Obdachlosigkeit in Hamburg: Ausstellung rückt verdrängte Realität in den Fokus
Mit seiner Ausstellung „Schlafquartier“ – Obdachlosigkeit in deutschen Großstädten“ holt der Hamburger Fotograf Lars Klingenberg dieses Thema bewusst ins öffentliche Bewusstsein. Vom 8. Mai bis zum 18. Juni ist die Schau im Rahmen des Hamburger Architektursommers zu sehen. Klingenberg verzichtet bewusst darauf, obdachlose Menschen direkt zu porträtieren. Stattdessen richtet er den Fokus auf ihre Schlaforte, auf Nischen, Ecken und improvisierte Rückzugsräume im urbanen Raum. Ergänzt durch O-Töne und Textfragmente entstehen eindringliche Einblicke in Lebensrealitäten, die sonst oft verborgen bleiben.
Fotografische Kunst trifft Gesellschaftskritik: Das Konzept hinter „Schlafquartier“
Die Arbeiten bewegen sich zwischen dokumentarischer Fotografie und künstlerischer Inszenierung. Teilweise wirken die Motive fast skulptural, und genau darin liegt ihre Wirkung: Sie ziehen Aufmerksamkeit auf sich und fordern zum Innehalten auf. Seit 2015 arbeitet Klingenberg an dem Projekt und verbindet visuelle Kunst mit sozialer Analyse. Ein zentraler Aspekt der Ausstellung ist der Einfluss von Stadtarchitektur. Wie werden öffentliche Räume gestaltet, und für wen?
Ergänzend zeigt Fotograf Julius Schreiner seine Serie „Silent Agents“, die sich mit sogenannter defensiver Architektur beschäftigt, also baulichen Maßnahmen zur Verdrängung obdachloser Menschen.
Das Rahmenprogramm
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Eine szenische Lesung sowie eine Podiumsdiskussion am 16. Juni greifen zentrale Fragen auf: Warum steigt die Zahl obdachloser Menschen weiter an? Welche Lösungen sind realistisch? Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Sozialarbeit und Architektur kommen dazu ins Gespräch.

