Archäologisches Museum Hamburg: Von Avengers bis Zeus

Eine Spurensuche nach den symbolischen Urgründen heutiger Superheldinnen und Superhelden – mit Unterhaltungsfaktor
Eine übermächtige Verbindung, die Jahrtausende überbrückt: Marvels und DCs Comichelden vor olympischer Kulisse
Eine übermächtige Verbindung, die Jahrtausende überbrückt: Marvels und DCs Comichelden vor olympischer Kulisse (©Archäologisches Museum Hamburg/ Contemporanea Progetti)

Nicht nur im Kinderspiel kommen häufiger Fragen auf wie: „Was ist dein Lieblingssuperheld?“ oder „Welche Superkraft hättest du am liebsten?“. Die Popularität von Batman, Wonder Woman, Doctor Strange und Co. kennt kaum eine Altersgrenze und erstreckt sich über den gesamten Globus. Doch woher kommen die Charaktere eigentlich? Wann traten Sie zum ersten Mal in Comics, Serien oder Filmen in Erscheinung? Und: Gibt es womöglich eine Art symbolischen Urgrund, aus dem sie erwachsen sind? Genau das herauszufinden hat sich das Archäologische Museum Hamburg in der aktuellen Schau „Mythos Superhelden – von Herakles zu Superman“ vorgenommen. So zieht sich direkt im Eingangsbereich ein detaillierter Zeitstrahl zur Einführung über die gesamte Wand – und führt vom Beginn der Superhelden-Ära mit Supermans Debüt 1938 in der ersten Ausgabe von „Action Comics“ bis in die Gegenwart der Streamingplattformen und Kinosäle. Ergänzt wird die Chronologie übernatürlicher Fiktionen durch faktische historische Ereignisse. Speziell in die 90er- und 00er-Jahre führt der erste Raum, der die Herzen aller Spielzeugliebhaber und Pop-Nostalgiker höherschlagen lässt. Hier befindet man sich unmittelbar zwischen unzähligen Actionfiguren, klein wie groß, mal in Vitrinen, mal freistehend.

Mythologie und Co.: Die Ursprünge der Superhelden liegen teilweise tausende Jahre zurück 

Wenige Meter entfernt deutet eine digitale Wandinstallation an, dass der mythologische Hintergrund dieser Figuren teils mehrere Tausend Jahre alt und auf der ganzen Welt zu finden ist: Nach und nach leuchten dort auf einer Weltkarte verschiedene Kontinente und Länder auf, dazu werden Comichefte eingeblendet, die auf bestimmte Kulturen verweisen, wie etwa „Ramayan“, eine Neuinterpretation des Hindu-Epos „Ramayana“, oder „Asterix“, der gallische Krieger. Ein besonders häufig genutzter Referenzkatalog entstammt dabei der römisch-griechischen Mythologie, dem Erzählkosmos der umtriebigen Göttinnen und Götter des Olymp. Auf dieser Basis trifft in der Schau auch Kunstgeschichte auf Popkultur: etwa in Form von Repliken antiker Statuen, die Zeus und Konsorten darstellen, und in deren Nähe eine virtuelle Slideshow ebensolche Skulpturen an die Seite heutiger Comiccharaktere stellt. In Vitrinen zeugen Hefte wie „Hercules“, „Titans“ oder „Olympus“ davon, wie schier unerschöpflich diese Quelle ist. Im zweiten Geschoss wiederum wird die thematische Vielfalt von Comics, teils mit gesellschaftspolitischem Anstrich, ins Zentrum gerückt. So trägt ein „Batman“-Heft von 1989 etwa den Titel „A Death in the Family“ und widmet sich der Trauer um den Tod von Batmans Gefährten Robin, während sich eine Ausgabe von „Green Lantern“ aus dem Jahr 1971 mit Drogenmissbrauch beschäftigt: „The Shocking Truth about Drugs!“ steht in Großbuchstaben auf dem Cover. Eine zeitgenössische und künstlerische Pointe, die gezielt gesellschaftliche Probleme kommentiert, setzt im dritten Geschoss des Museums Swaantje Güntzel mit ihrer Bilderserie „Space Heroines“ von 2022. Mit der KI Open Source „DALL.E 2“ hat Güntzel, basierend auf Textbeschreibungen, insgesamt sieben Porträts von Superheldinnen generiert, die gegen Weltraumschrott kämpfen – und zugleich Stereotype attackieren, die nicht nur in der Comicwelt existieren, wie etwa, dass weibliche Hauptrollen häufig weiß und schlank sind und sexualisiert dargestellt werden. So übertrieben, actiongeladen, dramatisch und übernatürlich viele der erdichteten Superhelden-Sagen auf den ersten Blick auch erscheinen mögen – sie sind nicht selten eng mit tatsächlichen Lebenswirklichkeiten verknüpft.

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