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Veranda Music: Von Herzen melancholisch

Nicolai von Schweder-Schreiner ist Gitarrist und Sänger der Hamburger Kult-Band Veranda Music. Mit ihrem neusten Album „Unter Einfluss“ ist die Gruppe auf Kurz-Tour in Hamburg und Berlin unterwegs. Im Interview spricht er über das erste deutsche Album, prominente Fans und sein Verhältnis zur Musik.

Interview: Henry Lührs

Nicolai, du hast dich neben „Veranda Music”auch als erfolgreicher Übersetzer und Theatermusiker etabliert. Möchtest du lieber mit Literatur oder lieber mit Musik assoziiert werden? 

Das wechselt. Ich bin tatsächlich ganz froh, beides machen zu können. Auf einem bestimmten Erfolgslevel würde ich wahrscheinlich Musik sagen. Die war auch als erstes da. Bis vor kurzem wollte ich das immer vollkommen getrennt halten, also so, dass das eine nichts vom anderen weiß, inzwischen hat sich das aber irgendwie aufgelöst. 

In den frühen 2000ern hat sich für euch als Band eine vielversprechende Musikkarriere angekündigt. Ihr wart beispielsweise auf Tour mit Legenden wie Marianne Faithfull und Jonathan Richman. Warum seid ihr heute keine Popstars? 

Wir haben nicht aktiv dagegen angearbeitet, muss ich zugeben, im Gegenteil. Also, keine Ahnung, wir machen weiter, die Welt fängt jeden Tag von Neuem an. Hauptsächlich wollen wir natürlich mit dem, was wir für richtig und stark halten, Leute fesseln und ihnen einen Gewinn bringen. 

„So wie wenn Andy Warhol Beethoven seine Bilder zeigt“

Trotzdem genießt ihr in der Hamburger Kulturlandschaft Kult-Status. Geht man auf eure Konzerte trifft man jede Menge anderer Hamburger Künstlerinnen und Kulturschaffende. Woran liegt das?

Ich habe immer erst im Nachhinein gehört, wer offenbar Fan ist. Es sind sicher auch gemeinsame, ähnliche soziale Kreise und wir laden auch mal gezielt Leute ein. Auf jeden Fall freut es mich natürlich immer, wenn Menschen, die ich selbst schätze, das mitkriegen und gut finden. So wie wenn Andy Warhol Beethoven seine Bilder zeigt.

Das neuste Album „Unter Einfluss“ ist das erste deutschsprachige Album von „Veranda Music“. Durch Americana-Einflüsse habt ihr euch immer von der Musikbewegung der Hamburger Schule abgehoben. Wie kam es zu diesem Stilwechsel?

In diesem Fall war es ja nur die Sprache. Angefangen mit zwei, drei Stücken, die wir live gespielt und dann aufgenommen haben. Daraus ist dann irgendwann ein ganzes deutsches Album geworden. Das war aber nicht gleich klar und im Endeffekt auch ein wilder, roher Kampf. Ich schätze mal, ab jetzt geht es wieder auf Englisch weiter.

Es fallen oft Namen wie John Lennon, Tindersticks oder Eels. Der Americana-Begriff war mir allerdings immer eher fremd. Das liegt zumindest bei mir daran, dass ich die Zugehörigkeit zu einer Bewegung oder Musikrichtung nie hatte. Es bezieht sich vielleicht mehr auf das Selbstverständnis, als darauf, wie die Musik klingt.


Welche Rolle spielt Musik- und Undergroundkultur für dich heute?

Beschränkt sich für mich auf das konkrete Hören und Ansehen einzelner Interpretinnen und Interpreten ohne einen besonderen sozialen Zusammenhang, das war glaube ich schon immer so. 

Das Album ist auch eine Hommage an den früh verstorbenen Hamburger Underground-Musiker Tobias Gruben. Darüber, ob ihr das auch nach Außen kommuniziert gab es in der Band zunächst Uneinigkeit, oder? 

Total, wobei, innerhalb der Band nicht, nur mit dem Label und anderen. Ich würde es auch nach wie vor nicht so nennen. Es ist nicht wirklich so gemeint, außerdem hatte ich Angst, dass es dann wieder nur um dieses Thema geht, so wie damals nach seinem Tod, und nicht um die Genialität und Massentauglichkeit der Stücke. 

„Ich empfinde Musik, die als traurig bezeichnet wird, oft auch gar nicht so“

Auch wenn ihr euch musikalisch nicht so leicht verorten lasst, was euch ausmacht ist eine konstante Melancholie. Woher kommt die? 

Aus dem Herzen? Ich bin nicht sicher, wie viel das mit Mentalität zu tun hat und wie viel mit Musik. Ich empfinde Musik, die als traurig bezeichnet wird, oft auch gar nicht so. Sei es jetzt Cat Power, Tom Jobim oder Nick Cave. In der Schweiz kam mal nach dem Konzert jemand auf uns zu, der sich bei der Ankündigung verhört hatte und dachte, wir heißen ‘Fun Band‘. Fand er total passend, den Namen. Ich habe auch schon gelesen, wir würden “die Welt musikalisch von ihrer gebräunten Seite aufrollen”.

Der Sänger Olli Schulz hat sich vor einer Weile in seinem Podcast mit Jan Böhmermann  „Fest und Flauschig” als großer Veranda Music Fan bekannt. Wusstest du das vorher schon? 

Nein, das war eine Überraschung, da riefen mich danach ein paar Leute an. Das hat immerhin für sechsstellige Spotify-Zahlen gesorgt. Ich kannte das vorher nicht, seitdem bin ich aber auch sein Fan, echt. 

Am 17.06 tretet ihr im Knust auf. Angekündigt sind auch zwei oder drei Gäste. Welche? 

Das ist vor allem eine generelle Ansage zu unseren Konzerten. Wir spielen gern und oft nicht nur zu viert als Band, sondern wie ein Ensemble erweitert zu fünft bis acht. In den letzten Jahren hat das immer variiert. Diesmal wird auf jeden Fall ein Percussionist dabei sein, der schon beim letzten Mal eine große Bereicherung war. 

Am 17. Juni treten Veranda Music im Knust in Hamburg auf. Tickets gibt es bei Ticketmaster.


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Tocotronic: „Liebe war uns ganz wichtig“

Die Rockband Tocotronic hat ihr 13. Album „Nie wieder Krieg“ veröffentlicht. Ein Gespräch mit Bassist Jan Müller über „Pandemie-Konzerte“, Politik per Musik und ein Gefühl, das die neuen Songs unbedingt transportieren sollen

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Jan, Live-Konzerte fielen und fallen immer wieder aus, was zahlreiche Musikerinnen und Musiker auf mehreren Ebenen belastet. Wie schwer hat Corona Tocotronic getroffen?

Jan Müller: Wir haben zwar noch GEMA- und Streaming-Einnahmen, aber unsere wesentlichen Einkünfte stammen aus dem Live-Geschäft, was ja gerade nicht möglich ist. Die Corona-Hilfen gleichen nicht aus, was uns weggefallen ist. Vereinfacht gesagt, haben wir ein Jahr verloren. „Nie wieder Krieg“ sollte ja eigentlich auch schon im Januar 2021 rauskommen.

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Das neue Album von Tocotronic „Nie wieder Krieg“ ist am 28. Januar 2022 erschienen

Alternativen zur gewohnten Live-Show, etwa Autokino-Konzerte, schienen euch nicht zu reizen …

Das kann man so sagen. Wir haben 2021 einige Pandemie-Konzerte gespielt, wie ich sie mal nennen will, an die wir mit sehr geringen Erwartungen gegangen sind. Bestuhlte Konzerte mit unserem alten Programm aus der Hamburger Zeit – das kam uns schon sehr dialektisch vor. Letztlich hat es aber toll funktioniert. Es war auch schön zu sehen, dass sich die Leute darauf einließen. Am 28. Januar werden wir im SO36 unser Release-Konzert als Streaming-Konzert spielen, was die nächste Herausforderung ist. Als Band verkapselt man sich ja lange im Studio und Proberaum, um etwas zu erschaffen, das man irgendwann mit seinem Publikum teilt. Wenn das Publikum dann aber nicht da ist, ist das schon ein Manko. Ich persönlich bin jetzt aber nicht der Typ, der für sein Leben die Bühne braucht. Bei einigen Kolleginnen und Kollegen haben sich fast Entzugserscheinungen eingestellt. So ging es mir und den anderen in der Band nicht.

 

Haltung

 

Gab es weitere Erkenntnisse während der Pandemie?

Ich kann da nur für mich sprechen und sagen, dass ich froh bin, dass sich in der Pandemie in der Musikszene von wenigen Ausnahmen abgesehen sehr wenig Nihilismus breit gemacht hat. Unter anderem gab es eine tolle, von der Band Die Ärzte initiierte Impfkampagne. Die konstruktive Haltung der Musikszene ist vielleicht auch dadurch zu erklären, dass Musikerinnen und Musiker oft in Gruppen arbeiten und dadurch antiaufklärerische Schwurbelei, die ja meist auch viel mit Vereinzelung und Narzissmus zu tun hat, zurückgedrängt wird.

Kommen wir zum angesprochenen „Nie wieder Krieg“, dem mittlerweile 13. Tocotronic-Album. Daraus wurden bereits Singles veröffentlicht, etwa „Jugend ohne Gott gegen Faschismus“. Sicher kein Zufall, dass dieser Song kurz vor der Bundestagswahl 2021 und der damit verbundenen Entscheidung, wie viel Macht die AfD bekommen würde, erschienen ist …

Genau. Wir sind keine Band, die sich parteipolitisch engagiert, auch wenn wir viele Anfragen bekommen. Das ist nicht unser Stil. Aber gerade, wenn man in unserem Alter ist und noch Parteien wie die Republikaner miterlebt hat, die nur eine kurzlebige Vorankündigung waren, so ist es schon sehr schockierend, zu erleben, wie sich nun eine rechtsextreme Partei dauerhaft im Parlament festsetzt und dort ihre Zersetzungsarbeit betreibt. Die Veröffentlichung von „Jugend ohne Gott gegen Faschismus“ zur Bundestagswahl war daher auch ein bescheidener Versuch, ein Statement zu setzen.

Du hast von vielen Anfragen gesprochen. Kam auch mal eine von der AfD?

Nein – wenn die uns überhaupt kennen. Diese Partei hat ja auch kulturell keine große Kompetenz. Und wenn sie von uns wissen, dann wissen sie auch, dass wir am anderen Ende der Skala stehen.

 

Die Sensorik von Dirk von Lowtzow

 

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Tocotronic haben Lust auf die Live-Bühne, aber keine Entzugserscheinungen (Foto: Gloria Endres de Oliveira)

Der weitere textliche Inhalt von „Nie wieder Krieg“ handelt von einer grundsätzlichen Verwundbarkeit, Einsamkeit, von Existenzängsten – und dann doch von Liebe. Klingt ein bisschen wie eine ungewollt geschriebene Corona-Bilanz, und das sogar vor den pandemischen Ereignissen.

(lacht) Dirk hat ein Talent dafür, immer ein wenig früher Sachen zu kommentieren, als sie passieren. Ich denke da auch an das Album „Kapitulation“ (2007 erschienen; Anm. d. Red.), das mit seiner Kritik am neo-kapitalistischen System einen gewissen Zeitgeist schon vorweggenommen hat. Die Texte von „Nie wieder Krieg“ sind alle vor der Pandemie entstanden, insofern ist es wirklich eine Sensorik von Dirk, mit der er etwas erfasst hat, das so in der Luft schwebte. Wenn das Album denn eine Corona-Bilanz sein soll, wäre es natürlich schön, wenn Liebe das vorherrschende Gefühl beim Hören sein würde.

Liebe war uns auf diesem Album ganz wichtig. Es gibt so viel Hass in dieser Gesellschaft. „Freiburg“, das erste Stück auf unserem ersten Album, beginnt mit der Zeile: „Ich weiß nicht, wieso ich euch so hasse“ (erschienen 1995; Anm. d. Red.). Es war für uns damals sehr lustig, uns unserem Hass auf läppische Nervereien hinzugeben. Aber jetzt, wo der Hass vielerorts so dominant wütet, scheint es uns angebrachter, sanftere Saiten zum Schwingen zu bringen.

 

Es wird nicht mehr, wie es mal war

 

„Nie wieder Krieg“ wird hoffentlich schnellstmöglich auch vor Publikum live präsentiert werden. Entzugserscheinungen, hast du schon gesagt, gibt es nicht – aber womöglich bestimmte Tocotronic-Live-Szenarien, auf die deine Vorfreude besonders groß ist?

Ich freue mich auf Konzerte, wie wir sie immer gemacht haben – wenn es die Umstände denn zulassen: eng und schwitzig. Manche Sachen wird es aber nie wieder geben. Wir mögen es nicht, wenn es auf der Bühne zieht, also haben wir bisher immer die Lüftungsanlage im Saal ausstellen lassen. Deshalb war es bei unseren Konzerten auch immer besonders heiß. Es war toll, wenn dieses Körperliche, das die Rockmusik eh in sich hat, sich auch in der Raumtemperatur widerspiegelt. Wir haben nun mit Demut bilanziert, dass vermutlich nie wieder Konzerte mit deaktivierter Lüftungsanlage stattfinden werden.

„Nie wieder Krieg“ von Tocotronic ist am 28. Januar 2022 auf Vertigo Berlin/Universal Music erschienen

Live gibt es Tocotronic am 16. April 2022 in der Edel-Optics Arena zu sehen (es gibt noch Karten). Außerdem kommen sie am 19. August in den Hamburger Stadtpark (ausverkauft).

Das Release-Konzert im re-live gibt’s hier:


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2022. Das Magazin ist ab dem 29. Januar 2022 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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fluppe: Punk aus der Polizeiwache

Krachende Gitarren, düster-ernste Texte: Die Hamburger Band fluppe veröffentlichte mit „blüte“ kürzlich ihr erstes Album. Ein Gespräch mit Sänger Josef Endicott über Einflüsse, Entstehungsprozess und einen besonderen Proberaum in Billstedt

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Josef, fluppe hat sich aus Musikern formiert, die aus anderen Bandprojekten quasi übrig geblieben sind …

Josef: … und wir waren die zielorientiertesten in diesen Projekten. In jeder Band gibt es ja einen oder zwei, die das Ding antreiben, und der Rest läuft so ein bisschen mit. Wir waren die, die angetrieben haben. Und wir sind immer noch sehr ambitioniert. Wir sind eine sehr fleißige, aber auch eine sehr demokratische Band, die viel diskutiert. Gelegentlich müssen wir uns daran erinnern, eine gewisse Leichtigkeit nicht zu verlieren. Es soll schließlich alles Spaß machen.

Waren es zuvor Projekte mit einer ähnlichen musikalischen Ausrichtung wie fluppe?

Sie waren insofern anders, als dass sie alle englischsprachig waren. Soundtechnisch waren sie wie fluppe in den Bereichen Indie und Punk anzusiedeln – wenn auch fluppe jetzt noch mal ganz anders klingt.

 

Viele musikalische Einflüsse

 

Referenziell wird bei fluppe immer wieder die Hamburger Schule genannt – wobei ihr die eigentlich gar nicht zu euren musikalischen Einflüssen zählt, heißt es …

… richtig. Natürlich setzen wir uns alle seit vielen Jahren mit Musik auseinander und haben auch Bands der Hamburger Schule gehört. Aber ich zum Beispiel komme eher vom Punk. Andere aus der Band sind Fans von The National, auch von Bloc Party. Grundsätzlich kann man sagen, dass wir vor allem von internationalen, englischsprachigen Bands geprägt sind.

„blüte“, das Debütalbum von fluppe

„blüte“, das Debütalbum von fluppe

Wie lief denn der Sound-Findungsprozess bei fluppe ab?

Am Anfang war erst mal nur klar, dass wir in genau dieser jetzigen Besetzung zusammenarbeiten wollen, dass der Bandname fluppe sein soll und dass wir deutschsprachige Songs machen. Alles andere haben wir im Proberaum entwickelt. Die Gangart war ein bisschen vorbestimmt, da wir eben alle Indie- und Punk-verliebte erwachsene Kinder sind. Aber jeder hat eben auch seinen eigenen Charakter und seine eigenen Interessen eingebracht.

Die Texte auf eurem Debütalbum „blüte“ sind ernst, melancholisch, teils düster, geben nie direkt Lösungen vor – Interpretationen in alle Richtungen sind also immer möglich. Gab es denn Themen, die ihr unbedingt auf dem Album besprechen wolltet?

Es gibt ein paar Texte, die komplett aus meiner Feder stammen, ansonsten spielen Christian (Klindworth, Gitarrist; Anm. d. Red.) und ich uns die Bälle hin und her. Auch hier gab es einen Findungsprozess. Ich persönlich schreibe gerne gesellschaftskritisch. Wenn es mal ein Thema gibt, das mich interessiert – für „blüte“ zum Beispiel das Thema Computer –, recherchiere ich viel, steige auch journalistisch ein. Ansonsten bin ich ein großer Fan von Beobachtungen. Ich stelle mir manchmal Helge Schneider vor, wie er seine Witze findet. Vermutlich sitzt er einfach nur im Café oder in der Kneipe und beobachtet Menschen. Ich mache es ähnlich.

 

Billstedt als Zuhause

 

Du hast euren Proberaum angesprochen. Der ist in Billstedt – dem Titelgeber eurer vor „blüte“ erschienenen ersten EP. Wie muss man sich euer Band-Zuhause vorstellen?

Der Raum ist Teil einer alten Polizeiwache, unser Equipment lagert in alten Gefängniszellen. Das Gute ist, dass es ein Fenster gibt. Das ist in Hamburger Proberäumen nicht selbstverständlich, viele sind in oberirdischen Bunkern, in denen es kein Tageslicht gibt. Und draußen herrscht dieser für Billstedt typische Industriecharme, der uns sehr zusagt, genau wie das teilweise Kaputte des Stadtteils. Niemand von uns wohnt in Billstedt, aber es passt schon ziemlich gut zu uns.

Stimmt es, dass ihr dort schon länger an einem zweiten Album arbeitet und damit fast fertig seid?

Ja, es ist geplant, dass es Ende nächsten Jahres erscheinen soll.

„blüte“ ist am 17.9. auf Chateau Lala erschienen

Eindruck gefällig? Hier gibt’s das Video zum Song „kompjuter“:


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Unser Podcast: Das Hamburg Gespräch

SZENE HAMBURG goes Radio: Gemeinsam mit der Gute Leude Fabrik, dem Radiosender 917 XFM und DIE ZEIT produzieren wir den eigenen Podcast „Gute Leude – das Hamburg Gespräch“

Text: Hedda Bültmann

Seit 1973 flattert die SZENE HAMBURG zuverlässig durch die Postschlitze der Stadt, reiht sich im Kioskregal oder in der Auslage der Buchläden – seitdem berichtet das Magazin über die Themen, die Hamburg bewegen, beantwortet Fragen, die jedem Hanseaten unter den Nägeln brennen und erzählt von Menschen, die unsere schöne Stadt jeden Tag, im Großen und im Kleinen, noch ein bisschen schöner machen. Das passiert ab sofort nicht mehr nur im Print und auf unserer Website, sondern wird auch in einem anderen, spannenden Medium fortgeführt. Wir haben uns mit der PR Agentur Gute Leude Fabrik, dem Radiosender 917 XFM und dem Verlag DIE ZEIT an einen Tisch gesetzt. Was dabei herausgekommen ist? Ein eigener Podcast.

Auf dem Programm stehen: 50 Minuten „Gute Leude“ im Gespräch. Hamburger Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Sport, Politik und Kultur kommen hier vor das Mikrofon und erzählen: Unbekanntes, Unbequemes, Unglaubliches. Zweimal im Monat wirft sich der ehemalige Journalist und Chef der Gute Leude Fabrik Lars Meier in die Diskussion, bei der es nur eine Regel gibt: Ausweichen gilt nicht! Auf jede Frage gibt’s eine Antwort.

„Ansichten, Meinungen, Anekdoten – das alles will ich wissen“

Worum es geht? Natürlich um unsere Lieblingsstadt, aber vor allem um die Menschen, die diese gestalten: Was macht eigentlich Frank Spilker nach der Hamburger Schule-Ära? Welche Vision hat Melanie Leonhard von einem gerechten Hamburg? Und was sagt Hamburg eigentlich zu streikenden Schülern und zum HSV? Sitzt Katharina Fegebank in ihrer freien Zeit lieber an der Elbe oder an der Alster? Hat sie überhaupt Freizeit? Was macht DJ Mad verrückter: E-Roller oder SUVs? Was treibt all die Macher, Denker, Künstler Hamburgs Tag für Tag an? Antworten auf diese und viele weitere Fragen sind zu hören in Gesprächen, die mal an der Oberfläche kratzen, mal unter die Haut gehen.

„Ich bin immer noch neugierig auf die Menschen in dieser Stadt“, sagt Lars Meier, „ihre Ansichten, Meinungen, Anekdoten – das alles will ich wissen, zumindest 50 Minuten lang.“ Den Anfang macht unser Bürgermeister Peter Tschentscher, der seit 2018 im Amt ist und im Interview mit Lars Meier Rede und Antwort zu den wichtigsten Themen der Stadt steht. Außerdem dabei sind HSV-Präsident Marcel Janssen, Fernsehmoderation Bettina Tietjen – und viele weitere, spannende Gäste, die Hamburg jeden Tag prägen.

„Gute Leude – das Hamburg Gespräch“: Jeden zweiten Montag um 22 Uhr auf 917xfm (Wiederholung am darauffolgenden Sonntag um 10 Uhr) oder direkt hier:

Folge 1: Hamburgs Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher im Gespräch

Folge 2: HSV-Präsident und Unternehmer Marcell Jansen im Gespräch

Folge 3: Köchin, Moderatorin und Unternehmerin Cornelia Poletto im Gespräch

Folge 4: Ex-Schwimmweltmeister und Eisdielenbetreiber Markus Deibler im Gespräch

Folge 5: Schauspieler Peter Lohmeyer im Gespräch

Folge 6: Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Fegebank im Gespräch

Folge 7: Die-Sterne-Sänger Frank Spilker im Gespräch

Folge 8: Fernsehmoderatorin Bettina Tietjen im Gespräch

Folge 9: SPD-Politiker Johannes Kahrs im Gespräch

Folge 10: Theatermacher & ehemaligen FC St. Pauli-Präsident Corny Littmann im Gespräch

Folge 11: Schauspieler Kostja Ullmann im Gespräch

Folge 12: Comedy-Star Atze Schröder im Gespräch

Folge 13: Notruf Hafenkante-Star Rhea Harder-Vennewald

Folge 14: Investor und Unternehmer Ralf Dümmel

Folge 15: Liedermacherin Anna Depenbusch

Folge 16: Beachvolleyballerin Laura Ludwig

Folge 17: Ehemaliger Hamburger Bürgermeister Ole von Beust

Folge 18: Senator für Verkehr und Mobilitätswende Anjes Tjarks

Folge 19: Fotografin CP Krenkler 

Folge 20: Kabarettist Wolfgang Trepper

Folge 21: Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard

Folge 22: Bestseller-Autorin Ildikó von Kürthy

Folge 23: Singer-Songwriter Ingo Pohlmann

Folge 24: Vorsitzende der Hamburger SPD Dr. Melanie Leonhard

Folge 25: FC St. Pauli Präsident Oke Göttlich

Folge 26: TV-Koch Tim Mälzer

Folge 27: Schauspieler Sebastian Bezzel

Folge 28: Ehemaliger Football-Nationaltrainer Frankreichs Patrick Esume

Folge 29: Intendantin des Deutschen Schauspielhaus Karin Beier

Folge 30: Sänger Rolf Zuckowski

Folge 31: Autorin Simone Buchholz

Folge 32: Sternekoch Kevin Fehling

Folge 33: Herausgeber Oliver Wurm

Folge 34: Konzertveranstalter Hans-Werner Funke

Folge 35: Fernsehmoderatorin Pina Atalay

Folge 36: Innen- und Sportsenator Andy Grote

Folge 37: Professorin für Kulturtheorie Gesa Ziemer

Folge 38: Geschäftsführer der Hamburg Towers Marvin Willoughby

Folge 39: „Großstadtrevier“-Schauspielerin Maria Ketikidou

Folge 40: Schauspieler Marek Erhardt

Folge 41: Sängerin Jasmin Wagner

Folge 42: Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel

Folge 43: Unternehmer Moritz Fürste

Folge 44: Intendantin des Ernst-Deutsch-Theaters  Isabella Vértes-Schütter

Folge 45: Kinderbuchautorin und Ehrenbürgerin von Hamburg Kirsten Boie

Folge 46: Spitzenkoch Christian Rach

Folge 47: Schauspielerin Hannelore Hoger

Folge 48: Bürgerschaftskandidatin Carola Veit

Folge 49: OMR-Gründer und Podcaster Philipp Westermeyer

Folge 50: Filmfest-Chef Albert Wiederspiel

Folge 51: Sportvorstand des Hamburg Sportverein Jonas Boldt

Folge 52: Ehemalige stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Katja Suding

Folge 53: Schauspielerin und Sängerin Ali Neumann

Folge 54: Schauspielerin Johanna Christine Gehlen

Folge 55: Moderator-Legende und Musiker Reinhold Beckmann

Folge 56: Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs

Folge 57: Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank und Kultursenator Dr. Carsten Brosda

Folge 58: Beginner-Mitglied DJ MAD

Folge 59: Ehemaliger Bahn-Chef Rüdiger Grube

Folge 60: Scheidender Präsident der Uni Hamburg, Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Lenzen

Folge 61: Tagesschausprecherin Julia Niharika Sen


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Unsere Leute – Andreas Dorau und Gereon Klug

Andreas Dorau und Gereon Klug haben ein Musical, ähm, eine musikalische Dramödie erschaffen: „König der Möwen“. Es geht um einen strauchelnden Plattenhändler, die Identitätssuche einer Band und eine moderne Scheinstadt. Die Macher im Kurzgespräch.

SZENE HAMBURG: Andreas und Gereon, was ist so schlimm am Begriff „Musical“?

Gereon: Unser Anliegen mit dem „König der Möwen“ ist es gar nicht, ein Anti-Musical oder Ähnliches zu machen. Wir haben ein Theaterstück geschrieben, in dem viel Musik vorkommt. Damit wird man beinahe automatisch zum Musical in der Einordnung. Ob Andrew Lloyd Webber oder Disney das Genre zu Tode formatiert haben, interessiert uns eher weniger.

„König der Möwen“ nennt ihr dennoch lieber eine „musika­lische Dramödie“. Es geht um den taumelnden Plattenhändler Hans, der an der ­Gentrifizierung der Stadt zu scheitern droht …

Gereon: … und vor allem um eine Identitätssuche: Eine junge Band sucht ihr Ich, indem sie sich permanent häutet, während die Altvorderen in Gestalt von Hans und seinen Stammkunden versuchen, wiederum ihr Ich zu bewahren, obwohl HH-Marketing und die restliche Welt schon versuchen, dies auszuhöhlen und zu korrumpieren.

Andreas: Hans und die Band sind umzingelt vom Wahn, keine Lücken mehr zu lassen für nicht auswertbare Ideen, fürs Ausprobieren und fürs Sein ohne Geld.

Hans wird irgendwann auch stückweise zum Gentrifizierer. Kennt ihr das Dilemma aus eigener Erfahrung?

Andreas: Ja, Hans geht auf den Deal ein, seinen Laden aus finanziell starken und moralisch schwachen Gründen in die HafenCity zu verlegen. Als Potemkinsches Dorf. Noch eine Fassade in der modernen Scheinstadt. Damit man zeigen kann, dass auch Subkultur berücksichtigt wird.

Gereon: Da geht es ihm wie jedem Kulturschaffenden: Irgendwann werden sie in die HafenCity das Dagegen auch professionell einbauen.

Was wäre denn, wenn man euch nach der Premiere einen der berühmten Musical-­Schauplätze an der Elbe gegenüber den Landungsbrücken für eure Dramödie anbieten würde?

Gereon: Hans plant ja, die Möwe als Wappentier Hamburgs zu etablieren. Berlin hat den Bären, München den Löwen und Hamburg hat kein Tier. Wenn man ihm und uns einen Prachtbau in Form einer Riesenmöwe neben Blohm + Voss errichtet, nehmen wir das natürlich an …

Andreas: … und lassen ihn von allen norddeutschen Möwen zuscheißen.

Interview: Erik Brandt-Höge 

Foto: Brigitta Jahn

9.8.18, Kampnagel, 19 Uhr (Premiere); Album „König der Möwen“ erscheint am 3.8. (Tapete)


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2018. Das Magazin ist seit dem 28. Juli 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Tocotronic: Das hat viel Kraft gekostet

Die Band, die sich bisher so schwertat, etwas Persönliches preiszugeben, veröffentlicht plötzlich ein autobiografisches Album: „Die Unendlichkeit“. Warum, wieso, weshalb: ein Gespräch mit Sänger und Gitarrist Dirk von Lowtzow.

SZENE HAMBURG: Dirk, über das neue Tocotronic-Album „Die Unendlichkeit“ habt ihr als Band bereits festgehalten: „Mit ganz einfachen Worten, offen und ungepanzert, berichten wir über uns selbst.“ Wie würdest du diese vorherigen „Panzer“ denn beschreiben? Und: Fiel es schwer, sie abzulegen?
Dirk von Lowtzow: Ich denke, man trägt zunächst immer eine Art Körperpanzer mit sich herum, wenn es um persönliche, autobiografische Themen geht. Man will sich schützen, wenig von sich preisgeben. Man sucht nach einer gewissen Distanz. Nicht zuletzt auch zu sich selbst. Im autobiografischen Schreiben für das Album musste ich diese Distanz zu mir selber überwinden, was teilweise eine sehr verstörende, im Großen und Ganzen aber spannende Erfahrung war. Die Entscheidung, für das Album autobiografische Lieder zu schreiben, erforderte auch eine Entscheidung in der Form: Während wir mit Tocotronic bei vorherigen Alben oft nach abwegigen Konstruktionen gesucht haben, um etwas von uns preiszugeben, haben wir hier die Einfachheit gesucht, weil wir wussten, dass in ihr eine große Kraft steckt.

Geführt hat diese Öffnung zu Liedern, die von nicht weniger als Angst, Liebe, Einsamkeit und Tod handeln. Welches Thema hat beim Songschreiben am meisten von dir abverlangt?
Der Song „Unwiederbringlich“, der vom angekündigten Tod meines ältesten Jugendfreundes handelt, war sicherlich der am schwersten zu schreibende Song. Das hat viel Kraft gekostet und ich habe mit Jan Müller, der ein hervorragender Lektor ist, um jedes Wort gerungen.

Es geht nun auch um deine Zeit vor Hamburg: Ums Außenseiterdasein, Beleidigungen, Flucht. Rückblickend: Welche Lebenslektionen musstest du in deiner Jugend lernen?
Ich bin recht behütet in der westdeutschen Provinz der siebziger und achtziger Jahre aufgewachsen, war als Kind sehr fantasievoll und kreativ, aber auch ein Angsthase. Ich habe früh gelernt, dass ich nicht in die auf Stärke und Dominanz ausgerichtete Welt meiner männlichen Mitschüler passe. Außerdem hatte ich ein frühes Faible für modische Extravaganzen, weshalb ich oft Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt war, wenn ich durch die Fußgängerzone stolzierte (lacht). Diese Erfahrung haben wir alle in der Band gemacht, selbst Rick drüben in Maine, so kam es zu dem Lied „Hey Du“.

Für Dirk von Lowtzow war Hamburg ein „absoluter Sehnsuchtsort“. Foto: Michael Petersohn

Wann war die erwähnte Flucht unausweichlich? Und warum fiel die Wahl auf Hamburg?
Mein großer Traum war es schon als Jugendlicher, in einer Rockband zu spielen, das gestaltete sich in der Provinz aber sehr schwierig. Hamburg war mein absoluter Sehnsuchtsort, da ich die ersten Alben der Bands der „Hamburger Schule“ kannte. Ich war Fan von „Capt. Kirk &“, der „Kolossalen Jugend“ und „Huah!“ Als ich durch einen Zufall Jan Müller kennenlernte und durch ihn Arne Zank und wir durch die Bandgründung diesen Zufall sozusagen fixierten, war mein Traum endlich Wirklichkeit geworden. Das hätte zu diesem Zeitpunkt nur in Hamburg passieren können.

Habt ihr euch als Tocotronic auch sofort gut aufgehoben gefühlt in der Hamburger Musiklandschaft? Oder war eure Szene vergleichsweise klein und das Gefühl des Andersseins auf neue Weise wieder sehr präsent?
Die Hamburger Musikszene zu jener Zeit hatte eine eigene Strenge, eine eigene Härte, die sich zum großen Teil noch einem sehr maskulinen 80er-Jahre-Weltbild verdankte, gewürzt mit einem Schuss Ironie und einem Spritzer Ideologie. Es war ein bisschen wie eine außerinstitutionelle Akademie. Oft war ich als etwas zu gefühliger süddeutscher Indieboy mit einer Schroffheit konfrontiert, die ich so vorher nicht kannte. Aber es war eine gute Ausbildung (lacht).

Was meinst du, welche Denkweise oder auch Bandphilosophie euch karrieretechnisch vorangebracht hat? Ein schlichtes Sich-niemals-Verbiegen-lassen? Oder gab es mehr als eine Regel, die ihr euch auferlegt habt? Oder aber: gar keine Regel?
Ich glaube, wir sind ein ziemlich schrulliger Haufen. Bei uns ist in mancherlei Hinsicht, auch karrieretechnisch, Hopfen und Malz verloren.

Ein weiteres Thema auf „Die Unendlichkeit“: Hoffnungen. Welche haben sich denn in Hamburg für dich voll und ganz erfüllt?
Ich bin Musiker geworden. Und ich habe in Hamburg Jan, Arne und später Rick kennengelernt, und darf mit ihnen im Kollektiv arbeiten. Es klingt ein bisschen kitschig, aber ich bin darüber sehr glücklich und meine Hoffnungen haben sich dadurch erfüllt. Ich finde es nachgerade ein Politikum, dass es diese Band nach 25 Jahren noch gibt und wir mit der Gruppe immer genau das machen konnten, was wir wollten. Das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Mit Klick-Zahlen kann man leider keine Diskurse führen. Man fühlt sich demgegenüber manchmal ein bisschen wie ein alter Freibeuter. Das passt ja wiederum ganz gut zu Hamburg (lacht).

Nicht ganz unspannend am Ende: Würdest du es noch mal genauso machen? Noch mal nach Hamburg flüchten?
Ja, selbstverständlich.

Könntest du dir auch eine Rückkehr nach Hamburg aus Berlin vorstellen?
Im Augenblick ehrlich gesagt nicht, denn ich fühle mich in Berlin sehr geborgen. Aber man soll ja nie „nie“ sagen. Eine steife Hamburger Brise kann ja ganz wohltuend sein.

Interview: Erik Brandt-Höge

„Die Unendlichkeit“ erscheint am 26.1. (Vertigo Berlin/Universal); 16.3., Große Freiheit 36, 19 Uhr

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!