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Yoann: „Vor einigen Jahren wirkte die Welt noch so offen und frei“

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Foto: Rosa Krohn

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Wir fischen sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Yoann begegnet

Protokoll:Rosa Krohn

„Ich komme gerade aus Dänemark, wo meine Freundin ein Erasmus-Semester macht, und fahre heute Abend weiter nach Frankreich. Ich studiere in Paris und wohne in der Bretagne. Ich lebe mit vier Mitbewohnern in einem alten Haus auf dem Land. Der Wechsel vom ruhigen Landleben in die Hektik der Metropole ist immer ein kleiner Schock, aber ich liebe die Abwechslung: reisen, verschiedene Kulturen erkunden und Sprachen lernen. Ich spreche Französisch, Englisch, Spanisch, ein wenig Japanisch und versuche mich gerade an Deutsch.

Während ich es genieße, dank der Erasmus-Programme überall verteilt auf der Welt Freunde zu haben, habe ich seit einiger Zeit aber auch das Gefühl, dass es immer schwieriger wird, in Frieden zu leben und zu reisen. Erst die Terroranschläge in Frankreich, dann Corona, jetzt der Krieg in der Ukraine … 

„Frieden in Europa ist nicht selbstverständlich“

Vor einigen Jahren wirkte die Welt aus europäischer Sicht noch so offen und frei. Jetzt habe ich das Gefühl, dass sich das verändert hat. Ich lese gerade „Die Welt von Gestern“ vom österreichischen Schriftsteller Stefan Zweig. Er schrieb das Buch kurz vor seinem Tod und beschreibt, wie es war, Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien aufzuwachsen – ein Leben als Europäer in (Vor-)Kriegszeiten. Es ist traurig, dass das Buch wieder an Aktualität gewinnt.

Als Russland den Krieg begann, war das ein Schock. Ich dachte, so was würde nie in meinem Leben passieren. Ein Freund von mir ist Ukrainer und lebt in Kiew. Er darf das Land nicht verlassen und muss kämpfen. Das ist eine gruselige und surreale Vorstellung. Es erinnert einen daran, dass Frieden in Europa nicht selbstverständlich ist.

In Frankreich haben wir einen Präsidenten, dessen Eltern und er selbst noch nie Krieg erleben mussten. Wir haben eigentlich Glück, im richtigen Augenblick auf der Welt zu sein. Ich hoffe sehr auf eine friedliche Zukunft.

Später würde ich gerne ein wenig Land in den Bergen haben und ein kleines Haus bauen – vielleicht mit einem Skatepark. Ich skate schon seit zehn Jahren. Ich bin zwar kein Profi, aber es macht mir Spaß und hilft beim Abschalten. Bis mein Bus abfährt, habe ich noch ein paar Stunden – hast du einen Tipp, wo man hier gut skaten kann?“


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