(26.4.) Theater: Kaspar Häuser Meer, Thalia, 20 Uhr

Sozialarbeiter haben einen undankbaren Job. Besonders, wenn es sich bei ihren Schützlingen um verwahrloste und misshandelte Kinder handelt, deren Elend sie oft nur verwalten können. Wenn eines stirbt, steht nicht das System am Pranger, sondern jene, die sich trotz chronischer Überlastung engagieren. Die Autorin Felicia Zeller hat in deutschen Jugendämtern recherchiert und stellt in ihrem Stück drei Sozialarbeiterinnen in den Fokus. Als deren Kollege ein Burn-out erleidet und krankgeschrieben wird, landen seine unerledigten Akten zusätzlich auf ihren Schreibtischen und die bereits angespannte Situation eskaliert vollends. Die mit dem Publikumspreis der 33. Mühlheimer Theatertage ausgezeichnete Felicia Zeller transportiert die Inhalte nicht nur über die Handlung. Sie attackiert, ähnlich wie Elfriede Jelinek, das Thema mit Sprachgewalt. Die gestressten Frauen ringen nach Worten, verhaspeln sich, bis ihre Sprache kollabiert. Die stakkatohaften und poetischen Wortfetzen ergeben einen Sound, der musikalisch von Konrad Hempel begleitet wird. Auch das Ensemble mit Gabriela Maria Schmeide, Birte Schnöink und Victoria Trauttmansdorff klingt vielversprechend. (KAL)

Thalia in der Gaußstraße
26.4., 20 Uhr
Ticket: 22 Euro