(21.7.) Censored Voices, Kino 3001, 19 Uhr

Sommer 1967, Israel gewinnt den Sechstagekrieg. Der heute weltbekannte Schriftsteller Amos Oz wurde auf diesen Triumph hin gebeten, seine Erfahrungen als Soldat niederzuschreiben. Das literarisch bis dahin unbekannte Nachwuchstalent interpretierte den Auftrag auf eigene Weise: In den Kibbuzim des Landes interviewte er nur einen Monat nach Kriegsende Soldaten, die wie er an der Front auf der Seite Israels gekämpft hatten. Er wollte ein ungeschöntes Bild des Krieges erstellen. Das passte den israelischen Befehlshabern nicht. Die Tonbänder wurden fast 50 Jahre lang zensiert. Die jetzt erfolgte Freigabe nutzte Dokumentarfilmerin Mor Loushy. Sie ließ Oz und seine noch lebenden Interviewpartner ihre Stimmen von damals anhören – und filmte deren Reaktionen. „Censored Voices“ bleibt zum Glück ohne Kriegspathos – so, wie es der damals 28-jährige Amos Oz gewollt hat. (MIS)

Kino 3001
Schanzenstrasse 75
21.-24.7., 19 Uhr