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Unsere Lieblingssommer-Spots

Manche zieht es ans Wasser, andere auf heißen Beton: SZENE HAMBURG-Autor:innen erzählen, wo sie sich an Sommertagen gerne aufhalten

Texte: SZENE-Redaktion

Heiligengeistfeld

„Wenn sich die Sonne langsam hinter den grauen Betonwänden des Bunkers herabsenkt, schimmert das Heiligengeistfeld so schön orangefarben.“

Anna Meinke, SZENE-Autorin
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Nicht immer ist so wenig los an warmen Tagen: Heiligengeistfeld (Foto: Erik Brandt-Höge)

Im Sommer, wenn sich die Mittagshitze zwischen den hohen Altbauten der Stadt nur so zu stauen scheint, weht auf dem Heiligengeistfeld stets ein frischer Wind. Dann hocke ich im Schatten der Stromkästen auf dem von der Sonne aufgeheizten Asphalt, und atme durch. Hunderte Menschen tun es mir gleich. In kleinen Grüppchen sitzen sie da. Wenn ich in die Sonne blinzele, erkenne ich sie, wie Farbtupfer auf dem harten Grau. Das muss schön von oben aussehen, denke ich.

Um mich herum höre ich das raue Tönen der Skateboards, irgendwo weiter hinten läuft Musik. Es ist nie laut hier, immer irgendwie angenehm ruhig. In der Weite des Feldes verschwimmen die Geräusche, und was bleibt ist nur ein Flimmern von Stimmen. Das Stimmenflimmern wird zum Sonnenflimmern. Die Hitze wird hier sichtbar, wenn sie sich in gleißenden Wellen über den Asphalt streckt – und trotzdem, zu heiß wird es mir nicht. Ich entfliehe der Enge der Stadt.

Wenn sich die Sonne langsam hinter den grauen Betonwänden des Bunkers herabsenkt, schimmert das Heiligengeistfeld so schön orangefarben. Die letzten Reste der Hitze zersetzen sich in der Abendsonne, legen sich nieder auf dem nun angenehm warmen Boden. Langsam schlendere ich auf dem Feld in Richtung Reeperbahn. Skater, Leute auf Fahrrädern, Rollschuhen oder mit Drachen kreuzen meinen Weg. Hier muss man immer aufmerksam sein. Ich bahne mir meinen Weg durch die rollenden Massen. Mit jedem kühlen Windstoß verblasst der Tag ein wenig mehr, und die letzten Sonnenstrahlen scheinen auf mein Gesicht.

Stuhlmannbrunnen

„Wer nah ran geht, erlebt eine angenehme, kleine Erfrischung. Am liebsten betrachte ich dieses zehn mal 20 Meter große Schauspiel von der direkt an den Brunnen angrenzenden Wiese.“

Erik Brandt-Höge, SZENE-Redakteur
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Plitsch, platsch: Nicht viele Krokodile können behaupten, eine beruhigende Wirkung zu haben (Foto: Erik Brandt-Höge)

Der Weg vom Bahnhof Altona zum Platz der Republik ist ein steiniger. Ja, auch buchstäblich, höhö. Was ich jedoch meine, ist der Stadtstress, der sich auf den paar hundert Metern zwischen Busabfahrten und sattgrüner Liegewiese ballt. Wem man hier auch begegnet: Die Leute sind in Eile, der Zeitdruck, der nächste unangenehme Termin, die Überstunden stehen ihnen auf die Stirnen geschrieben. Viele fröhliche Gesichter sieht man nicht. Bis zum Platz der Republik.

Da hocken Pärchen, Jugendcliquen und Familien ganz entspannt herum, auf Bänken, dem Rasen oder – für viele Kinder am interessantesten – auf den Mauern rund um den Stuhlmannbrunnen. Darin kämpfen zwei Zentauren mit einem Fisch und verspritzen dabei ziemlich viel Wasser. Wer nah ran geht, erlebt eine angenehme, kleine Erfrischung. Am liebsten betrachte ich dieses zehn mal 20 Meter große Schauspiel von der erwähnten, direkt an den Brunnen angrenzenden Wiese. Die Wasserspiele haben von da aus eine ziemlich beruhigende Wirkung. Braucht man ja auch nach dem Weg.

Metropolis Kino

„Wer bekannte und unbekannte Meisterwerke auf der großen Leinwand erleben und zugleich der überhitzten Realität entkommen möchte, ist im Metropolis genau richtig!“

Marco Arellano Gomes, SZENE-Redakteur
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Das Metropolis Kino bietet angenehme Temperaturen und großartige Filme (Foto: Jann Wilken)

Zugegeben: Dieser Hotspot ist eher ein Cool-Spot. Satte zwei Etagen geht es hinunter, ehe man den schattig-kühlen Kinosaal des Metropolis erreicht. Die vielen Treppen hinab lohnen sich aber, denn hier unten im zweiten Untergeschoss gibt es nicht nur einen gut gelüfteten, mit 24 Grad Celsius angenehm temperierten, nicht überfüllten Kinoraum, sondern eine Etage höher auch eine atmosphärische, dezent beleuchtete Bar mit kühlen Getränken und jeder Menge Knabberzeug. Das erfrischt und stärkt einen – insbesondere an heißen Sommertagen.

Doch das Beste gibt es im wunderschönen, historisch gestalteten Kinosaal: Filme mit Tiefgang – von Fellini über Bergman bis Kubrick. Wer bekannte und unbekannte Meisterwerke auf der großen Leinwand erleben und zugleich der überhitzten Realität entkommen möchte, ist im Metropolis genau richtig!

Das Sommerprogramm sieht für den Juli eine Antikriegsreihe mit dem Titel „Make Peace Not War“ vor, bei der unter anderem die Filme „Die Brücke“ und „Schindlers Liste“ laufen. Zudem gibt es eine Reihe zum Modeschöpfer Tom Ford. Dieses Kino – so viel wird klar – bietet einzigartige thematische Zeitreisen, ohne auf modernste Technik zu verzichten. Da es so zentral liegt, bietet sich im Anschluss ein Spaziergang in eines der nahe gelegenen Restaurants oder durch Planten un Blomen oder die Innenstadt an – erfrischt und inspiriert statt platt und satt.

Fischmarkt

„Wenn es uns an unserem Schattenplatz doch zu kühl wird, setzen wir uns oft vor die Fischauktionshalle, direkt in die Sonne und genießen die letzten warmen Strahlen.“

Annarhea Stoffel, SZENE-Autorin
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Schattenplätze mit Top-Ausblick gibt es einige am Fischmarkt (Foto: Anarhea Stoffel)

Die Tage werden länger, das Wetter wärmer, da heißt es für mich: Endlich wieder runter zum Hafen fahren! Hamburg ist vor allem im Sommer immer gut besucht, da habe ich oft keine Lust auf große Menschenmengen, Gedränge und lange in der Sonne herumstehen. Umso schöner ist es dann abends am Fischmarkt.

Da ist zwar auch immer einiges los, unter der Terrasse des Hamburger Elbspeichers hat man aber meist gute Chancen auf einen ruhigen Platz an der Mauer. Vorher hole ich mir mit Freunden eine Limo oder ein Bier am Kiosk. Manchmal haben wir auch Lust auf ein Fischbrötchen vom Lütt & Lecker auf der anderen Straßenseite. Dann sind wir perfekt ausgerüstet und es kann losgehen, auf zum Wasser. Auch bei ganz heißen Temperaturen weht hier noch ein frischer Wind vom Hafen herüber. Und schattig ist der Platz unter der Terrasse auch, es lässt sich also super aushalten.

Wenn es uns an unserem Schattenplatz doch zu kühl wird, setzen wir uns oft vor die Fischauktionshalle, direkt in die Sonne und genießen die letzten warmen Strahlen. Da vergehen die Stunden ganz schnell, während man auf den weiten Hafen hinausschaut und das Treiben an den Docks beobachtet. Hin und wieder fährt ein riesiges Containerschiff vorbei, Richtung Meer in die weite Welt hinaus und ich frage mich, wo es wohl als nächstes anlegen wird.

Haynspark

„Mit Freunden packe ich gegen Feierabend gerne die Picknickdecke aus und genieße ein Bier auf der Wiese.“

Katharina Stertzenbach, SZENE-Volontärin
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Augenweide: Blick vom Haynspark auf die Alster (Foto: Erik Brandt-Höge)

Sommer ist, wenn ich wieder einen ganzen Tag im Haynspark verbringen kann. Bei der Joggingrunde am frühen Morgen ist das grüne Areal zwischen Eppendorfer Landstraße und Alster noch nahezu menschenleer, und ich genieße die Ruhe beim Sport. Gegen Mittag wird es schon voller und der Haynspark zum Treffpunkt für Familien, Stand-Up-Paddler, Schlauchbootbesitzer und Grillfans. Ein bunt gemischter Haufen, und das nicht bloß an Land.

Wer Lust auf eine Abkühlung hat, nutzt einen Wasserzugang und geht plantschen. Mit Freunden packe ich gegen Feierabend gerne die Picknickdecke aus und genieße ein Feierabendbier auf der Wiese. Manchmal treffen wir auch uns am historischen Pavillon, wo wir zu Live-Musik, die dort immer wieder ganz verschiedene Künstler spielen, schon viel getanzt und gefeiert haben. Auf die Anwohner haben wir dabei natürlich stets Rücksicht genommen.


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Straßenfeste im Sommer

Party auf Parkplätzen und Flohmarkt auf der Fahrbahn: Diesen Sommer sind sie endlich wieder da, die geliebten Straßenfeste in Hamburg! In den verschiedensten Stadtteilen gibt es dann wieder Kunst, Konzerte und Kultur direkt vor der Haustür. Aber auch Nachbarschaftsinitiativen stellen sich vor und alte Schätze wechseln die Besitzer:innen. Hier kommen 10 Straßen- und Stadtteilfeste, die sich lohnen

Text: SZENE Redaktion

48 h Wilhelmsburg

Unter dem Motto #geradejetzt gibt es wieder Musik von den Elbinseln: Seit 12 Jahren wird bei 48 h Wilhelmsburg Musik und Kultur aus der Nachbarschaft gefeiert. Auch die Veddel ist mit am Start.

Orte des Alltags werden zur Bühne und überall auf den Elbinseln gibt es verschiedenste Konzerte und Partys. Das gesamte Programm findet sich unter 48h.mvde.de.

10. bis 12. Juni 2022

Buntes Treiben auf dem Energiebunker Wilhelmsburg

Eppendorfer Landstraßenfest

Das Eppendorfer Landstraßenfest zwischen Schrammsweg und Eppendorfer Baum hat Tradition: Hier gibt es einmal im Jahr einen besonders langen Flohmarkt, viele Konzerte auf mehreren großen Bühnen und jede Menge Angebote für Kids.

In diesem Jahr gibt es Livemusik zum Beispiel von dem Terri Green Project. Auch startet das Straßenfest erstmals mit der „Grünen Gabel“, ein Pilotprojekt für mehr Nachhaltigkeit bei den Food-Ständen.

11. und 12. Juni 2022

Eppendorfer Landstraßenfest
Flohmarkt auf der Eppendorfer Landstraße (Foto: Thomas Panzau)

Altonale Straßenfest

Die Altonale, das Festival der kulturellen Vielfalt, ist eines der größten norddeutschen Kulturfeste. Vom Platz der Republik aus erstreckt sich über zwei Wochen das vielfältige Programm in alle Richtungen.

Am ersten Wochenende findet der beliebte altonale Flohmarkt statt. Im Anschluss an die altonale folgt das STAMP-Festival der Straßenkünste. Vom 1. bis 3. Juli gibt es außerdem den altonale Kunstmarkt auf der Christianswiese, Musik in der Ottenser Hauptstraße und auf dem Spritzenplatz. Das komplette Programm findet sich unter altonale.de.

17. Juni bis 3. Juli 2022

Straßenfest Altonale
Straßenfest der Altonale (Foto: Thomas Panzau)

Münzviertel Straßenfest

Das unkommerzielle Straßenfest gilt als der jährliche Höhepunkt im Münzviertel. In der Repsoldstraße, Rosenallee und am Münzplatz gibt es alternative Konzerte, Flohmarkt und Kinderprogramm. Aber auch die verschiedenen sozialen Einrichtungen stellen sich vor, denn das gesamte Fest lebt von einer sozialen, kritischen und inklusiven Perspektive.

Auf der Bühne stehen unter anderem die Rapfugees, ein zwölfköpfiges HipHop-Kollektiv. Kulinarisch lohnen sich hier die Pizza aus dem Lehmofen und die Cocktails aus dem Münzgarten.

9. Juli 2022

Die Straße wird zur Sonnenterasse (Foto: Viertelzimmer Münzviertel via Facebook)

Bernstorffstraßenfest

Ende Mai kam endlich die Nachricht: Es wird ein Bernstorffstraßenfest 2022 geben! Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest. Wie gewohnt soll es auf dem Nachbarschaftsfest wieder leckere Drinks und Snacks, Livemusik und einen Anwohner:innen-Flohmarkt geben.

Während morgens gestöbert wird, legen gen Abend verschiedene DJs auf und laden zum Tanzen auf der Straße ein, auf die diesjährigen Konzerte darf man wieder mal gespannt sein.

Auch das Bernstorffstraßenfest wird von ehrenamtlichen Helfern und Anwohnenden auf die Beine gestellt.

Termin folgt

Abendliches Konzert in der Bernstorffstraße 2019

Christopher Street Day

Beim Christopher Street Day in Hamburg demonstriert und feiert die queere Community. Zurück geht der CSD auf die Stonewall Riots von 1969 in New York.

In Hamburg wird als krönender Abschluss der Pride Week wieder ein großes Straßenfest mit Parade, Partys und Konzerten auf dem Jungfernstieg und dem Ballindamm veranstaltet. Auch rund um die Alster wird gefeiert, getrunken und gesnackt, alles unter dem Motto: „Auf die Straße! Vielfalt statt Gewalt“.

6. bis 8. August 2022

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Die CSD-Parade kommt am Jungfernstieg an (Foto: Martin Stiewe)

Veganes Straßenfest

Massenhaft vegane Leckereien gibt es in diesem Sommer auf dem Spielbudenplatz. Beim Veganen Straßenfest gibt es verschiedenste Verkaufs- und Gastronomiestände sowie ein vielfältiges Programm mit Musik und Vorträgen.

Das Straßenfest soll außerdem über Kampagnen und Projekte der Tierrechtsbewegung informieren. Bei einer großen Tombola können außerdem kulinarische Gewinne ergattert werden. Der Verein Animal Rights Watch stellt das Festival übrigens mit einem ehrenamtlichen Team ohne große Sponsoren auf die Beine.

30. Juli 2022

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Viele Stände auf dem Spielbudenplatz

Osterstraßenfest

Eine bunte Fress- und Festmeile zieht sich auch wieder durch Eimsbüttel: Das Osterstraßenfest findet eigentlich traditionell im Mai statt, in diesem Jahr wird das Straßenfest als Sommerparty gefeiert.

Aufgrund von Corona wurden aktuelle Informationen noch nicht veröffentlicht, es ist aber damit zu rechnen, dass es wieder einen bunten Mix aus Bier und Genuss, Newcomer-Konzerten und Flohmarkt gibt. Für gewöhnlich ist dann wieder die gesamte Nachbarschaft auf den Beinen und feiert ihren schönen Stadtteil.

Voraussichtlich 27. bis 28. August 2022

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Stöbern und Staunen beim Osterstraßenfest (Foto: Nikola Duda via Unsplash)

Stadtfest Winterhude

Zwei Tage lang werden der Mühlenkamp und die Gertigstraße im September wieder zu einer bunten Spielweise für Kultur, Gastro und Unterhaltung. Doch damit nicht genug: Verlängert wird das Fest durch einen großen Flohmarkt in der Schinkel- und Preystraße.

Nebenan findet außerdem das Schinkelplatzfest für Kids und Familien statt. Der Ausflug nach Winterhude lohnt sich innerhalb der zwei Tage aber sowieso, denn unter anderem das Goldbekhaus plant weitere Veranstaltungen im Viertel.

3. und 4. September 2022

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Winterhude wird zum Unterhaltungs-Hotspot

Hafengeburtstag

Einlaufparade, Feuerwerk, Live-Musik und jede menge wilde Partys: Um die 300 Schiffe und rund 1,5 Millionen Menschen zieht es jedes Jahr zum Hafengeburtstag. Neben dem kommerziellen Abschnitt um die Landungsbrücken gibt es auch in der Hafenstraße beim Alternativen Hafengeburtstag viel zu entdecken.

Die gesamte Hafenmeile reicht von der Hafencity bis zum Museumshafen Övelgönne. Das Programm ist bisher noch nicht bekanntgegeben worden. Alle Infos gibt es unter hamburg.de.

16. und 18. September 2022

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833. Hamburger Hafengeburtstag im September 2022 (Foto: pixabay)

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Das war der Sommer in Altona. Ein Interview mit den Machern

Dieser August brachte etwas Neues nach Hamburg: Rund einen Monat lang lockte der Sommer in Altona mit Zirkuszelt und vollem Programm das Publikum auf die Wiese am Nobistor. Was bleibt nach der Premiere? Und findet das Festival 2018 erneut statt? Wir haben Sebastian Król von popup-records per Mail gefragt.

/ Interview: Regine Marxen

Sommer in Altona: Hochsommer oder eher launisch? Wie ist eure Stimmung?
Wir sind ein wenig müde nach all den Anstrengungen. Aber auch und vor allem stolz, ein solches Mammutprojekt auf die Beine gestellt und erfolgreich zu Ende gebracht zu haben.

Wie viele Gäste hattet ihr in diesem August?
Streng genommen ging es ja bereits Ende Juli mit dem Konzert von Tinariwen los. Über den gesamten Zeitraum haben über 7000 Gäste Sommer in Altona besucht.

Welches Konzert erregte am meisten Aufmerksamkeit?
Wenn wir die Ticketverkäufe als Gradmesser für Aufmerksamkeit heranziehen, müssen wir sagen: Brant Bjork, Jesper Munk und The Baboon Show. Diese Konzerte waren komplett ausverkauft.
Doch viele weitere Konzerte haben in ihren Kreisen hohe Wellen geschlagen: Die Besonderheit, den Lieblingskünstler nahe der Reeperbahn in einem Zirkuszelt spielen zu sehen, ließ auch Bayern für Hans Söllner gen Norden oder Holländer für DeWolff ins Nachbarland pilgern.

Angenehme Überraschungen?
Wir waren selbst überrascht, wie einladend sich der Biergarten vor dem Zirkuszelt herausgeputzt hat. So entstand neben der intimen Stimmung im Zelt auch eine klasse Atmosphäre im Park. Und a propos Stimmung: Alle Beteiligten waren überwältigt, wie schnell die Energie von der Bühne dank der Gegebenheiten ins Publikum (und wieder zurück) schwappte! Auch schön: Keiner der KünstlerInnen zeigte Rockstar-Allüren und benahm sich daneben 😉

Sommer in Altona

Letzte Party im Zelt: Die Amsterdam Klezmer Band.

Und unangenehme Überraschungen?
Überraschend wenige! Das spontan angesetzte, kostenlose „Biergarten“-Programm musste aufgrund der Wetterlage zwar häufig unter das schützende Zeltdach verlegt werden, aber das war halb so schlimm. Auch generell hat uns das Wetter vor zu starken Windböen und Gewittern verschont, das war durchaus Sorge zuvor.

Persönliches Highlight?
Unentschieden: Jochen Distelmeyer hat überrascht und mehr als nur abgeholt. Die höchste Energiedichte hatten defintiv die überragenden DeWolff!

Wo habt ihr euer Zielpublikum gesehen – und habt ihr das erreicht?
Wir haben uns bewusst entschieden, ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Wir blickten dafür über unseren gewohnten Gitarren-Tellerrand hinaus und buchten neben Hip-Hop auch Weltmusik und Lesungen. Denn kein Indierock-Fan würde sich 20 Tickets in einem Monat leisten wollen…
Es war durchaus eine Herausforderung in der PR, da die Kontakte in die verschiedensten Bereiche neu recherchiert werden mussten.
Schlussendlich ist das Konzept wunderbar aufgegangen, nahezu alle Konzerte waren gut besucht.

Hat der Ort für euch funktioniert, am Nobistor zwischen Kiez und Bergstraße?
Es ist ein Ort, der viele Vorteile mit sich brachte: Die Etablierung eines neuen Spielortes auf einer verlassenen Wiese außerhalb der Stadt wäre deutlich schwerer gefallen. Die Erreichbarkeit ist natürlich überragend; ob per Bahn, Bus, Auto oder wie für viele unserer Gäste zu Fuß. Eine von vornherein klar definierte Aufgabe bestand darin, den Lärmpegel für die Anwohner überschaubar zu halten. Dafür wurden enorme Anstrengungen unternommen, so dass wir uns an alle Vorgaben halten konnten.

Sommer in Altona: Wird es ein nächstes Mal geben? Von welchen Faktoren hängt dieses ab?
Wir müssen momentan noch etwas frische Energie nachtanken, aber wir wären dabei! In erster Linie entscheidet der Bezirk Altona in der Frage, ob ein innerstädtisches Festival wie Sommer in Altona als Zugewinn für das Quartier begrüßt wird oder eher skeptisch gesehen wird.
Ich denke mal, die Resonanz der Anwohner ist da nicht unwichtig, aber auch die Wahrnehmung der Besucher und die allgemein wahrgenommene Stimmung im Park bei den Veranstaltungen fallen bei einer Beurteilung bestimmt ins Gewicht.

Vorausgesetzt, ihr geht in Runde zwei: Was wird anders laufen? Gibt es Dinge, die ihr optimieren möchtet?
Da müssten wir jetzt die „interne Wunschliste“ veröffentlichen…vielleicht ein klein wenig früh 😉

Sommer in Altona: Kultur im Biergarten

Das Zirkuszelt am Nobistor feiert Bergfest. Knapp zwei Wochen hat der Sommer in Altona jetzt schon auf dem Buckel – jetzt kommt die Kultur in den Biergarten – für lau und open air!

Klar ist: Das Konzept begeistert. Das Festival aus Musik und Kunst hat sich schon in die Herzen der Hamburger gespielt. Für sie gab’s laue Nächte im Zirkuszelt, unter anderem mit Tinariwen, Ronja von Rönne, Lambchob oder Me And My Drummer.

Jetzt legt das Sommerfestival noch einen drauf:

Neben den Konzerten im Zelt gibt’s ab nächster Woche jede Menge toller Events im Biergarten:

Mo, 14.08. Tim Jaacks / Hamburger Küchensession gehen raus!
Mi, 16.08. Leserpistole (Lesung)

Do, 17.08. OVE / Hamburger Küchensession gehen raus!

Sa, 19.08. “Zwei wie Ironie & Sarkasmus“ / Geschichten aus der Hölle des Alltags: Ein Biergarten-Abend mit Viktor Hacker und Jan Turner

Di, 22.08. Sebastian Hackel / Hamburger Küchensession gehen raus!
Sa, 26.08. Joe Astray

Eintritt: Ein Experiment – jeder gibt das, was es ihm wert ist.

Beginn ist jeweils um 19:00 Uhr.

 

Sommer in Altona, 30.7-30.8.17, www.sommerinaltona.de

 


Diese Konzerte im Zelt solltet ihr auch nicht verpassen:


Serie: Altona. Sommer in Altona – Das Zirkuszelt am Nobistor

Es kommt was Neues auf uns zu: Am Nobistor wird ab dem 30. Juli bis Ende August ein neuer Festival-Ort für Musik und Kunst entstehen. Sommer in Altona!

Ein Zirkuszelt, ein abwechlsungsreiches Kulturprogramm und dazu Sommer, Sonne, Leichtigkeit. Das sind die Zutaten für Sommer in Altona. Das Event, das den Hamburgern den August versüßen möchte, erlebt in diesem Jahr seine Premiere und hat eine Menge Überraschungen im Programm. Wir verschaffen euch einen kleinen Überblick.

 Laue Nächte unterm Zirkuszelt

So, 30.07.
Musik: Tinariwen

Das bereits mit einem Grammy geehrte Kollektiv aus dem Süden der Sahara verbindet traditionelle Musik und Instrumente mit europäischen Pop- und Rockeinflüssen, wozu auch elektrische Gitarren zählen.
Eintritt: 25 Euro

Mo, 31.07.
Lesung: Ronja von Rönne

Ronja-von-Roenne

Foto-Carolin-Saage

Ronja von Rönne, der laut Deutschlandfunk Kultur „neue Stern am Himmel des deutschen Popliteratentums“, liest bei SOMMER IN ALTONA aus ihrer zweiten Buchveröffentlichung.
Eintritt: 13 Euro

Di, 01.08.
Musik: Lambchop

Kurt Wagner hat es wieder getan. Mit knapp 57 Jahren hat der Musiker aus Nashville sich und sein musikalisches Vehikel namens Lambchop nochmals komplett neu erfunden.
Eintritt: 30 Euro

 

Do, 3.08.2017
Musik: MAECKES & Die Katastrophen

Maeckes hat bei all seinen bisherigen Releases ein sprachliches Labyrinth um sich herum gebaut. Er hatte in dieser Labyrinth-Welt immer schon seine Hörer, trotzdem hat er sie selten an sich herangelassen. Sein aktuelles Album †il† beinhaltet den Schlüssel zu seiner Welt.
Eintritt: 25,50 Euro

 

Fr, 4.08.
Musik: Me And My Drummer

Man sieht kaum mehr eine Band musizieren, hier stehen zwei Vertraute eng bei einander. Sind abwechselnd Liebespaar und wieder getrennt, umkreisen einander im Boxring wie im Ballsaal.
Eintritt: 16 Euro

 

Sa, 5.08.2017
Musik: Stereo Total

Stereo Total kombinieren eine minimalistische Produktion (im positiven Sinne) mit einem Garagen-Underground-Sound, zugleich authentisch und dilettantisch, ironisch und effektiv, poppig und (subversiv) politisch. Genug geschwafelt. Hingehen.
Eintritt: 20 Euro

 

Di, 8.08.2017
Musik: Brant Bjork + special guest: Sean Wheeler

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert steht der Multiinstrumentalist, Produzent, Label- und Festivalgründer damit im Epizentrum des kalifornischen Stoner- und Desert Rock, der längst ein weltweites Phänomen darstellt.
Eintritt: 20 Euro

 

Mi, 9.08.2017
Musik: Jesper Munk

Jesper Munk hat praktisch im Alleingang Blues (und seine Spielarten) für eine neue Generation auch in Deutschland wieder populär gemacht, kein Wunder, dass in der Musikpresse wie dem Rolling Stone Vergleiche mit Jack White, The Black Keys und Gary Clark Jr. gezogen wurden.
Eintritt: 22 Euro

 

Do, 10.08.2017
Musik: Malky

Sie sind ein unzertrennliches Team – Brüder im Geiste, die sich so vertraut sind, dass sie nicht viele Worte brauchen. Mit Malky verzichten sie bewusst auf große Effekte, Pop in der Nude-Version.
Eintritt: 19 Euro

Fr, 11.08.2017
Musik: Nick Waterhouse

nick waterhouse
Nachdem die letzte Show des R&B-Revivalisten aus Kalifornien im Mojo Club bereits Wochen vorher ausverkauft war, steht Nick Waterhouse mit seiner vorzüglichen Band für eine Zugabe der besonderen Art bereit! Einlass nur mit tadellos polierten Tanzschuhen.
Eintritt: 25 Euro

Sa, 12.08.2017
Musik: The Baboon Show

The Baboon Show sind kein Geheimtipp mehr und haben sich in den vergangenen Jahren durch ihre unfassbar guten Liveauftritte, egal ob als Headliner oder als Gast bei Donots, Pascow oder Die Toten Hosen, einen beachtlichen Bekanntheitsgrad und einen ausgezeichnet Ruf erspielt.
Eintritt: 15 Euro

Di, 15.08.2017
Musik: Torpus & The Art Directors

Sönke Torpus und seine tollkühne Crew sind kurzrfristig eingesprungen, nachdem die ursprünglich geplanten Lower Than Atlantis abgesagt hatten. Ein sehr cooler Ersatz! Denn mit ihrem Northern-Country-Folk liefern die vier Burschen aus Nordfriesland mit ihrer schwedischen Bassistin ganz sicher einen rührenden, lustigen, sommerlichen Abend mit toller Musik aus großen Herzen.
Eintritt: 13 Euro

Mi, 23.08.2017
Musik: Jochen Distelmeyer

Foto: Sven Sindt

Überraschende Versionen von Britney Spears’ „Toxic“ über „Video Games“ von Lana Del Rey und The Verves „Bitter Sweet Symphony“ sowie Evergreens und Instant Classics von Kris Kristofferson, Al Green, Avicii, Joni Mitchell und Radiohead werden durch die elegant-einfühlsame Produktion (Swen Meyer) und Distelmeyers mal hell sehnsuchtsvollen, dann dunkel schimmernden Gesang unmittelbar zu seinen eigenen. Eigen wie der Künstler selbst.
Eintritt: 18 Euro

Do, 24.08.2017
Musik: Kapelle Herrenweide & Shred Kelly

 Sommer in AltonaHamburgs energiegeladenste und charmanteste Kapelle trifft auf mehrfach Award-ausgezeichneten Powerpop aus Kanada! Verbunden sind die zwei Bands in tanzwütigen Off-Beats und schwer vergleichbarer, grenzenloser Spielfreude.
Eintritt: 15 Euro

Fr, 25.08.2017
Musik: DeWolff

Sommer in Altona

Foto: Melanie Marsman

Inspiriert von Legenden wie DeepPurple und Led Zeppelin, zwischen Leon Russel, den Black Keys und den Allman Brothers, bieten DeWolff feinsten psychedelischen Blues-Rock, der aktuell seines Gleichen sucht.
Eintritt: 19 Euro

Di, 29.08.2017
Musik: Hans Söllner & Band

Seit 20 Jahren ist er nun unterwegs, der Mann aus Bad Reichenhall und irgendwo zwischen Bob Dylan, Johnny Cash und einem bayerischen Wilderer treibt Söllner sein Wesen – singt in der Songwriter-Tradition amerikanischer Direktheit.
Eintritt: 25 Euro

Mi, 30.08.2017
Musik: Amsterdam Klezmer Band

Was Mitte der 1990er Jahre mit Straßenmusik in Hollands Hauptstadt begann, füllt längst große Konzertsäle und Festivalgelände überall auf der Welt, ihre „street credibility“ hat sich die Amsterdam Klezmer Band (AKB) dennoch bis heute bewahrt.
Eintritt: 21 Euro
 / Beitragsbild: Lambchop by Elise Tyler

Sommer in Altona, 30.7-30.8.17, www.sommerinaltona.de


Neu: Sommer in Altona. Das Festival-Zirkuszelt in Kieznähe

Sommerloch? Nicht in Hamburg. Im August wird ein Zirkuszelt am Nobistor für feinstes Musik- und Kulturprogramm sorgen. 

Ein neuer Ort für Musik und Theater wird im August unweit des Kiezes auf der Grünfläche am Nobistor entstehen. Genau hier, im Herzen der Stadt, wird er stattfinden, der Sommer in Altona. Von Ende Juli bis Ende August werden hier Lesungen, Theater und Musik geboten. Zu den Bands zählen Hochkaräter wie Lambchop (1.08.17), Me and my Drummer (4.8.17) oder Stereo Total (5.8.17). Das Programm ist noch nicht ganz fix, doch schon jetzt macht es Lust auf Sommer, Musik und laue Nächte unterm Zirkuszelt.

Sommer in Altona wird präsentiert von Jever live. Und wir freuen uns, als Medienpartner mit im Boot zu sein. 

Der Vorverkauf hat begonnen.