(14.10.) Theater, Eines langen Tages Reise in die Nacht, Schauspielhaus, 20 Uhr

Irgendwann in seinem Leben scheitert jeder einmal, aber Scheitern auf ganzer Linie ist eine Kunst. Die Familie Tyrone lässt nichts aus. Mittags wird die erste Flasche Whiskey geleert, denn Vater und beide Söhne sind alkoholabhängig, die Mutter morphiumsüchtig. Rauschbedingte Schuldzuweisungen und Selbstbetrug treiben die Verstrickungen unter-einander und das Unglück des Einzelnen ins Bodenlose. Das Sommerhaus wird zur Hölle. Der Autor und Nobelpreisträger Eugene O’Neill hat in Eines langen Tages Reise in die Nacht das eigene Familiendrama nachgezeichnet, was Regisseurin Karin Henkel ungewöhnlich in Szene setzt: Der Zuschauer sitzt mitten im Geschehen auf der Bühne als Gast der Familie. „Ich möchte erreichen, dass die Zuschauer, wenn sie das Theater verlassen, innerlich darüber jubeln, auf der Bühne jemand gesehen zu haben, der mit seinen unlösbaren Widersprüchen kämpft, der nicht siegt, sondern unvermeidlich der Besiegte ist“, so O’Neills Intention. Das Stück ist mit Lina Beckmann, Charly Hübner und Felix Knopp viel-versprechend besetzt. / HED

Schauspielhaus
Kirchenallee 39
14.10. (Premiere)
Weitere Vorstellungen: 16., 27.10.

Foto: Daniel Cramer