Beiträge

Es geht wieder rund: Sommerdom kehrt zurück

Vom 30. Juli bis 29. August 2021 findet das größte Volksfest Norddeutschlands wieder auf dem Heiligengeistfeld statt.

Text: Felix Willeke

 

Zum letzten Mal drehten sich im Dezember 2019 die Karussells auf dem Heiligengeistfeld, danach kam die Corona-Pandemie. Die  folgenden vier geplanten Dom-Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Jetzt geht es aber wieder los: „Damit geht unser größter Wunsch in Erfüllung, wir bekommen unseren Dom zurück“, sagte Robert Kirchhecker, Präsident des Schaustellerverbandes Hamburg von 1884 e.V., dem „Hamburger Abendblatt“.

Die Wirtschatfsbehörde erlaubt für diesen Sommer 20 bis 30 Prozent weniger Betriebe. Zusätzlich wurde ein umfangreiches Hygiene- und Schutzkonzept erarbeitet. Für den Sommerdom 2021 gilt daher der Einlass nur für negativ Getestete, geimpfte und genesene Personen und es dürfen sich nicht mehr als 10.000 Menschen gleichzeitig auf dem Heiligengeistfeld aufhalten. Darüber hinaus soll es eine Maskenpflicht für alle Besucher:innen geben.


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

 

Emelie: „Man kommt im Leben weiter, wenn man seine Ängste angeht“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Emelie begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Nach dem Abi bin ich von Teneriffa nach Brasilien gesegelt. Vier Wochen auf dem Wasser. Danach bin ich nicht mehr von der Ozeanographie losgekommen. Ich hatte zwar schon immer eine Faszination für den Ozean, aber dort auf dem Schiff hatte ich das Gefühl, ihm das erste Mal so richtig nah zu sein.

Gleichzeitig hat der Ozean ja auch was total Beängstigendes, gerade weil wir so wenig über ihn wissen. Aber ich glaube, man kommt im Leben weiter, wenn man seine Ängste angeht und ihnen nicht aus dem Weg geht. Ich arbeite nebenbei in einem Kletterwald, habe aber oft Angst vor der Höhe. Strange, oder?

Obwohl ich mich in der Ozeanographie viel mit unserer Welt, dem Klima, den Strömungen auseinandersetze, blicke ich positiv in die Zukunft. Vor der habe ich zum Beispiel keine Angst. Auch weil ich glaube, dem Großteil unserer Generation ist mittlerweile bewusst geworden, dass sie was unternehmen muss. Trotzdem wirkt noch eine gewisse Faulheit mit, das merke ich ja an mir selbst. Wenn ich eben die Möglichkeit habe, die Avocado auch im Supermarkt zu bekommen und nicht extra auf einen regionalen Markt gehen muss, dann mache ich es mir manchmal zu einfach. Uns muss eben klar werden, dass so gut wie jede Entscheidung heutzutage eine Auswirkung hat.

 

Mit dem Forschungsschiff nach Kanada

 

Im September gehe ich auf ein Forschungsschiff und fahre mit einer Crew nach Kanada. Ein bisschen Christoph Kolumbus auf Entdecker-Tour, so fühlt es sich an. Es hat etwas Romantisches für mich auf dem Wasser zu sein: Ich segle über das Meer und bin bereit, Neues zu entdecken. Abgekapselt von allem, was sonst auf der Welt passiert.

Solange ich jedoch meine Freunde nicht vergesse, den sozialen Support habe und Leute kenne, denen ich vertraue, mache ich mir keine Sorgen, dass diese Abkapselung in irgendeiner Form länger anhält. Ab und zu muss man sich selbst auf diesem Vertrauen eben challengen. Und auch einfach mal in den Ozean springen. Obwohl man Angst davor hat.“


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Emma: „Es ist okay, wenn es mal schlechter läuft”

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Emma begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Wir waren ganz alleine an diesem superschönen Badesee, irgendwo in Niedersachsen, haben uns ausgezogen und waren Nacktbaden. Dieser komplette Tag in der Natur hat sich mir so krass eingebrannt. Das war letzten Sommer mit ein paar Freundinnen. Die Eltern der einen haben so einen ausgebauten Hof als Ferienhaus. Ach, ich freu mich auf den Sommer.

Und doch habe ich manchmal das Gefühl, ich nutze das Leben nicht so aus, wie man es ausnutzen könnte. Es ist ein bisschen die Angst, später zu merken, dass ich manches versäumt habe. Meistens geht es dabei aber um Kleinigkeiten: Wieso habe ich nicht zugesagt, bin nicht zu dem Treffen, zu der Party gegangen, wieso habe ich das schöne Wetter nicht genutzt?

Aber ich schaffe es auch immer wieder mich daran zu erinnern, nicht allzu hart zu mir selbst zu sein. Es ist okay, wenn es mal schlechter läuft.

Man sollte sich sowieso nicht so vom großen Ganzen stressen lassen. Das habe ich während meines FSJs gelernt. Ich habe in einem Atelier für Menschen mit Behinderung gearbeitet und die haben das gelebt. Sie waren so viel entspannter und jeden Tag dankbar. Dankbar für die kleinen Dinge, dankbar für all die Dinge, die sie machen können und nicht frustriert wegen der Dinge, die sie nicht machen können. Davon können wir eine Menge lernen.

 

„Ich bewundere sie sehr“

 

Und von meiner Mama. Von der können wir auch eine Menge lernen. Eigentlich finde ich, sollte jeder sie kennen, weil sie so toll ist. Für mich war sie schon immer die Frau, die weiß, wo es lang geht, die hat einen Plan und alles was sie sagt und denkt, da gebe ich etwas drauf. Als Kind war es noch doller, aber auch heute noch bewundere ich sie sehr. Meine Mama ist extrem taff. Ich glaube, das hat sie mir ein Stück weit mitgegeben.

Obwohl ich hier und da zur Einsamkeit neige. In der ersten Lockdown-Phase war es besonders stark. Da habe ich in einer blöden Zweier-Zweck-WG in Wandsbek gewohnt und hatte zu viel Zeit mit mir selbst. Aber ich habe schnell gemerkt, dass ich was ändern muss. Also bin ich in eine Achter-WG in Othmarschen gezogen. Es ist ein altes Pflegehaus, mit Garten, großer Küche, großem Wohnzimmer und einer Art Partykeller. Mega nice! Wir sind total bunt zusammengestellt, zwischen 20 und 31 Jahren ist alles dabei.

Irgendwie komme ich mit fast jedem Menschen klar. Das macht zum Teil auch die soziale Arbeit. Ich habe Bock auf Leute, bin offen und interessiert und habe auch für das meiste Verständnis und Empathie.

Wobei, wenn ich so drüber nachdenke: Für Billie Eilish irgendwie nicht. Wieso feiern die alle? Ich finde die öde. Genau wie Harry Potter.“


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Anna: „Da habe ich fast angefangen zu weinen“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Wir fischen sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Anna begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Wir waren viereinhalb Jahre zusammen und ich möchte nichts davon missen, aber es hat einfach nicht mehr funktioniert. Man muss sich auch eingestehen, dass beide irgendwann aufgehört haben, in die Beziehung zu investieren. Jetzt bin ich gerade dabei, meine Sachen aus seiner Wohnung zu holen. In die neue kann ich erst in zwei Wochen. Klamotten kommen jetzt erst einmal bei meinen Eltern unter, ich bei einer Freundin.

Das ist gerade alles nicht so toll, zwischen Corona und Urlaubstagen fühle ich mich ein wenig alleine. Deshalb musste ich jetzt mal ein paar Tage raus und bin hier nach Hamburg gefahren. Zu Bachelor-Zeiten bin ich für ihn aus Hamburg weggezogen, in die Nähe von Osnabrück. Dort arbeite ich mittlerweile in einer forensischen Psychiatrie mit suchtkranken Straftätern zusammen. Das heißt, ich gestalte deren Alltag mit, führe Gespräche, mache Therapiegruppen oder wir sitzen abends einfach nur zusammen und spielen Karten. Ich mag den Job, man lernt viel über Menschen, sich selbst und vor allem mit Rückschlägen umzugehen.

 

Das Gefühl von früher

 

Wenn ich hier so entlanglaufe, kann ich mir aber gut vorstellen, zurück nach Hamburg zu ziehen. Eben bin ich an meiner alten Wohnung vorbeigegangen und habe so ein bisschen das Gefühl von früher gespürt. Das war schön.

Man sagt zwar immer, dass man sich in der Beziehung auf keinen Fall für den anderen verändert, das ist aber Quatsch! Natürlich verändert man sich. Man verändert sich durch jeden anderen Menschen, der einem näherkommt. Manche merken es bloß nicht. Oder erst zu spät.

Was mir jedenfalls momentan hilft, ist unglaublich viel Spazierengehen. Ich bin heute den ganzen Tag ziellos durch die Gegend gelaufen. Gerade saß ich in der Bahn und habe eine Sprachnotiz von einer Freundin bekommen, in der ihre Mutter sich nach mir erkundigt hat, wie es mir denn jetzt geht, was ich mache und mir gewünscht, dass ich glücklich werde. Die Nachricht ging ein paar Minuten und ich habe echt fast angefangen zu weinen, weil ich so gerührt war. Solche Herzenswünsche sind irgendwie das Schönste, was man jemandem sagen kann. Und sie helfen. Mehr noch als Spazierengehen.“


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

TBA // To be announced: Eine Bar mit Nachbarschafts-Feeling

TBA // To be announced: Die schönste Bar ist die eigene Bar, dachten sich die Nachbarn eines Ottenser Hinterhofs – und müssen für das Feierabendbier seitdem nicht mehr weit laufen

Text: Sophia Herzog

 

Möllers, Aurel, Familien-Eck – Ottensen hat viele Bars, die schon seit Jahren fest zur Flaniermeile des Stadtteils gehören. Die besten Schätze verstecken sich meistens aber in den hintersten Ecken: Das TBA // To be announced liegt in einem Hinterhof in der Gaußstraße, eingenistet zwischen Musikschule, Medienagentur und Architekturbüro.

Im Winter knistern hier die Holzscheite in der Feuertrommel, im Sommer stehen die großen Fenster Richtung Hinterhof weit offen, Lampions hängen in den Büschen. „Das Kopfsteinpflaster, die beleuchteten Bäumchen, das ist schon schön“, findet Inhaberin Hannah Bender. Die gelernte Veranstaltungskauffrau eröffnete das TBA 2015 – allerdings nicht im Alleingang. „Die Idee entstand unter Nachbarn“, erinnert sie sich. Gemeinsam mit den Architekten aus dem Büro nebenan setzte sie sich sowieso häufiger abends für ein paar Drinks zusammen. „Warum dann nicht einfach selbst eine eigene Bar aufmachen?“ Gesagt, getan: Mit den Architekten als Gesellschaftern ist Bender seitdem stolze Besitzerin ihres eigenen Lokals.

 

Den „Kleinen Freitag“ zelebrieren

 

Das Nachbarschafts-Feeling der Gründungszeit ist bis heute geblieben: Nach wie vor würde sie mit allen ansässigen Mietern im Hof ein sehr herzliches Verhältnis pflegen, erzählt sie. Inzwischen wird die Bar aber auch von Nicht-Ottensern fleißig besucht. „Das gemütliche Nachbarschaftsgefühl geben wir dann natürlich an unsere neuen Gäste weiter.“

An vielen Abenden vermietet Bender die Bar für Veranstaltungen an Privatpersonen, nicht wegzudenken ist aber der traditionsreiche „Kleine Freitag“ – das gemütliche Beisammensitzen am Donnerstagabend, natürlich inklusive Feierabendbier.

TBA // To be announced: Gaußstraße 136 (Ottensen)


Szene_Hamburg_Februar_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Januar 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Frühstücks-Dschungel: Der EM Breakfast Club

Lieber Lachs statt Camembert und den Obstsalat ohne Ananas? Kein Problem – die Extrawurst gehört hier zum Konzept

Text: Laura Lück
Foto (o.): EM Breakfast Club

 

Ob man mit dieser Kaffeemaschine auch zum Mond fliegen kann? Die Vision Iberital ist die neuste Hightech-Spielerei auf dem Kaffeemarkt und brüht im Em Breakfast Club das erste Mal auf deutschem Boden.

Wo 19 Jahre lang im ehemaligen Café Colmeia Galão floss, sorgt sie jetzt für energieeffizienten, perfekt temperierten Kaffee- und Teegenuss. Die Schläuche und Leitungen in dem futuristischen Ungetüm schimmern blau-schwarz hinter dem semitransparenten Korpus und arbeiten auf Hochtouren, denn: Der Laden am Neuen Pferdemarkt ist voll.

em_breakfastclub

Frühstück mit Urban- Jungle- Feeling (Foto: EM Breakfast Club)

Um das Herzstück des frisch eröffneten Cafés versammeln sich Verliebte, Freunde und zeitungslesende Singles zum Frühstück. Denn hier dreht sich alles um die wichtigste Mahlzeit des Tages – individualisierbar und ohne Kompromisse.

Das „Em“ im Namen ist vietnamesisch und heißt übersetzt so viel wie „Du“. Was willst DU frühstücken, das ist hier die zentrale Frage. Sonderbehandlungs-Scham braucht niemand zu haben. Die Speisekarte ist quasi ein einziger Extrawunsch. Darauf sind Frühstückbowls gelistet, die je eine Basis aus Porridge, Açai-Joghurt oder Ahornquark bieten. Dazu gibt’s Flüssiges wie selbst gemachtes Mangomus und jede Menge Toppings von Chiapudding bis Kokosflocken.

Bei den Breakfast-Plates bietet eine lange Liste an Extras von Gemüsesticks bis zur glutenfreien Brotalternative unzählige Kombinationsmöglichkeiten. Gleiches gilt für die frisch gebackenen Waffeln, die auf Wunsch nicht nur vegan, sondern neben der klassisch-süßen Variante auch mit herzhaften Toppings (Empfehlung: Ziegenkäse mit Feigensenf!) zubereitet werden.

 

em-breakfast-club-c-Laura-lueck

Bestell doch, was du willst: Wunsch- Menü im EBC (Foto: Laura Lück)

 

Chi und Jannis haben jede Menge Herzblut ins Konzept und die fünfmonatige Kernsanierung gesteckt. Der zweistöckige Laden ist nicht wiederzuerkennen: Tapeten mit Dschungelprint, ein Tresen im Rotklinker-Look und überall frisches Grün. Hier möchte man den Tag gern starten. Sind die dunklen Holztische vollgeladen mit köstlichem Kaffee und den liebevoll angerichteten Wunsch-Menüs, macht das schnell neugierig auf die Zusammenstellungen der Begleitung.

Teilen und Probieren macht mindestens genauso Spaß wie das Frühstückbasteln – und erfinderisch beim Menü-Pläne schmieden für den nächsten Besuch.

EM Breakfast Club: Neuer Pferdemarkt 14 (St. Pauli)


Szene-Oktober-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Oktober 2019. Titelthema: Neu in Hamburg. Das Magazin ist seit dem 28. September 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?