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Bedrohte Räume #14: FLORA BLEIBT nicht verhandelbar

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NACHBARSCHAFT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! VERNUNFT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! WIR SCHAFFEN DAS! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! KEINE GEWALT IN FAUNA UND FLORA! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA IST DAS ELBVIEH ALTERNATIVER HERZEN! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! BAMBULE! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT! FLORA BLEIBT!

Statt Pfefferspray und Schlagstock: Knutschen gegen Krawall – für die linke Szene und die Flora. Foto: Lütje

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WECHSEL, HERR DUDDE! 
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Eure Raumsonde

Andrea

 


Who the fuck is…

Andrea Rothaug Szene Hamburg Stadtmagazin

Foto: Katja Ruge

 

 

Andrea Rothaug ist eine musikalische Raumsonde mit Hang zum Wort, Kulturmanagerin, Autorin, Dozentin, Veranstalterin, Präsidentin. Was diese Frau so alles treibt, erfahren Sie auf  Ihrer Website

Bedrohte Räume #13: Bunkerklüngeling auf St. Pauli

Formidabel“, denke ich, „unser Hamburg macht ernst.“ Nachhaltigkeit, Stadtbegrünung, Urban Gardening und dazu auch noch in luftiger Höhe.

Hinter meiner Stirn erstehen hängende Gärten, Muhkühe, Böööhschäfchen und Schnattergänse. Eine Arche grüner Subkulturen schippert aus meinen Augenhöhlen, Elternzeitpapis in Gummistiefeln begrünen meine Ohren, Werber beim Unkrautzupfen, stampfende Raver planieren den Torf – alles kompostiert im Garten Eden auf den Dächern der Stadt.

Osmose, Chlorophyll-Smoothies, Naturfilme.

Schon bald werde ich den Dunst gegrillter Haschpflanzen der grünen Fraktionen wittern, schlürfe heimisches Weinchen in Bioschläuchen aus selbst gegerbten Invitropflanzerln, knabbere geschorene Feigenblätter aus freilaufendem Anbau, bestäube die Blüten geschürzter Lorbeerkränze der Streberschreber und das alles auf dem Dach unseres einstigen Flakbunkers an der Feldstraße in St. Pauli. „Endlich“, denke ich, „Raum für gute & grüne Ideen.“ Schwerter zu Pflugscharen ist die Parole – a dream comes true?

Weit gefehlt. Meine infantile Sehnsucht nach grünem Atem wurde mies getäuscht. Gewiefte Werbestrategien im Schlepptau von Partei, Behörde sowie Interpol haben mich mit ihrer anbiedernden Kampagne Hilldegarden rücklings aufs Moos geführt.

Statt Traum gibt es nun Hotel, Restaurants, Veranstaltungshallen, Sportclub, eine 300 Meter lange Rundumrampe in 40 Metern Höhe, über die hippe Gießkannenträger ihre Gärten beklettern. Eine fünf Stockwerke messende Pyramide, gekrönt von einem Amphitheater. 60 Meter hoch. Dreimal so hoch wie der nachbarschaftliche Altbau! Irgendwo in der Ecke soll dann auch ein bisschen Park mit Garten entstehen, sagt der letzte Punkt der Bebauungsgenehmigung.

Alta, wow, wir sind pretty!

Wäre da nicht dieser typisch hamburgische Bauklüngel: Ein Bunker ist ein Mahnmal und kein Gastrotanztempel und so gab es zunächst auch keine Baugenehmigung. Doch plötzlich so ganz hoppla ohne Beteiligung wurde eben diese erteilt, und das obwohl sich das Bauvorhaben „nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll“ – (nämlich nicht) –, „in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt“ (§ 34 BauGB Abs. 1).

Das verständliche Bedürfnis der Anwohner nach städtischen Erholungsräumen wurde von Behörde, Werbeagentur (mit bald gigantischer Fläche auf dem Bunker) und Investor Matzen genutzt, um die Öffentlichkeit mit dem albernen WerbekonzeptHilldegarden zu manipulieren.

Und während dieses Trio Infernal in der Feldstraße schon die Bäume für das private Bauvorhaben fällt, reiße ich mir die Maske der Selbstbeherrschung runter, horte sackweise Eisensulfat und werde zur Fertigstellung Guerilla Gardeneuse!

Schäm Dich, du Herr Matzen, mit deinen sauberen Gartenzwergen und G20 Kilometerweiter nach Pinneberg.

Eure Raumsonde

Andrea

/ Visualisierung: Planungsbüro Bunker


Who the fuck is…

Andrea Rothaug Szene Hamburg Stadtmagazin

Foto: Katja Ruge

 

 

Andrea Rothaug ist eine musikalische Raumsonde mit Hang zum Wort, Kulturmanagerin, Autorin, Dozentin, Veranstalterin, Präsidentin. Was diese Frau so alles treibt, erfahren Sie auf  Ihrer Website

Bedrohte Räume #6. Der Schnackomat im öffentlichen Raum

Nur 20 Pfennig und meine Welt war gelb. Andrea Rothaug über die Ära der Münzfernsprecher

Nur 200 Meter lang war er, der Weg von der Haustür zur gelben Kabine mit Strippe, Drehscheibe und zerfledderten Telefonbüchern, in der wir heimlich qualmten und die ersten Gehversuche in Sachen Gagbranche starteten.

„Halloooooo??? Haaaaaallo??? Ja, wer is’ denn da?“ näselte es aus dem Hörer.

„Guten Tag, Frau Schnipkoweit, hier ist der Chef von Karstadt. Sie haben bei uns einen Vibrator bestellt!“

„Was? Iiiiich? Nie im Leben? Das war ich nicht!“

„Doch, Frau Schnipkoweit, das waren sie und wir bringen Ihnen den jetzt vorbei!“

„Nie im Leben, Ihr Schweine!“ Frau Schnipkoweit schlug den Bakelit-Hörer auf die sogenannte Gabel.

Ach, schön war das, damals in der Ära des Münzfernsprechers. Anonyme Anrufe. Nur 20 Pfennig und meine Welt war gelb.

Ich war derart verknallt in diese Schnackomaten, dass ich später verschiedenste Szenarien der auf einen Quadratmeter beschränkten Lebensführung entwarf. Urlaub in der gelben Zelle: Ich schaffte zwei Nächte. Grillen in der Kabine: Ich schaffte keine 10 Minuten. 24 Stunden Disko: machbar ohne rauchen. Meine liebste Gymnastik aber war der Versuch, zu ermitteln, wie viele Menschen in der Mini-Klause Platz finden. Mehr als sieben Leute – unmöglich. Es folgten Mini-Bibliothek, Erbsen-Büro, Eigentumszelle, Tindertreff oder Käseplattenhort. Doch dann schlich sich die Digitalisierung ins Revier: Vom Telefonhäuschen zur offenen Telefonhaube TelHb82, auch für Rollstuhlfahrer geeignet, war es nur ein Hüpfer. Es folgte die TeleCom-Terrorzelle in Chromenta, natürlich nur mit Karte zu bedienen, bis hin zum faden Metallpfosten mit Sprechgerät, der nun so gar keinen intimen Komfort mehr bot.

Es ist vorbei mit der schallgedämmten gelben Zelle und der herrlich veratmeten Spuckeluft. Vorbei auch die Zeit der Zelle als Quelle der Kunst: Inspector Spacetime und der Doktor reisen stets in Telefonzellen, Harry Potter & Mr. Weasly reisen per Telefonzelle ins Zaubereiministerium und Melissa Benoist kann ohne die Kabine nicht mehr in ihr Alter ego Supergirl schlüpfen. Sind wir verloren?

Keineswegs! Ich werde jetzt die Wiederbelebung der Telefonschatulle als Kulturbox initiieren, mit Ausstellungen, Flash Mobs, Musik, Büchern, kurz allem, was mit Kultur und Anfassen zu tun hat. Verschwiegenes Telefonieren im öffentlichen Raum? Das geht ab heute in Dixieklos, da sparen wir Zeit, frönen dem Multitasking und haben neben Mund, Augen und Ohren auch noch die Nase im Team!

Eure Raumsonde Andrea Rothaug

Foto oben: Fotolia


Who the fuck is…

Andrea Rothaug Szene Hamburg Stadtmagazin

Andrea Rothaug

Andrea Rothaug ist eine musikalische Raumsonde mit Hang zum Wort, Kulturmanagerin, Autorin, Dozentin, Veranstalterin, Präsidentin. Was diese Frau so alles treibt, erfahren Sie auf  Ihrer Website

 

 

 

 

 


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