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Sahra: „Man muss sich vermissen können“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Wir fischen sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Sahra begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Ich bin Halb-Amerikanerin und als Kind regelmäßig zwischen Deutschland und den USA hin- und hergeflogen. So entstand der Traum, Flugbegleiterin zu werden. Und es sollte sich rausstellen, dass der Beruf genauso schön ist, wie ich es mir immer vorgestellt hatte.

Am Anfang war es verrückt, aus dem Flugzeug zu steigen und am anderen Ende der Welt zu sein, irgendwann ist es normal. Du gewöhnst dich daran, rumzukommen. Vor allem gewöhnst du dich daran, keinen Alltag zu haben, Ereignisse zu verpassen, viele Abstriche machen zu müssen. Und auch daran, für dich zu sein.

In der Regel kennt man seine Crew an Board nicht, connected aber auf eine Art, die Außenstehende nicht verstehen können. Wir gehen in Shanghai zusammen feiern, in New York shoppen, wandern durch Kanada oder trinken Caipirinhas am Strand von Rio. Dann gehen wir wieder an Board, reisen zurück und es verfliegt in gewisser Weise. Manchmal entsteht eine Freundschaft, oft sieht man sich aber nie wieder.

 

Zwölf Tage frei

 

Bevor ich bei der Lufthansa angefangen habe, hatte ich einen Freund. Auf Dauer hat es mit dem unterschiedlichen Alltag nicht funktioniert. Mit meinem jetzigen Freund funktioniert es hingegen wunderbar. Ich habe ungefähr zwölf Tage im Monat frei, an den restlichen Tagen fliege ich die Welt ab, vor allem Langstrecke. Wenn ich aber zu Hause bin, dann bin ich es vollkommen. Alles andere wird so zur Nebensache.

Wer weiß, vielleicht ist es sogar gut, einander nicht immer zu sehen. Ich finde, man muss sich auch vermissen können.“


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