(21.4.) Kino: Der Schamane und die Schlange, Zeise Kinos, 21.30 Uhr

Unweigerlich werden beim Anblick von Ciro Guerras hypnotischem Entdeckerdrama Erinnerungen an Werner Herzog wach, der in den 1970er und 1980er Jahren mit Schauspielberserker Klaus Kinski den südamerikanischen Dschungel durchforstete. Ein Hauch von „Fitzcarraldo“ ist etwa dann zu spüren, als ein Grammophon zum Einsatz kommt. Und auch der Wahnsinn aus „Aguirre, der Zorn Gottes“ kriecht in einigen Szenen hervor. Anders als bei Herzog nimmt „Der Schamane und die Schlange“ allerdings immer wieder eine dezidiert indigene Perspektive ein.
Erzählt wird hier von zwei Wissenschaftlern, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit dem Schamanen Karamakate nach der angeblich heilbringenden Yakruna-Pflanze suchen. Anfang des 20. Jahrhunderts schleppt sich der schwerkranke Anthropologe Theo durch den unwirtlichen Dschungel. Knapp 30 Jahre später ist es der Botaniker Evan, der den Indianer um Hilfe bittet.
Ausgehend von den Tagebuchschilderungen der beiden realen Forscher Theodor Koch-Grünberg und Richard Evans Schultes schaut der Film auf die Veränderungen, denen die Amazonas-Völker unterworfen waren und sind. (Christopher Diekhaus)

Zeise Kinos
Friedensallee 7-9
21.4., 17.20 + 21.30 Uhr