Der für den Hiscox Kunstpreis nominierte Künstler übersetzt digitale Bildwelten in haptische Ölmalerei und fragt: Was bleibt vom Menschlichen in einer zunehmend digitalen Welt?
Analoge Malerei: Mit dem Pinsel im Kampf gegen digitale Entfremdung
Chauvin, der in Hamburg lebt und arbeitet, gehört derzeit zu den spannend beobachteten Positionen der lokalen Kunstszene. Als Nominierter für den Hiscox Kunstpreis und Tutor in der Klasse von Anselm Reyle an der HFBK Hamburg verbindet er akademische Praxis mit einer klaren künstlerischen Haltung.
Seine Arbeiten kreisen um das Spannungsfeld zwischen digitaler Bildwelt und analoger Erfahrung. Glitches, Screenästhetik und algorithmische Oberflächen übersetzt er in klassische Ölmalerei, ein Medium, das bewusst auf Materialität, Widerstand und Zeit setzt. Diese Gegenüberstellung versteht der Künstler als eine Art „synthetische Romantik“: den Versuch, emotionale Nähe in einer zunehmend künstlichen Realität zurückzugewinnen.
Statt Technikbegeisterung zu feiern, untersucht Chauvin die Ambivalenz digitaler Kultur, ihre Faszination ebenso wie ihre Leere. Seine Bilder geben dem Virtuellen buchstäblich Gewicht und stellen den „Human Touch“ als künstlerischen Gegenentwurf zur entkörperlichten Gegenwart in den Mittelpunkt.

