Die Lessingtage wurden 2010 erstmals vom Thalia Theater veranstaltet und sind seitdem ein fester Bestandteil der Hamburger Theaterszene. Mit zahlreichen internationalen Gastspielen widmet sich das Festival einer zentralen Frage, mit der sich bereits der berühmte Hamburger Dichter Gotthold Ephraim Lessing beschäftigte: Wie kann Verständigung zwischen Kulturen und Religionen im Großen wie im Kleinen gelingen?
2026 werden die Lessingtage erstmals von dem renommierten Theatermacher Mathias Lilienthal kuratiert und stehen unter dem Motto „Postpopulismus“. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf der politischen und gesellschaftlichen Situation in Polen. Zu sehen sind unter anderem bekannte polnische Inszenierungen wie Jakub Skrzywaneks „Attack on the National Stary Theatre“ sowie Marta Górnickas „Mothers: A Song for Wartime“, in dem ein Chor ukrainischer, belarussischer und polnischer Frauen im Alter von neun bis 71 Jahren von Gewalt, Krieg und persönlichen Erfahrungen erzählt.
Ergänzt wird das Programm durch ein umfangreiches Symposium, kuratiert von Julia Roth und Olga Drygas, das sich in Vorträgen und Diskussionen mit dem Thema Postpopulismus auseinandersetzt. Zudem bringt Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen, eines seiner theatralen Prozessformate auf die Bühne des Thalia Theaters und stellt die Frage, welche Auswirkungen tägliche faschistische Propaganda auf unser Denken hat.
Erstmals wird es bei den Lessingtagen zudem ein Festivalzentrum mit dem Namen „Inhabilia“ geben. Organisiert wird es von einer Gruppe Kunststudierender aus Düsseldorf, die über die gesamte Festivalzeit im Foyer des Thalia Theaters zum gemeinsamen Essen, Tanzen und zu offenen Gesprächen einladen werden.
Das gesamte Programm und alle Termine gibt es auf der Seite des Thalia Theater.
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