Hinter Hamburgs Kulissen: Altonaer Theater 

Petra, Schichtdienstleitung Vorderhaus, Altonaer Theater 
Petra: „Dass ein Theaterstück überhaupt zustande kommt, liegt ja nicht nur an den Schauspielenden“©Paula Budnik
Petra: „Dass ein Theaterstück überhaupt zustande kommt, liegt ja nicht nur an den Schauspielenden“©Paula Budnik

„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute – so ist mein Verhältnis zum Theater. Ich kann mir nicht vorstellen, jemals von hier wegzugehen. Angefangen am Amateurtheater, kam ich letztendlich an dieses Haus, das Altonaer Theater. Aber von vorn: Ich wollte schon als Kind zum Theater und wusste, das ist mein Ding. In Poppenbüttel bin ich nach der Schule zum Amateurtheater gegangen und dann in Rissen. Danach habe ich 20 Jahre lang Maske gemacht. Das ist mein gelernter Beruf. Ich bin Visagistin und Brautstylistin, das mache ich auch immer noch und das, obwohl ich ja eigentlich schon in Rente bin! Vor neun Jahren habe ich mich am Altonaer Theater als Aushilfe fürs Weihnachtsmärchen beworben und wurde im Anschluss übernommen. Nun bin ich für den Abenddienst verantwortlich. Das bedeutet, dass ich häufig die Erste und die Letzte bin, die kommt und geht: Ich schließe das Haus auf und am Abend, wenn alle schon längst weg sind, auch wieder ab. Mein Team und ich sorgen dafür, dass alles hübsch aussieht. Wir verteilen Flyer und sorgen dafür, dass den Leuten die Garderobe abgenommen wird. Wir verteilen Sitzkissen, zeigen den Gästen wo das Café und die Toiletten sind, wir sprechen mit den Menschen und beantworten ihre Fragen. Damit wir bestens informiert sind, ist es wichtig, dass wir uns eine der letzten Proben anschauen. Da schreiben wir uns alles Mögliche auf: Wird geraucht? Wird geschossen? Wie lange dauert das Stück? Gibt es eine Pause? Alles Mögliche eben. Mich persönlich interessiert es unheimlich. Es kommt nicht selten vor, dass ich mir ein Stück mehrere Male anschaue. Anders könnte ich ja überhaupt nicht arbeiten – unten stehen und nicht wissen, was oben auf der Bühne stattfindet? Das geht nicht. Ich mag den Austausch mit den Zuschauenden. Dass ein Theaterstück überhaupt zustande kommt, liegt ja nicht nur an den Schauspielenden. Es gibt unfassbar viele Menschen, die als Team zusammen funktionieren müssen, um so einen schönen Abend zu ermöglichen. Es passiert so viel, was man gar nicht sieht. ‚Irgendwas ist immer‘ das ist hier unser Running Gag. Aber am Ende klappt es immer. Irgendwie. Und das liebe ich. Es ist ganz familiär und ich finde das Theater etwas ganz Besonderes.“

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