(2.3.) Film, Der junge Karl Marx, Abaton, 20 Uhr

Fast jedem ist es ein Begriff, kaum einer hat's gelesen: „Das Kapital“, Hauptwerk des sozialistischen Vordenkers Karl Marx. Eine Annäherung.
Der junge Karl Marx

Fast jedem ist es ein Begriff, kaum einer hat’s gelesen: „Das Kapital“, Hauptwerk des sozialistischen Vordenkers Karl Marx. Wie sich die Position des Jahrhundertphilosophen bis zu seinem Opus Magnum entwickelte – darüber will das Biopic von Raoul Peck Aufschluss geben. Im Fokus steht die Freundschaft mit Friedrich Engels, Koautor des „Kommunistischen Manifests“ und späterer Herausgeber des „Kapitals“. Obwohl aus völlig unterschiedlichen Verhältnissen stammend – Marx verarmter Sohn eines konvertierten Juden, Engels wohlhabender Spross eines Textilfabrikanten – finden sich die beiden genialen Geister am Vorabend der industriellen Revolution zusammen, um mit ihren subversiven Thesen den Funken zu entfachen, der wenig später die Welt in Brand setzen soll.

Dass dieser Funke nicht auf den Zuschauer überspringt, liegt weniger an der Besetzung des in gefällige Sepiatöne getauchten Historiendramas. Der auf politisch-historische Stoffe abonnierte August Diehl gibt als junger Draufgänger-Denker eine routiniert souveräne Vorstellung, auch der bislang vor allem aus dem Dortmunder „Tatort“ bekannte Stefan Konarske und die aparte Vicky Krieps sind als Engels und Jenny Marx nicht uncharismatisch.

Die echte Annäherung an den Mann hinter dem berühmtesten Rauschebart der Geistesgeschichte bleibt Regisseur Peck allerdings schuldig, was auch an dem eng gesteckten Zeitrahmen liegt, auf den er sich beschränkt. So erleben wir den jungen Marx ausschließlich als nimmermüden, kompromisslosen Heißsporn, der ohne größere Krisen und Konflikte seinen Weg zur weltweit gehörten Koryphäe absolviert. Dabei hat es diese Krisen und Konflikte, Salz in der Suppe eines Biopics, im Leben des Karl Marx ja durchaus gegeben. Anstatt diese einzuarbeiten, entscheidet sich Peck für ein geradliniges, aber oberflächliches Porträt. Und auch die kommunistische Idee bleibt für den nicht akademischen Kinogänger nicht viel mehr als das Gespenst, als das sie Marx und Engels im legendären ersten Satz des „Kommunistischen Manifests“ bezeichneten. / KJ

Regie: Raoul Peck. Mit August Diehl, Stefan Konarske, Vicky Krieps.

Premiere mit August Diehl am 2.3., Abaton Kino, 20 Uhr

Abaton
2.3.17, 20 Uhr

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02. März 2017
02:57
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