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Ausbildung in der Kreislauf- und Abfallwirtschaft: Über den Tellerrand schauen

Isabell Schack, Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, und Anna-Lena Franke, Kauffrau für Büromanagement, sind Auszubildende im zweiten Lehrjahr bei der Buhck Gruppe. Beide fühlen sich pudelwohl, auch weil sie aktiv in den regulären Arbeitsalltag eingebunden werden

Die Buhck Gruppe ist seit mehr als 115 Jahren ein familiengeführtes Unter­nehmen mit mehreren Standorten in der Metropolregion Hamburg. Das Unternehmen ist einer der größten Umweltdienstleister in Norddeutschland und in den Ge­schäftsfeldern Abfallverwertung, Rohr­ & Kanalservice und Bera­tungsdienstleistungen aktiv. Ihre 32 Unternehmen verteilen sich auf sechzehn Standorte in Hamburg, Schleswig­-Holstein und Nieder­sachsen. Die Brüder Dr. Henner Buhck und Thomas Buhck leiten das 1899 in Hamburg­Bergedorf gegründete Familienunternehmen bereits in der vierten Generation. Die Buhck Gruppe bildet über alle Standorte verteilt aktuell rund 60 Auszubildende in insgesamt zehn Ausbildungsberufen aus.

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Anna-Lena Franke wird zur Kauffrau für Büromanagement ausgebildet

Guten Morgen ihr beiden, erzählt doch erst einmal, was euch zur Wahl eures Ausbildungsberufes motiviert hat?

Isabell: Mir hat ein guter Freund von seinem Ausbildungsberuf hier erzählt. Er hat mir erzählt, was für tolle Aufgaben er hier hat und dass es sehr viel Spaß macht, mit den Menschen bei Buhck zusammen­zuarbeiten. Das hat mich direkt motiviert, hier erst einmal ein Praktikum zu machen und nach zwei Tagen war mir dann auch klar, dass ich hier sehr gerne eine Ausbildung machen möchte.

Anna-Lena: Nach meinem Schul­abschluss war mir nicht direkt klar, was ich ganz genau machen möchte. Entsprechend habe ich mich mit meinen Freunden aus­getauscht und mir angehört, was die planen oder schon machen. Am Ende hat mich meine beste Freundin, die selbst hier schon in der Buhck Gruppe arbeitet, über­zeugt, weil sie so begeistert von ihrer Arbeit hier erzählt hat. Ich bin selbst ein sehr ordnungslieben­der Mensch und damit kam mir eine Ausbildung im Büromanage­ment sehr entgegen und ich bin sehr glücklich über meine Ent­scheidung.

Und was im Detail ist das Besondere an diesem Unternehmen für euch? 

Isabell: Ich bin hier in der Nähe groß geworden und kenne daher viele, die hier arbeiten oder als Kunden hier entsorgen. Hier herrscht so eine schöne familiäre Atmosphäre, das hat mich sehr überzeugt, neben dem Beruf, den ich einfach spannend finde.

Anna-Lena: Bei mir war es tat­ sächlich dann das Bewerbungs­gespräch. Bei vorherigen Bewer­bungsgesprächen bin ich häufiger mit einem unguten Gefühl raus­gegangen und hier bei Buhck fühlte sich alles richtig an. Schon beim Reinkommen hatte ich das Gefühl, dass es passt und im Ge­spräch wurde immer deutlicher, dass ich das machen möchte. Ich wusste, dass ich hier etwas für meine Zukunft lernen werde und gut betreut bin.

Lasst uns doch bitte einmal in euren Ausbildungsalltag reinschnuppern. Wie sieht ein Arbeitsalltag bei euch aus? 

Isabell: Wir durchlaufen natürlich sehr unterschiedliche Abteilungen, zurzeit arbeite ich gerade an der Waage. Hier fahren die Lkws der verschiedenen Unternehmen vor, die etwas zu entsorgen haben. Ich wiege die dann und händige ihnen die sogenannte Wiegenote aus, mit der sie zur nächsten Entsorgungs­station fahren oder an der Deponie entladen. Bei der Ausfahrt wiege ich dann das leere Fahrzeug erneut zur Preisermittlung. Wenn ich direkt an der Annahme arbeite, kontrolliere ich den Abfall, den die Leute vorbeibringen, um sicher zu stellen, dass die Wertstoffe rich­tig entsorgt werden. Mir macht das viel Spaß, weil es sehr abwechs­lungsreich ist.

Anna-Lena: Bei mir ist das natür­lich auch abteilungsabhängig. Zur­ zeit bin ich in der Abteilung für Sondermüll, da geht es um gefähr­liche Abfallstoffe wie etwa Asbest oder Dämmmaterial. Da gehört vor allem die Beratung der Kun­den zu meinem Job. Ich erkläre ihnen, welche Stoffe als gefährlich eingestuft sind und wie sie damit im Rahmen der Entsorgung umge­hen müssen, kalkuliere die Preise für die jeweilige Entsorgung und erstelle die Angebote und Auftragsbestätigungen. Ebenso erstelle ich behördliche Dokumente wie zum Beispiel Entsorgungsnach­weise und Begleitscheine.

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Isabell Schack wird zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft ausgebildet

Was ist denn das Interessante an eurem Beruf beziehungsweise was macht euch so richtig Freude? 

Isabell: Es ist vor allem der Um­gang mit den Kunden, mit denen man auch mal einen Schnack hal­ten kann. Vor allem lernt man ja auch eine Menge für sich. Es ist extrem spannend zu erfahren, was mit unserem Müll passiert und was aus den Abfallstoffen wieder werden kann. Das ist auch für sein eigenes Zuhause super, man geht mit vielem bewusster um und ist natürlich auch auf einmal ein gern gefragter Ratgeber in der Familie und dem Freundeskreis. Ist doch auch cool, wenn man anderen wei­terhelfen kann mit seinem Wissen.

Anna-Lena: Für mich ist es eigent­lich genauso. Es macht einfach Spaß, zu merken, wenn man Kun­den am Telefon weiterhelfen konn­te, indem man ihnen erklärt, wie etwas abläuft und was zu beachten ist. Und wenn man dann am Ende des Telefonats ein „Danke, Sie haben mir sehr geholfen“ hört, dann macht einen das selber zu­ frieden, dass der Kunde zufrieden ist. Dann freut man sich doch schon wieder direkt auf den nächs­ten Kunden.

Gibt es auch Dinge, die ihr anders erwartet habt? Und jetzt vielleicht noch positiver überrascht seid? 

Isabell: Es ist zum Beispiel klasse, dass wir eine Unterstützung be­ kommen durch eine Kooperation mit Hansefit sportlich aktiv zu sein. Es wird grundsätzlich viel für die Mitarbeiter getan. Beruflich ist es toll, dass ich viel an der frischen Luft arbeiten kann, denn das war immer mein Wunsch. Toll ist ebenfalls, dass wir sehr viel über die wichtigsten Computerpro­gramme lernen und damit inzwi­schen sehr gut umgehen können.

Anna-Lena: Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich bei meiner Aus­bildung primär am Schreibtisch sitze. Das ist aber nicht so, denn auch in meiner Ausbildung bin ich zeitweise in den Abteilungen wie der Annahme, um wirklich alles kennenzulernen. Dadurch lernt man viel besser, die Zusammen­ hänge zu verstehen und kann seine Kunden entsprechend gut beraten.

Mit welchen Argumenten würdet ihr denn einen künftigen Schulabgänger überzeugen, euren Beruf zu erlernen? 

Isabell: Man kann hier über den Tellerrand hinausschauen und dadurch lernen wir deutlich mehr als vielleicht nur wirklich notwen­dig wäre. Man zeigt uns so vieles, damit wir auch die großen Zusammenhänge verstehen.

Anna-Lena: Wir werden hier sehr gut betreut und bei Problemen ist immer jemand für uns ansprech­bar, damit uns direkt geholfen wird. Eigentlich fühlt sich diese ganze Buhck Gruppe wirklich wie eine große Familie an. Man arbei­tet einfach zusammen.

Ihr arbeitet ja im Bereich der Abfallentsorgung und damit auch direkt in der Rohstoffrückgewinnung. Könnt ihr ein paar kurze Tipps geben, worauf man im Alltag wirklich achten sollte? 

Isabell: Es wäre schon viel gehol­fen, wenn wir alle die Mülltren­nung gewissenhaft beachten wür­den. Ein kleines Beispiel sind viele Joghurt­Becher, bei denen das Plastik inzwischen mit Pappe zum Trennen ummantelt ist, wenn jeder das auch täte, könnten wir noch viel besser den Abfall wiederverwerten.

Anna-Lena: Das kann ich nur bestätigen, man merkt halt auch hier bei der Abfallannahme, dass nicht alle Kunden sich vorher Ge­ danken oder die Mühe machen, sauber zu trennen. Mit ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit, kann man viel erreichen. Vielleicht sollte man Abfall auch nicht als Müll sehen, sondern als wichtigen Rohstoff. Und man kann wirklich mehr darauf achten, weniger Ein­wegplastik und dafür eher zum Beispiel eine Mehrwegflasche zu nutzen.

www.buhck-gruppe.de 

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Ausbildung, 2021. Das Magazin ist seit dem 19. September 2020 im Handel. Bestellt euch das Heft oder Blättert hier durch das Magazin! 

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