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Kulturchoc: Diese Schokolade hilft bei der Integration

Mona Taghavi Fallahpour ist Gründerin und Geschäftsführerin des Food-Start-ups Kulturchoc, das Frauen nach Flucht oder Migration einen beruflichen Neueinstieg ermöglicht

Text und Interview: Erik Brandt-Höge
Fotos: Felix Valentin

Schokolade als Integrationshilfe? Klingt nach einer so süßen wie naiven Idee, ist aber ein bestens funktionierendes Sozialunternehmen. Kulturchoc heißt das Projekt, das Mona Taghavi Fallahpour vor einem Jahr gegründet hat. Ihr Konzept: Geflüchtete Frauen und Migrantinnen, die 35 Jahre oder älter sind, kreieren gemeinsam Köstlichkeiten und schaffen sich dadurch eine Zukunftsperspektive.

Korrekte Konfekte nennt die Kulturchoc-­Macherin das, was ihre Mitarbeiterinnen in einer Altonaer Küche aus u. a. Mandeln, Datteln und Safran zaubern. Alle Zutaten sind fair gehandelt, viele stammen aus den Herkunftsländern der Köchinnen.

Mona, die bereits seit elf Jahren für Vereine, Stiftungen und Organisationen an Bildungsprojekten arbeitet und sie umsetzt, wurde für Kulturchoc kürzlich für den Deutschen Integrationspreis ausgezeichnet – und das soll erst der Anfang sein, sagt sie …

SZENE HAMBURG: Mona, Kulturchoc wirkt wie ein Integrationsprojekt par excellence. Aber: Ist alles so einfach, wie es aussieht?

Mona Taghavi Fallahpour: Es hat schon eine gewisse Zeit gebraucht, unsere Vorhaben umzusetzen. Sozialunternehmen sind in Deutschland noch nicht so anerkannt wie in anderen Ländern, etwa in Amerika. Da ist man auch rechtlich schon weiter, was gemeinnützige Unternehmerarbeit angeht.

Woran liegt das?

Hier ist es einfach nicht üblich, etwas für soziale Projekte zu erwirtschaften. Es ist deshalb anfänglich gar nicht so leicht, die passenden Unterstützer für solche Unternehmen zu finden.

 

„Das Interesse ist riesig!“

 

Wie war es denn bei der Teamfindung für Kulturchoc: Haben sich schnell interessierte Frauen bei dir gemeldet?

Ich hatte und habe immer noch viel mehr Bewerbungen, als ich bewerkstelligen kann. Das Interesse ist riesig! Das habe ich schon zu Beginn gemerkt, als ich Kulturchoc noch ehrenamtlich als Workshop in einem Stadtteilzentrum in Altona angeboten habe.

Bei den Frauen kam das super an – genau wie bei den Kunden. Es lief so gut, dass ich im Oktober 2018 entschied, Kulturchoc hauptamtlich zu leiten.

Und nach welchen Kriterien suchst du die Mitarbeiterinnen aus?

Zunächst bekomme ich einen Lebenslauf von den Frauen, dann vereinbare ich einen Kennenlerntermin, bei dem wir auch gemeinsam in unsere Küche gehen. Dort können sich die Bewerberinnen mit den Frauen unterhalten und austauschen, die schon länger dabei sind und natürlich auch schon ein paar erste Konfekte rollen.

Danach setze ich mich mit allen zusammen, und wenn es passt, probieren wir es sechs bis acht Wochen aus und denken über eine längere Zusammenarbeit nach.

 

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Kulturchoc-Künstlerinnen bei der Handarbeit

 

Momentan sind sechs Frauen in unserer Küche, zwei von ihnen bereits festangestellt. Übrigens bietet Kulturchoc den Teilnehmerinnen auch neben der Arbeit einiges an, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ihre Teilhabe an der Gesellschaft zu fördern, z. B. Fahrrad­- und Selbstverteidigungskurse, Stimm-­ und Präsentationstraining.

Das alles braucht eine Finanzierung. Wer unterstützt euch?

Im vergangenen Jahr haben wir eine Anschubförderung vom Bezirksamt Altona bekommen. Die Mitarbeiter dort haben sich dafür eingesetzt, dass Kulturchoc in Altona bleibt. Auch bei einem Crowdfunding haben wir erfolgreich mitgemacht und über 11.000 Euro an Spenden gesammelt. Und kürzlich sind wir von der Jury des Deutschen Integrationspreises auf den zweiten Platz gewählt worden, dafür gab es ein Preisgeld.

Die Weichen für weitere Erfolge sind also gestellt. Was ist das nächste Ziel?

Wir wollen wachsen. Wir wollen mehr Teilnehmerinnen aufnehmen und größere Maschinen anschaffen, um die Produktion zu verbessern. Und langfristig wollen wir uns natürlich selbst finanzieren.

Ich wünsche mir, dass wir irgendwann so weit sind, dass die Frauen den Laden selbst schmeißen können und ich mich Stück für Stück heraus­ziehen kann. Um das zu erreichen, haben wir u. a. vor, einen Webshop einzurichten, damit die Korrekten Konfekte auch bundesweit verschickt werden können. Momentan sind wir ja nur lokal unterwegs, z. B. auf Märkten in Hamburg. Der Webshop ist also der nächste große Schritt – und an neuen Produkten tüfteln die Frauen auch schon.

Kulturchoc.de


Szene-Hamburg-Juli-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Juli 2019. Titelthema: Schmelztiegel St. Georg.
Das Magazin ist seit dem 27. Juni 2019 im Handel und zeitlos im 
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Hamburger des Monats – Dannie Quilitzsch

Frauen vernetzen, Kinder in Krisengebieten stabilisieren, Wasser für alle – Dannie Quilitzsch zieht viele soziale Strippen. Ihr Antrieb: Die Welt ein bisschen besser machen und das am besten gemeinsam.

Interview: Hedda Bültmann
Foto: Philipp Schmidt

SZENE HAMBURG: Dannie, du steckst in so vielen unterschiedlichen Projekten. Wie bezeichnest du dich?

Dannie: Das stimmt, ich habe mehrere Hüte auf, deshalb kommt es immer auf den Kontext an. Aber grundsätzlich bin ich Psychologin, Beraterin und Coach. Und arbeite hauptsächlich im Bereich Social Entrepreneurship als Gründerin und Unternehmerin, aber auch in beratender Funktion sowohl für große Dax-Unternehmen als auch für kleine Social Start-ups.

Wonach entscheidest du, an was und mit wem du zusammenarbeitest?

Es ist mir bei den Social Start-ups wichtig, dass die Idee und das Konzept innovativ auf dem Markt sind. Und ob es dafür überhaupt einen Bedarf gibt und somit eine reelle Wirkung nach sich zieht.

Vertraust du deiner Intuition, ob ein Projekt funktionieren wird?

Vieles entscheide ich aus dem Bauch heraus, wobei mein Bauch und mein Verstand sehr eng zusammenarbeiten. Durch meine jahrelange Erfahrung erkenne ich schnell, was Sinn macht. Natürlich prüfe ich auch, ob eine gute Marktanalyse gemacht wurde, ob Kompetenzen, Gründerpersönlichkeit und das Netzwerk vorhanden sind und wie hoch die Motivation ist. Oder zum Beispiel auch, ob die Idee so innovativ ist, dass sie Medienpartner und Multiplikatoren erreicht.

 

 

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Welcher Aspekt hat dich bei War Child gepackt?

Natürlich gibt es bereits viele Projekte, die sich um Kinder kümmern, auch War Child gibt es weltweit schon lange. Meine Partnerin und ich haben jetzt die Organisation nach Deutschland, mit Sitz in Hamburg, geholt. Für mich als Psychologin und Therapeutin ist es sehr interessant, dass War Child psycho-soziale Programme entwickelt, evaluiert und erforscht. Wir schaffen etwas Funktionierendes.

Dann teilen wir es mit anderen Organisationen wie Save the Children und Unicef. So erzeugen wir eine Reichweite in die ganze Welt, damit noch mehr Kindern in Krisengebieten geholfen werden kann, mehr als wir es alleine mit War Child schaffen könnten. Das ist, was mich an Social Entrepreneurship am meisten reizt – etwas zu kreieren, das über einen Skalierungseffekt einen reellen sozialen Wandel mit sich bringt.

Ein anderes deiner Projekte hier in Hamburg ist der Women’s Hub, an dem drei Mal im Jahr 50 Frauen einen Tag lang zusammenkommen. Was steckt dahinter?

Auch dabei ist mein Antrieb, zu überlegen, wie man unsere Welt besser machen kann – das klingt zwar pathetisch, aber tatsächlich geht es genau darum. Ich bin überzeugt, dass wir unser ganzes Potenzial nur entfalten können, wenn wir es gemeinsam tun. Der Women’s Hub will eine Gemeinschaft aus Frauen sein, die sich gegenseitig unterstützen.

Beim Women’s Hub Day kommen 50 Frauen zusammen, fünf davon nutzen diesen Tag, um ihre Visionen oder Projektideen zu teilen, um sich Feedback darauf oder auch ganz konkrete Unterstützung für die Umsetzung einzuholen. Wir schaffen einen Raum, in dem sich Frauen trauen, ihre Ideen zu erzählen, sich auszuprobieren und gegenseitig zu inspirieren – nicht nur persönlich, wir schüren auch, dass die Frauen gemeinsam Business machen, sich gegenseitig buchen oder Aufträge vergeben, um sich so auch in diesem Bereich zu fördern.

 

„Weibliche Prinzipien müssen stärker in die Gesellschaft“

 

Warum brauchen Frauen dafür noch immer einen geschützten Raum?

Der geschützte Raum wird gebraucht, damit Frauen sich stärken können, um dann gemeinsam in die Welt rauszugehen. Wir sind nicht geübt darin, uns zusammenzuschließen. Wenn man sich Statistiken ansieht, ist die Redezeit von Männern in Runden noch immer länger, die Gehälter in vergleichbaren Positionen sind höher, Männer bekommen noch immer eher den Job, vor allem im Führungsbereich, bei gleicher Qualifikation. Es war lange so, dass die Frauen, die sich durchkämpfen konnten, die Prinzipien der Männer angenommen haben.

Jetzt geht es darum, die weiblichen Prinzipien wie Empathie und Intuition stärker in die Gesellschaft zu tragen. Denn jede Frau sollte sich bewusst sein und daran glauben, dass wir mit unserem weiblichen Verhalten stark sind – egal, in welchem Feld wir unterwegs sind, sei es als Angestellte, Freelancerin oder Mutter. Wir wollen Frauen stärken, um eine Gleichheit zu erzeugen.

Was tut die Stadt, um „Women Empowerment“ zu unterstützen?

Ich habe beim letzten N Klub, ein Netzwerktreffen für nachhaltige Ideen, unsere Sozialsenatorin Melanie Leonhard über das Thema sprechen hören, und ich finde sie in diesem Bereich sehr vorbildlich. Sie setzt sich ein, geht mit den richtigen Ideen nach vorne. Ansonsten ist es in diesem Bereich von Seiten der Institutionen, Behörden oder Stiftungen unheimlich schwer, Unterstützung zu bekommen. Generell, wenn man neue Themen nach vorne bringen will, ist es schwierig, die Stakeholder zu überzeugen, da muss insbesondere Frau einen echt langen Atem haben, sich den Mund fusselig reden und die Füße ablaufen.

Auch hier wird Männern viel schneller zugetraut, dass sie die richtige Idee für eine Unternehmensgründung oder ein Projekt haben. In Städten wie Berlin und auch im Ausland ist es wesentlich einfacher, weil in international orientierten Städten früher verstanden wurde, dass es wichtig ist, dass wir uns in diesem Bereich entwickeln. Ich liebe an Hamburg die traditionellen Werte wie Beständigkeit und Gewissenhaftigkeit, die stehen Innovationen und mutigen Ideen aber leider auch oft im Weg.

Was braucht es?

Ich wünsche mir noch mehr den Dialog zwischen den verschiedenen Instanzen: Regierung, Unternehmen, Medien, Institutionen, Zivilgesellschaft. Es gibt zwar kleinere Zusammen künfte wie das Zeitforum oder den N Klub, aber wir könnten noch viel mehr Potenzial wecken, wenn wir mehr in der Gemeinschaft gucken, wie wir Hamburg in die Zukunft entwickeln und gleich zeitig als lebenswerte Stadt für alle Bürger erhalten können.

 

„In Hamburg herrscht irre viel Social Empowerment“

 

Und wie ist dein Blick auf die Hamburger?

In der Stadt gibt es so viele wahnsinnig tolle Menschen. Hier herrscht irre viel Social Empowerment in Form von sozialen Projekten und Veranstaltungen. Das finde ich sehr beeindruckend. Ich lebe seit über 20 Jahren in Hamburg, und ich liebe es hier – die Haltung der Leute, wie sie ihre Stadt gestalten und tatsächlich etwas bewegen. Das zeigt es auch, wie hier mit Geflüchteten umgegangen wurde und wird – es haben sich viele zivilrechtliche Organisationen gebildet wie Hanseatic Help.

Hamburger sind oft leise, es wird nicht so viel darüber geredet, was sie machen, aber das, was passiert, hat eine echte Substanz. Das finde ich wirklich stark an der Stadt.

Welches Engagement berührt dich am meisten?

Mein absolutes Herzensprojekt ist ganz klar Viva con Agua. Seit 2007 bin ich dabei, mittlerweile als Aufsichtsratsvorsitzende. Für mich ist es das vorbildlichste, sowohl als Unternehmen als auch soziales Projekt, das ich kenne. Das liegt vor allem daran, dass Viva con Agua nie müde wird, sich immer wieder mit sich selbst zu beschäftigen, im Sinne der eigenen Optimierung, der Neuerfindung oder der Frage, wie sie die Welt verändern und Mitgestaltung für jeden ermöglichen können.

Apropos Welt verändern. Was wäre im Kleinen dazu dein Appell an die Menschen?

Dass sich die Menschen wieder mehr begegnen. Jeder Mensch ist auf seiner eigenen Reise, aber jeder kann mit seiner Geschichte und den eigenen Erfahrungen andere unterstützen und helfen. Geht einfach wieder mehr aufeinander zu, redet miteinander und hört euch wirklich zu.

www.danniequilitzsch.com


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2019. Das Magazin ist seit dem 27. April 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Der Fotoautomaten-Mann aus der Schanze

Vor sechs Jahren stellte Morris Kaya seinen ersten Fotoautomaten in der Schanze auf. Heute gehören ihm 16 Exemplare. Eine Idee zum Reichwerden? „Ne“, sagt er. „Das ist Kunst.“

Am Schulterblatt, Ecke Max Brauer-Allee, direkt neben dem Asia-Imbiss, steht er: der älteste Fotoautomat der Stadt. „Der ist von 1965, analog, eine echte Rarität, Mann“, sagt Morris Kaya stolz.

32 Jahre ist er alt, ein echtes Schanzengewächs. Da geboren und aufgewachsen, „meine Schanze“ nennt Morris seinen Stadtteil. Da ist er zu Hause. Und genau dort, im Haus 73, entdeckte er vor rund acht Jahren seine Liebe zu den hölzernen, analogen Knipsautomaten.

„Ich hing damals viel in dem Laden rum, arbeitete als DJ und in der Gastro“, erzählt Morris. In der Ecke vor dem Tresen hätte ein Fotoautomat gestanden, den ein Betreiber aus Flensburg gewartet habe. „Ich habe mich mit ihm angefreundet und ihn unterstützt, wenn mal etwas kaputt war. Dann musste er nicht immer nach Hamburg kommen. In der Zeit habe ich mich reingefuchst in die Technik. Nach zwei Jahren ließ er den Automaten abholen, ist krank geworden und konnte sich nicht mehr darum kümmern. Und da habe ich beschlossen, einen eigenen Automaten dort aufzustellen. Ich bin da einfach so reingerutscht.“ Seinen ersten Fotoautomaten kaufte Morris in Tennessee. Analog, mit Originaltechnik von 1928. Die seien schwer zu kriegen, die meisten Geräte stammen aus den USA. Bis zu 25.000 Euro kann so ein Gerät kosten, auch das Doppelte, wenn es sich um Liebhaberstücke handelt.

Morris war angefixt, recherchierte, kaufte weitere fünf analoge Automaten. Liebevoll setzte er diese instand, draußen, im Central Park. Dort lernte er Marcus Paponi kennen. Der 32-jährige Rostocker lebt seit sechs Jahren in Hamburg und half ihm gelegentlich bei der Reperatur der Automaten. Das Thema nahm Fahrt auf, die Nachfrage nach Fotoautomaten wuchs. Morris gründete seine Firma Photomat Hamburg, zog vom Central Park in seine Werkstatt im Karoviertel und erstand zusätzlich zu den analogen auch digitale Geräte. Die sind leichter zu warten und unkomplizierter in der Handhabung. Damit verdient er sein Geld, stellt sie in den Hamburger Clubs auf oder vermietet sie für Hochzeiten oder Firmenfeiern.

“Die wollen die Fotos anfassen, nicht nur auf dem Handy speichern.”

Inzwischen beschäftigt Morris zwei Mitarbeiter. Marcus ist seit einem Jahr festes Teammitglied und zuständig für die Wartung und Instandsetzung der Geräte, die auf Außenflächen stehen. Morris’ Kumpel Mühle übernimmt die freitägliche Kontrolle der Fotoautomaten in den Clubs. Und Morris selber macht das Marketing, recherchiert neue Locations für seine Automaten und wartet die analogen Geräte.

„Ich habe am Anfang gedacht, das ist so ein Hype. Aber das ist mehr. Die Leute wehren sich gegen die Digitalisierung. Die wollen die Fotos anfassen, nicht nur auf dem Handy speichern. Deshalb werden Fotoautomaten,auch niemals aussterben“, sagt er.

Das Geschäft boomt also, der Bedarf ist da. Aber Morris’ Ziel lautet nicht Reichtum.

„Ich mache das nicht, um viel Geld zu verdienen“, sagt er mit Nachdruck. „Ich mache das, damit die Leute sich über ihre Fotos freuen. Deshalb stehe ich auch nachts auf und rette irgendwelche Fotos, wenn ein Automat streikt und die Leute die Notrufnummer wählen. Das passiert manchmal vier bis fünf Mal in der Nacht. Das ist denen wichtig, das sind unvergessliche Erinnerungen. Das Foto, das sie an dem Abend gemacht haben, gibt es nur einmal. Ich kann sie gut verstehen.“

“Hey, ich, ich bin der analoge Automatentyp in dieser Stadt!”

Morris mag es unkonventionell, starre Tagesabläufe sind nicht sein Ding. Technik schon. Er liebt es, an den analogen Geräten herumzuschrauben. Ersatzteile für diese Automaten gibt es nicht mehr. Deshalb verbaut er Teile anderer Automaten oder Kfz-Relais. „Man muss erfinderisch sein“,sagt er. „Improvisieren.“ Inzwischen erhält er auch diverse Anfragen für Sonderobjekte wie Video-Fotoautomaten. Für die Kunsthalle entwickelte er beispielsweise im Rahmen der Manet-Ausstellung 2016 einen Augen-Fotoautomaten. „Der erste Augen-Fotoautomat der Welt, Mann“, erklärt Morris stolz.

Der Mann tüftelt gern. Auch wenn Automaten beschädigt oder aufgebrochen werden oder schlicht defekt sind, sieht er das weniger als Ärgernis, sondern als Herausforderung. Da ist Morris entspannt. „Wir fixen das.“ Aufgegeben und eine der analogen Raritäten abgeschrieben hat er noch nie. Was er nicht reparieren kann, wird upgecycelt. Deshalb sieht er auch dem Konkurrenzkampf auf dem Markt gelassen entgegen.

Bei der Vermietung von digitalen Automaten sei die Zahl der Mitbewerber inzwischen groß. Aber bei analogen? Da kann ihm keiner was. Das ist sein Revier. „Hey, ich, ich bin der analoge Automatentyp in dieser Stadt. Und: Was ich hier mache, ist kein bloßes Geschäft. Das hier, das ist Kunst.“

Text: Regine Marxen / Fotos: Philipp Jung

www.fotobox-vermietung-hamburg.de

Serie: Start-Up! Fokus Finanzen. Interview

Die Idee steht? Jetzt geht’s um die Zahlen. Sebastian Ritt (23) berät seit 2014 Existenzgründer im StartUp-Center der HASPA und verrät, worauf Gründer achten sollten

Sebastian Ritt hat schon manche Geschäftsidee mit verfolgen dürfen. Und wird immer noch überrascht. Hamburgs Gründerszene, sagt er, muss sich nicht verstecken.

SZENE Hamburg: Wie stark ist die Start-up- und Gründerszene in Hamburg?

Hamburg ist neben Berlin eine der Gründerhochburgen Deutschlands und hat schon seit Jahren eine hohe Gründungsaktivität. Viele starke und etablierte Familienunternehmen haben ihren Ursprung in Hamburg. Dazu kommen sehr gut qualifizierte Fachkräfte, die es in die Hansestadt zieht. Die Voraussetzungen stimmen also.

Was macht Hamburg für Gründer attraktiv?

Öffentliche Einrichtungen fördern Gründer mit günstigen Darlehen oder Innovationszuschüssen. Private Initiativen wie „Hamburg Startups“ und Netzwerke wie „12min.me“ fördern zudem die Sichtbarkeit und den Austausch mit anderen Akteuren in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Dabei ist Hamburg immer noch recht übersichtlich. Man kennt sich.

Für meinen Geschmack könnte Hamburg insgesamt noch selbstbewusster auftreten. Unsere Gründer können sich durchaus sehen lassen!

Welche Branchen sind aus Ihrer Sicht besonders gut vertreten?

Der größte Teil der Gründer kommt aus dem Dienstleistungssektor. Aber auch Branchen wie Handel bzw. E-Commerce sind in Hamburg überproportional vertreten.
Besonders erfreulich ist, dass in den letzten Jahren verstärkt auch digitale und technologiegetriebene Unternehmen in Hamburg gegründet wurden. Diese Start-ups unterscheiden sich von den klassischen Gründern insbesondere darin, dass sie sich häufig in einem jungen Markt mit einem noch nicht etablierten Produkt bewegen. Das Risiko ist also ungleich größer und die Entwicklungs- und Anlaufphase häufig deutlich länger. Sie treiben Innovationen voran und sind damit wichtig für Hamburg. Sie haben das Potenzial, den Wirtschaftsstandort langfristig zu stärken.

Wie viele Gründer hat die HASPA 2016 unterstützt?

Jährlich erreichen uns etwa 1.000 Finanzierungsanfragen. Davon haben wir im letzten Jahr über 330 Vorhaben mit rund 50 Millionen Euro finanziert.
Zusätzlich haben wir im StartUp-Center der HASPA das Team Digital & Tech gegründet, welches sich gezielt mit innovativen Gründungsvorhaben beschäftigt. Aufgrund des größeren Risikos sind hier häufig eher Wagniskapitalgeber gefragt. Den Start-ups stehen wir dabei mit unserem Netzwerk zur Seite.

Sie unterstützten unter anderem die heute erfolgreichen Unternehmen Fritz-Kola oder das Miniatur Wunderland. Was haben diese richtig gemacht?

Es klingt wahrscheinlich sehr viel einfacher, als es ist: Es ist ihnen allen auf ihre Weise gelungen, einen echten Wert für ihre Kunden zu schaffen. Sie sind zur richtigen Zeit mit dem richtigen Angebot an den Markt gegangen. Und sie hatten den Mut, persönliche Risiken einzugehen und ihre Ziele konsequent zu verfolgen.

Gibt es Fehler, die immer wieder gemacht werden bei der Gründung?

Leider wird häufig der Kapitalbedarf zu gering bemessen, da unerwartete Kosten nicht berücksichtigt oder die Länge der Anlaufphase unterschätzt werden.
Immer wieder scheitern Vorhaben auch daran, den Markt zu erschließen, sprich ausreichend Kunden zu gewinnen. Gründer sollten nie die Bedürfnisse ihrer Zielkunden aus den Augen verlieren. Es kann empfehlenswert sein, sich schon frühzeitig während der Entwicklung Feedback von potenziellen Kunden und Anwendern einzuholen.

Welche grundsätzlichen Voraussetzungen gibt es, die ich bei der Finanzierung bedenken muss?

Wir setzen für eine Gründungsfinanzierung eine einwandfreie persönliche Bonität der Gründer voraus. Es gibt keine Unternehmenshistorie, auf die man zurückblicken könnte. Also schauen wir uns an, wie die Gründer bisher mit den finanziellen Mitteln umgegangen sind, die ihnen zur Vefügung standen.

Wenn zinsgünstige Fördermittel eingebunden werden sollen, kann der Zeitpunkt der Beantragung entscheidend sein. Fördergelder müssen erst beantragt werden, bevor Geld für den zu fördernden Zweck ausgegeben wird. Gründer sollten also ausreichend Vorlauf einplanen und sich rechtzeitig beraten lassen.

Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?
Für Gründer gibt es viele subventionierte Kreditprogramme, zum Beispiel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder der Investitions- und Förderbank Hamburg (IFB). Die Bürgschaftsbanken der Länder können zudem die häufig fehlenden Sicherheiten stellen. Auf all diese Fördermittel können wir zugreifen. So können wir Gründern außergewöhnlich günstige Konditionen anbieten. Wenn es etwas mehr Flexibilität braucht, können wir aber auch ganz individuelle Finanzierungspakete schnüren.

Wie lange braucht es, bis ein Start-up auf eigenen und gesunden Füßen stehen kann?

Das ist ganz unterschiedlich und genau die Frage, die sich auch die Gründer stellen sollten. Davon abhängig ist schließlich auch die Art der Finanzierung. Wer eine Bank von seinem Vorhaben begeistern will, muss schneller rentabel sein als ein mit Wagniskapital ausgestattetes Start-up, das zunächst auf eine möglichst große Marktabdeckung setzt. Aus Bankensicht gesprochen: Spätestens wenn nach ein bis zwei Jahren die Tilgung des Darlehens einsetzt, sollte diese auch erwirtschaftet werden.

Abschließend: Sie bekommen 1.000 Anfragen im Jahr. Das skurrilste Konzept?

Es sind schon manchmal schräge Ideen dabei, bei denen man sich mit einer Finanzierung eher zurückhält. Es gibt aber auch Fälle, wo der Erfolg den Gründern recht gibt. Spannend ist aber auch die Darreichungsform.

Ein Konzept wurde beispielsweise auf einem gebrauchten Pizza-Karton geschrieben und eingereicht. Das war mit der Aufbewahrung ein bisschen schwierig.

Andererseits gibt es auch Unternehmen, die mit einer technischen Zeichnung auf einer Serviette angefangen und sich bis heute zum Weltmarktführer in ihrem Bereich entwickelt haben. Den begleitet die HASPA heute noch. Der Pizza-Karton konnte übrigens nicht überzeugen.

Interview: Regine Marxen

Serie: Start-up! Lieber ohne Crowd: Nqyer Media

Julian Mohr und Jan Jatzkowski wissen, wie Online Marketing von morgen geht. Von Crowdfunding halten sie nichts.

Ganz einfach ist die Sache mit der Werbung ja nicht mehr. Darum setzen immer mehr Unternehmen auf Content-Marketing. Setzt man dabei auch noch auf wichtige Multiplikatoren, Meinungsmacher und Markenbotschafter, ist man bereits beim Held der Unternehmenskommunikation, dem Influencer Marketing. Und das spielt sich hauptsächlich online ab, schließlich nehmen die digitalen Medien und Kanäle immer weiter an Fahrt auf.

“Wir ordnen das Chaos!

In Deutschland steckt diese Art Werbung noch ein bisschen in den Kinderschuhen. Doch einer, der schon ganz früh die Lunte gerochen hat, ist Julian Mohr. Gemeinsam mit Jan Jatzkowski gründete er 2014 das Start-up Nqyer Media als Agentur für Influencer Marketing, Content-Marketing und Branded Entertainment. Schließlich glaubte schon damals das Team fest daran, dass die sozialen Plattformen eine Vielzahl von neuen und einflussreichen digitalen Medien hervorbringen werden. „Reichweiten und Formate haben sich zuerst ins Open Web und jetzt ins Social Web verlagert“, sagt Mohr, „die Kanäle und die Vielfalt des Contents ist für Laien aber längst unüberschaubar geworden. Wir ordnen dieses Chaos und machen es zugänglich.“

Nqyer Media erschließt den digitalen Markt darum für seine Kunden, übernimmt die Produktion des Contents und die Steuerung der Kampagne inklusive Kommunikation mit den Influencern und Magazinen.

Das Potenzial erkennen auch andere: Im September 2016 stieg der Werbevermarkter Weischer.Media bei Nqyer ein und übernahm 50,1 Prozent der Anteile.

Eine große Investorensuche ist dem nicht vorausgegangen. „Die richtige Idee zur richtigen Zeit richtig umzusetzen erleichtert die Suche nach Kapital.”

Ob Crowdfunding zumindest anfangs eine Rolle gespielt habe? „Um Gottes Willen“, so Mohr. „Ich will doch keine ganze Crowd hinter mir haben, wenn ich verhandle, das könnte einiges extrem ausbremsen.“

Stattdessen habe man damals auf einen Privatinvestor gesetzt. Der hat sich seine Anteile beim Einstieg von Weischer.Media versilbern lassen. / ILO

Serie: Start-up! Adressen und Partner in Hamburg

Geiles Projekt am Start und Hummeln im Hintern: Sobald eine Geschäftsidee erst mal im Kopf ist, soll sie auch ganz fix auf den Markt

Wir haben einen kleinen Überblick über Finanzierungsmöglichkeiten, gute Adressen und ein paar Beispiele für euch.

Crowdfunding

Hierbei können Macher für ihr Herzensprojekt werben und das notwendige Startkapital einwerben. Wer das Projekt finanziell unterstützt, erhält dafür eine Gegenleistung – zum Beispiel das Buch, das Album, den Eintritt oder eine Nennung im Filmabspann. Kreative Projekte werden dabei meist unter anderem über Startnext finanziert (größte und älteste Plattform, 2010 gegründet), Kickstarter oder VisionBakery. Neben kulturellen und kreativen Projekten auch für gesellschaftliche, ökologische und sportliche Projekte geeignet. Eine Übersicht über die Klassiker unter den Crowdfunding-Plattformen gibt es hier:
crowdfunding.de

#FreeJournalism
umatter.news hat gerade als Plattform für unabhängigen Journalismus ihre Crowdfunding-Aktion gestartet. Hier entscheiden die Leser, was Schlagzeile macht. Der Einfluss von Werbung, Politik und Drittinteressen soll so möglichst ausgeschlossen werden. Die Autoren müssen sich an eine strenge Charta halten: Sie redigieren untereinander ihre Beiträge, checken die Fakten und können ein Veto einlegen. 
#FreeJournalism
www.freejournalism.de

muli
Im April endet erst das Crowdfunding für „muli“ – ein Hybrid aus kleinem Kompaktrad und großem Cargobike. Mit einem Handgriff lässt sich der Lastenkorb ausklappen (trägt bis zu 70 kg) – hier lassen sich Kind & Kegel bequem transportieren. Großstadttauglich. Das Fundingziel lag bei 35.000 Euro – die waren bereits Mitte März weit übertroffen. Das Muli kommt also auf die Straße.
www.startnext.com/muli

Yeah Yeah Yeah
Die Yeah Yeah Yeah Studios sind im September 2016 durch einen Wasserschaden komplett zerstört worden. Innerhalb von drei Monaten konnten 11.000 Euro eingesammelt werden, mit denen jetzt vor allem die Studiotechnik repariert werden soll.
www.yeahyeahyeahstudios.de

Dickfoot_

Abgebrannt und nun auf Unterstützer-Suche: Dickfoot

Dickfoot
Ein Feuer hat Dickfoot’s Bandstudio zerstört. Gitarren, Amps, Mikros, Mixer – die Liste der Verluste ist lang, aber der Atem der Band ist länger. Sie will die Produktion des Albums zu Ende bringen, die durch das Feuer jäh unterbrochen wurde. Jetzt wird für neues Equipment, neue Aufnahmetechnik und neue Instrumente gesammelt.
www.dickfoot.de

Crowdinvesting

Risiko!
Wer hier Geld reinsteckt, braucht viel Vertrauen – oder Risikobereitschaft. Die Unterstützer werden am möglichen Gewinn beteiligt, können aber auch alles verlieren, wenn das Projekt schiefgeht. Vor allem für Start-ups und Unternehmen mit Gewinnorientierung geeignet. Ambico zum Beispiel entpuppte sich als schnell wachsendes E-Commerce-Start-up im Bereich Garten- und Wohnambiente. Seit 2014 hat das Unternehmen knapp 5 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet und das Investment zuvor über den deutschen Marktführer Companisto eingesammelt. Die Companisten erhalten dafür eine Beteiligung in Höhe von 6,75 Prozent.
www.companisto.com

Crowdlending

Start-up

Private Bank
Von Mensch zu Mensch, ganz ohne Bank: Beim Crowdlending leihen sich die Starter Geld, das sie dann später – häufig verzinst – wieder zurückzahlen müssen. Die Projekte gehen vom Umschulden übers Augenlasern bis zum Neuwagen.
www.auxmoney.com

Fundraising

Gutes tun
Gemeinnützige Organisationen können online ganz einfach Spenden für soziale Projekte sammeln. In Hamburg gehören Viva con Aqua oder Ankerland e.V. dazu. Größte Spendenplattform Deutschlands: betterplace.org. Zusammen mit einer Hamburger Werbeagentur hat sie gerade zur Fashion-Week mit dem Fake-Modelabel Epic Escape für Aufsehen gesorgt.
www.betterplace.org

Menschlich
Für die Kampagne zum Fake-Label Epic Escape hat der Hamburger Fotograf Philipp Rathmer sechs syrische Flüchtlinge im Fashion-Look portraitiert. Auf der Kampagnen-Website erzählen sie von ihrer eigenen Flucht. User können für eines von über 500 Flüchtlingsprojekten spenden oder ein Sweatshirt mit dem Slogan „#Menschlichkeit steht Dir am besten“ kaufen, um selbst ein Statement zu setzen. Unterstützt wird die Aktion unter anderem von Die Fantastischen Vier, Designerin Sibilla Pavenstedt, Schauspielerin Jana Pallaske oder den Kiezhelden.
www.zusammen-fuer-fluechtlinge.de
www.menschlichkeit.de

strta up

Gut für Hamburg …
… ist eine Initiative von betterplace.org und Haspa. Sie unterstützt soziale Projekte in der Metropolregion Hamburg. Ein neues Heim für Pfadfinder, Mitternachtsbus oder Lebenshof: Hier können Hamburger in ihrer Nachbarschaft Gutes tun oder als gemeinnützige Einrichtung Unterstützung erhalten.
www.gut-fuer-hamburg.de

Sammelkasse
Spenden statt Geschenke: Als Privatmensch lässt sich Bares für soziale Projekte über Leetchi ganz einfach einsammeln. Hier gibt’s eine Sammelkasse für jeden und alles – zum Beispiel für gemeinsame Geburtstagsgeschenke, Klassenfahrten, Hochzeiten …
www.leetchi.com

Ab zur Bank

Der Klassiker
Neben den klassischen Hausbanken und deren Finanzierungsangeboten gibt es für Gründungswillige auch zinsgünstige Förderkredite bei Förderbanken. In Hamburg ist das vor allem die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) sowie die bundesweit tätige KfW-Mittelstandsbank.
www.ifbhh.de
www.kfw.de

Gute Adressen

start up

Gründungszentrum
Wer sich in Hamburg selbstständig machen möchte und Fragen zur Unternehmensgründung hat, ist bei der Handelskammer gut aufgehoben. Im Gründungszentrum gibt’s unter anderem eine kostenlose Einstiegsberatung, Rechtsauskünfte und wertvolle Infos zu Finanzierung und Förderung.
www.crowdfunding-hamburg.de

nextMedia.Hamburg
Die Standortinitiative der Hamburger Digital- und Medienwirtschaft wird gemeinsam getragen und gestaltet vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, dem Verein Hamburg@work (e.V.), der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung sowie engagierten Unternehmen und Persönlichkeiten. Digitale Start-ups sind hier an der richtigen Adresse.
www.nextmedia-hamburg.de

hei.
Die Hamburger Existenzgründungsinitiative hei. begleitet Gründungswillige in die Selbstständigkeit – inklusive Coaching. Beim hei.gründerfrühstück kommen einmal monatlich Gründer und Gründungsinteressierte zusammen – lecker und informativ!
www.hei-hamburg.de

Spätschicht
Small talk, big business – bei der Spätschicht, dem Networking-Event der Gründerszene, treffen sich Gründer, Investoren und Business Angels. Es gibt eine handverlesene Gästeliste. Auf die kommt nur, wer mit einer persönlichen Bewerbung überzeugt. Die Termine für 2017: 6. April und 7. September.
www.spaetschicht-event.com

Serie: Start-up! Betriebliches chillmahl

In Hamburg sind die Foodies in Sachen Start-up auf dem Vormarsch. Wir stellen euch einige vor.

Name: chillmahl UG (haftungsbeschränkt)

Alter: 23 Monate

Inhaber: Dirk Hannemann (35), Alexander Hellmig (34), Robert Pietruck (31) (Foto oben)

Branche: Food

Stage: eigenfinanziert

chillmahl

Alexander Hellmig rät: Verliert euch nicht im Detail

Unsere erste Idee war

Hochwertiges Essen für Unternehmen anzubieten.

Wir dachten, wir können das, weil

Wir Lust hatten, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Und mit unserer Erfahrung aus dem Bereich BWL, Marketing und Kreation waren wir die perfekte Kombi.

chillmahl

Dritter im chillmahl-Bunde: Dirk Hannemann

Unser bisher größter Erfolg war

Der Gewinn des eathealthy Awards in der Kategorie „Special Award Startup“ im November 2016. Das war die erste große Bestätigung für unser Konzept und natürlich das Vertrauen unseres ersten Kunden in unsere Idee.

Unser größter Fehler

Wir haben uns in gewissen Bereichen zu sehr abhängig von einzelnen Personen gemacht.

Das nächste Ziel ist

Unser Konzept in Hamburg so weit auszubauen, dass wir in anderen Städte in Deutschland Teams aufbauen können.

Kleiner Tipp an alle, die ein Start-Up entwickeln wollen

Nicht in Details verlieren. Entwickelt ein solides Grundkonzept, auf dem man aufbauen kann. Recherchiert und beobachtet den Markt und seid schnell. Es kommt eh vieles anders, als man plant.

Mehr Inspirationen und Hamburger Start-ups findet ihr hier


Ihr wollt durchstarten? Macht mit bei unserem Crowdfunding-Wettbewerb!

Serie: Start-up! puro ice pops – Eis am Stil

In Hamburg sind die Foodies in Sachen Start-up auf dem Vormarsch. Wir stellen euch einige vor.

Protokoll: Erik Brandt-Höge

Name: puro ice pops GmbH

Alter: 2 Jahre

Inhaber: Gerrit Jakobs (38), Stefan Kramer (36)

Branche: Gastronomie, Eis am Stiel

Stage: Start-Up

Unsere erste Idee

Eis am Stiel für den Firmenkundenbereich zu machen, also eine individuelle Verpackung, eigene Geschmacksrichtung, Stielbranding, etc. – aber dann wären so viele Menschen nicht in Kontakt mit diesem leckeren Eis am Stiel gekommen und das konnten wir nicht verantworten. Deshalb wurde das Konzept angepasst und um den Aufbau einer eigenen Marke erweitert, die auch auf Märkten und im LEH vertrieben werden kann

Wir dachten, wir können das, weil…

…wir ein tolles Produkt haben und die nötige Begeisterungsfähigkeit, um andere von unserer Idee zu überzeugen. Zudem waren wir in den Bereichen Marketing, Vertrieb und PR nicht schlecht aufgestellt.

Stilecht punkten. Mit Eis am Stil

Unser bisher größter Erfolg 

Der furiose Start, der uns gemeinsam mit „die kleine konditorei“ gelungen ist. Mit dem ersten Franzbrötchen-Eis am Stiel der Welt waren wir 2015 in allen Medien, Die Kooperation mit der Elbphilharmonie, die demnächst starten wird, kann dies noch einmal toppen. Wir produzieren gerade das erste Eis am Stiel in Form eines Wahrzeichens.

Unser größter Fehler 

Uns nicht noch früher mit dem Thema Finanzierung befasst zu haben. Gerade der Kapitalbedarf für ein schnelles Wachstum war uns zu Beginn nicht bewusst.

Das nächste Ziel ist…

Dass in näherer Zukunft jeder in Deutschland die Möglichkeit erhalten sollte, puro ice pops kaufen zu können, dazu sprechen wir seit einiger Zeit intensiv mit verschiedenen Partnern. Der erste Schritt ist die flächendeckende Listung im LEH, im Biofachhandel und im Feinkosthandel in Norddeutschland und danach in Berlin. Dazu werden wir weiterhin an großen Festivals, Streetfood Events, Konzerten, usw. teilnehmen, um den Menschen unsere Sortenvielfalt und speziell auch unsere alkoholischen Sorten zu zeigen.

Kleiner Tipp an alle, die ein Start-Up entwickeln wollen

Einfach machen! Nicht Ewigkeiten in der Planung verweilen, um diese am Ende wahrscheinlich zu verwerfen. Wenn Ihr überzeugt seid von der Idee, ein unabhängiges positives Feedback bekommt, geht raus und startet!

Ihr wollt durchstarten? Macht mit bei unserem Crowdfunding-Wettbewerb!

 

Serie: Start-up! leev Apfelsaft

In Hamburg sind die Foodies in Sachen Start-up auf dem Vormarsch. Wir stellen euch einige vor.

Protokoll: Erik Brandt-Höge

Wir wollen den Apfelsaft für die Menschen wieder zum Erlebnis machen!

Name: leev

Alter: 2,5 Jahre

Inhaber: Natalie Richter (32, Geschäftsführerin), Joachim Holst (56), Benjamin Beck (30)

Branche: Apfelsäfte

Stage: Expansion

Leev

Natalie Richter glaubt an den Apfel. Foto: Roman Dachsel

Unsere erste Idee war

Wie wollen den Apfelsaft für die Menschen wieder zum Erlebnis machen! Das schaffen wir, indem wir beste Altländer Äpfel Sorte für Sorte getrennt mosten, so dass verschiedenste Geschmacksrichtungen von Boskoop, Elstar und Holsteiner Cox entstehen. Ganz neu ist jetzt auch die leev Hoppe: Herber Apfel mit Craft Beer Hopfen und Sprudel, natürlich alkoholfrei. Unsere Botschaft: In der heimischen Natur gibt es so viel Leckeres zu entdecken, wenn man sich nur mal mit Liebe mit ihr beschäftigt. Deshalb heißen wir übrigens auch leev: Das bedeutet Liebe auf Plattdeutsch.

Wir dachten, wir können das

Joachim ist ein waschechter Altländer, der seit vielen Jahren in seiner kleinen Mosterei Äpfel aus der Umgebung presst. Natalie und Benjamin kommen von der anderen Seite der Elbe: Die beiden haben in Hamburger Werbeagenturen gelernt, wie man gute Produkte auch gut verkauft. Zu dritt sind wir der perfekte Saftladen.

Unser bisher größter Erfolg war

Mit der leev Hoppe haben wir eine absolute Innovation aus zwei urdeutschen Zutaten geschaffen: Apfel plus Hopfen – darauf ist noch keiner gekommen. Die Resonanzen sind gigantisch und nach nur drei Monaten ist die leev Hoppe zu unserem stärksten Produkt geworden.

Unser größter Fehler

Zu lange darauf zu warten, dass die Welt auf uns wartet. Tue Gutes und rede darüber! Inzwischen haben wir uns vertrieblich fit gemacht und rennen jeden Tag in Gastronomie und Einzelhandel offene Türen ein.

Das nächste Ziel

Die leev Hoppe zu DEM Hamburger Sommergetränk 2017 zu machen.

Kleiner Tipp an alle, die ein Start-Up entwickeln wollen

Habt keine Angst! Es geht sowieso immer etwas schief, aber aus jedem Fehler lernt ihr. Jeder, der sich traut etwas Neues anzupacken wird am Ende durch eine steile Lernkurve und viele gemeisterte Herausforderungen wachsen. Das ist der schönste Lohn für alle Mühen.

Foto: Roman Dachsel

leev

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ihr wollt durchstarten? Macht mit beim Crowdfunding Contest!