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Philosophisches Café mit Antje Schrupp
Jahrzehntelang hatte der Feminismus in Europa und den USA gesellschaftlichen Rückenwind: Bis weit in konservativ-bürgerliche Parteien hinein war das Bekenntnis zur Gleichstellung von Frauen und zur Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt selbstverständlich geworden. Doch mit dem Aufstieg rechtsautoritärer Parteien bröckelt dieser Konsens. Offene Frauenfeindlichkeit bekommt wieder eine Bühne, Diversitätspolitik und Feminismus geraten in die Defensive. Erleben wir eine Rückkehr des Patriarchats?
Nein, sagt die Politikwissenschaftlerin Antje Schrupp. In ihrem neuen Buch »Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern« (Aufbau) zeigt sie, was den heutigen Anti-Gender-Aktivismus vom traditionellen Patriarchat unterscheidet und denkt darüber nach, wie feministische Bewegungen darauf reagieren können. Aktionsformen, die im klassischen Patriarchat funktioniert haben – Forderungen, Skandalisierungen, Klagen – wirken gegenüber den heutigen reaktionären Mächten nicht mehr.
Angesichts dieser Analyse plädiert Schrupp unter anderem für feministische Pluralität und für die Erneuerung der Fähigkeit, strategische Bündnisse auch über inhaltliche Differenzen hinweg zu schmieden.
Moderation: Catherine Newmark
Foto: Heike Rost
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