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25. November: Tag gegen Gewalt an Frauen

Am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen demonstrieren weltweit Menschen gegen Gewalt an Frauen, Lesben, intergeschlechtlichen, nicht-binären, trans und agender Personen.

Text: Ronja Güldner

 

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Gewalt gegen Frauen und Flinta* hat immernoch eine hohe Dunkelziffer (©unsplash/Markus Spiske)

Gewalttaten aufgrund von Geschlecht und sexueller Orientierung sind kein Relikt der Vergangenheit. Allein 2021 wurden in Deutschland 1051 queerfeindlich motivierte Straftaten verübt – 190 davon Gewalttaten. Nicht selten enden diese tödlich. So kam vergangenen Sommer ein Transmann am Rande des CSD in Münster zu Tode, nachdem er andere Personen vor einem Übergriff schützte. In Hamburg wurde Anfang November 2022 eine Frau vermeidlich durch ihren Ex-Mann getötet – der mutmaßlich siebte Femizid in der Hansestadt im Jahr 2022. Diese Femizide gehören in Deutschland fast zum Alltag: Statistisch wird hierzulande alle drei Tage eine Frau von ihrem Ex-Partner ermordet. Am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen soll darauf aufmerksam gemacht werden. Dabei hat die Gewalt viele Gesichter: Sie reicht von Beleidigungen und psychischer Gewalt bis hin zu sexualisierter Gewalt und physischen Angriffen von Fremden und Vertrauten.

Gewalt bleibt oft unsichtbar

Bei den Gewalttaten gibt es eine hohe Dunkelziffer. Das liegt laut dem Lesben- und Schwulenverband auch daran, das beispielsweise queerfeindliche Gewalt oft nicht als diese identifiziert werde und als Allgemeinkriminalität erfasst wird. Zudem zeigen viele die erlebten Verbrechen nicht an. Bei einer europaweiten Umfrage aus dem Jahr 2019 gaben nur 13 Prozent an, dass sie die erlebten Gewalttaten auch bei der Polizei anzeigten. 23 Prozent der Betroffenen verzichteten auf eine Anzeige aus Angst vor Diskriminierung.

Der Kampf gegen die Gewalt weltweit  

Um auf diese Problematiken aufmerksam zu machen und sichere Bedingungen zu fordern, gibt es am 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Der Aktionstag geht zurück auf die Ermordung der Schwestern Patria, Minvera und María Mirabal am 25. November 1960. Sie wurden aufgrund ihres Widerstandes gegen die Diktatur von Rafael Leónidas in der Dominikanischen Republik getötet. Lange wurde am 25. November der Fokus auf Gewalt an Frauen und Mädchen gelegt. Mittlerweile wird aber auch die Gewalt gegen genderqueere Personen wie Lesben, intergeschlechtliche, nicht binäre, trans und agender Personen – die unter dem Begriff Flinta* zusammengefasst werden – in den Blickpunkt gerückt.

Demonstrationen auch in Hamburg 

Am 25. November 2022 gibt es wie in jedem Jahr Demonstrationen gegen die geschlechtsspezifische Gewalt. Eine davon ist die Kundgebung und Demonstration des „Hamburger Bündnis zum internationalen 8. März Streik“. Sie startet um 18 Uhr am Bahnhof Dammtor und endet voraussichtlich gegen 20 Uhr am Neuen Pferdemarkt. Diese Demonstration ist eine Flinta*only-Demo. Das heißt, es sind nur Flinta* aufgerufen, an der Demo teilzunehmen. Das soll verhindern, dass Betroffene ihren Tätern begegnen.

Um 20 Uhr startet eine zweite Demo vom Zentrum „Lüttje Lüüd“ unter dem Titel „Wir schlagen zurück. Gegen Patriarchat und Kapital“. Los geht es am Grünen Jäger und enden soll der Demonstrationszug am Alma-Wartenberg-Platz in Altona. Diese Demonstration ist eine all gender-Demo.

Hilfe für Betroffene und Angehörige

Die hier aufgelisteten Hilfsangebote richten sich speziell an die erwähnten Gruppen und ihre Angehörigen. Für ein persönliches Beratungsgespräch empfiehlt sich das Kontaktieren und Aufsuchen einer kostenlosen Beratungsstelle.

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Betroffene von Gewalt und deren Angehörige können auf ein breit gefächertes Hilfsangebot zurückgreifen (©unsplash/Hannah Busing)

Hilfstelefone

  • Für betroffene von Gewalt ist das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen rund um die Ihr zu erreichen auch mit einer Sofort-Chat Funktion, sowie Online Beratung und Beratung in Gebärdensprache unter 0800/116 016
  • Speziell bei sexuellen Übergriffen ist das Hilfetelefon bei sexuellem Missbrauch die beste Anlaufstelle; Telefon: 0800/22 55 530.

Beratung für Frauen

  • Die „biff“ ist eine Frauenberatungsstelle hat drei verschiedenen Standorte in Hamburg: Eimsbüttel, Altona und Winterhude.

Beratung für Frauen, Jugendliche und Kinder

  • Dunkelziffer e.V. bietet seit 1993 persönliche, telefonische sowie Onlineberatung für Kinder und Jugendliche, die sexualisierte Gewalt erfahren haben. Auch für die Angehörigen der Betroffenen bieten sie Beratung an.
  • Zündfunke e.V. ist ein Verein zur Prävention und Intervention zu sexuellem Missbrauch bei Kindern und Frauen in Altona.
  • Zornrot e.V. bietet Beratung und Informationen bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche jeden Geschlechts. Ihr Angebot richtet sich an Betroffene zwischen 12 und 27 Jahren, ihre Bezugspersonen, sowie Fachkräfte.
  • Lâle Interkulturelle Begegnungsstätte IKB e.V. berät Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, die von Gewalt betroffen sind. Dabei verfolgen sie einen interkulturellen Ansatz, sind LGBTQ+ freundlich und können bei Bedarf Dolmetscher:innen organisieren.

Beratung speziell für LGBTQIA+ Personen

  • Das Magnus Hirschfeld Centrum (Mhc e.V.) bietet kostenfreie und professionelle Beratung für lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Personen an. Dabei gibt es auch spezielle Beratungsangebote für LGBTQI Personen mit Migrations- und Fluchtgeschichte, sowie für Jugendliche und Eltern. Die Beratung kann persönlich, per Telefon oder per E-Mail erfolgen.
  • Das JungLesben*Zentrum – JuLe*  ist eine pädagogische Fachinstitution und Beratungsstelle für junge LBTIs (lesbisch, bisexuell, trans, inter) bis 25 Jahre, ihre Angehörigen, Eltern und Freund*innen. Pädagogische Beratung kann sowohl alleine als auch in größerer Runde wahrgenommen werden.

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