„New York Times“-Autorin Alexandra Jacobs hat über „The Loneliness of Sonia and Sunny“, wie das Buch im Original heißt, geschrieben, mit den Protagonistinnen und Portagonisten aus der 752-seitigen Familiensaga Zeit zu verbringen sei „angenehmere Gesellschaft als die von Menschen im wahren Leben“ – ein schöneres Kompliment kann man einem Roman kaum machen (wie ihre Freunde und Familie auf diese Aussage reagiert haben, ist nicht überliefert).
Erzählt wird in „Die Einsamkeit von Sonia und Sunny“ die Geschichte zweier Menschen in den USA mit indischen Wurzeln: Sonia, die in Vermont Literatur studiert und Sunny, der als Journalist in New York City von einer großen Journalistenkarriere träumt. Kennenlernen tun sich die beiden in ihrer indischen Heimat, und bereits bei ihrem ersten Aufeinandertreffen verspüren die beiden eine immense Anziehung zueinander – auch wenn sie drohen, im reißenden Strudel von familiären Erwartungen, dem Clash zwischen Tradition und Moderne sowie Pflicht und Selbstverwirklichung unterzugehen. Ein wahnsinnig packender Roman, der nicht nur von der „New York Times“ zu einem der besten Bücher 2025 gekürt wurde (dort kam das Buch bereits im letzten Jahr heraus), sondern das auch für den letztjährigen Booker Prize nominiert war und auf der Shortlist stand.
Diese Kritik ist zuerst in der SZENE HAMBURG 04/26 erschienen.

