Die Newcomerin Nina Chuba im Interview

Bisher kannte man die 21-jährige Hamburgerin vor allem als Schauspielerin, jetzt ist Nina Chuba auch im Musikgeschäft präsent. Kürzlich gewann sie den Hamburger Musikpreis Krach + Getöse und veröffentlichte danach ihre erste EP „Power“

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Nina, eben noch Krach + Getöse gewonnen, jetzt schon eine EP draußen. Die Musikkarriere ist ordentlich angekurbelt. Bist du geduldig genug, wie man so sagt, „gesund zu wachsen“? Oder kann’s dir nicht schnell genug gehen mit dem Erfolg?

Nina Chuba: Mal so, mal so. Manchmal will ich, dass es schneller geht, andererseits ist mein Management auch sehr dahinter, dass ich kein schneller Hype werde, der genauso schnell wieder vergeht. Alles Schritt für Schritt zu nehmen, ist ja auch das Beste, was man als Künstlerin machen kann. Besser jedenfalls, als von jetzt auf gleich nach ganz oben gebeamt zu werden.

Was ist denn momentan dein oberstes Ziel?

Ich würde mir schon wünschen, dass ich international einen Namen bekomme, also auch auf dem englischen und amerikanischen Markt. Deswegen mache ich auch englische Musik.

Ein Stück weit Kritik am schnellen Show-Geschäft, in dem du als Schauspielerin und jetzt auch als Musikerin unterwegs bist, ist auf „Power“ im Song „Jungle“ zu hören …

… den ich im vergangenen Jahr nach der Berlinale geschrieben habe, er bezieht sich vor allem auf die Schauspielbranche, aber man kann ihn natürlich auch gut auf die Musikszene beziehen. Beide haben Nachteile, und wenn man ein Teil davon ist, macht man ab und zu selbst Dinge aus egoistischen Gründen. Das ist das Business (lacht).

 

„Durch ihn habe ich viel gelernt“

 

Wann hast du denn zuletzt etwas aus egoistischen Gründen gemacht?

Hmm, na ja, manchmal mag man bestimmte Leute persönlich sehr gerne, kommt mit ihnen aber auf einer Arbeitsebene nicht wirklich gut zusammen. Und es ist schon komisch, wenn man dann sagen muss: „Lass uns lieber Freunde sein und die gemeinsame Arbeit beenden.“ Aber das war auch nicht wirklich egoistisch von mir, ich bereue es zumindest nicht.

Mal zur Musik: Stammt die Klangästhetik von „Power“, dieser leicht düstere, Billie-Eilish- mäßige Sound, eigentlich voll und ganz aus deinem Kopf?

Ich arbeite mit meinem Produzenten und Co-Writer Morten Aamodt zusammen, er hat seinen Teil dazu beigetragen, dass die EP so geworden ist, wie sie jetzt ist. Durch ihn habe ich viel gelernt. Ich mache das alles ja auch noch gar nicht lange, habe erst vor anderthalb Jahren meinen ersten richtigen Song geschrieben.

Dann stammen die „Power“-Lyrics auch von euch beiden?

Ja, die meisten Texte schon.

Nun ist die EP raus – aber du kannst damit nicht so oft live auftreten, wie du es geplant hattest. Wie gehst du mit der aktuellen Krisensituation um?

Ich weiß noch nicht, wie es sich anfühlt, als Solo-Künstlerin live aufzutreten, von daher fehlt mir noch nichts. Aber dieses Jahr wäre natürlich eine gute Zeit gewesen, um mal ein bisschen den Fuß in die Live-Szene zu kriegen und mich auszuprobieren, bevor es vielleicht zu größeren Venues kommt. Ich muss mit der Situation jetzt einfach zurechtkommen und glaube, dass es irgendwann auch wieder anders sein wird.

 


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2020. Das Magazin ist seit dem 29. August 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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