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Das Nachtleben impft

Selten war eine Gästeliste so begehrt, wie die des Hamburger Impfzentrums. Wer es bis ins Innere geschafft hat, berichtet häufig von der guten Stimmung. Neben dem schützenden Piks, sind dafür vor allem die Mitarbeitenden verantwortlich. Weil das Nachtleben noch immer brachliegt, stammen viele von ihnen aus der Veranstaltungs- und Clubszene

Inteview & Fotos: Ole Masch

 

David Asante (AsanteBoM3Beat/Asante Jr.)

Seit Mitte März im Impfzentrum, seit ungefähr vier Jahren in der Musik tätig

David Asante hilft im Hamburger Impfzentrum © Ole Masch

 

Wie kam es zur Arbeit im Impfzentrum?

Ich bin Produzent, aber dann kam Corona und bei mir lief es nicht mehr so gut. Viele meiner Freunde arbeiten im Impfzentrum und ich habe mich ebenfalls beworben, um ein Teil des Projektes und Fortschritt in Hamburg zu sein.

Welche Aufgabe im Impfzentrum?

Ich bin Teil des Care-Teams. Unsere Aufgabe ist es, dass die Impflinge sich gut bei uns fühlen.

Schönste Impfzentrum-Anekdote?

Wahrscheinlich der Tag, an dem ich meine Lehrer aus meiner alten Schule getroffen habe. Ich gehe stark davon aus, dass keiner von uns gedacht hätte, dass wir uns im Impfzentrum wieder sehen werden.

Seit wann im Musikbereich?

Seit drei bis vier Jahren. Ich bin ein Producer aus Hamburg mit ghanaischen Wurzeln. Ich bin derzeit ein Teil von BpMusic, GFG und RapWoo und habe schon mit Artists und Produzenten wie ManLikeStunna (GFG), Jaij Hollands, Moris Beat, Brasco, Mark Griffin & Yunees Mocro und Daimzy (BP MUSIC), Kwontlose und vielen mehr gearbeitet.

Welche Aufgabe hast du dort?

Ich kümmere mich um die Produktion der Beats, sprich von den Drums bis zu den Melodien und zunehmend derzeit auch um den Mix & Master.

Was vermisst du am meisten an dieser Aufgabe?

Die Gruppen-Sessions und die Trips. Bei den Gruppen-Sessions kann man am kreativsten arbeiten. Da hat jeder seinen eigenen Input und am Ende hat man einen geilen Track. Die Trips waren gut für mich, um Inspiration zu kriegen und mit Leuten, die man zufällig trifft, zu connecten.

Machst du nach den Einschränkungen damit weiter?

Definitiv! Ich hatte Zeit an mir selber zu pfeilen und meine Pläne zu schmieden. Die Reise beginnt für mich wieder.

Welche Pläne hast du für den Sommer?

Gerade wird die erste Season von „UNSEEN“ gedroppt. Daran habe ich mit Lionel Sam und Kwontlose schon länger gesessen. Des Weiteren freue ich mich auf meine Releases mit meinen Artists und eventuell einen eigenen Track.

 

Romy Paul (Aurel)

Seit Mitte März im Impfzentrum, seit zwei Jahren im Nachtleben

Romy Paul hilft im Hamburger Impfzentrum © Ole Masch

 

Wie kam es zur Arbeit im Impfzentrum?

Ich habe es von Freunden erfahren und dachte mir, wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann, dass sich die Situation ändert, dann mach ich das.

Welche Aufgabe hast du dort?

Care-Team. Der Bereich war zu Anfang dafür zuständig, die etwas Unsicheren von A nach B zu begleiten, nun machen wir alles was anfällt.

Deine Aufgabe im Nachtleben?

Barkeeperin im Aurel.

Was vermisst du am meisten?

Mit Menschen interagieren zu können, ohne Angst …

Machst du nach den Einschränkungen weiter?

Selbstverständlich – am liebsten ab sofort!

Welche Pläne hast du für den Sommer?

Wie wir über das letzte Jahr gelernt haben, ist nichts kalkulierbar. Auf Grund dessen lasse ich es auf mich zukommen und freue mich wieder hinter dem Tresen zu stehen.

 

Felix Mörl (DJ SMUT/Uebel & Gefährlich/Audiolith)

Seit Mitte Februar im Impfzentrum, seit 2004 im Nachtleben

 

Wie kam es zur Arbeit im Impfzentrum?

Die anhaltende Pandemie und aussichtslose Entwicklung der Veranstaltungs- und Gastrobranche hat zu einer temporären Umorientierung geführt. Die Möglichkeit etwas zu machen, was zu einer positiven Entwicklung unserer Lage beiträgt, hat mich motiviert. Auch fand ich den Gedanken Menschen in einer von Entbehrung und Isolation geprägten Zeit etwas Positives zu vermitteln schön und erfüllend.

Welche Aufgabe hast du dort?

Vom Springer über Cluster Koordination bis zur Leitung des Care-Team (mit Florian, Anna und Laura).

Schönste Anekdote?

„Haben Sie eine Oma, wenn nein – darf ich Sie adoptieren?“ Viele Ü80-Impflinge haben wahrscheinlich selten so einen freundlichen Kontakt zur jüngeren Generation gehabt und mit Glück, wird das etwas sein, woran sie sich die letzten Jahre ihres Lebens erinnern. Die Jugend ist nicht schlecht!

Deine Aufgabe im Nachtleben?

Unter anderem Booker im Uebel & Gefährlich, Artist-Care Dockville, Spektrum/Vogelball, Garbicz, Habitat Festival und andere.

Was vermisst du am meisten?

Den Pragmatismus, die Spontanität und den Blick in glückliche, verschwitzte und hypnotisierte Gesichter.

Machst du nach den Einschränkungen weiter?

Klar! Sobald es geht und so langsam nimmt es Fahrt auf. Club-Veranstaltungen dann, wenn es Full Flavour weitergeht – 2022.

Welche Pläne hast du für den Sommer?

Einen soften oder auch harten Return in meinen Job. Glück geben, Glück erleben.

 

Teresa Hähn (Pfund&Dollar/Dschungel/Act Aware e.V.)

Seit Februar im Impfzentrum. Seit 2015 im Festivalbereich. Schon immer an diversen Tresen

Teresa Hähn hilft im Hamburger Impfzentrum © Ole Masch

 

Wie kam es zur Arbeit im Impfzentrum?

Es war ein Sommer mit diversen Jobs auf Festivals geplant. Natürlich wurde alles abgesagt. Als ich hörte, dass sich hier die halbe Hamburger Veranstaltungs-Szene tummelt, habe ich mich sofort beworben.

Welche Aufgabe hast du dort?

Ich bin eine der Koordinator*innen des Care-Teams.

Schönste Anekdote?

Hier arbeitet mindestens ein*e Kolleg*in aus jedem Veranstaltungsjob, den ich je in Hamburg gemacht habe.

Deine Aufgabe im Nachtleben?

Auf Festivals: Produktion, Crew-Koordination, Kunstvermittlung oder Radlader fahren. Außerdem arbeite ich hinterm Tresen vom Dschungel St. Pauli, schreibe mit meinem Verein Act Aware e. V. Awareness-Konzepte für Veranstaltende und betreibe mit ein paar Leuten die Galerie Pfund&Dollar mit angeklinktem Label für experimentelle Musik.

Was vermisst du am meisten?

Ich liebe es, in einer tollen Crew intensiv an einem Projekt zu arbeiten und am Ende viele leuchtende Augen und glückliche Menschen zu sehen.

Machst du nach den Einschränkungen weiter?

Ob ich damit weitermache stand nie in Frage. Dafür brenne ich viel zu sehr für alles, was mit Nachtleben, Veranstaltungen und Kunst zu tun hat.

Welche Pläne hast du für den Sommer?

Im Dschungel geht es ab sofort weiter, mein Awareness-Projekt konnte die ganze Zeit digital weiterlaufen und in der Galerie Pfund&Dollar starten wir ein einmonatiges Programm im Rahmen des „Kultursommers“ der Stadt.

 

Jakob Seidensticker (Wareika/We R The Aliens)

Seit Anfang März im Impfzentrum, seit circa 1998 im Nachtleben

Jakob-Seidensticker-credit-Ole-Masch

 

Wie kam es zur Arbeit im Impfzentrum?

Ich hatte keine Lust auf weitere Corona-Hilfen zu hoffen und als ich hörte, dass es Bedarf im Impfzentrum gab, dachte ich, ich bewerbe mich direkt.

Welche Aufgabe hast du dort?

Ich kümmere mich um alle Belange der Menschen. Gerade die Älteren sind häufig ein wenig eingeschüchtert, wenn sie die große Halle mit den langen Wegen und die vielen Menschen sehen. Im Gespräch kann man viele Ängste nehmen.

Schönste Anekdote?

Zu sehen, dass viele Menschen gerade während Corona sehr alleine sind, macht schon traurig. Es gab sehr viele Momente, wo ich mich persönlich austauschen konnte und merkte, wie sehr diese sich mir gegenüber öffneten. Wann spricht man schon mal mit völlig fremden Menschen über die Freuden und das Leid des Lebens?

Deine Aufgabe im Nachtleben?

Ich bin DJ, spiele mit Henrik Raabe & Florian Schirmacher als Wareika live weltweit auf unterschiedlichen Bühnen, habe jahrelang selbst Partys veranstaltet.

Was vermisst du am meisten?

Mit Freunden und auch unbekannten Menschen zu sprechen, zu tanzen, zu weinen und zu trinken! Und das Reisen in vermeintlich ganz andere Kulturkreise, um festzustellen, dass sich Menschen doch recht ähnlich sind.

Machst du nach den Einschränkungen weiter?

Ja klar! Zum Glück melden sich bereits einige Veranstalter bei uns und das macht mich wirklich sehr froh.

Welche Pläne hast du für den Sommer?

Ich werde noch ein wenig im Impfzentrum unterstützen und dann wieder in meine alte Tätigkeit reingleiten, um mit der Musik meinen Lebensunterhalt verdienen.

 

Romina Tiedtke (Froggys)

Seit Mitte März im Impfzentrum, seit 2017 im Nachtleben, parallel zum Studienbeginn

Romina Tiedtke hilft im Hamburger Impfzentrum © Ole Masch

Die Studentin Romina Tiedtke war vor ihrer Zeit im Hamburger Impfzentrum Barkeeperin in Eimsbüttel © Ole Masch

Wie kam es zur Arbeit im Impfzentrum?
Ich habe zu dem Zeitpunkt mit dem Gedanken gespielt, mein Studium für ein Semester zu pausieren. Dann stieß ich über Social Media auf die Stellenanzeige und hatte einen spontanen Impuls, dass das für den Moment genau das Richtige sein könnte. Spontan beworben, spontan vorgestellt und spontan ein Angebot für das Feel-Good-Team bekommen. Ich folge gerne solchen Impulsen und bin sehr dankbar über den Job und über die tollen Menschen, die ich dort kennenlernen durfte.

Welche Aufgabe hast du dort?
Ich versorge Kolleg*innen mit allem was das Herz begehrt: Snacks, kühlen Getränken und einer Prise guter Laune – im Prinzip ein bisschen das, was ich vor Corona auch gemacht habe.

Schönste Anekdote?
Ich habe gemerkt, wie faszinierend ich von dieser Parallelgesellschaft bin. In meinem „Tanzbereich“ gibt es recht viele Schnittmengen zum „echten“ Leben. Zum Beispiel ein DJ, der bei uns im Lager die „Tanzfläche“ leerfegt – nur eben in einem anderen Kontext.

Deine Aufgabe im Nachtleben?
Ich bin Barkeeperin in der Eckkneipe Froggys in Eimsbüttel.

Was vermisst du am meisten daran?
Unsere Gäste, den Kontakt zu den Menschen, ihre Geschichten, die Geschichten, die diese Kneipe schreibt. Wir sind ein sehr familiäres Team, haben viele Stammgäste und ich freue mich über jeden neuen Menschen, der diese Kneipe kennen- und lieben lernt. Ich bin Barkeeperin aus Leidenschaft, ich bin gerne Gastgeberin und gehe häufig nach Feierabend nicht sofort nach Hause. Es ist mein zweites Zuhause.

Machst du nach den Einschränkungen weiter?
Auf jeden Fall. Wir haben unseren Außenbereich bereits wieder geöffnet und ich freue mich, dass es endlich wieder losgehen kann.

Welche Pläne hast du für den Sommer?
Bisher habe ich noch nichts Konkretes geplant, aber im „Urlaubssemester“ auch mal ein bisschen Urlaub zu machen, wäre schön. Und vielleicht ein kleines Festival besuchen und mal wieder ein bisschen tanzen.

 

Roman Adam (Bildet mit Jörg Wittekindt das DJ-Duo Kuestenklatsch)

Vom ersten Tag im Impfzentrum, seit über 20 Jahren DJ und Veranstalter

Roman Adam hilft im Hamburger Impfzentrum © Ole Masch

Roman Adam ist Teil des Venue Managements im Hamburger Impfzentrum © Ole Masch

 

Wie kam es zur Arbeit im Impfzentrum?
Über den ganz normalen Bewerbungsweg Mitte Dezember. Die Stellenausschreibung wurde online gestellt und einen Tag später hatten wir gleich unser Vorstellungsgespräch.

Welche Aufgabe habt ihr im Impfzentrum?
Ich arbeitete im Venue Management und bin zuständig für die gesamte Warenwirtschaft im Impfzentrum. Von der Warenannahme, über die Logistik bis hin zur Koordinierung der Verteilung. Jörg, der zweite Teil von Kuestenklatsch, ist Koordinator in der Dokumentation sowie im Impf-Cluster. Die Dokumentation ist die letzte Instanz vor der Übermittlung der Daten an das RKI. Hier wird alles auf Richtigkeit geprüft, bevor die Daten weitergeleitet werden. Als Cluster Koordinator ist er für eine reibungslosen Ablauf und dem Zusammenspiel aller Gewerke im Impfcluster zuständig.

Schönste Anekdote?
Der Moment, wenn man das erste Mal die ganzen Leute im Impfzentrum gesehen hat, die du sonst aus dem Nachtleben kennst. Zum Beispiel der Türsteher der sonst grimmig an der Clubtür steht und hier im Impfzentrum die Impflinge freundlich empfängt und ihnen den Weg weist. Das aber wohl schönste Beiwerk am Impfzentrum ist, dass man so unfassbar viele unterschiedliche Menschen über die letzten Monate kennengelernt hat.

Aufgabe im Nachtleben?
DJ und Produzenten Duo im Tech-House Bereich.

Was vermisst ihr am meisten?
Das Auflegen vor Menschen und die Energie die während der Sets zwischen uns und den Gästen entsteht. Am allermeisten jedoch ist es das direkte Feedback der Gäste, das Jubeln und Applaudieren, die dunklen Clubs, die laute Musik, feiernde und tanzende Menschen – einfach das gesamte Club-Feeling. Das kann dir kein Stream geben.

Macht ihr nach den Einschränkungen weiter?
Ja klar! Wir haben nie aufgehört während der Pandemie. Ganz im Gegenteil, wir haben die Zeit genutzt und haben uns förmlich ins Studio eingeschlossen. Wir haben uns die Finger wund produziert und das Jahr 2020 mit 62 offiziellen Track Releases abgeschlossen. Dazu haben wir unser Label weiterhin vorangebracht und uns einfach jeden Tag mit unserer Musik beschäftigt

Welche Pläne habt ihr für den Sommer?
Sehr viele ehrlich gesagt. Wir sind gerade mitten in der Umbenennung unseres Künstlernamens. Der Name Kuestenklatsch hat uns nun lange begleitet. Da wir aber hauptsächlich auf internationalen Labels releasen und auch sehr viel im Ausland spielen, macht ein international verständlicher Name einfach Sinn für die kommenden Jahre. Momentan drehen wir gerade mit einem kleinen Film-Team eine kurze Documentary über uns, in der es um die Umbenennung geht. Mitte Juli soll es dann so weit sein und dann wollen wir den neuen Projektnamen launchen.

 

Philipp Wolgast (Such A Saint)

Seit Ende März im Impfzentrum, seit 1988 im Nachtleben

Philipp Wolgast hilft im Hamburger Impfzentrum © Ole Masch

Philipp Wolgast ist Teil des Care-Teams im Hamburger Impfzentrum und war vorher DJ © Ole Masch

Wie kam es zur Arbeit im Impfzentrum?
Mein lieber Freund Jakob Seidensticker erzählte mir, dass er dort anfängt. Dann habe ich mich flux auf der Seite jobs.hamburgimpft.de beworben. Als kreativer Nachtschaffender kam mir diese Gelegenheit gerade recht.

Welche Aufgabe hast du dort?
Ich gehöre zum sogenannten Care Team, dessen Aufgabe es ist, für einen angenehmen und reibungslosen Aufenthalt der Impflinge zu sorgen. Ich selbst stehe allerdings vor allem am Ausgang, um die Leute sanft vom Gelände zu geleiten.

Schönste Impfzentrum-Anekdote?
Das Kennenlernen einer 106-jährigen Dame, die ich begleiten durfte. Sie hatte eine Menge zu erzählen, kam dort ganz allein, ohne Unterstützung, angewackelt, und hat mein Herz im Sturm erobert. Ich habe – wieder einmal – erfahren, wie wichtig es ist, Respekt vor älteren Leuten zu haben. Wenn ein solches Maß an Lebenserfahrung mit einem klaren Geist gekoppelt ist, dann können Leute wie ich einfach nur noch zuhören.

Welche Aufgabe im Nachtleben?
DJ, Live-Act, Veranstalter

Was vermisst du am meisten an dieser Aufgabe?
Die Aufgabe selbst. Hier ins Detail zu gehen, würde den Rahmen sprengen.

Machst du nach den Einschränkungen damit weiter?
Ich habe mich bereits eine Weile vor Corona umorientiert und eine Ausbildung zum Sozialtherapeuten absolviert. In diesem Beruf arbeite ich allerdings leider zum Mindestlohntarif, was ein Auskommen quasi unmöglich macht. Wie es mit dem Künstlerdasein für mich weitergeht, kann ich zurzeit noch nicht sagen. Aber wirklich aufhören, ein Künstler zu sein, tut ein Künstler nie.

Welche Pläne hast du für den Sommer?
Ich werde mich, nach dem Job im Impfzentrum, erst einmal in die Schweiz zu meinen Kindern begeben. Alles weitere steht in den Sternen.

 

Tito (Elbrausch Equipment)

Vom 17. Mai bis 13. Juni im Impfzentrum, seit 2005 im Veranstaltungsbereich

Tito hilft im Hamburger Impfzentrum © Ole Masch

Tito half im Warteraum des Hamburger Impfzentrums © Ole Masch

Wie kam es zur Arbeit im Impfzentrum?
Hartz 4 war nicht genug und der Job war vor der Tür

Welche Aufgabe hattest du dort?
Warteraum-Aufsicht

Schönste Anekdote?
Das digitale Impfzertifikat kommt mit der Post

Deine Aufgabe im Nachtleben?
Lautsprecherverleih und Veranstaltungsmanagement

Was vermisst du am meisten?
Laute Musik, das Gefühl von gelebter Freiheit, kreative neue Menschen

Machst du nach den Einschränkungen weiter?
Auf jeden Fall! Ich setze mich für die Aufhebung des Tanzverbots ein, am 19. Juni fanden dazu in zehn Städten Demonstrationen statt.

Welche Pläne hast du für den Sommer?
Ich werde Open-Airs veranstalten.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2021. Das Magazin ist seit dem 26. Juni 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Ökotechno: Dominik Eulbergs Klang-Biotop

Dominik Eulberg bietet Nachhilfe in Sachen Naturschutz und tanzbaren Käfergeräuschen

Text: Levke Marie Nielsen

 

Er ist ein Mensch, der sich nicht zwischen zwei großen Leidenschaften entscheiden will: Natur und Musik. Und genau deshalb spielt sich sein Leben zwischen Vogelgezwitscher und Technobeat ab. Dominik Eulberg ist DJ, Produzent und Ökologe mit Vorliebe für die Vogelkunde. Umgeben von Bäumen oder Tanzenden, erforscht er die heimische Fauna und Sound­landschaften.

Besucht man seine Website, führt einen der Wiedehopf zu seiner Diskografie: Field Recordings kombiniert mit Klängen aus Synthesizern und Co. ergeben Minimal­-Techno, mal sphärischer in Rich­tung Ambient oder kräftigem Drum-­Antrieb. Unter dem gelb­-schwarzen Gefieder des Pirols verbergen sich Interviews, in denen er erläutert, warum er seine Professionen zusammenbringt.

 

Die Musik der Natur

 

Im Gespräch mit der SZENE HAMBURG sagte er 2017 etwa: „Ich möchte bei den Leuten etwas zum Schwingen bringen, sie sensibilisieren, mehr rauszugehen und sich an der Schönheit der Natur zu erfreuen.“

Blindem Hedonismus im Feiern verabreicht Eulberg eine Dosis Informationen über Artenviel­falt und Artensterben und bie­tet auf Festivals schon mal Outdoor­-Führungen an. Auf seiner aktuellen Platte „Mannigfaltig“ widmet er jeden Track einem Tier und beschreibt dessen faszinierende Eigenschaften im Booklet.

Der Naturschutzbund-­ und UN­-Botschafter sollte mit Klubnacht und Filmvorführung ins Uebel & Gefährlich zurück, dies wurde aufgrund des sich aktuell verbreitendem Coronavirus abgesagt. Auf Album­-Tour hätte er dem Publikum sein „Biodiversitäts-­Techno“ präsentiert. Das geht zum Glück auch online.

 

Seht hier das Video zum Song „Goldene Acht“:

 

 

Hört hier Dominik Eulbergs Tracks:

 


Szene-Cover-März-2020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, März 2020. Das Magazin ist seit dem 27. Februar 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Reeperbahn Festival 2019: Newcomer & Netzwerker

Auch die diesjährige Ausgabe des Reeperbahn Festivals bietet Unterhaltungshöhepunkte en masse

Text: Erik Brandt-Höge
Foto (o.): Marvin Contessi

 

Es ist Europas größtes Club­festival, Treffpunkt für Mu­sikschaffende aus der ganzen Welt und, nicht zuletzt, eine Riesenchance für Newcomer aus allen denkbaren Genres, sich vor der breiten Masse zu prä­sentieren: das Reeperbahn Fes­tival. Rund um die Partymeile von St. Pauli stehen auch in diesem Jahr wieder Highlights aus Musik, Film, Literatur und Bildender Kunst auf dem Programm, 900 Veranstaltungen sind es zusammen, auch Kon­ferenzen, Sessions, Showcases, Networking­-Events und Preis­verleihungen zählen dazu. Prinzenbar, Molotow, Uebel & Gefährlich, Imperial Thea­ter, Elbphilharmonie: An ins­gesamt 90 Spielorten zieht das Festival vom 18. bis 21. Septem­ber ein.

Erstmals wird auch das Planetarium für eine besondere Festivaleinlage genutzt: Der isländische Multiinstrumentalist, Songschreiber und Produzent Ólafur Arnalds führt im be­rühmten Hamburger Sterneguckerparadies an vier Abenden eine eigens fürs Reeperbahn Fe­stival geschriebene Show auf. Die ist natürlich nicht das ein­zige diesjährige Highlight, wie RBF-­Pressesprecher Frehn Ha­wel erzählt: „Hervorzuheben ist auch unsere neue, glamouröse Eröffnungsveranstaltung ‚Doors Open‘ am Mittwoch im Operet­tenhaus. Unsere Moderatoren Charlotte Roche und Ray Cokes bringen hier in einer kompakten einstündigen Show mit zwei hochkarätigen Live­-Acts (Dope Lemon und Feist; Anm. d. Red.) alle wichtigen Facetten des Ree­perbahn Festivals zusammen.“

 

Seht hier den Trailer für das Reeperbahn Festival 2019

 

Auch die Jury des internationa­len Musikpreises „Anchor“ wird sich im Operettenhaus vorstel­len, nämlich die Produzenten Bob Rock und Tony Visconti, die Musikerinnen Kate Nash und Peaches, Beatsteaks­-Front­mann Arnim Teutoburg­-Weiß und Moderatorin Zan Rowe aus Australien, dem diesjäh­rigen Partnerland des Reeper­bahn-Festivals. Nachdem sich bereits Down­-Under­-Künstler à la Kim Churchill, Parcels und The Temper Trap auf dem Ree­perbahn Festival gezeigt haben, kommen in dieser Ausgabe beim The Aussie BBQ Showcase im Molotow (Freitag) neue Hoff­nungsträger zum Zug.

Ebenso empfehlenswert: die von RockCity Hamburg präsen­tierten Music Women Germany (Donnerstag). Förderung, Ver­netzung und allgemeine Sicht­barmachung von Frauen in der Musikwirtschaft sind die Ziele dieser ersten Dachorganisation für weibliche Musikschaffende in Deutschland. Von Musike­rinnen bis Managerinnen sind alle eingeladen, sich auszutau­schen und ihre Positionen zu stärken. Auch von RockCity ge­managt wird „PopReception“, ein Frühstück mit Fisch, Schnaps und sicherlich einigen anre­genden Gesprächen (Freitag).

Und Besucher, die zwischen Konzerten von beispielsweise Dermot Kennedy, Dagobert, Frittenbude, Mighty Oaks und Tusks verschnaufen möchten, können dies in der Idylle auf dem Arts Playground und dem Vil­lage Future Playground auf dem Heiligengeistfeld bei Getränken und Snacks.

Reeperbahn Festival: 18.-21.9.2019


Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, September 2019. Titelthema: Mobilität – Das bewegt die Stadt. Das Magazin ist seit dem 29. August 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich!


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Off The Radar: Das gemeinnützige DIY-Festival

Vier Tage lang wird beim Festival Off The Radar auf einem alten Hof in der Nähe des Dorfes Negenharrie wieder getanzt, gestaunt, relaxed und geravt

Text: Ole Masch
Foto: Benzin

Wenn am letzten Juli-Wochenende die Sonne hinter den Maisfeldern der schleswigholsteinischen Pampa untergeht, erleuchtet der alte Gutshof Ovendorf nördlich von Hamburg in prächtigen Farben. Zu diesem Zeitpunkt findet bereits zum dritten Mal das alternative Off The Radar Festival statt und damit der Höhepunkt eines Veranstaltungsmarathons, den der gleichnamige Verein in diesem Sommer durchführt. Off The Radar ist seit ein paar Jahren auch für die Tube Box auf der Fusion zuständig und veranstaltet zudem Ende August auf dem Schröderstift-Gelände ein großes Sommerfest.

Drei Monate, drei Festivals. Malte Struck, Gründungsmitglied des Kunstverein St. Pauli, ehemaliger Off The Radar-Vorsitzender und heute mit Kollegin Meike in der künstlerischen Leitung, erzählt: „Das ist schon krass, aber wir sind alle verrückt und haben kein Privatleben (lacht). Aber im letzten Jahr war es fast noch krasser, denn da hatten wir zudem noch die Ruhr Triennale mit Schorsch Kamerun und einem Theaterstück bespielt. Dagegen ist dieses Jahr fast entspannt.“

 

„Es gibt kein Sponsoring. Alles ist DIY“

 

Eine Zusammenarbeit, von der die Gäste in diesem Jahr profitieren. Schorsch Kamerun spielt mit seinen Goldenen Zitronen auf dem Festival, das sich von Beginn an durch seine Verbindung von elektronischer Tanzmusik, alternativen (Punk-)Bands, Kunst und politischem Engagement auszeichnet. „Normalerweise könnten wir uns die gar nicht leisten“, meint Malte.

„Viele Acts wissen aber, dass wir als eingetragener Verein keine Gewinnabsichten haben, es kein Sponsoring gibt und alles DIY und ausschließlich ehrenamtlich geplant wird und keiner angemessen Geld verdient.“ Trotzdem oder gerade deswegen sind im Line-up Frittenbude, das Hamburger Slowhouse Trio Sutsche, Knarf Rellöm und zig weitere bekannte und zu entdeckende Acts vertreten.

 

 

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Und das gute Feedback der letzten Jahre zeichnet sich langsam aus. Wer ein Ticket im Vorverkauf erwerben möchte, sollte sich ranhalten. Der Kartenverkauf läuft gut und damit kommt man einem weiteren Ziel näher, welches sich Off The Radar schon seit Gründung auf die Fahne schreibt. „Wir haben das Festival unter anderem dafür gemacht, um Gelder zu sammeln“, erklärt Malte. „Das hat finanziell in den ersten Jahren leider nicht geklappt.

Aber Off The Radar ist zu 50 Prozent auch wohltätige Arbeit. Wir arbeiten sehr eng mit der NGO Cadus zusammen. Teile unserer Crew waren in den letzten Jahren jeden Winter in Flüchtlingscamps oder auf der Balkanroute und haben dort gekocht und geholfen.“ Eine Crew, die sich aus Umfeld von Hafenklang, Kogge, Golden Pudel und Uebel & Gefährlich zusammensetzt und ebenso gute Verbindungen in die Schweiz hat.

„Wir sind sehr eng mit Leuten aus Basel und Zürich“, freut sich Malte. „Die machen in der Schweiz viele tolle Sachen und diese enge Freundschaft ist auch der Grund, warum es Rock & Wrestling seit letztem Jahr in Zürich gibt.“ Das Spaßcatchen im Hafenklang findet in diesem Jahr wieder am selben Wochenende statt, doch Malte verrät: „Diesmal wird es am Sonntag erstmals ein Rock & Wrestling Reste wresteln geben. Die Wrestler, die nach zwei Tagen Hafenklang noch leben, kommen zu uns und geben sich den Rest.“

Off the Radar: 25.-28.7, Ovendorf 4, Negenharrie


Szene-Hamburg-Juli-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Juli 2019. Titelthema: Schmelztiegel St. Georg.
Das Magazin ist seit dem 27. Juni 2019 im Handel und zeitlos im
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Top 10 – Mit diesen Partys tanzt ihr bestens in den Mai

Hip-Hop, Partyklassiker oder Indie-Hits: Mit diesen Partys tanzt ihr am Dienstag bestens beschwingt in den 1. Mai.

Text: Martin Tege
Foto: Tsuyuri via Unsplash

1) MAI AHOI auf der Cap San Diego

Volle Fahrt in Richtung Mai: Auf der Cap San Diego finden Feierwillige auf vier Arealen alles, was das Herz begehrt. Neben aktuellen Club-Tracks, einem Floor mit R’n’B- und Oldschool-Sounds ist auch für Partyklassiker der 70er- bis 90er-Jahre gesorgt.

Cap San Diego

 

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2) Revolver Club auf der MS Hedi

Auf der Partybarkasse MS Hedi schippert ihr beim Revolver Club zu Indie-Rock, New Wave und Britpop durchs Hafenbecken. Um 22:30 Uhr geht’s los, später zusteigen ist auch erlaubt. Ahoi!

MS Hedi


3) Tanznagel auf Kampnagel

Am Dienstag geht’s ebenfalls auf Kampnagel hoch her: DJ Deekay serviert Songs aus den 80ern, 90ern und Charts, und sorgt damit für eine stilvolle Party in der ehemaligen Maschinenfabrik.

Kampnagel


4) Sea-Watch-Soliparty

Bei dieser Party feiert ihr für den guten Zweck: Die Sea-Watch-Crew setzt sich für die zivile Seenotrettung Ertrinkender ein und hat schon mehr für Geflüchtete getan als viele Politiker. Ab 21 Uhr berichten sie im Hafenklang vom aktuellen Stand „lokaler Ungerechtigkeiten im Kontext der Migration“, ab 23 Uhr wird mit Crew und Freunden gefeiert.

Hafenklang

 

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5) Raven im Moloch

Im Oberhafenquartier bringt euch der Bass gut durch die Nacht, denn im Moloch tanzt ihr zu fetten Techno- und Elektro-Tracks von DJs wie Ninze & Okaxy und Nils Twachtmann bis Mittwochabend.

Moloch


6) Single-Party im Terrace Hill

Bei dieser Party lassen Frühlingsgefühle sicher nicht lange auf sich warten. Im Terrace Hill steigt eine große Single-Party zum Flirten und Verlieben. Mit DJs, Live-Acts und einem Flying Dinner wird das mit Sicherheit ein gelungener Abend.

Terrace Hill

 

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7) Rockig in den Mai im Schmidts Tivoli und Theater

Wer den April gerne rockig beendet, ist im Schmidts Tivoli und Schmidts Theater am Spielbudenplatz richtig. Live-Musik gibt’s von Wanye Morris und seiner Band, und die DJs von Rock Antenne Hamburg legen Klassiker der Rock-Musik auf.

Schmidts Tivoli und Theater


8) Maitanz und Geburtstag im Hafenbahnhof

Im Hafenbahnhof wird am Dienstag gleich doppelt gefeiert: Der Club an der Großen Elbstraße wird 13 Jahre alt und lädt nicht nur zum Maitanz, sondern auch zur Geburtstagsparty. Musik kommt von MS Tobi, Mighty Mike & SteRix. Der Eintritt ist frei.

Hafenbahnhof


9) Flimmern im Uebel & Gefährlich

Mit den sphärischen Sounds von Rey&Kjavik und lokalen DJ-Größen wie Davidé und VABU starten Elektro-Fans im Uebel und Gefährlich in den Mai.

Uebel & Gefährlich

 

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10) Hip-Hop und House im Nikki Tiger

Auch in der Talstraße auf St. Pauli tanzt man gepflegt in den Wonnemonat. Das Nikki Tiger beschert seinen Gästen hippen House von Iman Hanzo und Hip-Hop von H-Sixx. Los geht’s um 23 Uhr.

Nikki Tiger


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2019. Das Magazin ist seit dem 28. März 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Further Festival – Club-Festival mit weiblichem Line-Up

Ausschließlich weibliche Acts (u. a. Schnipo Schranke, Sookee, Ebo, Preach und Natascha P., Klitclique) werden auf der Bühne stehen, wenn das Further Festival im Uebel & Gefährlich steigt. Ein Gespräch mit Friederike Meyer aus dem Organisationsteam.

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Es ist „der nächste Schritt, den man machen muss“, sagt Friederike Meyer. Foto: Simone Scardovelli

SZENE HAMBURG: Friederike, ihr veranstaltet ein Festival mit ausschließlich weiblichen Künstlern. Warum erst jetzt?

Friederike Meyer: Eine berechtigte Frage, die ich mit keinem konkreten Grund beantworten kann. Wir haben die Idee vom Festival jedenfalls schon länger mit uns herumgetragen. Als Booking-Agentur sind wir natürlich auch häufig auf Festivals, und nicht erst seit den Erhebungen in den vergangenen Jahren, die das Ungleichgewicht von männlichen und weiblichen Acts aufgezeigt haben, wussten wir, dass es an der Zeit ist, dieses Festival auf die Beine zu stellen.

In einer Mitteilung von euch heißt es: „Unser Ansatz ist ein feministischer.“ Was steckt alles dahinter?

Ich finde es schon mal einen ziemlich feministischen Ansatz zu sagen, dass wir uns ausschließlich auf weibliche Acts konzentrieren – und trans- sowie nicht-binäre Künstler wären natürlich auch willkommen. Man könnte meinen, in der Musikbranche wären wir schon recht weit in Sachen Emanzipation. Das stimmt aber nicht, es gibt immer noch ein großes Ungleichgewicht.

Welche Gründe siehst du dafür?

Das Ende der Fahnenstange ist immer dann erreicht, wenn es ums Geld geht. Wollen Festivalmacher den größtmöglichen Gewinn erwirtschaften, ist ein feministischer Gedanke schnell verworfen, auch wenn er eben noch auf die eigenen Fahnen geschrieben wurde. Außerdem bewegen sich viele Booker schon viel zu lang in Komfortzonen und buchen immer wieder die gleichen männlich besetzten Bands.

Ihr macht es anders – aber könnt ihr mit diesem Festival auch nachhaltig etwas bewirken?

Das Further Festival ist der nächste Schritt, den man machen muss, um Künstlerinnen eine größere Plattform zu bieten. Wir wollen die Wirklichkeit abbilden, die von Festivalmachern sonst teils verschoben wird. Zudem möchten wir Newcomerinnen unterstützen und ihnen eine größere Bühne ermöglichen.

Wobei Schnipo Schranke und Sookee, die beim Further Festival auftreten, jetzt nicht so große Booking-Probleme haben, oder?

Wir brauchten natürlich auch Künstlerinnen, mit denen wir die Leute abholen und die Hütte vollkriegen können. Wir haben im Vorfeld ja keinen Aufruf gestartet, nach dem Motto: „Wer fühlt sich in der Branche besonders schlecht vertreten?“ Am Ende, denke ich, haben wir einen guten Mix gefunden aus bekannten Acts und welchen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Vielleicht tauschen sie sich hinter der Bühne oder auf der After-Show-Party auch aus und wollen sich gegenseitig pushen, in dem sie sich zum Beispiel als Support mit auf Tour nehmen. Das gehört auf jeden Fall auch zu unserem „feministischen Ansatz“.

Und aufs große Ganze bezogen: Was sollte nach dem Further Festival noch passieren?

Es kann gar nicht genug passieren! Female Festivals sollte es in jedem Bundesland und in jeder Stadt geben. Die Zeit ist einfach reif.

Interview: Erik Brandt-Höge
Fotos: Calcio (Beitragsbild), Simone Scardovelli

Further Festival, 2.+3.11., Uebel & Gefährlich; www.furtherfestival.com



 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2018. Das Magazin ist seit dem 29. September 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Meet the Resident: Oskar.

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor. Im Januar 2017 ist OSKAR. an der Reihe.

OSKAR., 24, seit 2011 DJ, Seit der Eröffnung Resident im PAL, Veranstalter von POWER TOWER im Uebel & Gefährlich.

Schrecklichste Gast-Frage: Mich hat mal jemand beim Auflegen gefragt, ob er einen Track auf YouTube anmachen kann … Im Club!

Platte des Monats: Burial – Rodent (Original Mix).

Lieblingsplatten: Alles von Aphex Twin, alles von Daft Punk bis 2005, Burial’s Untrue LP & Veröffentlichungen auf Labels wie Ostgut Ton, Ilian Tape, R&S, Running Back, L.I.E.S. und Ninja Tune.

Größter Moment als DJ: Jedes Mal wenn ich Support für die Vorbilder spielen darf. Wenn die Tanzfläche komplett gefüllt ist, aber keiner spricht, stattdessen sich alle wie in Trance verhalten. Die Reaktionen der Gäste wenn mein letzter Track ausläuft. Oder wenn man die Fortschritte der eigenen Crew beobachten kann. An dieser Stelle Shout Outs an meine Residents im PAL, Funky Kartell und an alle die mich immer unterstützt und inspiriert haben.

Was nervt in Hamburg: Keine Spätis.

Party des Monats: Die erste Party im PAL nach einer kurzen Winterpause.

/ OMA

PAL
20.1.18, 24 Uhr


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2017. Das Magazin ist seit 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!