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Unsere Lieblingssommer-Spots

Manche zieht es ans Wasser, andere auf heißen Beton: SZENE HAMBURG-Autor:innen erzählen, wo sie sich an Sommertagen gerne aufhalten

Texte: SZENE-Redaktion

Heiligengeistfeld

„Wenn sich die Sonne langsam hinter den grauen Betonwänden des Bunkers herabsenkt, schimmert das Heiligengeistfeld so schön orangefarben.“

Anna Meinke, SZENE-Autorin
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Nicht immer ist so wenig los an warmen Tagen: Heiligengeistfeld (Foto: Erik Brandt-Höge)

Im Sommer, wenn sich die Mittagshitze zwischen den hohen Altbauten der Stadt nur so zu stauen scheint, weht auf dem Heiligengeistfeld stets ein frischer Wind. Dann hocke ich im Schatten der Stromkästen auf dem von der Sonne aufgeheizten Asphalt, und atme durch. Hunderte Menschen tun es mir gleich. In kleinen Grüppchen sitzen sie da. Wenn ich in die Sonne blinzele, erkenne ich sie, wie Farbtupfer auf dem harten Grau. Das muss schön von oben aussehen, denke ich.

Um mich herum höre ich das raue Tönen der Skateboards, irgendwo weiter hinten läuft Musik. Es ist nie laut hier, immer irgendwie angenehm ruhig. In der Weite des Feldes verschwimmen die Geräusche, und was bleibt ist nur ein Flimmern von Stimmen. Das Stimmenflimmern wird zum Sonnenflimmern. Die Hitze wird hier sichtbar, wenn sie sich in gleißenden Wellen über den Asphalt streckt – und trotzdem, zu heiß wird es mir nicht. Ich entfliehe der Enge der Stadt.

Wenn sich die Sonne langsam hinter den grauen Betonwänden des Bunkers herabsenkt, schimmert das Heiligengeistfeld so schön orangefarben. Die letzten Reste der Hitze zersetzen sich in der Abendsonne, legen sich nieder auf dem nun angenehm warmen Boden. Langsam schlendere ich auf dem Feld in Richtung Reeperbahn. Skater, Leute auf Fahrrädern, Rollschuhen oder mit Drachen kreuzen meinen Weg. Hier muss man immer aufmerksam sein. Ich bahne mir meinen Weg durch die rollenden Massen. Mit jedem kühlen Windstoß verblasst der Tag ein wenig mehr, und die letzten Sonnenstrahlen scheinen auf mein Gesicht.

Stuhlmannbrunnen

„Wer nah ran geht, erlebt eine angenehme, kleine Erfrischung. Am liebsten betrachte ich dieses zehn mal 20 Meter große Schauspiel von der direkt an den Brunnen angrenzenden Wiese.“

Erik Brandt-Höge, SZENE-Redakteur
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Plitsch, platsch: Nicht viele Krokodile können behaupten, eine beruhigende Wirkung zu haben (Foto: Erik Brandt-Höge)

Der Weg vom Bahnhof Altona zum Platz der Republik ist ein steiniger. Ja, auch buchstäblich, höhö. Was ich jedoch meine, ist der Stadtstress, der sich auf den paar hundert Metern zwischen Busabfahrten und sattgrüner Liegewiese ballt. Wem man hier auch begegnet: Die Leute sind in Eile, der Zeitdruck, der nächste unangenehme Termin, die Überstunden stehen ihnen auf die Stirnen geschrieben. Viele fröhliche Gesichter sieht man nicht. Bis zum Platz der Republik.

Da hocken Pärchen, Jugendcliquen und Familien ganz entspannt herum, auf Bänken, dem Rasen oder – für viele Kinder am interessantesten – auf den Mauern rund um den Stuhlmannbrunnen. Darin kämpfen zwei Zentauren mit einem Fisch und verspritzen dabei ziemlich viel Wasser. Wer nah ran geht, erlebt eine angenehme, kleine Erfrischung. Am liebsten betrachte ich dieses zehn mal 20 Meter große Schauspiel von der erwähnten, direkt an den Brunnen angrenzenden Wiese. Die Wasserspiele haben von da aus eine ziemlich beruhigende Wirkung. Braucht man ja auch nach dem Weg.

Metropolis Kino

„Wer bekannte und unbekannte Meisterwerke auf der großen Leinwand erleben und zugleich der überhitzten Realität entkommen möchte, ist im Metropolis genau richtig!“

Marco Arellano Gomes, SZENE-Redakteur
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Das Metropolis Kino bietet angenehme Temperaturen und großartige Filme (Foto: Jann Wilken)

Zugegeben: Dieser Hotspot ist eher ein Cool-Spot. Satte zwei Etagen geht es hinunter, ehe man den schattig-kühlen Kinosaal des Metropolis erreicht. Die vielen Treppen hinab lohnen sich aber, denn hier unten im zweiten Untergeschoss gibt es nicht nur einen gut gelüfteten, mit 24 Grad Celsius angenehm temperierten, nicht überfüllten Kinoraum, sondern eine Etage höher auch eine atmosphärische, dezent beleuchtete Bar mit kühlen Getränken und jeder Menge Knabberzeug. Das erfrischt und stärkt einen – insbesondere an heißen Sommertagen.

Doch das Beste gibt es im wunderschönen, historisch gestalteten Kinosaal: Filme mit Tiefgang – von Fellini über Bergman bis Kubrick. Wer bekannte und unbekannte Meisterwerke auf der großen Leinwand erleben und zugleich der überhitzten Realität entkommen möchte, ist im Metropolis genau richtig!

Das Sommerprogramm sieht für den Juli eine Antikriegsreihe mit dem Titel „Make Peace Not War“ vor, bei der unter anderem die Filme „Die Brücke“ und „Schindlers Liste“ laufen. Zudem gibt es eine Reihe zum Modeschöpfer Tom Ford. Dieses Kino – so viel wird klar – bietet einzigartige thematische Zeitreisen, ohne auf modernste Technik zu verzichten. Da es so zentral liegt, bietet sich im Anschluss ein Spaziergang in eines der nahe gelegenen Restaurants oder durch Planten un Blomen oder die Innenstadt an – erfrischt und inspiriert statt platt und satt.

Fischmarkt

„Wenn es uns an unserem Schattenplatz doch zu kühl wird, setzen wir uns oft vor die Fischauktionshalle, direkt in die Sonne und genießen die letzten warmen Strahlen.“

Annarhea Stoffel, SZENE-Autorin
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Schattenplätze mit Top-Ausblick gibt es einige am Fischmarkt (Foto: Anarhea Stoffel)

Die Tage werden länger, das Wetter wärmer, da heißt es für mich: Endlich wieder runter zum Hafen fahren! Hamburg ist vor allem im Sommer immer gut besucht, da habe ich oft keine Lust auf große Menschenmengen, Gedränge und lange in der Sonne herumstehen. Umso schöner ist es dann abends am Fischmarkt.

Da ist zwar auch immer einiges los, unter der Terrasse des Hamburger Elbspeichers hat man aber meist gute Chancen auf einen ruhigen Platz an der Mauer. Vorher hole ich mir mit Freunden eine Limo oder ein Bier am Kiosk. Manchmal haben wir auch Lust auf ein Fischbrötchen vom Lütt & Lecker auf der anderen Straßenseite. Dann sind wir perfekt ausgerüstet und es kann losgehen, auf zum Wasser. Auch bei ganz heißen Temperaturen weht hier noch ein frischer Wind vom Hafen herüber. Und schattig ist der Platz unter der Terrasse auch, es lässt sich also super aushalten.

Wenn es uns an unserem Schattenplatz doch zu kühl wird, setzen wir uns oft vor die Fischauktionshalle, direkt in die Sonne und genießen die letzten warmen Strahlen. Da vergehen die Stunden ganz schnell, während man auf den weiten Hafen hinausschaut und das Treiben an den Docks beobachtet. Hin und wieder fährt ein riesiges Containerschiff vorbei, Richtung Meer in die weite Welt hinaus und ich frage mich, wo es wohl als nächstes anlegen wird.

Haynspark

„Mit Freunden packe ich gegen Feierabend gerne die Picknickdecke aus und genieße ein Bier auf der Wiese.“

Katharina Stertzenbach, SZENE-Volontärin
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Augenweide: Blick vom Haynspark auf die Alster (Foto: Erik Brandt-Höge)

Sommer ist, wenn ich wieder einen ganzen Tag im Haynspark verbringen kann. Bei der Joggingrunde am frühen Morgen ist das grüne Areal zwischen Eppendorfer Landstraße und Alster noch nahezu menschenleer, und ich genieße die Ruhe beim Sport. Gegen Mittag wird es schon voller und der Haynspark zum Treffpunkt für Familien, Stand-Up-Paddler, Schlauchbootbesitzer und Grillfans. Ein bunt gemischter Haufen, und das nicht bloß an Land.

Wer Lust auf eine Abkühlung hat, nutzt einen Wasserzugang und geht plantschen. Mit Freunden packe ich gegen Feierabend gerne die Picknickdecke aus und genieße ein Feierabendbier auf der Wiese. Manchmal treffen wir auch uns am historischen Pavillon, wo wir zu Live-Musik, die dort immer wieder ganz verschiedene Künstler spielen, schon viel getanzt und gefeiert haben. Auf die Anwohner haben wir dabei natürlich stets Rücksicht genommen.


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