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Grüne Stadt des Jahres 2021: Hamburg gewinnt Nachhaltigkeitspreis

Hamburg wird für seine effizienten und klimakompatiblen Stadtstrukturen, zukunftsweisende Mobilitätskonzepte und Grünflächen mit dem Green Good Design Award 2021 gekürt

Text: Isabel Rauhut

 
Das Europäische Zentrum für Architektur, Kunstdesign und Stadtforschung und das Chicago Athenaeum Museum haben Hamburg mit dem Good Design Award als „Grüne Stadt des Jahres“ 2021 ausgezeichnet.Der Good Design Award wurde 1950 von den Architekten Charles und Ray Eames sowie Eero Saarinen in Chicago gegründet und ist die älteste und renommierteste Auszeichnung für herausragendes Design weltweit. Jedes Jahr reichen Tausende von internationalen Designern und Herstellern aus über 50 Nationen ihre neuesten Designs ein, um die Innovation, die fortschrittliche Technologie, die Nachhaltigkeit sowie die Gesamtästhetik ihres Produkts vorzustellen.

 

Hamburg als Vorbild

 

Basierend auf den Designkriterien des ursprünglichen Good Design-Programms der 1950er Jahre, das vom Museum of Modern Art in New York eingerichtet wurde, holt Hamburg dank diversen, über die gesamte Stadt verteilten nachhaltigen Projekten den Pokal nach Hause. Besonders hervorgehoben wurde die HafenCity mit dem Nachhaltigkeits-Pavillon „OSAKA9“, der Energieberg Georgswerder, das GrünesNetzHamburg, die viele Dachbegrünung und das WÄLDERHAUS mit dem „Sience Center“ rund um das Thema Wald und Nachhaltigkeit.

„Wir freuen uns sehr, dass die Stadt Hamburg mit dem diesjährigen renommierten Green Good Design Award für die bemerkenswerten nachhaltigen Leistungen ausgezeichnet wird“, erklärt Kieran Conlon, Direktor des Europäischen Zentrums. „Hamburg ist bekannt als eine der besten Städte zum Leben. Von der Ökologisierung der Stadtteile bis zur Schaffung von Wohnraum, der mit hohen Umweltwerten vereinbar ist, hat sich Hamburg einen Namen als Pionier für nachhaltige Stadtentwicklung gemacht. Das Vorbild Hamburgs sollte andere Städte inspirieren, die besten Nachhaltigkeitspraktiken umzusetzen“, fügt Conlon hinzu.

 

Ausgestellte Nachhaltigkeit

 

Die Ausstellung „Green Good Design 2021“, die vom Europäischen Zentrum und dem Chicago Athenaeum organisiert wird und vom 14. bis 30. Mai 2021 im Contemporary Space Athens in Griechenland stattfindet, stellt auch Hamburger Projekte aus. Zusammen mit 150 anderen „Green Good Design Award“-Gewinnern von 2021 wird Hamburg zudem in einem kommenden Buch mit dem Titel „Green Good Design“ vorgestellt, das von der Metropolitan Arts Press veröffentlicht wird.

europeanarch.eu


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Ausstellung: Blicke auf 150 Jahre Hamburger Kunsthalle

Ihr 150. Jubiläum feiert die Hamburger Kunsthalle mit einer Schau, die mehr als ein Rückblick ist

Text: Sabine Danek
Foto (o.): Christoph Irrgang – Hamburger Kunsthalle

 

Einst flanierte man einen Hügel zur Kunsthalle hinauf, Kutschen fuhren vorbei, die Kleider waren lang und drum herum war alles grün. Nach vielen Provisorien bekam die Kunsthalle 1869 den heutigen, zentralen Bau und ihren ersten Direktor. Doch ausgerechnet ihm gefiel der Prachtbau nicht wirklich. Der starre Historismus stand Alfred Lichtwarks Auffassung, dass ein Museum sich aus seiner Nutzung heraus ergeben solle, im Weg. Mit ihm begann nicht nur eine Ausstellungs- sondern auch eine Architekturgeschichte, die immer wieder von Auseinandersetzungen begleitet war.

 

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Gründungsbau der Hamburger Kunsthalle, vor 1889 / Foto: Hermann Priester – Hamburger Kunsthalle

 

Als 1906 ein Anbau geplant war, nutzte Lichtwark die Gelegenheit, andere europäische Ausstellungshäuser zu studieren und setzte nach vielen Querelen schlichtere Räume und hohes Seitenlicht durch. Die nächste erbitterte Diskussion folgte fast 80 Jahre später mit dem Wettbewerb für die Galerie der Gegenwart, der 1985 ausgeschrieben wurde und bei dem sich nicht einer der visionären Entwürfe, sondern der Klotz des Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers durchsetzte, der wie eine Bastion auf den ehemaligen Wallanlagen steht und auch genauso schwer einzunehmen ist. Zu seinem abweisenden Äußeren gesellen sich steile Treppen und ein beklemmendes Untergeschoss, in dem noch am besten die klaustrophobische Retrospektive Gregor Schneiders zur Geltung kam.

 

Glanzstück der Gegenwart

 

Dass die Galerie der Gegenwart dennoch zu einem Glanzstück wurde, liegt an den Kuratorinnen, die dort seit Jahren spannende Schauen von Künstlerinnen wie Eva Hesse, Gego, Roni Horn, Geta Brătescu oder Anita Reé zeigen – und das „Warten“ in einer ikonischen Ausstellung mit überraschenden Facetten versahen.

Mit dem neuen Direktor Alexander Klar, seit August frisch im Amt, feiert die Kunsthalle jetzt ihr Jubiläum – und mit der Schau „Beständig. Kontrovers. Neu – Blicke auf 150 Jahre“. Zusammengestellt von der Leiterin der Provenienzforschung, Uta Haug, und von den jungen Kuratorinnen Shannon Ort, Andrea Völker und Lisa Schmid, will sie Schlaglichter auf die Arbeit des Museums selbst setzen – und dabei durchaus auch kritisch sein. Sie fragt nach den Aufgaben eines Museums, danach was gezeigt und eben nicht gezeigt wird, untersucht dessen Förderung und, ob es Verbindungen zum Kolonialismus gab.

Darüber hinaus sind Postkarten, Fotos und andere Erinnerungen, die Hamburger eingereicht haben, zu sehen und man kann nicht nur über einen NDR-Bericht des Kunstraubs von 1978 staunen, bei dem weder Alarmanlage noch Wächter reagierten, sondern auch über einen Film, in dem im Dämmerlicht die Gemälde der Romantiker erkundet wurden. Auf vielfältige Weise legt der Blick auf die Museumsgeschichte dabei immer auch Fährten in die Zukunft der Kunsthalle aus.

Hamburger Kunsthalle: „Beständig. Kontrovers. Neu – Blicke auf 150 Jahre“, bis 10.11.


Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, September 2019. Titelthema: Mobilität – Das bewegt die Stadt. Das Magazin ist seit dem 29. August 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich!


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