(19.6.) Eine Sommernacht, Thalia Nachtasyl, 19 Uhr

Auf einen Drink ... oder zwei

Die Theaterbar ist die perfekte Bühne, um eine Geschichte zu erzählen, die keiner glaubt, der nicht dabei war: Zwei Mittdreißiger begegnen sich am toten Punkt ihres Lebens, teilen eine schnapsgetränkte Liebesnacht und wachen am nächsten Morgen in desolatem Zustand auf. Zufälle treiben Helena und Bob in einen Wahnwitz, der über den Umweg eines Gitarrenkaufs in einem Fetisch-Club endet, in den alle nur wegen der Musik gehen. Diese Geschichte, die so abwegig ist, dass sie aus einem Tom-Waits-Song stammen könnte, wird von Marie Löcker und André Szymanski in knapp 75 Minuten derart launig in Szene gesetzt, dass man beiden gern beim Taumel durch die Verstrickungen zusieht. Der allzu mittelmäßige Bob, der sich als Kleinkrimineller über Wasser hält, führt ein Zwiegespräch mit seinem Penis, der sich weigert, die ständigen One-Night-Stands weiter mitzumachen, während sich Anwältin Helena am Tag nach dem Abenteuer zur Hochzeit ihrer Schwester schleppt, um von ihrem Neffen als restbetrunkenes Wrack bloßgestellt zu werden. Scheibchenweise nähert sich das Stück der Illusion der Wahrheit, durchbricht die Erzählung aber gern zugunsten von Kontrabass oder Posaune, die einen Teppich unter die Gesangseinlagen von Szymanski und Löcker legen: „If my hangover was a city, it would be Elmshorn.“ (PS)

Thalia Nachtasyl
Alstertor 1
19.6., 19 Uhr

Foto: Krafft Angerer

Details
19. Juni 2016
17:11
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