15.04. | Komm zur Demonstration gegen die Honorarkürzungen für die ambulante Psychotherapie am Rathausmarkt

Demonstration gegen die Honorarkürzungen für die ambulante Psychotherapie
(© PK-Hamburg)

Infos zum Event:

Seit dem 1. April 2026 gelten die Honorarkürzungen in der ambulanten Psychotherapie. Mit dem Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Absenkung der Vergütung ambulanter psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 Prozent hat sich der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) mit seiner Forderung nach einer Honorarkürzung durchgesetzt. Von der gleichzeitig beschlossenen Anhebung der Strukturzuschläge um 14,25 Prozent profitiert nur ein Teil der Praxen, sie gleicht zudem die Honorarkürzung nicht aus.

Die Honorarkürzungen stoßen bundesweit nicht nur in unserer Profession auf Empörung und großes Unverständnis, und wir schließen uns als Psychotherapeutenkammer Hamburg ausdrücklich der Kritik der Bundespsychotherapeutenkammer, der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Berufs- und Fachverbände an. Die Kürzung trifft eine Berufsgruppe, deren Vergütung sich im Vergleich zu anderen Ärzt*innengruppen mit deutlichem Abstand im unteren Bereich bewegt. Angesichts der angespannten Versorgungssituation ist sie ein fatales Signal und steht im klaren Widerspruch zu den politischen Zielen, den Fokus in der Gesundheitsversorgung auf den ambulanten Versorgungsbereich zu legen (siehe hierzu die Stellungnahme der PTK Hamburg). Aktuelle Daten unterstreichen zudem den wachsenden Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung.

Maßnahmen gegen die Honorarkürzung

Der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses hat eine Vielzahl konkreter Reaktionen ausgelöst, über die hier informieren möchten.

Bitte um Beanstandung durch das Bundesgesundheitsminsterium

Die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) und der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) haben das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert, den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zu beanstanden. Die Verbände kritisieren, dass die Entscheidung willkürlich und ohne nachvollziehbare Begründung getroffen wurde.

KBV klagt gegen Honorarkürzung für Psychotherapeut*innen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg Klage gegen die Honorarkürzung eingereicht. Der Erweiterte Bewertungsausschuss hatte die Absenkung gegen die Stimmen der KBV beschlossen. Die KBV sieht in der Kürzung eine pauschale Abwertung der psychotherapeutischen Arbeit und will den Beschluss nun mit juristischen Mitteln angreifen.

KBV-Vorsitzender Gassen: „Diese fatale Entscheidung geht zu Lasten psychisch kranker Menschen und benachteiligt die Psychotherapeuten massiv. Vollkommen grundlos wird ein wichtiger Bestandteil der ambulanten Versorgung erheblich geschwächt. Aus unserer Sicht sind diese Kürzungen nicht zu rechtfertigen“ (siehe Pressemitteilung der KBV).

Zwei Petitionen: unterschiedliche Wege, gemeinsames Ziel

Eine Petition bei change.org (https://c.org/kGVmqxCBwr) hat bereits eine große Zahl an Menschen erreicht und in nur wenigen Wochen über eine halbe Million Unterstützer*innen gewonnen. Mit der von Johanna Jung initiierten Petition erfährt das Thema eine Sichtbarkeit, die über den Berufsstand hinausgeht und eine breite Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Diskussion generiert.

Damit sich die Politik mit den Forderungen auseinandersetzen muss, bedarf es allerdings den Weg über eine offizielle Bundestagspetition. Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Die Petition mit der Nummer 196376 zielt auf eine parlamentarische Prüfung der Kürzungen zu Lasten der psychotherapeutischen Versorgung sowie mögliche gesetzliche Anpassungen ab (siehe Bundestagspetition, eingereicht am 12.03.2026).

Aktuell befindet sich die Petition im parlamentarischen Verfahren und wartet auf die Freigabe durch den Petitionsausschuss. Erst nach dieser Freigabe kann eine offizielle Unterstützung und Mitzeichnung erfolgen. Wird das erforderliche Quorum erreicht, folgt eine inhaltliche Prüfung im Bundestag, gegebenenfalls auch eine öffentliche Anhörung. Wir werden Sie rechtzeitig informieren, sobald die Petition zur Zeichnung bereitsteht, so dass jeder, dieder es möchte, diese unterstützen kann.

Psychotherapeut*innen werden und bleiben laut – bundesweiter Protesttag am 15. April – auch in Hamburg

In den letzten Wochen haben bereits in mehreren Bundesländern zahlreiche Demonstrationen gegen die Honorarkürzung stattgefunden. Am Mittwoch, den 15. April 2026, findet ein bundesweiter Protesttag statt, organisiert von den Berufsverbänden und dem Aktionsbündnis Psychotherapie. Sowohl in Berlin als auch in Hamburg (und in vielen weiteren Städten) finden zeitgleich Demonstrationen statt.

Wann? Am Mittwoch, den 15. April 2026, ab 13 Uhr

Wo?

Hamburg → Start um 13 Uhr auf dem Rathausmarkt vor dem Hamburger Rathaus

Berlin → Start um 13 Uhr in der Paul-Löbe-Allee, zwischen Paul-Löbe-Haus und Reichstagsgebäude, nach ca. 2 Stunden dann Umzug zum GKV-Spitzenverband Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Berufsverbände. Für aktuelle Informationen zu den geplanten Kundgebungen können Sie auch die Social-Media-Kanäle der Initiator*innen, z. B. dem Aktionsbündnis Psychotherapie auf Instagram nutzen.

Weitere geplante Einsparmaßnahmen

Nachdem der Erweitere Bewertungsausschuss erst vor wenigen Wochen die Honorarkürzungen in der ambulanten Psychotherapie beschlossen hatte, hat die Finanzkommission Gesundheit mit dem am 30. März 2026 veröffentlichten Bericht zur Beitragsstabilisierung in der Gesetzlichen Krankenversicherung Vorschläge zu weiteren Einsparungen in der ambulanten Psychotherapie vorgelegt. Unter der Maßgabe einer globalen Begrenzung des Vergütungsanstiegs im Gesundheitswesen, wird u.a. vorgeschlagen, die Zuschläge für die Kurzzeittherapie zu streichen und die Psychotherapie in die sogenannte Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) zurückzuführen sowie Mengenbegrenzungen wieder (Budgetierung) einzuführen (siehe Pressemitteilung der Bundespsychotherapeutenkammer).

Sollten diese Sparvorschläge der Finanzkommission umgesetzt werden, würde sich damit der Druck auf die ambulante psychotherapeutische Versorgung massiv verstärken. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, als Profession öffentlich ein deutliches Zeichen für den Wert der Psychotherapie und gegen die Honorarkürzungen sowie weitere Sparmaßnahmen zu setzen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Diese Informationen wurden übernommen und werden nicht automatisch aktualisiert. Über den Link „Mehr dazu“ kannst du herausfinden, ob sich etwas zu dem Ereignis geändert hat.
Details
15. April 2026
13:00
Rathausmarkt
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