Die Geschichte des feministischen Kampftages beginnt 1908 in den USA. In diesem Jahr wurde der erste „Frauentag“ von der Frauenorganisation „Sozialistischen Partei Amerikas“ (Socialist Party of America, SPA) ins Leben gerufen. Bei der Aktion sollte es vor allem um das Frauenwahlrecht gehen. Der „Frauentag“ sollte dabei immer am letzten Sonntag im Februar stattfinden. 1910 übernahm die Frauenkonferenz der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen den Gedanken eines Tages für Frauen und so verbreitete sich die Idee in ganz Europa. Damals jedoch noch ohne festes Datum.
Dass der Feministische Kampftag heute am 8. März stattfindet, geht auf die Frauenbewegung in Russland im Jahr 1917 zurück. Damals streikten die Arbeiterinnen des Petrograder Rüstungsbetriebs Putilow unter dem Motto „Für Brot und Frieden“. Dieses Ereignis gilt als Auftakt der sogenannten Februarrevolution in Russland. Nach heutiger Zeitrechnung fand der Streik allerdings nicht im Februar, sondern am 8. März statt.
Feministischer Kampftag, Weltfrauentag oder doch Kampftag für FLINTA*?
Über die Bezeichnung des 8. März als Weltfrauentag wird immer wieder diskutiert. In feministischen Kreisen wird der 8. März daher häufig Feministischer Kampftag genannt, um eine Deutung als bloße Ehrung von Frauen zu vermeiden. Im Mittelpunkt sollen politische und strukturelle Veränderungen stehen — nicht symbolische Gesten wie Blumen oder ein einfaches „Danke“.
Zudem wird seit Längerem kritisiert, dass der Begriff Weltfrauentag den Fokus ausschließlich auf Frauen legt, obwohl auch andere Gruppen von struktureller Diskriminierung betroffen sind, etwa trans*-intergeschlechtliche und nicht-binäre Personen. Deshalb verwenden viele die Bezeichnung Kampftag für FLINTA*, also für Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre, trans* und agender Personen, oder sprechen schlicht vom 8. März.
Die Umbenennung ist jedoch ebenfalls umstritten. Innerhalb der feministischen Bewegung gibt es Stimmen, die sich gegen eine neue Bezeichnung aussprechen und stattdessen zusätzliche Aktionstage befürworten, da sich die Diskriminierungsformen verschiedener Gruppen teils deutlich unterscheiden. Im Laufe dieses Artikels wird der 8. März als feministischer Kampftag bezeichnet.
Veranstaltungen zum feministischen Kampftag
7. März: FLINTA-Party im Monkey Music Club
Wer mit viel Party und guter Stimmung in den 8. März starten möchte, ist am 7. März im Monkey Music Club in Ottensen genau richtig. Dort findet eine der bekannten FLINTA*-Partys aus der queerfeministischen Reihe SHEROES statt. FLINTA*-Personen können hier gemeinsam in den Feministischen Kampftag hineinfeiern. Der Eintritt kostet 12 Euro, los geht es um 22 Uhr.
8. März, 12-14 Uhr: Demonstration der biff Harburg
Wer demonstrieren möchte, muss dafür nicht unbedingt in die Innenstadt fahren. Auch im Stadtteil Harburg findet eine Demonstration zum Feministischen Kampftag statt. Der Demonstrationszug startet um 12 Uhr an der Neuen Straße. Veranstaltet wird die Aktion von biff Harburg, einer Beratungsstelle für Frauen. Die biff ist in Hamburg mit insgesamt drei Standorten vertreten und unterstützt Frauen in schwierigen Lebenslagen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Einkommen.
8. März, 13 Uhr: Demonstration 8. März Bündnis Hamburg
Um 13 Uhr an den Landungsbrücken beginnt die Demonstration vom Bündnis 8. März Hamburg. Dieses Jahr unter dem Motto „Internationale feministische Kämpfe vereinen“. Bereits in den letzten Jahren veranstaltete das Bündnis Demonstrationen am 8. März, an denen bisher mehrere Tausend Menschen teilnahmen.
8. März, 15 Uhr: Vortrag Antifeminismus als Bindeglied: Macht, Männlichkeit und rechte Allianzen
Auch abseits der Demonstrationen finden am 8. März spannende Veranstaltungen statt. Im Kulturpalast gibt es etwa einen Vortrag von der Professorin Cornelia Heß zum Thema Antifeminismus. Die Präsentation, mit anschließender Diskussion, soll den Blick auf antifeministische Bewegungen schärfen und deren Muster verdeutlichen. Die Veranstaltung wurde von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und dem Bund der Antifaschisten VVN-BdA und der Stiftung des Kultur Palastes organisiert.
8. März, 18 Uhr: Filmvorführung „Call Jane“ von Phillis Nagy
Am Abend kann im Studio Kino auf St. Pauli die Vorführung des Films „Call Jane“ von Phyllis Nagy besucht werden. Der Film erzählt die wahre Geschichte einer Gruppe von Aktivistinnen, die in den USA der 70er-Jahre Abtreibungen organisierten. Im Zentrum des Films steht die Hausfrau und Anwaltsgattin Jane. Organisiert wurde die Filmvorstellung vom Frauenbildungszentrum DENKtRÄUME in Kooperation mit dem Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung Hamburg.
9. März: Weltweiter Streik: Initiative Enough!
Direkt zum Anschluss an den feministischen Kampftag, findet am 9. März der weltweite Frauenstreik statt. An diesem Tag ruft die Initiative ENOUGH! GENUG! Frauen auf der ganzen Welt dazu auf, ihre bezahlte oder unbezahlte Arbeit niederzulegen. Diese Form des Protestes hat eine lange Tradition. Seit Jahrzehnten zeigen Frauen, wie unverzichtbar ihre Arbeit ist, indem sie zum Streik aufrufen. Das bekannteste Beispiel ist der sogenannte „Frauenfreitag“ in Island 1975, an dem etwa 90 Prozent aller Frauen im Land streikten. Dieser Protest war so erfolgreich, dass bereits ein Jahr später ein Gleichberechtigungsgesetz verabschiedet wurde.

