euro und als Siebengangmenü mit 65,50 Euro zu Buche.

Hier zeigt Küchenchef Toshiharu Minami sein ganzes profundes Können. Bei uns beginnt die 5er Combo mit einem überaus delikaten Gruß aus der Küche: aromensatte, marinierte grüne Bohnen mit getrockneten Garnelenstückchen und ein Fingerhut leckerstes Misosüppchen. Umami pur zum Einstieg. Der folgende „Japanische kleine Garten“ bietet Edamame-Cream mit ein paar Scheibchen frisch gehobeltem Schwarzem Trüffel – eine fein-subtile Kreation, flankiert von mild-würzigem Bambus-Kohle-Kuchen.

Ein Quell der Freude auch der Vorspeisen-Korb: Sechs völlig eigenständige Appetithäppchen, die die Aromenvielfalt der japanischen Küche auf tolle Weise abbilden, sind hier liebevoll arrangiert. Sehr fein und saftig à point gegart folgt dann das Filet vom St. Petersfisch mit Garnele. Im Hauptgang setzen dann noch mal supersanft geschmorte, äußerst zarte und aromatische Ochsenbacken mit japanischer Schwarzwurzelsauce einen tollen Akzent.

50 Euro für einen kulinarischen Superabend

Da ich nicht so der mega Dessert-Fredi bin, frage ich schüchtern an, ob ich nicht statt des ausgelobten Desserts zum Abschluss das „Sushi Chef’s Choice“ aus dem Siebengangmenü bekommen könnte. Kein Problem: Für einen überaus moderaten Aufschlag von zwei Euronen kann ich mich sogleich an einer kleinen, aber überaus edlen Sushi-Auswahl – eine der besten, die ich bislang in Hamburg hatte – erfreuen. Am Ende kommen knapp 50 Euro für einen kulinarischen Superabend zusammen. Und dann gibt es auch noch einen recht preisgünstigen Mittagstisch.

Recht beherzt kalkuliert (Vive la Klischee!) sind allerdings die Weine: Die günstigsten offenen Weine kosten 9,50 Euro pro 0,2 Liter und 35 Euro pro Flasche – dafür sind aber ordentliche Rheinhessen-Betriebe wie Sander und Dreißigacker mit ihren Basisweinen am Start. Wir legen dann lieber noch was drauf und gönnen uns für 41,20 Euro pro Pulle den exzellenten 2016 Weißburgunder & Chardonnay von Landerer aus Baden, der den Abend toll begleitet. Grandios ist übrigens die Auswahl an offen ausgeschenkten Reisweinen – da werde ich mich beim nächsten Besuch heranwagen.

Eppendorfer Weg 171 (Hoheluft-West); www.zipang.de


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, März 2019. Das Magazin ist seit dem 28. Februar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich!


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Takumi Ramen – Simpel, aber kompliziert

Ramen ist schwer angesagt. Bei Takumi in Ottensen lässt sich bestaunen, wie lecker diese alltägliche japanische Nudelsuppe sein kann.

Ramen, also Nudelsuppe mit Ramen-Nudeln, gehört zu den populärsten Essen Japans, vergleichbar mit der deutschen Bratwurst oder gar der Klappstulle. Allein in Tokio gibt es mehr als 5000 Ramen-Lokale, vom edlen Restaurant bis zum winzigen Imbiss, in ganz Japan sind es mehr als 200.000. In Mangas werden ständig Ramen gegessen, genau wie in japanischen Filmen, vor allem in „Tampopo“: Der 1985 entstandene Film handelt ausschließlich von Ramen und der Suche nach dem besten Rezept. In der deutschen Fassung ging es allerdings um „Nudelsuppe“. Denn Ramen war hierzulande bis vor Kurzem fast unbekannt. Als vor fünf Jahren in Eppendorf eine Ramen Bar eröffnete, war die Massenreaktion folgerichtig: „Oooh!“ Dann kam noch ein Ramenlokal und noch eins und noch eins, und jetzt ist Ramen der neue Burger – jedenfalls stand das in der Morgenpost. Home of the Hip, oder was? Jedenfalls wäre das kein Kompliment, denn das bedeutete: Ramen wird sich demnächst vom leckeren Geheimtipp in überteuerten Craft-Trash verwandeln, produziert von Leuten, die es nicht besser wissen. Und glaubt man Freunden von Freunden, sind einige tatsächlich schon dort angekommen. Wird Instant-Ramen dann die neue TK-Pizza?

Das Takumi könnte ebenfalls ein Beleg für einen beginnenden Abstieg lange vor dem Höhepunkt sein, denn schließlich gehört es zu einer Restaurantkette mit der Zentrale in Düsseldorf (Deutschlands Japaner- Hauptstadt). Aber im Gegenteil: Hier zeigt sich, dass eine Kette Vorteile hat, wenn sie zu mehr Erfahrung führt, die das Produkt verbessert. Das wäre jedenfalls eine Erklärung, warum im Takumi Ramen so großartig ist. Eine andere wäre: Die Leute wissen, was sie tun.

Die drei Ramen-Elemente

Ramen wirkt simpel, ist aber kompliziert. Die Suppe basiert auf drei Komponenten.

  1. Die Brühe. Sie ist die entscheidende Grundlage. Im Takumi werden verschiedene Brühen angeboten. Ich empfehle den Nouko Ramen (13,80 Euro) mit einer extra lang eingekochten Brühe, die tief, rund und kräftig ist, wie die erste Umarmung bei einem Elternbesuch. Die gibt es auch in scharf (Mala Nouko Ramen, 14,80 Euro). Wer Misosuppe mag ist, wird mit Miso Ramen (12,80 Euro) glücklich werden, wer eine dünnere Basis vorzieht, ist mit Yuzu Shio Ramen (11,80 Euro) gut beraten.
  2. Die Nudeln: Takumi-Chef Kiyo Kanemaki sagt, dass seine Nudeln aus Sapporo kommen, von einer Firma, die das japanische Äquivalent zu Barilla ist. Und sie sind großartig. Aber auch, weil sie auf den Punkt gekocht sind, perfekt al dente.
  3. Die Beilagen: Das sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Im Takumi gibt es Gemüse (Porree, Bambus, Pak Choi, Sojasprossen), Huhn, in Sojasauce eingelegte, weiche Eier (unbedingt probieren!), Algenblätter. Jeder Ramen hat festgelegte Beilagen, die aber aufgestockt werden können, wie bei einer Pizza. Vegetarisch ist kein Problem, Fisch oder Schwein dagegen gibt es leider nicht. Kommt hoffentlich noch.

Die Nudeln werden in die Brühe gelegt, die Beilagen drauf, und weil alles in letzter Minute zusammengesetzt wird, haben alle Zutaten ihren Eigengeschmack, so dass sie beim Essen beliebig kombiniert werden können, wie ein Feuerwerk aus dem Baukasten. Was aber auch heißt, dass alle Bestandteile großartig sein müssen, weil sich nichts hinter etwas verstecken kann – sämtliche Komponenten müssen für sich stehen können. Und das können sie im Takumi. Alles ist knackig, frisch, würzig oder zart, wie es eben sein soll.

Die Messlatte für gute Ramen

Und sonst? Sehr kleiner Laden, immer voll, Reservierung nicht möglich. Macht aber nichts: Man lässt sich auf einer Warteliste eintragen lassen, dreht eine Runde in Ottensen und nach 15 oder 30 Minuten gibt es einen Tisch. Es gibt leckere Starter, die man nicht auslassen sollte, zum Beispiel Mala Gyoza (gefüllte Teigtaschen, 6,50 Euro), Takoyaki (Oktopus im Teigmantel, 5,90 Euro) oder ein grandioses Kimchi (3,80 Euro). Das Personal ist supernett. Es ist ein bisschen laut, Liebesgeflüster geht im Getöse unter, aber: Sich anbrüllen kann auch romantisch sein. Fazit? Bleibt weg von dem Laden, ich will ihn für mich. Nein, im Ernst: Der Trend wird uns in den nächsten ein, zwei Jahren viel Mittelmaß auf die Teller spülen. Und das Takumi wird die Benchmark sein. Mal schauen, ob einer rankommt.

Text: Peter Lau

Takumi, Große Rainstraße 20 (Ottensen), Tel. 39 89 34 37; www.takumi-hamburg.com


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Pho & Ramen – zwei Food-Trends im Ume no Hana

Ume no Hana: Das vietnamesisch-japanische Restaurant nimmt es mit den zwei Food-Trends Pho und Ramen auf einmal auf.

Wer schon einmal in Vietnam war, weiß die Außenbestuhlung des Ume no Hana sicherlich zu schätzen: Auf den niedrigen Plastikhockern, die sich hier auf der Terrasse vor dem Restaurant reihen, könnten Kinder wohl weitaus bequemer sitzen, die Aluminium-Klapptische haben schon einige Kratzer und stehen dicht gedrängt aneinander. Was bei anderen Restaurants vielleicht als Makel angemerkt werden würde, macht den Besuch im Ume no Hana nur noch authentischer. Denn genauso niedrig, eng und unglamourös sitzt man am Straßenrand von Saigon.

Im Inneren sieht es schon weniger nach Straßenküche und mehr nach Restaurantbetrieb aus: bunte Stühle, farbenfrohe Lampions und handbemalte Wände treffen hier auf dunkle Tische und eine Bar mit Holzverkleidung – bodenständiges Asia-Flair ohne klischeehafte Deko. Bei einem schnellen Blick durch den Raum fallen nur die japanischen Manga-Ausschnitte aus dem Konzept, mit denen Teile der Wände tapeziert sind. Hat hier jemand die asiatischen Länder durcheinander gewürfelt?

Street-Kitchen-Flair mit Klapptisch und Plastikhocker. Foto: Jasmin Shamsi

Weit gefehlt: Die Inhaber Thuy und Khan, ein junges Ehepaar mit vietnamesischen Wurzeln, kombinieren ihre Landesküche mit der Japans, und legen den Fokus dabei besonders auf die berühmten Suppen Pho und Ramen. Ursprünglich ein günstiger Snack, haben sich beide Gerichte inzwischen zum weltweiten Trend-Food entwickelt.

Das Ume no Hana hat es geschafft, das Rezept beider Suppen zu perfektionieren: Mit viel frischen Kräutern, Reisnudeln und fein aufgeschnittenem Rindfleisch überzeugt das Pho Bo Tai (8,90 Euro). Die Spicy Miso Ramen (13,50) Euro) punkten mit einer kräftigen, cremigen Brühe, etwas bissfesten Nudeln und einem Spritzer hausgemachtem Chiliöl, das dem Gericht seine angenehme Schärfe verleiht. Auch das Angebot abseits der Nudelsuppen fällt dagegen nicht ab. Die gefüllten Hackfleischröllchen des Bun Nem Met (9,90 Euro) sind knusprig, aber nicht zu fettig und werden neben Grünzeug und Reisnudeln eindrucksvoll auf einem Bananenblatt serviert.

Nur zu den obligatorischen vietnamesischen Sommerrollen (4,90 Euro), die zwar mit Mango und Kräutern leicht und frisch schmecken, würde man sich einen ausgefalleneren Dip als die unspektakuläre Hoisin- und Fischsoße wünschen – der Wow-Effekt bleibt aus. Der Sticky Rice mit Mango (6,90 Euro) zum Nachtisch versöhnt wieder, und schickt uns zufrieden zurück auf die Straßen Saigons … äh, Hamburgs, natürlich.

Text: Sophia Herzog

Ume no Hana: Thadenstraße 15 (Sternschanze)


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2018. Das Magazin ist seit dem 29. September 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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FoodSZENE – Ramen schlürfen mit Bedacht

Methodisch und zügig: Wie Ramen gegessen werden und welche Philosophie dahintersteckt, erzählt Herr Naraoka, Chefkoch in der Ramen Bar Zipang.

SZENE HAMBURG: Herr Naraoka, wo­rauf kommt es bei guten Ramen an?

Herr Naraoka: Die Suppe muss heiß sein, wenn sie serviert wird. Und die Nudeln sollten noch etwas Biss haben und zeitnah gegessen werden, damit sie sich nicht mit der Brühe vollsaugen. Ramen sind ja nie gleich: Es gibt verschiedene Brühen, Geschmacksrichtungen und Nudeln. Die Vielfalt macht den Wesenskern der japanischen Nudelsuppe aus. Und die Zubereitung von Ramen ist ein fortwährender Prozess.

Wie hat sich dieser Pro­zess bei Ihnen gezeigt?

Am Anfang hatte ich eine dicke, fette Brühe als Basis. Den Hamburgern war das zu fettig und kräftig – also habe ich das geändert. Grundsätzlich passe ich meine Rezepte ein-, zweimal im Jahr neu an.

“Jeder ein­zelnen Zutat wird Wertschätzung entgegengebracht”

Herr Naraoka von der Ramen Bar Zipang in Hamburg. Foto: Rie Okada

Foto: Rie Okada

 

Welche Zutaten sorgen für den speziellen Umami­ Geschmack?

Wir benutzen keine Geschmacksverstärker und halten uns an die Vorgaben der traditionellen japanischen Küche. Die Qualität der Zutaten und der Faktor Zeit spielen eine große Rolle, um alle Aromen zur Geltung zu bringen. Zu den Grundzutaten für jede Brühe beziehungsweise jedes Dashi zählen Bonito-Flocken und Kombu. Wichtig sind auch die Aminosäuren, die in Fleisch, Gemüse und Algen enthalten sind.

In dem Film „Tampopo“ ist Ramen mehr als nur eine Nudelsuppe, dahinter steckt eine eigene Philosophie. Wie sehen Sie das?

In der ersten Szene wird gezeigt, wie man Ramen isst: Zuerst probiert man von der Brühe, dann die Nudeln, zum Schluss das Fleisch. Man schau­felt Ramen nicht einfach so in sich hinein, sondern arbeitet sich fast schon methodisch und dennoch zügig vor. Jeder ein­zelnen Zutat wird Wertschätzung entgegengebracht. Das zu sehen, war auch für mich als Japaner interessant. Die Zubereitung von Ramen braucht Zeit, bei uns einen ganzen Tag.

Spielt die Ästhetik eine Rolle?

In der japanischen Küche werden die Teller nach dem Berg-­Tal­-Schema angerichtet. Der Gast muss alles sehen können. Bei Ramen, die in ei­ner Schüssel serviert werden, funktioniert das so natürlich nicht. Am ehesten noch bei den scharfen Ramen, genannt Kara-­Miso Ramen, die mit Zwiebeln, Hackfleisch und einem Ei garniert werden.

“Es macht mich traurig, dass ich meinen Gästen nicht ab und zu ins Gesicht schauen kann”

In japanischen Ramen-Bars sitzt man dem Koch häufig direkt gegenüber, sodass man immer Blickkontakt hat. Hier ist die Küche etwas versteckter. Geht da eine gewisse Nähe verloren?

Es macht mich schon ein bisschen traurig, dass ich meinen Gästen nicht ab und zu mal ins Gesicht schauen kann. Mich interessiert auch, ob etwas und was genau übrig bleibt. Daher bitte ich meine Mitarbeiter im Service regelmäßig um Feedback. Gerade am Anfang war das für mich extrem wichtig. Nach vier Jahren kann ich es mittlerweile ganz gut einschätzen, was meine Gäste mögen.

Wo finden Sie Inspiration?

Wenn eine neue Ramen-Bar eröffnet, gehe ich natürlich hin. In Deutschland habe ich so ziemlich jede Nudelsuppe getestet. Außerdem probiere ich auch in Japan immer wieder neue Läden aus, um auf dem Laufenden zu bleiben. Es gibt unendlich viele Abwandlungen von Ramen: Bei Tsukemen tunkt man die separat servierten Nudeln in eine dicke Brühe, bei Abura Soba hat man nur Nudeln mit einer Art fettiger, dicker Sauce, die den Geschmack auf die Nudeln bringt. Ich kann mir gut vorstellen, dass Abura Soba auch einigen meiner Gäste schmecken würde.

Interview: Jasmin Shamsi
Beitragsfoto: Ramen Bar Zipang

Ramen Bar Zipang, Eppendorfer Weg 62 (Eimsbüttel), Telefon 30 70 37 77; www.ramen-bar.de


Who the fuck is…

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online, in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG und auf Instagram unter @szenehamburg.essentrinken 


 Dieser Text stammt aus dem SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2018. Das Magazin ist seit dem 30. August 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

 

 

 


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Momo: Esst mehr Ramen!

Die Schanze hat jetzt auch ihre Ramen-Bar. Und die ist alles andere als fad!

Ganz schön verschachtelt, mit Betonung auf schön, ist die neue Ramen-Bar in der Margaretenstraße an der Grenze zur Schanze. Es geht treppauf und treppab. Das hat was. Ohne Reservierung (kann man erst ab 4 Personen) wird man zu den Stoßzeiten nach einer kurzen Wartezeit in die Kellerbar geführt. Schwarze Wände, warmes Holz und HipHop – hier kann man erst mal ankommen, sich aufwärmen und aus der Karte einen Aperitiv wählen. Als uns die Bedienung dann nach oben bringt, wissen wir schon, was wir wollen und können gleich bestellen.

Schwupps haben wir auch schon die traditionelle Vorspeise Edamame (4 Euro) auf dem Tisch. Die Sojabohnen puhlend schauen wir uns um. Wir sitzen im mittleren von drei Räumchen an einem Zweiertisch in der oberen Etage. Neben uns eine aufwendige japanische Wandbemalung. Das Team hat sich bei der Inneneinrichtung sehr viel Mühe gegeben. Graffiti-Künstler sollen extra eingeflogen worden sein.

Schwupps stehen auch schon unsere Ramen vor uns, auf Shoyu- und Miso-Basis, alles andere als fad. Wir verschwenden keinen weiteren Gedanken ans Interieur und sind mit den Sinnen ganz beim Essen. Angenehm bissfeste Nudeln baden in einer kräftigen Brühe, das Eigelb zerfließt, die recht dicken Chashu-Scheiben (Schweinebauch, 12 Euro) sind butter-zart.

Japanischer Kartoffelsalat? Haben wir noch nie gegessen. Er kommt serviert als eine feste Kugel an geraspelten Möhrchen, mit deutlicher Gewürzgurkennote und hohem Mayonnaiseanteil (5 Euro). Ja. Kann man machen. Momo, die dritte Ramen-Bar in Hamburg, bringt das Soulfood gekonnt in die Schanze und hat dabei sehr viel richtig gemacht.

Text: Alessa Pieroth

Foto: Pascal Kerouche

Momo-Ramen: Margaretenstraße 58 (Eimsbüttel), Di-So 18–22 Uhr www.momo-ramen.de

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus der Titelgeschichte von SZENE HAMBURG, Februar 2018. In unserem Magazin finden Sie noch mehr interessante Beiträge über den Stadtteil. Es ist seit dem 26. Januar 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

 

FoodSZENE: Jasmin unterwegs #2

„Go with the flow“ heißt es für drei Hamburger Gastronomen, die vor Kurzem ihr zweites Restaurant eröffnet haben. Ob südamerikanische Hausmannskost oder Casual Dining – hier tut sich was!

 

Komm zu Mama! – Maria Magdalena

Leche de Tigre-Betreiber Tschabi und Aurelio haben ein neues Lokal. In den Räumlichkeiten des ehemaligen Gasthofs Möhrchen am Spritzenplatz gibt es jetzt magenwärmende Soulfood-Eintöpfe in riesigen Keramikschüsseln. An den Wänden gestickte Landschaftsbilder und 50er-Jahre-Lampen, auf den Tischen kleine Porzellanvasen mit bunten Nelken: Fühlt sich an wie bei Omi zu Hause. Einer Omi mit dem wohlklingenden Namen Maria Magdalena, die mit lateinamerikanischen Rhythmen und Düften aufgewachsen ist. Einer, die mit viel „Corazon“ und Geduld langsam gegarte Speisen zubereitet. „El Güero“, ein Gericht aus gebackenem Hähnchen, Yuca, fermentierter Wassermelone, gerösteten Erdnüssen, Avocado und Koriander in einer dicken Fenchelbrühe ist die perfekte Streicheleinheit an einem Sonntagabend. Die Türen des Pop-up-Restaurants bleiben bis Anfang 2018 geöffnet. Wenn es gut läuft, geht es an einem anderen Standort weiter, sagen Tschabi und Aurelio bescheiden. Wer die Geschichte vom Leche de Tigre kennt, muss sich eigentlich keine Sorgen machen.

Spritzenplatz 4 (Ottensen), Telefon 0176 / 23 75 39 38, Mo-So 17–1 Uhr;
www.facebook.com/spritzenplatz4/

 

Fast Food mit Anspruch – Kokomo Noodle Club

Ein Meer aus Laternen und Lampions, winkende Katzen, Bonsai-Bäumchen, japanische Schriftzeichen und Malereien mit Männern im Kimono an den Wänden: Hamburg hat einen neuen Ramen-Laden in der Clemens-Schultz-Straße, den Kokomo Noodle Club. Die bissfesten Nudeln werden von Robin und Moritz, Betreiber des Grilly Idol nebenan, selbst hergestellt. Sie schwimmen in würzigen, dicken Brühen zusammen mit gekochten Eiern, Frühlingszwiebeln, Shiitake- oder Enoki-Pilzen, mit Schweinebauch, Lachs oder Seidentofu. Dazu kann man scharfes Kimchi oder knackige Edamame mit Splittersalz bestellen. Im Eingangsbereich finden Eilige an bunten Barhockern Platz. Wer es gemütlicher mag, setzt sich an einen der langen Holztische im hinteren Bereich. Das rötliche warme Licht ist sehr schmeichelhaft und daher perfekt für ein Date. Fun Fact: In Tokyo, der Stadt mit der höchsten Ramen-Bar-Dichte, wurden bereits zwei solcher Läden mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

Clemens-Schultz-Straße 40 (St. Pauli), Telefon 52 15 59 70, Mo-So 18–22 Uhr;
www.facebook.com/kokomonoodleclub

 

In rustikaler Nachbarschaft – Berta Emil Richard Schneider

Starker Kontrast: Gegenüber von der Schlachterbörse und ein paar Häuser entfernt vom Erika’s Eck hat sich ein feiner, von außen fast unscheinbarer Laden eingenistet. Das Berta Emil Richard Schneider ist nach seinem Betreiber Nils Berschneider benannt, dem auch das Rain Cafeatary in Ottensen gehört. Elegant-minimalistisch, aber irgendwie auch gemütlich: In seinem neuen Lokal setzt Nils auf Understatement. Das verwinkelte Interieur bestimmen holzverkleidete und mintgrüne Wände, Tische im Industrial- Look, Sukkulenten in goldenen Vasen, weiße Stumpenkerzen und gedämpftes Licht. Auf den Tischen liegt dekorativ in Stofftücher eingewickeltes Silberbesteck bereit, vorweg gibt es gewürztes Popcorn, frisches Brot und aromatisiertes Olivenöl. Die Speisekarte ist übersichtlich, die Getränkekarte dafür umso ausladender: Zur Auswahl stehen verschiedene Weine aus der Pfalz, Rheinhessen oder dem Burgund, Aperitifs und Cocktails. Dazu kann man Bar Food wie Lobster Roll oder Ringelbete mit karamellisiertem Ziegenkäse bestellen. Oder, für den größeren Hunger, eine visuell ansprechende Labskaus- Variation mit Lachsfilet, Rote-Bete-Pürree und Wachtelei. Außerdem lohnt sich ein Besuch der stillen Örtchen: Zum Händetrocknen liegen Gästehandtücher und nette Aufmerksamkeiten wie Handcreme, Ohrenstäbchen und Kondome bereit. Bei den Männern Kaugummis und Ricola. Interessante Auswahl.

Kampstraße 25–27 (Sternschanze), Telefon 20 95 62 95, Di-Sa 18–1 Uhr;
www.berta-emil-richard-schneider.de

 


Who the fuck is…

 

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. „Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch“, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.

jasmin.shamsi@vkfmi.de