(8.2.) Film, Was hat uns bloß so ruiniert?, Abaton, 20 Uhr

Drei Wiener Hipster-Paare bekommen Kinder. „Wo fing es an und wann? Was hat dich irritiert? Was hat dich bloss so ruiniert?“
was hat uns bloß so ruiniert

Drei Wiener Hipster-Paare bekommen Kinder. „Wo fing es an und wann? Was hat dich irritiert? Was hat dich bloss so ruiniert?“ Der Hit von „Die Sterne“ durchklingt den neuen Film der österreichischen Regisseurin Marie Kreutzer. Eine schmerzliche Tonspur, ein fieser Zweifel hinter all dem, was eigentlich so schön sein müsste. Die befreundeten Paare Stella und Markus, Mignon und Luis sowie Ines und Chris haben alle zu einer ähnlichen Zeit ein Kind bekommen. Dass ihre Elternschaft sie so enttäuschen könnte, hätte keiner von ihnen gedacht. Stella, die sich als Filmemacherin verwirklichen möchte, fängt alles mit ihrer Kamera ein: Wie Mignons und Luis Perfektionsansprüche nach hinten losgehen, wie Ines sich dem eigenen Kind und dessen Vater von Anfang an entzieht und es dann doch annimmt, wie ihr Partner Markus nach außen den Bohémien mimt, sich aber allzu fest im gemeinsamen Nest einrichtet – das schließlich von ihr selbst aus den Grundfesten gehoben wird.

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Es ist ein heilloses Chaos, in das die scheinbar so weltläufige, stets toll gestylte Hipster-Clique aus Wien hineingerät. Nicht zuletzt liegt das an den eigenen Ansprüchen der Mittdreißiger ans Leben, mit denen sich die scheinbar so schnöde Alltagsroutine und auch die Unbequemlichkeiten, die das Familienleben mit sich bringt, nicht vertragen. Vom Scheitern wird in diesem Film, der auf dem Filmfest Hamburg für den Art Cinema Award nominiert wurde, klug und unpathetisch erzählt. Teilweise komisch, teilweise tragisch.

Der Frust der Protagonisten rührt an, führt manchmal aber auch zum ärgerlichen Stirnrunzeln. Bisweilen kann es vorkommen, dass man sich fast freut, dass der ein oder andere Erwachsene endlich einmal so richtig auf den Topf gesetzt wird. Während die kleinen Mädchen – wirklich bezaubernd besetzt – herumtollen und Mami oder Papi dazu zwingen, wieder aufzustehen. So macht das vermeintliche Scheitern Veränderung und Entwicklung möglich. Und die Frage „Was hat uns bloß so ruiniert?“ klingt weniger bitter. Eher ehrlich. So wie das Leben sich – gerade für frischgebackene Eltern – gewiss niemals immer nur großartig, intensiv und traumhaft anfühlen kann. / Katharina Mantzke

Regie: Marie Kreutzer. Mit Pheline Roggan, Vicky Krieps, Pia Hierzegger. Ab 9. 2.

Premiere mit Regisseurin Marie Kreutzer und Darstellerin Pheline Roggan am 8.2.17!

Abaton
8.2.17, 20 Uhr

Details
08. Februar 2017
09:37
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