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Gastronomie und Corona: Zwischen Distanz und Exzess

Hygienevorschriften und Polizeikontrollen sind beim Restaurantbesuch neue Normalität. Hamburger Gastronomen berichten vom Umgang mit der Eindämmungsverordnung, der Gefahr, die von schwarzen Schafen und Corner-Kultur ausgeht und warum innerhalb der Branche Rückendeckung statt Denunziation gefragt ist

 

Text: Laura Lück 

Wenn Kultkneipenbesitzer Uli Salm Geburtstag hat, so dachte man sich Ende Mai, dann ist das Grund genug, Verantwortung und Abstandsgebote bei ein paar Bier über Bord des Pöseldorfer Zwicks zu werfen. 89 Gäste hatte die Polizei nach einem Anwohner-Hinweis in der Kneipe gezählt, die sich dem hedonistischen Exzess hingaben. Seit diesem ersten prominenten Fall der Schließung einer Gaststätte, kann sich Polizeisprecher Holger Vehlen spontan an keine vergleichbaren Verstöße gegen die Eindämmungsverordnungen innerhalb der Gastroszene erinnern. Die Branche scheint um ihre Verantwortung zu wissen. Verständlich, immerhin stehen Existenzen und die Gesundheit von Gästen und Mitarbeitern auf dem Spiel.

Ivan Pagel, Küchenchef im Bistro des Frischeparadies an der Großen Elbstraße, ist seit der Pandemie in Kurzarbeit und beobachtet den steigenden Druck am Fischmarkt, wo ohnehin ein großer Konkurrenzkampf herrsche. „Jeder schaut jetzt ein bisschen mehr auf sich selbst und einigen geht so langsam die Puste aus. Die ersten müssen dicht machen.“ Dass schwarze Schafe sich nicht an die verordneten Regularien halten, ärgert ihn. „Wir würden auch gerne mehr Umsatz machen, aber wenn wir nicht nach den Regeln spielen, sitzen wir schlimmstenfalls im Herbst wieder in häuslicher Quarantäne. Das bedeutet dann noch viel größere Einbußen.“  Dass Kollegen im Fischhandel während des Lockdowns auch mal einen Mittagstisch unter der Hand verkauft hatten, sei in der Nachbarschaft kein Geheimnis. Das Ordnungsamt hält Pagel trotzdem raus. „Ich bin auf St. Pauli aufgewachsen. Da lernt man ganz früh, dass Petzen gar nicht geht.“

 

Gastronomie auf St. Pauli hält zusammen

 

Hinweise bekommt die Polizei zumeist von Gästen, Anwohnern oder Passanten. Am Ausgeh-Hotspot Paul-Rosen-Straße hält die Szene-Gastronomie um Läden wie das Haebel, den Weinladen St. Pauli oder das Standard zusammen und ist gut vernetzt. Denunziation sei hier kein Thema, weil Unterstützung und Austausch in diesen Zeiten enorm wichtig sei, erklärt Stephanie Döring, Inhaberin des Weinladen St. Pauli, denn: „Wir haben in der Gastronomie so eine schlechte Lobby und der DEHOGA wird geführt von alten weißen Männern, die keine große Hilfe sind.“ Insbesondere der DEHOGA Hamburg habe in der Krise versagt und viele Gastronomen enttäuscht. Rat und Informationsfluss erreichten Döring und ihre Kollegen zu Beginn der Pandemie vorwiegend über den DEHOGA Bayern.

In der Paul-Rosen-Straße nimmt man die Dinge deshalb selbst in die Hand. Am 26. Juni freute sich die Straße über die mündliche Zusage zu ihrem gemeinsam gestellten Antrag zu Bestuhlung von Parkplätzen. Die Forderung gebe es schön länger, Corona sei aber aktuell ein gutes Druckmittel, um die Entscheidungsprozesse zu beschleunigen, denn: „Wir wissen nicht was der Winter bringt, wir brauchen zumindest die paar warmen Sommertage mit mehr Tischen, um eine Chance auf mehr Umsatz zu bekommen“, so Döring.

 

Gastronomen bemühen sich um Einhaltung der Regeln

 

Im Alten Mädchen in den Schanzenhöfen bietet die Außenfläche zwar genug Platz für eine Sitzordnung mit Sicherheitsabständen, an Regentagen sieht es wirtschaftlich aber schlecht bis dramatisch aus. Die Grundstimmung sei laut Geschäftsführer Holger Völsch trotzdem positiv. Man halte sich an die Regeln, um unter allen Umständen die zweite Welle zu vermeiden. Kontrollen gibt’s durch die Polizei, oder vom Amt für Arbeitsschutz, das Abstands- und Mund-Nasen-Schutz-Regeln innerhalb des Teams prüft. In angrenzenden Bundesländern ist der Mundschutz inzwischen nicht mehr verpflichtend. Das wünscht man sich in Hamburg auch, Abstand sei sinnvoll, aber die Masken sehr belastend für die Mitarbeiter – vor allem in der Küche und bei den aktuellen Temperaturen. Die kürzlichen Eskapaden drüben auf dem Schulterblatt hält Völsch nicht nur für gefährlich, sondern auch für ungerecht. „Während man selbst versucht alles zu tun, um verantwortungsbewusst zu handeln, stellen andere ihr wirtschaftliches Interesse über den Ruf der Branche und die Sicherheit der Gesellschaft. Das ist kein fairer Wettbewerb.“

An beliebten Treffpunkten wie Schulterblatt oder Paul-Rosen-Straße ist die Polizei derzeit zwar oft präsent, aber das hat vor allem einen Grund, auf den Gastronomen keinen direkten Einfluss haben: die Corner-Kultur. Warmer Asphalt und kühles Bier lassen so manchen Haushalt die 1,50 Meter schnell vergessen. Dass die Polizei Schließungen verordnen musste, sei deshalb auch eher bei Kiosken vorgekommen, bestätigt Polizeisprecher Vehren und hat den Eindruck, dass sich Gastronomen generell bemühen, die Regelungen einzuhalten. Die Hamburger Bußgeldstelle hat (Stand 26.6.) seit Öffnung 57 Fälle bearbeitet. Nicht jeder Verantwortliche Gastronom wird dabei auch zur Kasse gebeten, oft bleibt es bei Verwarnungen.

Wenn nun mehr Stühle auf Parkplätzen genehmigt werden, könnte das im besten Fall mehr Corner-Publikum an Tische mit Sicherheitsabstand verlagern.

Einer der schönsten dieser Art steht derzeit wohl in der Schlankreye 73. Am Eingangsbereich des geschlossenen Holi-Kinos kommt die gehypte Küche des Nachbarrestaurants Klinker unter Filmplakaten und der großen Kinotafel auf den Teller. Die vielen Tische auf dem Gehweg sorgen für mediterranen Marktplatz-Flair und verantwortungsvolle kleine Genuss-Exzesse ­– wärmste Empfehlung für den nächsten lauen Sommerabend!

 

SZENE HAMBURG ESSEN + TRINKEN: Unsere Testsieger 2020

Sushi, Suppe, Superfood? In Hamburg geht alles. Und wir wissen sogar, wo am besten. Denn wir haben unsere Tester durch Hamburg-City und ins Umland gejagt. Mehr als 700 Restaurants wurden anonym besucht und durchleuchtet. Das sind unsere 17 Testsieger.

 

Das Klinker ist Testsieger in der Kategorie Szene

 

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Die Hipster-Köche von Harvestehude

Wo man einst zwischen Trekkingsandalen und Outdoor-Schlafsäcken vielleicht nach den richtigen Zeltstangen fürs Festivalwochenende gesucht hat, ist jetzt zum Glück ein cooles, neues Restaurant: das Klinker. Direkt neben dem Holi Kino haben sich ein paar junge, hippe Köche niedergelassen, deren Konzept so einfach ist wie effektiv: Sie übersetzen regionale und nachhaltige Küche in die Moderne.

Wir werden am Empfang lässig begrüßt und zu unserem Tisch gebracht. Man sitzt im Klinker sehr dicht bei seinen Nachbarn, was wir am Anfang etwas merkwürdig finden, sich am Ende aber als sehr nett herausstellen wird. Wir bestellen Gin Tonic und Moscow Mule. Beides kommt zügig und zügig wird es auch getrunken, da wirklich gut und ungewöhnlich.

Im Klinker, so der Kellner, bestelle man mehrere mittelgroße Zwischengerichte zum Teilen für die Mitte. Wir entscheiden uns für Pulpo mit Kürbis, Staudensellerie & Senf (18 Euro), Rindertatar „Istanbul“ mit scharfer Paste und Joghurt (19 Euro) und Rosenkohl (12 Euro). Alle drei Gerichte sind richtig gut; gerade der eigentlich hausmütterliche Rosenkohl, der gerade Renaissance feiert, sticht hervor. Er ist in einer Honigmarinade kross angeröstet und schmeckt hervorragend. Dazu runden wir das Ganze mit einem Glas Rosé und einem Tempranillo ab und kommen langsam mit den Nachbarn ins Gespräch. Quasi als zweiten Gang teilen wir uns das Grilled-Cheese-Sandwich (14 Euro), was für mich das Highlight des Abends darstellt. Absolut unorthodox mit hausgemachtem Walnussbrot, Meerrettich und Kimchi-Mayonnaise zubereitet, bin ich von diesem klassischen „White Trash“-Gericht hellauf begeistert. Danach muss der Milchreis „Klinker“ (9,50 Euro) ran, begleitet von einem Glas Dessertwein. Passt gut!

Mittlerweile sind einige Kinogäste von nebenan herübergekommen, es ist eine sehr gut durchmischte, lustige Runde. Gute Leute zwischen 12 und 75, entspannte Stimmung. Von der Playlist läuft Radiohead, auch damit fangen sie mich ein. Leider nimmt das Klinker keine Reservierungen an – also rechtzeitig da sein oder Geduld mitbringen. Fazit: Ein wirklich spannendes Restaurant und eine Bereicherung für Hamburg.  / Johannes Strate

Restaurant Klinker: Schlankreye 73 (Eimsbüttel), Telefon 35 70 14 35, Mo-Fr 18-24 Uhr

 

Das Lenz ist Testsieger in der Kategorie Heimatküche

 

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Ausfahrt für Genießer

Ab in den Norden. Dahin, wo Hamburg noch grün ist. Soll ja ziemlich gutes Essen geben im Lenz in Duvenstedt. Ist allerdings erst mal ein ziemlicher Ritt, mit jedem Kilometer im zähflüssigen Verkehr legen wir innerlich die Latte für die Küche höher. Als wir das klassisch, aber zugleich modern eingerichtete Restaurant betreten, ist außer unseren Plätzen nichts mehr frei. Den entspannten Wirt Lenz Leslie Himmelheber kann das nicht schocken. Er begrüßt uns persönlich und sehr herzlich. Ein Gastgeber alter Schule, wir starten prima gelaunt in den Abend.

Erst mal ein Glas Champagner von Alfred Gratien für vernünftige 12,50 Euro. Der Service ist sehr aufmerksam. Durch eine Glasscheibe können wir in die Küche linsen. Für kleine Gäste steht ein Tritt mit drei Stufen parat. Schöne Idee. Regional, saisonal und bodenständig wird im Lenz gekocht, so heißt es. Wir denken sofort an Landgasthäuser, an leckeren Sonntagsbraten. Und starten mit sehr gutem Ziegenkäse nebst Riesengarnelen und Pinienkern-Marinade (16,50 Euro). Auch das klassische Carpaccio mit Parmesan (16,50 Euro) lässt einen großen Abend erahnen. Dazu trinken wir einen perfekt passenden Chenin Blanc aus Südafrika (0,1 l 3,90 Euro). Wer lieber eine ganze Flasche auf dem Tisch stehen hat, findet auf der Karte eine ordentliche Auswahl an deutschen und internationalen Klassikern zu fair kalkulierten Preisen.

Als Hauptgang landet die Vierländer Bio-Ente (36,50 Euro pro Person) auf dem Tisch, wo sie auch gleich kunstfertig tranchiert wird. Der Vogel ist ein Gedicht. Knusprig, wo es sein muss. Ansonsten zart und kein bisschen fettig. Geht nicht besser. Da treten wir doch gern dem Fanklub für bodenständige, deutsche Küche bei. Der zur Ente gereichte Grünkohl kommt von einem Feld ganz in der Nähe des Restaurants und hat noch eine gute Portion Entenfett gesehen, was den Genuss endgültig in Richtung preisverdächtig abbiegen lässt. Glücklich und satt lassen wir uns dank Leslies Überredungskunst doch noch zu einer köstlichen Crème brûlèe (11,50 Euro) verführen. Was für ein süßer Schlussakkord.

Als wir das Lenz verlassen, ist klar: Duvenstedt hat ab sofort auf unserer kulinarischen Landkarte einen festen Platz. Dieser Abend war jeden Kilometer wert. Wir kommen wieder. Sehr bald. / Andreas Daebeler

Restaurant Lenz: Poppenbütteler Chaussee 3 (Duvenstedt), Telefon 60 55 88 87, Mo-Sa 12-15 und ab 17.30, So ab 12 Uhr

 

Das China Restaurant Golden ist Testsieger in der Kategorie Asien

 

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Eine wahre Perle

„So, geht los!“ Wenn Herr Wong mit lauter Ansage aus der Küche gestürmt kommt, beginnen die Augen zu leuchten. Man kann über die Ausstattung und über die Lage des Golden zwei Meinungen haben, nicht aber über das Servierte. Das spielt seit vielen, vielen Jahren in der obersten Liga der Hamburger Chinarestaurants.

Wir lassen uns zu kaltem Tsing Tao (2,90 Euro) und Grünem Tee (2,10 Euro) alle Gerichte auf einmal bringen, wie es sich gehört. Es wird geschoben und verrückt, bis alles auf den Tisch passt – herrlich! Der Klassiker Kung-Pao-Huhn (9,90 Euro) hat hier ordentlich Wumms, die geröstete Ente mit Pekingsoße (12,90 Euro) ist immer eine sichere Nummer und als dritte Hauptspeise probieren wir heute Abend gebratenes Schweinefleisch mit grünen Sojabohnen, eingelegtem Gemüse und getrocknetem Tofu (11,50 Euro) – auch hier geht der Daumen nach oben. Dazu gönnen wir uns noch zwei kleine Schweinereien: chinesische Maultaschen (7,90 Euro) und gedämpfte Hefetaschen (3 Euro), beides nach „Si Chuan“-Art.

Im Golden hat man in all den Jahren der Versuchung widerstanden, die Gerichte einzudeutschen. Was auch an den chinesischen Reisegruppen liegen könnte, die man hier neben Nachbarn, Freunden und extra wegen Herrn Wongs Küche angereisten Hamburgern hin und wieder antrifft. Die würden eine abgemilderte Form der scharfen Sichuan-Küche kaum klaglos hinnehmen – zu unserem Glück. / Marco Fuchs

China Restaurant Golden: Wartenau 4 (Eilbek),Telefon 254 32 94, Mo–Fr 11.30–15 und 17.30–22.30, Sa– So 11.30–23.30 Uhr

 

Das Portomarin ist Testsieger in der Kategorie Iberien

 

 

Als wäre man in Santiago de Compostela

Portomarin ist ein Ort in der Nähe von Santiago de Compostela und die Heimat von Jesús A. Díaz Sindín, der gemeinsam mit Patricia Pérez y Hilker ein Portomarin in Hamburg aufgebaut hat. Das Hamburger Portomarin liegt mitten in Winterhude und ist jederzeit eine Reise wert. Weil wir noch auf jemanden warten, fragen wir nach dem Aperitif-Angebot. Das wird uns sehr gut erklärt.

Wir starten mit der Empfehlung Yzaguierre Wermut (5,50 Euro), weißem Port (5,50 Euro) und Cava (6,50 Euro). Speziell den Wermut sollte man nicht verpassen. Und weil wir immer noch warten und der Aperitif ausgezeichnet ist, testen wir gleich noch eine Runde. Es gibt eine gute Auswahl an Vorspeisen, vegetarisch, Fleisch und Fisch – die Entscheidung treffen wir bei Oliven, frischem Brot und würzigem grasigen Olivenöl. Ich frage nach der Lieblingsvorpeise der Servicekraft, die Antwort kommt ohne Zögern: „Ganz klar Mar y monte!“ Das hat gut funktioniert, denn Mar y monte sind Gambas und Chorizo mit Artischocken-Honig-Creme und Römersalatherzen (14,50 Euro). Eine gute Wahl für alle, die intensive Aromen mögen. Die helle vegetarische Linsensuppe mit Datteln (9,50 Euro) wird in einem dunklen Teller serviert – das sieht klasse aus und schmeckt ganz hervorragend. Der wilde Tintenfisch mit wilden roten Garnelen und weißen Bohnen aus Navarra (14,75 Euro) ist fast schon ein kleines Hauptgericht.

Auf die Frage nach vegetarischen Optionen für das Hauptgericht ist die Antwort: „Was mögen Sie? Gibt es sonst noch etwas zu beachten? Wir stellen Ihnen etwas zusammen und die anderen Gäste werden neidisch sein!“ Das vegetarische Gericht (17 Euro) sieht ansprechend aus und ist mit gefüllten Maultaschen kreativ angerichtet. Trotzdem hätte ich niemals mein „Slowmeat“ vom Iberico-Schwein mit Papas Arrugadas, Mojo-Soßen, Baby-Leaf-Salaten und Honig-Lavendel- Butter (28,50 Euro) dagegen eingetauscht. Dafür war es einfach zu zart und mit einer perfekten Kruste. Der Kabeljau auf Gemüse-Calamares-Bett mit Reis ist gut auf der Haut gebraten (26 Euro), leicht, sättigend und köstlich mit der Soße. Zum Dessert (8,75 Euro) gibt es viele kleine Teilchen – süß, frisch und abwechslungsreich.

Mittlerweile ist der Abend rum und wir sind die letzten Gäste. Trotzdem haben wir nicht das Gefühl, gehen zu müssen. Wir tun es aber trotzdem, um den Wirtsleuten den wohlverdienten Feierabend zu gönnen. Danke für einen schönen Abend! / Katrin Schreiber

Portomarin: Dorotheenstraße 180 (Winterhude ), Telefon 46 96 15 47, Di–Sa 18–21 Uhr

 

Das Tassajara ist Testsieger in der Kategorie Veggie & Vegan

 

 

Essen mit Ommmm

Wer in Hamburg vegetarisch oder vegan essen möchte, hat das Tassajara garantiert auf dem Zettel. Schließlich gilt das Restaurant als eines der besten in der Stadt. Seit 43 Jahren wird hier die internationale Vollwertküche mit ayurvedischen und mediterranen Einflüssen serviert.

Schon beim Betreten des kleinen Ladens im Souterrain der Eppendorfer Landstraße empfängt uns der Duft von exotischen Gewürzen und eine tiefenentspannte Atmosphäre. Uns liegt ein tiefes Ommmm auf der Zunge. Bei einem frisch gepressten Saft des Hauses und einer Portion Pakora studieren wir die Karte. Das gebackene Gemüse kommt mit drei verschiedenen Dips auf den Tisch und ist die perfekte Einstimmung auf die Hauptgänge. Auf der einen Seite des Tisches landet dabei eines der Tagesgerichte: Der Thai-Wok (19,90 Euro) bringt schon allein durchs Aussehen auch den überzeugten Fleischliebhaber ins Schwärmen. Knackiges Gemüse und Tofu in einer samtweichen Currysoße werden von schwarzem Reis begleitet und umschmeicheln den Gaumen – Essen für Körper, Geist und Seele verspricht das Tassajara schließich ja auch. Das Gegenüber setzt auf Bewährtes und bestellt einen der Klassiker des Tassajara in der veganen Variante: Die Pilzwiese (13,90 Euro) kommt darum ohne Edelpilz-Käsesoße. Gebackene Kartoffeln liegen auf knackigem Salat und Gemüse und wurden mit frischen Champignons, Avocadocreme und Joghurt garniert. Die Gewürze sind fein und stimmig, alle Zutaten frisch, zucker- und fettfrei, und der Duft in der Nase verbreitet tiefes Wohlgefühl.

So geht Essen mit Ommmm – ganz ohne Esoterik, dafür auf Gourmetniveau. Tipp: Eine Reservierung ist empfehlenswert, denn das Tassajara ist beliebt und jeden Abend voll. / Ilona Lütje

Tassajara: Eppendorfer Landstraße 4 (Eppendorf),Telefon 48 38 01, Mo–Sa 11.30–23 Uhr

 

EinStückLand Esszimmer ist Testsieger in der Kategorie Hamburgs Osten

 

 

Ländlicher Gasthof trifft feine Restaurantküche

Vor drei Jahren haben Lina Kypke und Hinrich Carstensen EinStückLand gegründet. Das Start-up verkauft hochwertiges Fleisch von Galloway-Rindern. Die Tiere werden erst geschlachtet, wenn sie komplett vermarktet sind. Verkauft wird primär über das Internet, inzwischen führen die beiden aber auch einen Hofladen in Naherfurth bei Kayhude. Im selben Gebäude haben sie vergangenen November nun auch ein Restaurant eröffnet: das Esszimmer, eine Mischung aus ländlichem Gasthof und feiner Restaurantküche.

Gemütlich und stilvoll ist es hier. Von dem selbst gefliesten Tresen über die alten Holztische bis zum schwarzen Besteck sieht alles toll aus. Die Karte, die regelmäßig wechselt, ist überschaubar, dafür ist alles regional und saisonal. Sogar Saft und Bier stammen von Manufakturen aus der Nähe. Butter und Brot, natürlich selbst gemacht, sowie der Gruß aus der Küche (Feldsalat mit Sauerkirschdressing und gefriergetrockneten Himbeeren) machen Lust auf mehr. Das saftige Steak kommt mit Bohnen und Kartoffeln daher (26 Euro) und ist toll angerichtet.

Für Vegetarier gibt es Gemüse aus dem Land (15 Euro): Flowersprouts, Karotte und Kürbis auf Rote-Bete-Soße. So aufregend kann Gemüse schmecken! Koch Tim Büll darf sich frei austoben. Das wird auch beim Dessert deutlich: Mon Cheri nennt sich die Eigenkreation mit Himbeereis, Sauerkirschmousse und Schokopralinen (11 Euro). Konzept, Atmosphäre, Essen – im Esszimmer stimmt einfach alles. / Nadine Wenslick

EinStückLand Esszimmer: Segebergerstraße 121 (Kayhude), Telefon 04535 4109561, Di–Fr 15.00–22 Uhr, Sa+So 13–22 Uhr

 

Das Parea ist Testsieger in der Kategorie Griechenland

 

 

Bekanntes neu interpretiert

Die Karte im Parea ist zwar übersichtlich, trotzdem gibt es mehr Vorspeisen, als man essen kann – auch wenn man in Gesellschaft, mit Freunden kommt, „me parea“, wie der Grieche sagt. Um alles zu probieren, muss man wiederkommen. Kleine Hürde: Auch der erfahrene Griechengast kann nicht erraten, ob es sich auf dem Menü um bekannte Klassiker handelt, weil das Parea fast durchgängig auf griechische Bezeichnungen verzichtet.

Das geschmorte Rindfleisch in Tomatensauce heißt nicht Kokkinistó, sondern, nun ja, geschmortes Rindfleisch in Tomatensauce. Es gibt kein Chtipití, keine Paputsákia, keinen Melitsánosalata. Stattdessen gibt es Fetacreme mit Chiliflocken und Auberginensalat (4,80 Euro). Oder Karottenpommes (4,50 Euro). Oder gratinierten Fenchel (5,50 Euro). Die ganz großen Überraschungen gibt es allerdings nicht. Das Essen ist, wie das Restaurant selbst, angenehm unaufgeregt: Gegrillte Dorade (riesig!) oder saftige Lammkoteletts (rosig! Beides 17,90 Euro), gewürzt mit Oregano, Thymian, Knoblauch, dazu zitronengeküsste Kartoffelschnitze aus dem Ofen.

Was das Ganze besonders macht, sind die kleinen Spaziergänge ins Umland der traditionellen Küche. Wer hat bei seinem Stammgriechen jemals Prosecco mit Grapefruit und Rosmarin getrunken? Wer hat dort überhaupt schon mal einen anderen Aperitif getrunken als Ouzo? Und wer hat beim Griechen – beim Griechen! – schon mal gesehen, dass Gerichte eigens als vegetarisch oder vegan ausgewiesen werden?

Vasilios Xenos und sein Sohn präsentieren in Eimsbüttel eine kleine gastronomische Perle, in der sie Bekanntes und Neues ohne viel Attitüde verbinden. Xenos bedeutet übrigens so viel wie „Ausländer“ oder „Fremder“. Auch das lässt sich hervorragend mit „Parea“ verbinden. / Julia Kleinwächter

Parea: Luruper Weg 38 (Eimsbüttel), Telefon 35 96 12 82, Di–So 17–22.30 Uhr

 

Das Zum Dorfkrug ist Testsieger in der Kategorie Hamburgs Süden

 

 

Gourmetgenuss in stilvollem Ambiente

Vor den südlichen Toren Hamburgs liegt das Restaurant Zum Dorfkrug, das Zuhause der Sylter Salatfrische. Versteckt in einer Nebenstraße auf dem Weg zwischen Harburg und Buxtehude, besticht der traditionelle Dorfkrug schon von außen mit einem stilvollen Ambiente, das sich beim Eintritt in die Gasträume vollendet. Alles ist äußerst geschmackvoll eingerichtet. Wir dürfen direkt am Kamin an einem festlich gedeckten Tisch Platz nehmen.

Die Karte lässt auf frische und hausgemachte kulinarische Köstlichkeiten hoffen. Der überaus freundliche und kompetente Service reicht vorweg als Brotaufstrich Schmalz und natürlich das berühmte köstliche Sylter Salatdressing. Als Getränk zu den Speisen wählen wir samtweichen Merlot aus Chile und fruchtigen Grauburgunder aus ökologischem Anbau. Die Tagesempfehlung, der in Tempura gebackene Camembert auf lauwarmem Schwarzwurzelsalat mit Honig-Senfdressing und Rote-Bete-Stroh (10,90 Euro), trifft geschmacklich voll ins Schwarze. Als zweite Vorspeise darf der Sylter Salat mit Rinderfiletstreifen in Trüffeljus (13,90 Euro) nicht fehlen. Verschiedene Blattsalate mit Avodaco, Mango, Heidelbeeren, Grantapfelkernen und Quinoa werden durch das Sylter Salatdressing getoppt. Zarte, geschmackvolle Doraden lets auf mediterranem Schmorgemüse mit Rosmarinkartoffeln und Rucola (25,90 Euro) werden genauso wie der zartrosa gebratene Lammrücken im Kräutermantel mit knackigen Böhnchen im Speckmantel und Gratinküchlein (26,90 Euro) zum Hauptgang ein Hochgenuss.

Die Dessertkarte wird uns vom mit Headsets ausgestatteten Servicepersonal noch mal ans Herz gelegt und obwohl unsere Mägen sehr gut gefüllt sind, müssen wir unbedingt noch die von Chef Thomas Hausschild selbst kreierten Pralinen (2,80 Euro) und das hausgemachte Eis (2,80 Euro) probieren. / Melanie-Gitte Lansmann

 

Zum Dorfkrug: Grenzweg 1 (Neu Wulmstorf), Telefon 300 69 90, Mo–Do 17.30–21, Fr–So 12–14 und 17.30–21 Uhr

 

Das Salt & Silver Restaurant ist Testsieger in der Kategorie International

 

 

Lateinamerikanisches Soulfood

Während wir an unseren spritzigen Cozy Nights aus Crémant, Apfelsaft, Zimt und Hibiskus (7 Euro) nippen, erklärt uns die freundliche Bedienung, dass das Salt & Silver eine neue Karte habe. Spoiler-Alarm: Das Restaurant direkt über dem Hafen hat immer noch eine der besten lateinamerikanischen Küchen Hamburgs.

Mit feinsten regionalen und saisonalen Produkten bereitet das junge, hippe Team eine köstliche Ceviche aus rohem Adlersch (16 Euro) mit reifer Avocado und fruchtiger Mandarine für uns zu. Mindestens genauso gut schmeckt die geräucherte Lachsforelle mit Forellenkaviar, Avocado und Chili-Öl auf hausgemachter Maistortilla (15,50 Euro). Doch dann geht es erst richtig los. Für unsere Tacos de Pescado (ab 2 Personen 42,50 Euro) sammeln sich mehr und mehr Schälchen mit Soßen und frischen Zutaten um einen knusprig gebratenen Loup de Mer, der Catch of the day. Dazu bekommen wir einen Korb mit warmen Tortillas, kleinen Teigfladen aus Maismehl, die wir nach Belieben mit Fisch, Korianderreis, milder Salsa Roja, Zwiebeln und Limettensaft befüllen und so unsere Tacos selbst kreieren. Am meisten überrascht und begeistert uns die Salsa Matcha auf Rapsöl-Basis mit geröstetem Sesam, Pinienkernen, Hasel- und Walnüssen und getrockneten Chilis – geschmacklich ist sie leicht rauchig und scharf, nussig und fruchtig.

Wir haben viel Spaß dabei zu sehen, wer es schafft mehr Zutaten gleichzeitig unterzubekommen und die aufmerksame Bedienung versorgt uns stetig mit frischen Tortillas, um neue Taco-Variationen auszuprobieren. Schweren Herzens und vollen Magens müssen wir leider irgendwann aufgeben. Am Ende überzeugt uns die neue Karte absolut. Wie gesagt, Spoiler-Alarm: Hier schmeckt es super! / Hannah Stollmayer

Salt & Silver: St. Pauli Hafenstraße 136-138 (St. Pauli), Di–Sa 18–1 Uhr (Küche bis 22 Uhr)

 

Die Brasserie La Provence ist Testsieger in der Kategorie Frankreich

 

 

Savoir-vivre im Norden

Hier liegt die Provence in der Luft. Durch das Marseille zieht ein Hauch von Safran­ und Anisduft und ein wenig schnuppert man die Bouillabaisse, wegen der das Restaurant so beliebt ist. Schumm­rige rote Tischlämpchen und elegante Bistro­-Tische wirken ro­mantisch. Am Tresen plaudern bei einem Rotwein Patron Milen­ko und ein Gast mit Schiebermütze wie aus einem bretonischen Fischerdorf.

Inspiriert vom Lokal­kolorit wagen meine Freundin und ich uns ans „Tischlein-Deck­-dich­-Programm“ (45 Euro): drei „Surprises“ vorneweg, ein Haupt­gericht nach Wahl plus Dessert. Der Start ist Adrenalin pur: Breto­nische Fine de Claire Austern, für meine Begleitung die erste Auster ihres Lebens! Mit einem beherzten Schluck des fruchtig­-perlenden Sauvignon Bouc (25 Euro) sind die meerwassersalzigen Kerle wie ein Bungee­-Jump: aufregend-­gut! Uns treiben feines Rinder­-Tatar mit Kapern, Trauben und Schalot­ten geschmiegt an Tupfer von Crème fraîche sowie frische Jakobs­muscheln auf Erbsenstampf, im Dialog mit wunderbar krossen Schinken­ und Kartoffelchips wei­ter das Adrenalin der Begeisterung ins Blut. Als Hauptgericht über­zeugen die Bouillabaisse Marseille mit Anisnote (klassisch mit Rouille, geriebenem Gruyère und Fisch­einlage) sowie ein zartes Entrecôte mit Pommes.

Die warme Apfeltarte mit Sauerrahmeis, Minzblatt und Himbeeren zum Finale sind so seelenwärmend und zärtlich gebacken, dass wir diese Perle südfranzösischer Küche uneinge­schränkt ins Herz nehmen. Grand cuisine, grand amour! / Dagmar Ellen Fischer

Brasserie La Provence: Eulenstraße 42 (Ottensen), Telefon 30 60 34 07, Di–Sa ab 18 Uhr

 

Das Goldschätzchen ist Testsieger in der Kategorie Hamburgs Norden

 

 

Guter Service, tolles Ambiente und raffiniertes Essen

Schon die Begrüßung ist warm und einladend. Im Hof zwischen den reetgedeckten Guts­häusern und dem 200 Jahre alten Herrenhaus lodert und knackt es in einer Feuerschale. So fühlt sich der Gast gleich willkommen im Prisdorfer Goldschätzchen, das Chef Patrick Diehr 2017 übernahm. Nach einer Grund­sanierung überzeugt das Restaurant mit einer Mischung aus Modernem und Tradi­tionellem. Zudem legt das Team Wert auf Nachhaltigkeit und regionale Produkte. Das hat zwar seinen Preis, schmeckt man aber auch.

So ist das 250­-Gramm-­Rib-­Eye-­Steak mit marmoriertem Kartoffelstampf und Ge­müse von Bauer Bernd (29,90 Euro) auf den Punkt gebraten, sehr zart und saftig. Ob es an der Haltung der eigenen Rinder vor Ort und dem wie in der Karte versprochenem stressfreien Ableben liegt? Man möchte es gern glauben. Der pochierte Wels aus Mecklenburg-­Vorpommern mit karamellisier­ten Birnen (22,90 Euro) kann allerdings et­was Würze vertragen. Doch dafür steht eine Salz­-Ingwermischung aus eigener Herstellung auf den Tischen parat. Die kann der Gast übrigens auch für zu Hause kaufen, genauso wie einige andere Produkte. Überhaupt punktet das Goldschätzchen mit Kreativität. Ein Beispiel: Das Glühweinsorbet (3,90 Euro) schmeckt wie ein sommerlicher Besuch auf dem Adventsmarkt. Klasse! Empfehlenswert ist auch die Vorspeise „Von allem ein bisschen“ (18,90 Euro), die durch eine große Band­ breite von der hausgemachten Currywurst über zwei würzige Süppchen bis hin zum Hecht auffällt. Allerdings sind die Portionen alle groß, teilen ist fast ein Muss.

Abgerun­det wird der schöne Abend im Goldschätz­chen durch den auffallend guten Service. Fazit: Wir kommen wieder. Im Sommer wollen wir die große Terrasse samt Bar und Smoker testen. / Katy Krause

Goldschätzchen: Peiner Hof 7 (Prisdorf),Telefon (04101) 601 09 21, Di–Fr 17–22, Sa-So 12.30–22 Uhr

 

Das Parissa’s ist Testsieger in der Kategorie Orient & Indien  

 

 

Persische Raffinesse trifft deutsche Gemütlichkeit

Die Deutschen lieben ja bekanntlich ihre Partykeller – denn mit Hausbar, Backsteinwand, niedrigen Decken und schummrigem Licht feiert es sich gleich doppelt so gut. Kein Wunder also, dass wir uns im Parissa’s mit seiner Hobbykelleratmosphäre und wildem Deko-Sammelsurium sofort pudelwohl fühlen. Dicht an dicht sitzen die Gäste hier nebeneinander und Gastgeber Mehrdad umgarnt jeden von ihnen mit viel Charme.

So erzählt er uns etwa, dass die Kräutermischung für das Zeytun Parvarde (köstliche, in Granatapfelsaft eingelegte Oliven, 6 Euro) direkt aus dem Iran importiert wurde. Auch von den anderen Startern wie Kuku Sabzi (gebackenem Spinat mit Kräutern und Walnüssen, 12 Euro) und Mirza Ghasemi (Auberginen mit Raucharoma und Ei, 12,50 Euro) können wir nicht genug bekommen. Taktisch mit Sicherheit ein Fehler, denn danach kredenzt Mehrdad eine große Portion vom Ghormeh Sabzi (Lammfleisch mit Kidneybohnen, 19,80 Euro), das wie Butter auf der Zunge zergeht. Dem in nichts nach steht das Fessenjan (Hähnchen in Walnuss-Granatapfelsauce, 19,50 Euro), zu dem die beiden beerigen Rotweine Cuveé Aneé (0,2 l 8,80 Euro) und Livio Felluga Vertigo Rosso (0,2 l 8 Euro) eine hervorragende Begleitung sind.

Obwohl der Hosenbund bereits kneift, lassen wir uns noch die kleine Dessertplatte mit köstlichem Pistazien-, Erdbeer-Granatapfeleis, Mousse au Chocolat und dem persischen Mille-feuille Shirini Napeloni (15 Euro) bringen. Eines steht fest: Beim nächsten Besuch haben unsere Hosenbünde Gummizug! / Katharina Grabowski

Parissa’s: Sierichstraße 94 (Winterhude), Telefon 63 91 85 15, Di–Do 17–23, Fr–Sa 17–24, So 14–22 Uhr

 

Das Jellyfish ist Testsieger in der Kategorie Fisch

 

 

Auferstanden aus Ruinen

War es ein Protest gegen Gentrifizierung, wie manche spekulierten, oder eine private Fehde? Nachdem das Jellyfish unter seinen alten Betreibern mehrmals von Einbrechern heimgesucht wurde, die auch in der Küche randalierten und kostbare Produkte zerstörten, war das Jellyfish Geschichte. Doch dann kehrte Stefan Fäth, zuvor hier schon Sous-Chef, nach Hamburg zurück und entschloss sich, das für Hamburg einzigartige Konzept fortzuführen: Fisch- und Meeresfrüchte aus nachhaltigem Fang, zubereitet auf Sterneniveau.

Und er gibt direkt Vollgas, auch preislich: Wir wählen das volle Programm, das Sieben-Gänge Menü für 179 Euro. Es wird ein eindrucksvoller Ritt durch tolle Produkte, technisch anspruchsvolle Zubereitungen und überwiegend spannende Aromenkombinationen. Die gebeizte Fjordforelle wird von Gurken und frischen Meeresaromen in unterschiedlichen Texturen (unter anderem Eis) begleitet. Die Kombination von Kaisergranat, Gänseleber und Auster ist überladen, die drei Luxus-Produkte zusammen auf einem Teller stehlen sich hier etwas gegenseitig die Show. Ganz anders die Jakobsmuschel: Sie ist von absoluter Ausnahme-Qualität. Groß, fleischig, fest und leicht süßlich. Hinzu kommen eine kräftige Rotkohl-Sauce, Miso-Espuma, Kokos und Mango. Klingt erneut viel, ergänzt sich jedoch vortrefflich. Ebenso gelungen ist die Verbindung des rustikalen, gezupften Eisbeins mit einem gebratenen Pulpo-Arm. Das hohe Niveau setzt sich weiter fort, beim Skrei mit Grünkohl genauso wie beim Heilbutt mit Haselnusskruste, Pilzen und Spitzkohl. Der mit Mousse gefüllte und naturalistisch geformte „Karamell-Apfel“ ist als Abschluss etwas mächtig, das frischer Sauerampfer-Eis dazu ein guter Kontrast.

Stefan Väth ist der Neustart des Jellyfish hervorragend gelungen, das Niveau überzeugt sowohl bei Produkten als auch ihrer Zubereitung. Und wenn die teils fast übermotiviert wirkende Kleinteiligkeit etwas reduziert wird, kann man sicher sein, dass der Michelin-Stern auch weiterhin das Jellyfish schmücken wird. / Benjamin Cordes

Jellyfish: Weidenallee 12 (Eimsbüttel),Telefon 410 54 14, Do–Mo 18–23 Uhr

 

Das Casa di Roma ist Testsieger in der Kategorie Italien

 

 

Stammitaliener mit Leidenschaft

Wer einmal da war, kommt sicher wie­ der. So wie ich – seit Jahren Wiederho­lungstäter. Wenn ich Lust auf richtig gute italienische Küche habe, ist das Casa di Roma erste Wahl. Die Speisen sind von hoher Qualität und jedes Mal auf dem gleich hohen Niveau zubereitet. Einer der Gründe, warum man besser vorher einen Tisch reservieren sollte. Das Restaurant ist sehr familiär geführt, dies spürt man sofort. Egal ob Stammgast oder Neuling: Jeder wird herzlichst begrüßt, der Service ist unglaublich zuvor­kommend und freundlich. Auf jeden Wunsch wird Rücksicht bei der Zubereitung genommen.

Wir entscheiden uns heute für die gegrillten Calamarreti (15,90 Euro), die sehr scharf angebraten, angenehm gewürzt und butterweich sind. Die Burrata (14,90 Euro) ist wie sie sein muss: Nach dem Anschnitt zerfließt sie cremig über die sehr frischen Och­senherztomaten. Die Penne mit Garne­len (19,50 Euro) in einer frischen und leichten Tomatensoße sind auf den Punkt zubereitet. Unser Highlight und unbedingt zu empfehlen: die Kalbsleber (21,90 Euro) mit frischem Salbei.

Die Köche beherrschen ihr Handwerk. Das Casa di Roma ist ein Ort für fröhliche Gespräche und schöne Flirtmomente. Und das sehr stilvolle Ambiente lädt dazu ein, bei einem Dessert oder Es­presso auch noch etwas länger sitzen zu bleiben. / Frank Sill

Casa di Roma: Lange Reihe 76 (St. Georg), Telefon 280 30 43, Mo-So 11.30-24 Uhr

 

Das To Huus ist Testsieger in der Kategorie Lüneburg

 

 

Lüneburgs modernste Gastwirtschaft

Lange hat Lüneburg gewartet, im Februar war es endlich soweit: In der Schröderstraße 5a/b hat endlich wieder ein neues Restaurant eröffnet. Die Räumlichkeiten in der beliebten Einkaufsmeile standen jahrelang leer, mit dem To Huus ist nun ein tolles Konzept eingezogen. Beim Betreten merkt man sofort, dass hier viel Wert auf Design und gleichzeitig Gemütlichkeit gelegt wurde. Große Holztische unterstreichen den Wirtshaus-Charakter, die schwarz-gestrichenen Balken und dunklen Lampen schaffen ein modernes Industrial-Flair. Laut eigener Aussage steht das To Huus für Regionalität und Qualität, es gibt Gerichte für Vegetarier und Veganer und Fleisch aus artgerechter Haltung.

Die Karte ist drei Tage nach Eröffnung noch sehr überschaubar und enthält einen Hinweis, dass das Restaurant erst einmal den Geschmack seiner Gäste kennenlernen möchte. Unser Geschmack wird an dem Abend definitiv getroffen. Die vegane Pastinakencremesuppe mit Kräuteröl (5 Euro) ist himmlisch cremig und aromatisch. Beim gratinierten Ziegenkäse an Feldsalat (9,50 Euro) überrascht uns besonders das Birnenkompott, das perfekt ausbalanciert ist und sogar eine leichte Ingwernote enthält. Ich entscheide mich für Dreierlei von der Beete mit Feldsalat und Radicchio mit Laugencroutons (12,50 Euro), dessen Bier-Senf-Vinaigrette ein Highlight ist. Meine Begleitung bestellt das sous vide gegarte, regionale Rind (25,50 Euro), das durch perfekte Garzeit und Würze überzeugt. Insgesamt gelingt es dem To Huus eine Karte anzubieten, die sowohl modern als auch bodenständig ist.

Man bekommt hier sowohl eine vegane Roulade als auch ein Ratsherrenfrühstück mit Bratkartoffeln – eine für Lüneburg bisher unbekannte Mischung. Natürlich gibt es auch eine große Auswahl an regionalen Bieren, sowohl vom Fass als auch in der Flasche, weshalb sich das To Huus sicher bald als Lüneburgs modernste Gastwirtschaft etablieren wird. / Lynn Hoefer

To Huus: Schröderstraße 5a/b (Lüneburg), Telefon 04131408 12 83, So–Do 11.30–23 Uhr

 

Die [m]eatery ist Testsieger in der Kategorie Fleisch

 

 

Fleisch in der Hauptrolle

Die Rinderrücken, die am Eingang hinter einer Glasscheibe vor sich hin reifen, lassen keinen Zweifel zu: Hier spielt Fleisch die Hauptrolle! Als Fleischfreunde sind wir voller Vorfreude, müssen trotz Reservierung allerdings zunächst einige Zeit warten. Der freundliche Kellner entschuldigt sich jedoch aufrichtig und lässt uns fortan auch nicht mehr aus den Augen.

Da wir das erste Mal in der [m]eatery sind, zeigt und erklärt er uns die verschiedenen Fleisch-Cuts, ihre Herkunft und Zubereitung im 800 Grad heißen Ofen. Wir entscheiden uns für ein europäisches Bone-in-Rib-Eye (55 Euro) sowie ein Filetsteak aus Südamerika (34 Euro). Das Fleisch hat hier seinen Preis. Hält es auch, was es verspricht? Wir stimmen uns mit einer Portion Rinder- und Thunfischtatar (20 Euro) ein – und werden schon mal nicht enttäuscht: Der Thunfisch ist butterweich und das klassische Rindertatar mit Cognac-Kapern-Marinade macht Lust auf mehr. Nach einer diesmal perfekt abgestimmten Wartezeit kommen die Steaks auf den Punkt gegrillt und heiß (!) an den Tisch. Der Hauptdarsteller enttäuscht nicht: Das Filet ist herrlich zart und das saftige Rib Eye köstlich karamellisiert.

Die Portionen sind groß, unsere Beilagen schaffen wir kaum. Das ist allerdings nicht tragisch, denn diese spielen zwar eine solide, aber nicht weiter aufregende Rolle. Der vom Sommelier empfohlene kräftig-fruchtige Malbec passt ebenfalls gut. Am Ende sind wir glücklich und der Verdauungsespresso geht – als Entschuldigung für den Beginn – aufs Haus. / Anna Christina Massing

[m]eatery: Drehbahn 49 (Neustadt),Telefon 30 99 95 95, Mo–Fr 12–23, Sa+So 15–23 Uhr

 

Das Wolfs Junge ist Testsieger in der Kategorie Gourmet

 

 

Durchdacht, nicht verkopft

Auf einem Kasten-Tray aus weichem Holz ist buntes Essiggemüse in einer rauen Tonschale angerichtet, begleitet von gehobeltem Entenschinken und Scheiben einer filigranen Roulade vom Hahn auf Porzellan – getoppt mit gebackenen Hahnenkämmen. Der Gruß aus der Küche mutet an wie ein winterliches Bento aus der Tradition der japanischen Kaiseki-Küche, in der die Speisen selbst, wie auch das ausgesuchte Geschirr und die Präsentation, von den Jahreszeiten erzählen. Wir sitzen in einem jener jungen Restaurants, die Hamburg mittlerweile in Vielzahl kulinarisch prägen: dankenswerter Weise denken immer mehr Köche neuer Generation bewusst regional und saisonal, ohne sich dabei in ihrer Kreativität ausgebremst zu sehen.

Das beweist an diesem Abend im gradlinig designten Wolfs Junge auch der nächste Gang: auf dem Grund einer Schale findet sich hausgemachter Seitan auf cremigem Kartoffelpüree, genial begleitet von knackig kühlen Forellen-Kaviar-Perlen und einem bei Niedrigtemperatur gegarten Onsen Ei, mit typisch cremiger Struktur. Die Küche im Wolfs Junge scheint grenzenlos, wie die folgenden Gänge zeigen. Etwa beim durchscheinend pointiert gegarte Stück vom Kabeljau, in süffiger Beurre Blanc Sauce mit Salz-Zitrone, fermentierten und frisch gehobelten Pilzen. Oder dieser unglaubliche Nose-to-tail-„Zwischengang“: hausgemachte Blutwurst mit Apfel und Senfsaat, die Blutwurst fein gewürzt, mit fleischigen Stücken von Zunge und Herz.

Es geht, auch bei diesen beiden Tellern des von uns gewählten 5-Gang-Menüs (65 Euro), um eine Grundhaltung: alles wird verwertet, alles ist von Wert. Es ist eine Küche, in der man verstanden hat, dass Kochen auf dem Feld beginnt, im Stall. Der Bauer, der Fischer, der Jäger sind wichtig. Dabei ist man im Wolfs Junge leiser als in vergleichbaren Restaurants in Hamburg und Berlin. Angenehm unaufdringlich und beiläufig wie der aufmerksame Service selbst werden hier die Werte des Teams um Sebastian Junge erst mal über Handwerk und Können vermittelt. Wer hinhört und nachfragt, kann aber viel lernen – über Erzeuger, Lieferanten und Wertschätzung. Dann erfährt man auch, wo das Teriyaki-Style geschmorte Huhn zum Gua Bao-Dampfbrötchen herkommt. Der Taiwanesische Klassiker wird hier mit koreanisch inspiriertem, wunderbar mildem Kimichi aus heimischen Gemüsen serviert. Wie das gepickelte und fermentierte Gemüse zum Auftakt kommen auch diese von Biobetrieben aus dem nahen Hamburger Umland – und einer eigenen Gartenparzelle in Ochsenwerder. Dort baut Junge selbst Gemüsesorten nach biologisch-dynamischem Prinzip an.

Zum Highlight des Abends gerät das butterzart gegarte Schwein vom Demeter Hof Klostersee in Grömlitz: ein saftiges Referenz-Schwein, an dem sich künftige Zubereitungen werden messen müssen. Die formidable Weinbegleitung (44 Euro) macht den Abend rund wie der Streifen Dessertkuchen zum Abschluss, eine feine Schnitte aus Biskuit mit eingemachten Beeren und Holundercreme, dazu herb-säuerliches Rote-Bete-Sorbet.

Still und leise hat sich Wolfs Junge seit der Eröffnung im Sommer 2018 zur Top-Adresse in Sachen hyperregionaler und nachhaltiger Genusskultur entwickelt, lässig und kreativ! / Stevan Paul

Wolfs Junge: Zimmerstraße 30, (Uhlenhorst),Telefon 20 96 51 57, Di–Fr 12–14.30, Di–Sa 18–23 Uhr, (Küchenannahme bis 21 Uhr)


 SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN 2020. Das Magazin ist seit dem 3. April 2020 im Handel und auch im Online Shop erhältlich! 

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Gastronomie darf wieder öffnen

Das Warten hat ein Ende: Ab Mittwoch, den 13. Mai 2020 dürfen Restaurants und Cafés unter bestimmten Auflagen ihre Türen wieder öffnen.

 

Nach knapp zwei Monaten Corona-bedingter Schließungen können die Gastronomen unter bestimmten Auflagen wieder ihre Gäste begrüßen. Das gab der Hamburger Senat im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag bekannt.

Bei der Wiedereröffnung muss sichergestellt werden, dass in den Gaststätten ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Tischen eingehalten wird. Außerdem müssen sich Gäste beim Restaurantbesuch mit ihren Kontaktdaten registrieren, damit mögliche Infektionsketten nachverfolgt werden können.

Obwohl die Lockerungen im ersten Moment für die Gastronomie sinnvoll erscheinen, sind viele Hamburger Gastronomen skeptisch. Axel Bode, Inhaber vom Restaurant Witwenball, nennt die Wiedereröffnung unter Auflagen „eine Fahrt ins Ungewisse“. Es sei nicht abzusehen, ob die Gäste schon bereit sind, sich wieder in ein Restaurant zu wagen. Und selbst wenn Leute kämen, sei fraglich, ob sich eine Auslastung von 50 Prozent überhaupt rechne: „Die Öffnung unter diesen Umständen ist auch ein unternehmerisches Risiko.“

 

„Niemand kann mit der halben Auslastung die Fixkosten decken.“

 

Auch Koral Elci von der Kitchen Guerilla zweifelt an der Sinnhaftigkeit der Lockerungen: „Niemand kann mit der halben Auslastung die Fixkosten decken.“ Man könne ja auch keine „halbe Küche“ besetzen. Die Lockerungen seien nett gemeint, aber nicht durchdacht. Elci schlägt vor, dass Gastronomen Sondergenehmigungen erteilt werden, um öffentliche Plätze – zum Beispiel Parkplätze – bestuhlen zu dürfen, um eine höhere Auslastung zu erreichen.

Die Gastronomie ist eine der am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Branchen. Rund 90 Prozent der Arbeitnehmer sind in Kurzarbeit. /NF

 

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Hamburg lockert Corona-Beschränkungen

Hamburg öffnet sich stückweise. Ab Mittwoch, den 13. Mai 2020 werden einige der bisherigen Corona-Beschränkungen gelockert. Das gab der Hamburger Senat im Rahmen einer Pressekonferenz am 12. Mai 2020 bekannt. Hier sind die Neuerungen im Überblick:

 

  • Restaurants und Cafés können wieder öffnen. Voraussetzung ist, dass in den Gaststätten ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Tischen eingehalten wird. Außerdem müssen sich Gäste beim Restaurantbesuch mit ihren Kontaktdaten registrieren.
  • Mitglieder zweier Haushalte (zum Beispiel zwei Familien) dürfen sich wieder gegenseitig besuchen und auch z.B. zusammen ein Restaurant besuchen oder sich an öffentlichen Plätzen aufhalten. Die Obergrenze von zehn Personen sollte dabei nicht überschritten werden.
  • Auch Hotels können wieder öffnen: 60 Prozent der Zimmer dürfen wieder an Gäste vermietet werden. Schwimmbad und Sauna bleiben aber vorerst geschlossen.
  • Besuche in Pflegeeinrichtungen sind ab dem 18. Mai wieder gestattet. Pro Woche dürfen Bewohner eine Stunde lang Besuch von einer anderen Person bekommen. Der Besuch sollte – wenn möglich – im Freien stattfinden.
  • Kosmetik und Nagelstudios können wieder öffnen. Kunden müssen beim Besuch einen Mund-Nasen-Schutz tragen und müssen sich wie auch beim Restaurantbesuch registrieren.
  • Ab dem 25. Mai 2020 ist zudem geplant, dass Schüler aller Klassen für einen Tag pro Woche wieder an Präsenzunterricht teilnehmen. Daneben soll weiterhin der digitale Unterricht stattfinden. Bis zu den Sommerferien soll es keinen Vollunterricht geben.

 

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„Hilf Mahl!“: Helfen mit Genuss

Die Aktion „Hilf Mahl!“ sammelt gemeinsam mit Hamburger Restaurants Spenden für soziale Projekte

Text: Ulrich Thiele

 

Wer dieser Tage auswärts essen geht, wird auf seinem Tisch vielleicht ein Kärtchen entdecken. Wie jedes Jahr zur Winterzeit verbindet die Aktion „Hilf Mahl!“, die seit 2012 in den Wintermonaten von November bis Februar Spenden für Obdachlose sammelt, gutes Essen mit dem guten Zweck – und zwar auf herrlich leichte Weise. Der Rechnung des Restaurantbesuchs wird eine freiwillige Spende von einem Euro hinzugefügt, die an den gemeinnützigen Verein „Hilf Mahl!“ weitergeben wird, der damit wiederum Projekte der Obdachlosen-Hilfe wie die Hamburger Tafel oder Hinz&Kunzt unterstützt. Rund 30 Restaurants nehmen an der Aktion teil, im Winter 2018/2019 wurden so über 35.000 Euro eingenommen.

Wer nicht mitmachen will, gibt dem Personal Bescheid, dann wird der Betrag von einem Euro von der Rechnung genommen. Andersherum kann der Betrag gern aufgestockt werden. Ins Leben gerufen wurde die Aktion von Sophie und Mathias Bach. Auf die Idee kamen sie schon 2010 während eines gemeinsamen Besuchs in London durch die Spendenaktion „streetsmart“. Auf den Kärtchen, die auf die Aktion hinweisen, steht übrigens ein Zitat des Schauspielers Ulrich Tukur, der seit Anbeginn das Projekt als Schirmherr unterstützt: „Gutes Essen und guter Wein beflügeln unsere Sinne, öffnen das Herz und bereichern unser Leben. Wie schön, wenn wir für dieses Glück danken können mit einer kleinen Geste, die für viele eine große Hilfe ist. Und wie einfach.“

www.hilfmahl.de
November 2019 bis Februar 2020 


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Top 5 – Ramen wie in Japan esst ihr in diesen Restaurants

Die Liebe zu der japanischen Nudelsuppe Ramen ist nach wie vor groß. Zu Recht. Ramen trösten nach einem stressigen Tag, bei Dauerregen oder einfach nur so – eben echtes Soul Food

Foto: Miguel Maldonado / Unsplash 

 

1) Aomame Ramen

Hier kann man seine Beine falten und im Schneidersitz an Tatami-Tischchen speisen. Wem das zu unbequem ist, kann natürlich auch die übliche Stuhl-Tisch-Variante wählen. Der ausgesprochen nette Laden besticht durch sein nerdig-charmantes Interieur. Sehr geschmackvoll wird hier die asiatische Popkultur zelebriert. Die japanischen Nudelsuppen schmecken herrlich aromatisch und auf der Karte stehen ungewöhnliche Drinks wie eine koreanische Milchbrause. Hier verbringt man gern Zeit.

Aomame Ramen: Veringstraße 155 (Wilhelmsburg)

2) Ramen Bar Zipang

Die Hanseperle aus dem Gastro Guide 2019 ist eines der besten Ramen-Restaurants der Stadt. Die Vor- und Zubereitung für die einzelnen Variationen brauchen hier einen ganzen Tag. Die Brühe ist weder zu fettig noch zu würzig, die selbst gemachten Nudeln haben Biss und sämtliche weiteren Zutaten wie das ultrazarte Schweinefleisch, das knackige Gemüse und das samtige Eigelb sind sorgfältig ausgewählt. Das schmeckt man.

Ramen Bar Zipang: Eppendorfer Weg 62 (Eimsbüttel)

3) Supa Panda Ramen

Warum serviert der chinesische Panda japanisches Essen? Wer weiß, der rennende Bär auf dem Logo jedenfalls verspricht rasante Bedie- nung. Und die Karte eine unglaubliche Vielfalt: Die berühmten Nudeln sind mit und ohne Brühe zu haben, Sushi in Varianten, die selbst Kenner überraschen, und Bowls in buntester Abwechs- lung. Besonderheit: japanische Reiskuchen, die nach grünem Tee schmecken.

Supa Panda Ramen: Weidestraße 129 (Barmbek) 

4) Takumi Ramen Station

Das kleine Restaurant versteckt sich im Souter- rain. Aber das passt zum Ambiente, das ange- lehnt ist an eine Izakaya, eine typische japanische Kneipe. Die Ramen sind wie sie sein sollten: Die Brühe, als Basis ist perfekt, großartige Nudeln und Beilagen, die durch ihren Eigengeschmack punkten und für sich stehen können. Fazit: Alle, die das japanische Nationalgericht lieben, werden auch das Takumi lieben.

Takumi: Große Rainstraße 20 (Ottensen)

5) Ume No Hana

Vietnam und Japan sind 4.000 Kilometer von- einander entfernt. In diesem Hamburger Restau- rant kommen sie sich näher: Hier steht neben dem japanischen Trend-Food Ramen auch deren vietnamesische Schwester Pho auf der Karte, die erstgenannte mit ihrem eher kräftigen, würzigen Geschmack, die zweite leichter und heller – eine so gut wie die andere.

 Ume no Hana: Thadenstraße 15 (St.Pauli)

 


Diese Topliste stammt aus dem Gastro-Guide SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN und ist seit April 2020 für 10,80 Euro im Handel und im Online-Shop erhältlich!


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Appetit auf mehr?

 

 

Hidden Kitchen – Hanseatische Klassiker und vegane Knaller

Essen nach dem Baukastenprinzip – In der neuen Hidden Kitchen werden die Gerichte individuell zusammengestellt – Wohlfühlstimmung inklusive.

Text: Lilli Gavric
Beitragsfoto: Lukas Schröder

Man läuft glatt dran vorbei, so unauffällig versteckt sich die Hidden Kitchen auf dem Kiez. „Kommt durchaus vor, dass Gäste anrufen und verzweifelt fragen: ‚Wo seid ihr denn?‘, lacht der Kellner, als ich ihn auf den Standort anspreche. Daher also der Name des lütten Bistros, das seit knapp acht Monaten eröffnet ist. So gut getarnt, dass es bis heute ein Geheimtipp ist. Das Konzept: Die Verwendung von saisonalen, regionalen Produkten mit Fokus auf vegane Gerichte. Dahinter steckt ein junges kleines Unternehmen, das sich eine abwechslungsreiche Küche auf die Fahnen geschrieben hat. Es stellt sich dem Kampf gegen Plastikmüll, verzichtet möglichst auf unnötige Verpackungen und setzt dank der App „Too Good To Go“ auch ein Zeichen gegen die Nahrungsmittelverschwendung. Über diese wird von Restaurants Überproduziertes am Ende des Tages vergünstigt an Kunden abgegeben.

In der Location zwischen Hans-Albers-Platz und Davidwache finden Gäste an drei großen Tischen für Gruppen sowie zwei Zweiertischen Platz. Der schönste Ort ist der an der breiten Fensterfront. Auf einer Empore sitzt es sich hier etwas privater und man ist doch mittendrin. Von der Decke hängen Lampen mit großen kugelförmigen Glühbirnen an einem dicken Tau, die den Raum in gedämpftes Licht tauchen und Hafencharme versprühen. Die Einrichtung ist wie der Laden selbst: unaufgeregt, simpel und gemütlich. Ein langer Flur erlaubt einen Blick in die offene Küche.

Das Motto der Abendkarte: „Soulfood, hanseatische Klassiker und vegane Knallergerichte“. Alle Komponenten – Gerichte, Toppings, Dips – sind miteinander kombinierbar. Es gibt Salate aus Couscous, Linsen und asiatischen Wan Tans, Toppings in verschiedenen Varianten, klassische Rippchen oder auch ein in Bier gebadetes Backhähnchen, genannt „besoffener Hahn“.

Neben der Abendkarte gibt es noch eine Wochenkarte mit jeweils drei festen Gerichten. Ich wähle gebackenen Blumenkohl mit Kartoffelstampf, Rotkraut und Apfel-Chutney (9,90 Euro). Das hausgemachte „Dinkel-Würz-Brot“ ist leider aus, stattdessen empfiehlt mir der gut gelaunte Kellner geröstetes Graubrot mit dem Dip der Woche aus Avocado, Sauerrahm und Koriander. Dazu einen perligen Riesling. Letzterer kommt sehr unkonventionell in einem hohen Wasserglas daher, nun ja. Ein Weinglas wäre schöner. Gegen meine Bestellung ist nichts einzuwenden. Der Kartoffelbrei ist schön cremig, die Blumenkohlröschen auf den Punkt gebacken. Das Apfel-Chutney passt dazu hervorragend, es ist schön fruchtig und nicht zu süß. Platz für Nachtisch bleibt keiner mehr.

Inzwischen hat sich der Laden gefüllt, Freunde des Hauses kommen vorbei, man kennt sich. Die Stimmung ist erfrischend ungezwungen, man mopst sich schon mal eine Süßkartoffel- Pommes vom Nachbartisch. Ein Laden zum Runterkommen mitten auf dem trubeligen Kiez. Und für einen Verdauungsspaziergang ist die Elbe ganz nah.

Friedrichstraße 3 (St. Pauli); www.hidden-kitchen-hamburg.de


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2019. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Appetit auf mehr?

Rindchen schlemmt – Hygge im Landhaus Flottbek

Der perfekte Sommergarten! Nicht nur das wunderschöne Ambiente lockt unseren Kolumnisten Gerd Rindchen ins Hygge nach Nienstedten.

In einem wunderschönen, verwunschenen Sommergarten am Reetdachhaus sitzen, exzellente Küche ohne ChiChi genießen und dazu außergewöhnliche und überdies bezahlbare Weine entdecken: Das recht neue „Hygge“ im ehrwürdigen Landhaus Flottbek macht’s möglich. Die Crew von Küchenchef Thomas Nerlich beherrscht die ganze Klaviatur von der unkomplizierteren „Bar Food“-Karte mit würzigem Pulled Pork Burger mit Röstzwiebeln (12 Euro) oder hervorragend angemachtem Tatar vom Weiderind (Vorspeise 16, Hauptgang 26 Euro) bis hin zu kreativen Vorspeisen wie Allerlei vom Blumenkohl mit jungen Salatherzen und wilden Rotgarnelen (15 Euro) und Klassikern der hanseatischen Hochküche wie Tranche vom Steinbutt mit Erbsenpüree, Kopfsalat und Queller (34 Euro) oder Hamburger Stubenküken mit Rahmkohlrabi und Karottenpüree (22 Euro). Erlebnishungrigen MitbürgerInnen lege ich dringlichst das Nerlich’sche Dreigang-Überraschungsmenü für faire 36 Euronen ans Herz. Eine Klasse für sich ist die Weinberatung und die Weinkarte, vom ausnehmend freundlichen Ex-Sternesommelier Lennart Wenk enorm kundig und, eher hamburg-unüblich, sehr interessant und abwechslungsreich zusammengestellt. Dabei wurde sogar ziemlich fair kalkuliert. So gibt es die legendäre fränkisch-trockene Scheurebe von Max Müller I für 29 € pro Flasche, ein veritables Großes Gewächs (2011 Niersteiner Orbel von St. Antony) ist für 48 Euro zu haben. Wer keine Lust auf Wein hat bekommt leckere hausgemachte Limonaden oder erstklassig gemixte Drinks von Barchef Alexander Wagner. Und wenn es draußen wieder (nicht auszudenken aber unabwendbar) kalt und ungemütlich wird? Dann schart sich alles im gemütlichen Gastraum um den warmen Kamin.

Text: Gerd Rindchen

Hygge im Hotel Landhaus Flottbek: Baron-Voght-Straße 179 (Nienstedten), Telefon 040.82 27 41 60; www.hygge-hamburg.de

Noch mehr „Rindchen schlemmt“?


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 

 

 


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 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Top 10: Tipps für einen Restaurantbesuch mit Kindern

Mit der ganzen Familie essen gehen, kann schon mal eine echte Herausforderung werden. In diesen Restaurants sind nicht nur die großen, sondern auch die kleinen Gäste immer willkommen. Versprochen: Hier schmeckt’s allen

 

Block House

 

 

Ein grandioses Restaurant, um mit der Familie essen zu gehen. Denn im Block House sind die Kinder die Stars, die Bewirtung der Kleinen wird hier großgeschrieben – und das seit Jahrzehnten. Außer Mal- stiften gibt es Geschenke für die Kleinen sowie ein eigenes Kinder- menü. Auf den Tisch kommt nur, was nach strengen Regeln geprüft und für erstklassig befunden wurde.

Block House: Dorotheenstraße 57 (Winterhude), Telefon 27 78 46, Mo–Sa 11.30–24, So 11.30–23 Uhr

 

Jim Block

 

Selbstbedienungsrestaurants sind mit Kindern an der Hand nicht immer einfach. Hier jedoch sind die Mitarbeiter geduldig und obendrein gewillt, das Kindermenü mit diversen Extrawünschen anzupassen. Die Burger sind kreativ belegt und man kann wählen zwischen Beef, Chicken oder Veggie Patty. Dazu Pommes und Coleslaw, beides schmeckt richtig lecker. Es geht schnell, die Preise sind okay und die Kinder zufrieden und satt.

Jim Block: Dammtorstraße 29-32 (Neustadt), Telefon 32 08 83 60, So–Do 11.30–22, Fr+So 11.30–23 Uhr

 

Küchenfreunde

 

 

Hier ist jeder (Kinder-)Wunsch genehm. Denn Kinder wollen nicht immer so, wie die Karte. Aber die Küchenfreunde machen es Eltern leicht. Ob Schnitzel mit Pommes (anstatt der angegebenen Bratkartoffeln) oder Semmelknödel – hier essen Kinder mit guter Laune. Neben Klassikern stehen auch saisonale Gerichte auf der Karte.

Küchenfreunde: Lehmweg 30 (Hoheluft), Telefon 49 02 19 65, Mo–Fr 12–15 und 18–24, Sa 18–24 Uhr

 

Mama Trattoria

 

 

Wenn ein Restaurant schon Mama heißt, liegt es auf der Hand: Hier sind Familien willkommen. Es gibt die einfache italienische Küche mit viel Liebe wie Pizza, die wahlweise klassisch, besonders dünn oder mit weißer statt roter Tomatensoße frisch aus dem Steinofen kommt – mit vorwiegend regionalen Zutaten. Malsachen, ausreichend Kinderstühle und ein gut bestückter Wickeltisch sind vorhanden.

Mama Trattoria: Gertigstraße 51 (Winterhude), Telefon 31 70 17 33, Mo–So 11.30–23.30 Uhr

 

Nostalgia bei Sotiris

 

 

Wenn mit Kindern zum Griechen, dann nur zu Janni. Hier punkten weder Spielecke noch Gimmicks, sondern das Interesse, die Geduld und die Liebe zu Kindern. Damit hat es das Nostalgia bei Sotiris zum beliebtesten Familien- restaurant Ottensens gebracht. Auch mit der Flexibilität, dass Wünsche wie lieber Gurke anstatt Krautsalat selbst- verständlich erfüllt werden. Janni ist der perfekte Gastgeber. Liebe – mehr braucht es nicht.

Nostalgia bei Sotiris: Eulenstraße 49 (Ottensen ), Telefon 34 87 16 93, Mo–Do 17–24, Fr+Sa 16–24, So 13–24 Uhr

 

Peter Pane

 

 

Die Burgerkette ist für ein Essen mit Kindern immer eine sichere Bank. Durch das warme Licht herrscht eine Wohlfühlatmosphäre, und man muss nie zu lange auf das Essen warten. Zudem werden Extrawünsche, wie auf gar keinen Fall Tomaten, berücksichtigt. Die Burger sind kreativ belegt und schmecken lecker. Und ein Pfund Fritten (prima zum Teilen) sind der Hit. Abgerundet durch verschiedene Dips und eine hausgemachte Limonade.

Peter Pane: Holstenstraße 111 (Altona), Telefon 86 69 87 60, Mo–So ab 11 Uhr

 

Pizza Bande

 

Hamburgs beste Pizza, Foto: Pizza Bande

Foto: Pizza Bande

 

Die Pizza Bande auf St. Pauli kommt mit lässigem Barcharme daher. Bestellt und bezahlt wird an der Theke. Als die Thekenkraft sieht, dass Kinder dabei sind, fragt sie nach deren Namen und notiert sie auf dem Bestellbon – also doch eine kleine Extrawurst. Das Prinzip dieses Ladens kommt Kindergaumen entgegen: Hier stellt sich jeder seine Pizza selbst zusammen.

Pizza Bande: Lincolnstraße 10 (St. Pauli ), Mo–Do 12.30–22, Fr+So 12.30–23, Sa 13.30–23, So 13.30–22 Uhr

 

Rio Grande

 

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Caesar‘s Salat

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So geht familienfreundlich. Das Rio Grande ist gediegen-gemütlich und so angenehm normal, dass auch mal ein Glas umfallen darf, ohne dass es irgendjemanden kümmert. Der Service bleibt unaufgeregt und freundlich. Es gibt eine Kinderkarte, aber auch sonst findet der Nachwuchs auf jeden Fall etwas, denn die Gerichte werden ohne Chichi angeboten. Genauso macht das Familienessen Spaß.

Rio Grande: Dockenhudener Straße 2 (Blankenese), Telefon 88 94 19 41, Mo–Sa 11.30–24, So 9.30–22 Uhr

 

Schweinske St. Pauli

 

 

Seit Jahrzehnten eine Anlaufstelle für Familien. Es gibt eine Spielecke, Hochstühle, fast immer auch einen Wickeltisch und Kindertoiletten. Auf der Speisekarte locken „Zwergenteller“ für Kinder bis zwölf Jahre. Wer keine Lust auf „Miss Piggy“ (Schnitzel mit Pommes) hat, kann auch vom Schwein abweichen und das „Gagga“ wählen, Hähnchen-Crossis mit Pommes.

Schweinske: Silcherstraße 1 (Bahrenfeld), Telefon 85 50 06 07, täglich 9–23 Uhr

 

SoHo Chicken

 

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Foto: Anna Lena Ehlers

 

Hier kann die vorhandene Kinderkarte getrost außer Acht gelassen werden. Einfach den SoHo Ranger bestellen, ein Maishähnchen aus dem Paderborner Land, kross gegrillt. Keine Panik: Jetzt beginnt nicht das große Gemetzel, denn der Hahn ist zum Glück bereits zerteilt. Dazu eine Portion Wokgemüse und ’ne Schüssel Pommes – fertig ist das Family-Menü.

SoHo Chicken: Eppendorfer Weg 204 (Eppendorf), Telefon 52 10 36 90, Mo–So 11.30– 23 Uhr


 SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN 2020. Das Magazin ist seit dem 3. April 2020 im Handel und auch im Online Shop erhältlich! 

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