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16.10. | Film | Astronaut | Koralle Lichtspielhaus

Kritik

Traumhafte Tragikomödie

Es hat etwas Erhabenes und traurig stimmendes zugleich, wenn eine Kino-Legende im hohen Alter Filme dreht. Oscar-Preisträger Richard Dreyfuss („Der weiße Hai“, „Unheimliche Begegnung der dritten Art“) tut dies mit der gleichen Intensität und Leidenschaft wie in jungen Jahren. Auch in der Tragikomödie „Astronaut“ füllt er mit seiner Präsenz die Leinwand. Sein subtiles Schauspiel ist berührend und eindrucksvoll.

In dem kanadischen Film spielt er den pensionierten Straßenbauingenieur Angus Stewart, der seit dem Tod seiner Frau bei seiner Tochter Molly (Krista Bridges), ihrem Ehemann Jim (Lyriq Bent) und deren Sohn Barney (Richie Lawrence) lebt, aufgrund seines sich verschlechternden Gesundheitszustandes aber in ein Altersheim umziehen soll. Angus fügt sich dieser Entscheidung, wenn auch mit wenig Begeisterung. Noch vor dem Umzug sitzt er mit seinem Enkelkind vor dem Fernseher und sieht dort einen Bericht zum ersten kommerziellen Weltraumflug. Das Besondere daran: Der visionäre Milliardär Marcus Brown (Colm Feore), der den Weltraumtrip finanziert, vergibt den letzten Platz an Bord über eine Fernsehlotterie. Barney überredet Angus mitzumachen – immerhin hat dieser sein ganzes Leben davon geträumt, Astronaut zu werden.

Mit dem Alter (65 statt 75) und dem Gesundheitszustand wird ein wenig geflunkert – und wie es der Zufall will, zählt Angus schon bald zu den zwölf Auserwählten. Im Heim ist er nun der Star, ehrfurchtsvoll nur „der Astronaut“ genannt. Seine Familie ist zunächst wenig erfreut, unterstützt ihn dann aber – unabhängig von den Erfolgsaussichten – bei seinem Vorhaben. Kurz vor dem Start entdeckt Angus eine gefährliche Schwachstelle in Marcus’ Raumfahrtprojekt. Wird man ihm, dem alten Mann, Glauben schenken? Wird er an der Mission teilnehmen?

Wünsche können wahr werden, doch nur, wer nach den Sternen greift, kann diese letztlich auch ergreifen – so die simple, aber herzberührende Geschichte um Angus Stewart. Das dies nicht nur eine Floskel ist, beweist Regisseurin Shelagh McLeod, die mit stolzen 59 Jahren ihr Spielfilmdebüt gibt.

Regie: Shelagh McLeod. Mit Richard Dreyfuss, Lyriq Bent, Krista Bridges. 97 Min. Ab 15.10.

/ Marco Arellano Gomes

Koralle Lichtspielhaus
16.10.2020, 20 Uhr


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