Kristina: „Es war ein langer Abschied“

„Ich habe gelernt, dass es aus jeder Lebenssituation etwas Positives zu ziehen gibt. Auch, wenn sie noch so blöd erscheint. Vor acht Wochen ist mein Mann an Krebs gestorben. Neben dem Verlust ist das für meine zwei Kinder und mich auch mit finanziellen Sorgen verbunden. Können wir unseren Lebensstandard so halten, wie wir es gewohnt waren? Was geht noch? Was geht nicht mehr? Das alles bringt Veränderungen mit sich, die aber nicht zwingend schlecht sein müssen.

Wir wussten seit zwei Jahren, dass er krank ist. Demnach war es ein langer Abschied, auf den wir uns vorbereiten konnten. Dann kam auch noch Corona, was vor allem für meine Kinder nicht ganz leicht war. Mein Sohn studiert in Regensburg, meine Tochter hat letztes Jahr Abi gemacht. Für beide steht das Jahr quasi auf Stand-by.

Und dennoch gibt es nach wie vor wunderschöne Tage. Vor allem die mit unserem Pferd. Meine Tochter hatte vor Jahren schon den Wunsch, ein Pferd zu haben und war da sehr penetrant. Wir hatten immer gehofft, dass das irgendwann abklingt, weil ich aus meiner Jugend wusste, wie viel Geld und Zeit ein solches Tier bedeutet.

Als wir uns dann eins angeschaut haben, war ich sofort Feuer und Flamme. Im Nachhinein die beste Entscheidung. Ein Pferd zu besitzen bedeutet unheimlich viel Ausgleich, Liebe und Zeit in der Natur. Pferde sind im Hier und Jetzt, man bekommt in ihrer Anwesenheit den Kopf frei.  Wie jeder so seins hat, haben wir unser Pferd. Und es hat uns durch die schwierigen letzten Monate gebracht.“

/ Von Max Nölke

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