Sommerlektüre: Revolutionärer Weltumsegler

Wir empfehlen Bücher für die Urlaubstasche. No 3: Georg Forsters große Reise

Georg Forster, Naturforscher“, heißt es lapidar auf der Erinnerungstafel. Sie hängt am Giebel des Göttinger Hauses, in dem der einst gefeierte Weltumsegler und später verfemte Revolutionär kurze Zeit einmal gewohnt hat. Forster (1754–1794) war mit James Cook in die Südsee gereist. In Deutschland hatte niemand von der Welt so viel gesehen wie er. Als Mainzer Jakobiner hat er hier die erste Republik überhaupt mitbegründet.

Höchst lebendig, mithilfe vieler Zitate aus Forsters Briefen, Essays und Reiseerzählungen (wie der berühmten „Reise um die Welt“) rekonstruiert das Buch, wie sich aus seiner Naturanschauung sein Revolutionsverständnis entwickelt. Eloquent referiert es den aktuellen Stand der Forster-Forschung. Und es verfolgt dessen „Lebensreise“ bis ins Paris der Schreckensherrschaft.Dort erleiden all seine Hoffnungen auf schreckliche Weise Schiffbruch – was er aber noch eher akzeptierte, als „in Hamburg oder Altona“ eine ruhige Kugel zu schieben. Ein aufregendes Leben, dessen geistiges Substrat vom Autor analog entfaltet wird.


GeorgForster großEine Empfehlung von Jörg Schöning

Lesedauer: Zwei Wochenenden

Jürgen Goldstein: „Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt“
Matthes & Seitz, 310 Seiten, 24,90 Euro