Der belarussische Journalist und Autor Sasha Filipenko gilt wegen seiner offenen Ablehnung gegenüber Diktator Aleksander Lukaschenko in seiner Heimat als „extremistischer Autor“. Mittlerweile lebt er mit seiner Familie daher im Schweizer Exil, und dort ist mutmaßlich auch sein Roman „Die Elefanten“ erschienen. Die sind eines Tages auf einmal da, stehen in der Gegend herum, leben inmitten der Menschen und ziehen auch in die Häuser ein. Merkwürdigerweise scheint das aber niemanden zu stören, denn alle leben weiterhin ihr Leben – bis auf den Stand-up-Comedian Pawel, der von der Bühne aus dazu aufruft, sich den neuen Realitäten zu stellen. Doch dieser Aufruf bringt ihn in Gefahr, es geht um sein Leben, seine Freiheit und seine Liebe zu Anna. Wenn man Filipenkos Hintergrundgeschichte kennt, erahnt man, wofür die Elefanten stehen, die sich plötzlich überall breit machen und gegen die niemand aufbegehrt. Filipenko rückt sie ins Zentrum einer hochaktuellen politischen Erzählung und verdeutlicht, wie kleine alltägliche Zugeständnisse die Entstehung eines autoritären Systems begünstigen.
Dieser Text zuerst in der SZENE HAMBURG 03/26 erschienen.

