Beachvollyballer Kalle Pieper: „Olympia in Hamburg hätte viele Vorteile“
Kalle Pieper, 18 Jahre, Beachvolleyballer beim Eimsbüttler TV

SZENE HAMBURG: Kalle Pieper, die Stadt Hamburg möchte sich als Austragungsort für die Olympischen sowie Paralympischen Spiele ab 2036 bewerben. Befürwortest du dieses Vorhaben?
Kalle Pieper: Ich befürworte das Vorhaben Olympia in Hamburg absolut. Es wäre in meinen Augen nicht nur ein Mehrwert für die Sportlerinnen und Sportler, sondern für die ganze Gesellschaft in Hamburg beziehungsweise Deutschland. Natürlich ist die Pandemie dann schon ziemlich weit weg, aber es würde den Zusammenhalt der Menschen wieder fördern – frei von politischen Meinungen, Herkunft oder sozialem Status. Wir haben das ganze schon einmal, letztes Jahr bei der Fußball-EM in Deutschland, gesehen. Wie stark und gut muss der Effekt dann bitte bei Olympia sein?!
Als Athlet wäre mir vor allem wichtig, dass die Sicherheit aller gewährleistet ist
Kalle Pieper
Was wäre dir als Athlet wichtig an der Austragungsstätte der Olympischen Spiele?
Als Athlet wäre mir vor allem wichtig, dass die Sicherheit aller gewährleistet ist. Die Sportler, aber auch die Zuschauer müssen sorgenfrei den Sport ausüben und genießen können. Außerdem wäre es für die Sportlerinnen und Sportler sehr vorteilhaft, wenn die Herbergen in der Nähe vieler Spielstätten sind. Somit ist der Weg zu den Spielen mit keinem großen Aufwand verbunden und man kann sich noch besser auf den Sport fokussieren. Nachhaltigkeit sollte dabei aber nicht vergessen werden. Ich finde es wichtig, dabei immer noch auf den Klimawandel zu achten und nicht alles neu zu bauen, sondern am besten zu recyceln oder renovieren – sowohl Sporthallen als auch Herbergen.
Austragungsort der Spiele zu sein, bringt viele Herausforderungen mit sich. Welche positiven oder auch negativen langfristigen Auswirkungen könnte Olympia ab 2036 in Hamburg auf die Sportkultur sowie Infrastruktur der Stadt haben?
Ich denke, dass sich die Olympischen Spiele größtenteils sehr positiv auf die Stadt Hamburg auswirken würden. Sie würden erstens durch die erhöhte Aufmerksamkeit mehr Touristen anlocken und mehr Events in Hamburg stattfinden lassen. Aber auch mehr Investoren würden in die Stadt investieren wollen und wir hätten somit die Möglichkeit, zum Beispiel die Barrierefreiheit der U- und S-Bahn zu verbessern. Natürlich wären aber auch nach den Spielen alle Sportstätten, die saniert wurden, wieder für den freien Nutzen zugänglich, ebenso alle sanierten Wohnungen, Herbergen et cetera. Olympia in Hamburg hätte also viele Vorteile. Der einzige Nachteil, den ich sehe, könnte der Massentourismus sein, der möglicherweise für viele Bewohnerinnen und Bewohner Hamburgs abschreckend ist.
Paratriathletin Neele Ludwig: „Wir wollen zeigen, wie aktiv die Hamburgerinnen und Hamburger sind“
Neele Ludwig, 35, Paratriathletin beim TSG Bergedorf, nahm bei den Paralympischen Spielen 2024 in Paris teil

SZENE HAMBURG: Neele Ludwig, die Stadt Hamburg möchte sich als Austragungsort für die Olympischen sowie Paralympischen Spiele ab 2036 bewerben. Befürwortest du dieses Vorhaben?
Neele Ludwig: Hamburg ist das Tor zur Welt. Wir wollen auf jeden Fall zeigen, wie aktiv die Hamburgerinnen und Hamburger sind und was für eine Gemeinschaft in unserer Stadt herrscht. Für Hamburg ist es ein großer Schritt zu einer besseren Sportinfrastruktur und Bewegung für alle.
Was wäre dir als Athletin wichtig an der Austragungsstätte der Spiele?
Wichtig für Paralympische Spiele ist eine Stadt, die barriereärmer wird, davon profitieren alle Hamburgerinnen und Hamburger. Ebenso vom Ausbau des ÖPNV, auch in den Randbezirken. Und als Sportlerinnen und Sportler wünschen wir uns natürlich Spiele mit viel Publikum.
Für Hamburg ist es ein großer Schritt zu einer besseren Sportinfrastruktur und Bewegung für alle
Neele Ludwig
Austragungsort der Spiele zu sein, bringt viele Herausforderungen mit sich. Welche positiven oder auch negativen langfristigen Auswirkungen könnte Olympia ab 2036 in Hamburg auf die Sportkultur sowie Infrastruktur der Stadt haben?
Was Sport transportieren kann, das muss man erlebt haben. Ein größeres Miteinander, ein zusammen Siegen oder Verlieren, gibt es vergleichbar nicht. Das ist in der heutigen Zeit ein wichtiges Zeichen. Herausfordernd wird für Hamburg, die ganzen sportbegeisterten Fans unterzubringen. Aber auch das wird Hamburg wuppen.
Dieser Artikel ist zuerst in SZENE HAMBURG 02 / 26 erschienen.

