Von der Reepschlägerbahn zur internationalen Kultstraße
Was einst als Arbeitsort der Reepschläger begann, hat sich über Jahrhunderte zu einem internationalen Symbol für Nachtleben, Subkultur und gesellschaftlichen Wandel entwickelt. Zum Jubiläum plant das BID Reeperbahn+ nun ein breit angelegtes Programm aus Kunstaktionen, Veranstaltungen und partizipativen Projekten, das die Straße und ihre Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Vorgestellt werden die Pläne im Rahmen einer Pressekonferenz am 24. Februar 2026 im ARCOTEL Onyx an der Reeperbahn. Mit dabei sind Akteurinnen und Akteure aus Politik, Kultur, Stadtentwicklung und Kiezleben, darunter der Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte Ralf Neubauer, Vertretende des BID Reeperbahn+, Historikerinnen und Historiker, Künstlerinnen und Künstler sowie bekannte Gesichter aus der St.-Pauli-Szene.
2026: Ein Jubiläumsjahr für Kunst, Kiez und Geschichte

Inhaltlich reicht das Jubiläum von historischen Formaten bis zu zeitgenössischer Pop- und Stadtkultur. Geplant sind unter anderem künstlerische Projekte im öffentlichen Raum, ein Sammel-Stickerheft im Retro-Stil, neue Stadtführungen sowie die sogenannten „Reepschlägerfiguren“, die als visuelles Leitmotiv des Jubiläumsjahres durch Social Media und den Stadtraum führen sollen. Auch familienfreundliche Aktionen und Beiträge der Olivia Jones Family sind Teil der Planungen. Ziel sei es, die unterschiedlichen Facetten des Kiezes sichtbar zu machen und dabei auch die Stimmen derjenigen einzubeziehen, die hier leben und arbeiten.
Das BID unterstützt das Jubiläum mit rund 200.000 €, unteranderem für Beflaggung, Reepschläger-Figuren, Stickeralbum und Auftaktveranstaltung. Der offizielle Startschuss fällt am 30. April 2026 auf dem Spielbudenplatz unter dem Titel „Reeperbahn Singsation“. Geplant sind ein Festakt mit politischer Prominenz, ein Fassanstich durch Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher, Showprogramm und ein kollektiver Mitsing-Moment: Gemeinsam soll der Song Reeperbahn von Udo Lindenberg erklingen, so viele Stimmen wie noch nie auf der Straße zugleich. Historische Grundlagen liefert die Historikerin Eva Decker; das Museum für Hamburgische Geschichte beteiligt sich mit Expertise und zeigt historische Handwerksgeräte. Im Stadtraum werden Fliesenelemente an S-Bahn-Lüftungssäulen, zwei Reepschläger-Figuren sowie eine interaktive Pailletten-Installation am Esso-Gelände die Geschichte und Kultur der Straße sichtbar machen. Ein Sammelalbum mit 220 Motiven, die Hamburger Tauziehmeisterschaft am 29. Mai auf dem Heiligengeistfeld und das limitierte Jubiläumsbier „Reep Royal“ der ASTRA St. Pauli Brauerei ergänzen das Programm. Unter dem Motto „400 Jahre – 400 Shows“ bündeln Bühnen ihre Veranstaltungen, Betriebe erhalten Starterpakete, und ein Fonds von 20.000 € unterstützt Quartiersprojekte.
Das Jubiläum „400 Jahre Reeperbahn“ erstreckt sich über ganz 2026, eine Einladung, den Kiez immer wieder neu zu entdecken.

