Theater Vorschau: „Die kleine Meerjungfrau“

Märchen trifft Drag: „Die kleine Meerjungfrau“ am Thalia Theater untersucht die queeren Wurzeln von Andersens Klassiker. Eine Verwandlung zwischen Realität und Fiktion
Wo Geschlechterrollen verschwimmen: „Die kleine Meerjungfrau“
Wo Geschlechterrollen verschwimmen: „Die kleine Meerjungfrau“ (©Toni Suter)

Ob der dänische Nationaldichter Hans Christian Andersen homo- oder auch bisexuell war, wird in der Wissenschaft seit dem 19. Jahrhundert kontrovers diskutiert. Die Inszenierung „Die kleine Meerjungfrau. A Fluid Fairy Fantasy“ von Regisseur Bastian Kraft geht am Thalia Theater davon aus, dass Andersens Märchen um die Nixe, die sich in einen Menschenprinzen verliebt und für ihn ihren Fischschwanz aufgibt, Aspekte der Dichter-Biografie widerspiegelt. Denn Andersen begann mit der Niederschrift des Märchens just am Hochzeitstag seines Jugendfreundes Edvard Collin, in den er zeitlebens unglücklich verliebt war. Gemeinsam mit dem Ensemble und Stars der Hamburger Drag-Szene untersucht Kraft den Moment, an dem Realität und Fiktion zusammenfließen, an dem sich Geschlechterrollen auflösen und eine Verwandlung möglich wird. 

Diese Vorschau ist zuerst in SZENE HAMBURG 02/26 erschienen.

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