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Christoph: „Das Angeln eint uns Drei“

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Christoph hat schon als Kind mit seinem Vater geangelt. Heute angelt er mit seinem Sohn. (Foto: Max Nölke)

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Wir fischen sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Christoph begegnet.

Protokoll: Max Nölke

„Wenn ich zu dieser Jahreszeit abends durchgefroren nach Hause komme, ordentlich geschafft, aber zufrieden, weil ich was Schönes mitbringe, dann war es das mal wieder wert, stundenlang am Wasser zu stehen. Die meisten Fische, die man hier aus dem Hafenbecken holt, sind gesund. So einen schönen Zander kann man richtig gut verwerten. Der wird dann geschuppt, auf Haut gebraten, dazu gibt’s Kartoffelpüree, meine Frau macht leckeren Sauerkraut – wunderbar!

Es gibt aber auch Tage wie heute. Da stehe ich seit zehn Uhr hier und es hat noch kein Fisch angebissen.

Mein Vater hat mich als kleinen Jungen im Masuren-Urlaub zum Angeln gebracht. Als Jugendlicher habe ich es dann sein lassen, weil ich eher den Mädchen als den Fischen hinterhergelaufen bin. Als ich dann selbst Vater wurde und mein Sohn mit vier Jahren plötzlich meinte, er wolle angeln, ging es wieder los. Seitdem ist das eine Art Familien-Event bei uns. Da vorne steht meine Frau, sie hat vor ein paar Jahren ihren Angelschein gemacht.

Für mich ist Angeln ein aktives Warten. Werfen, Beobachten, Köder heraussuchen, Methoden ausprobieren. Langweilig wird es nie. Ich stehe beim Angeln dauerhaft unter Anspannung. Meist sind es Bruchteile von Sekunden, in denen der Fisch anbeißt und wenn man da nicht reagiert, ist er wieder weg.

Ein schöner Effekt dabei ist, dass man sehr bei sich ist. Ich gehe oft mit meiner Frau angeln. Da wird nicht viel geredet, wir sind quasi getrennte Leute, jeder ist konzentriert hinter seinem Fisch her.

Petri Heil!

Wir haben uns 1997 kennengelernt. Sie hatte eine Anzeige in der Szene gesetzt, die ich lustig fand. Sie war in Reimen verfasst, ich habe mit Reimen geantwortet, das hat ihr gefallen. Es hat dann noch gut ein Jahr gedauert, bis wir zusammengekommen sind. Heute ist unser Sohn 14 Jahre alt. Und das Angeln eint uns drei seit jeher.

Beruflich bin ich in der Elektrotechnik unterwegs und muss Kraftwerke auf der ganzen Welt besuchen, bin für die Steuerung und Reglungstechnik verantwortlich. Das kann hin und wieder sehr stressig sein, denn durch so einen Kraftwerk-Schornstein wird ziemlich viel Geld gepumpt. Daher ist das Angeln ein schöner Ausgleich. Man braucht ein Hobby, wenn man 40 ist. Gerade, wenn man Familie hat und viel arbeitet. Kann man das Hobby dann auch noch mit der ganzen Familie ausleben, hat man gewonnen. In diesem Sinne: Petri Heil!“

#wasistlosinhamburg
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