MARKK: Katzen! Katzen! Katzen!

Auf den kulturgeschichtlichen Spuren der Katze als jahrtausendealter Symbolfigur
Plakatmotiv KATZEN!
Plakatmotiv KATZEN! (©MARKK)

Sie schnurren wohlig vor sich hin, schauen grimmig in die Kamera oder machen es sich an Orten bequem, die aus menschlicher Sicht nicht unbedingt nach Entspannung schreien, wie etwa Umzugskartons oder Küchenschränke: Katzen. Seit Jahren schon streifen sie auch durch die Kanäle aller sozialmedialer Plattformen und erobern jeden Tag die Herzen von Millionen Usern – und sie sind offenbar gekommen, um zu bleiben. Denn in Anbetracht der Hochgeschwindigkeit und Kurzlebigkeit vieler Social-Media-Trends bildet der sogenannte Cat Content eine erstaunlich widerstandsfähige Bubble mit Entertainmentfaktor und Wohlfühlcharakter in einer digitalen Welt, die nicht selten wie ein visueller Verstärker für all die Kriege, Krisen und Konflikte auf der Welt wirkt.

Kein kurzlebiger Trend: Katzen begeistern über Dekaden hinweg

Hello Kitty gehört zu den niedlichsten aller Kätzchen und bringt, wie etwa hier in Lampenform, Herzen zum Leuchten © MARKK, (Foto: Paul Schimweg)

Dass diese weltweite Katzenfaszination jedoch weder allein an digitale Phänomene gebunden noch zwangsläufig eine triviale Modeerscheinung der Gegenwart ist, zeigt die aktuelle Schau „Katzen!“ im MARKK (Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt). Mit Blick auf die globale Kultur- und Kunstgeschichte wurde die Katze – und damit sind sowohl Klein- und Groß- als auch Haus- und Wildkatzen gemeint – seit Jahrtausenden in unzählige Bild-, Text- und Objektformen übersetzt und symbolisch unterschiedlich aufgeladen. So kommen in der Ausstellung etwa ägyptische Masken für Katzenmumien aus dem 1. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung oder chinesische Kinderschuhe mit Tigerkopf aus dem 19. Jahrhundert ebenso zur Ansicht wie der filmgeschichtliche Ursprung aller Katzenclips kraft zweier Videoaufnahmen aus den 1890ern, zeitgenössische Objekt- und Animationskunst, ein komplett verspiegelter Raum voller japanischer Maneki-neko, besser bekannt als Winkekatzen, und natürlich einiges von der Produktpalette der wohl kecksten aller Samtpfötchen, die mit ihrem Schleifchen im Fell seit mehr als 50 Jahren Popgeschichte schreibt: Hello Kitty. Zu fassen bekommen haben die Kuratorinnen Lara Selin Ertener, Lotte Warnsholdt und Johanna Wild dieses riesige Zeit-, Formen- und Bedeutungsspektrum durch eine thematische Konzentration auf fünf Bereiche, die jeweils einer spezifischen Charaktereigenschaft von Katzen zugeordnet sind: niedlich, nützlich, verehrt, stark und unabhängig. Diese Bereiche wiederum werden durch bestimmte Farben, Muster und Materialien repräsentiert – nicht schwer zu erahnen, welcher Teil des Ausstellungsraums etwa mit zuckersüßem rosa Plüsch ausgekleidet ist.

Geteilte Katzenliebe auf der Großleinwand

An einigen Stationen können die Besuchenden auch selbst aktiv werden – etwa beim Kostümieren vor einem großen Wandspiegel oder beim Betexten digitaler Katzenbilder an einem Meme-Generator. Wer sich hingegen zurücklehnen und entspannen möchte, kann auch das in der Ausstellung tun – und zwar auf einem gigantischen knallpinken Sofa in Katzenform, vor dem eine Leinwand von der Decke hängt, auf der ganz besonderer Cat Content zu sehen ist: eine Slideshow aus privaten Katzenbildern, die im Vorlauf der Schau per Outreach-Projekt eingesammelt wurden. So sieht geteilte Katzenliebe aus.

Abonniere unser
"Heute in Hamburg"
Update per E-Mail oder WhatsApp!

Die spannendsten Events in der Stadt und das Neueste aus der Hamburger Gastro- und Kulturszene. Wir halten dich auf dem Laufenden. 😃

👉 Stattdessen via Messenger abonnieren

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Abonniere unseren Newsletter!

Erhalte jeden Tag die besten Empfehlungen für deine Freizeit in Hamburg.

Unsere Datenschutzbestimmungen findest du hier.

#wasistlosinhamburg
für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf