„Filmfest für alle – überall in Hamburg“, so lautete das Motto, als das Filmfest Hamburg 1992 erstmals seine Pforten geöffnet hat. Und diesem Motto ist das Festival in den 34 Jahren seines Bestehens bis heute treu geblieben. Denn das Filmfest Hamburg hat sich nie als reines Branchenfestival verstanden, sondern stets großen Wert auf Publikumsnähe und Zugänglichkeit gelegt. In den fünf zentralen Festivalkinos Abaton, Cinemaxx Hamburg-Dammtor, Metropolis Kino, Passage Kino und dem Studio Kino werden im Laufe des zehntägigen Festivals etwa 120 Filme anlaufen, darunter zahlreiche Deutschland- und Europapremieren. Einer davon ist in diesem Jahr beispielsweise „Just An Illusion“, das neue Werk von Éric Toledano und Olivier Nakache. Das gefeierte Regieduo dürften die meisten durch ihren internationalen Publikumserfolg „Ziemlich beste Freunde“ kennen, und die beiden werden auch persönlich vor Ort sein, um ihre neue Tragikomödie vorzustellen.
Neue Kinder- und Jugendsektion: Web vom Eurozentrismus
Festivalleiterin Malika Rabahallah, die seit Anfang 2024 im Amt ist und dem Filmfest bereits deutlich ihre Handschrift und eine neue Frische verpasst hat, hat insbesondere für junge Filmfans auch eine wichtige Neuerung in petto: Das einstige „Michel Kinder und Jugend Filmfest“ ist nun Geschichte und wird ersetzt durch die neue Kinder- und Jugendsektion „Filmfest Hamburg Junior“. Die Sektion startet am 25. September um 16 Uhr im Cinemaxx Dammtor mit der Deutschland-Premiere von „Shaun das Schaf: Spuk im Kürbisfeld“. Regisseur Matthew Walker wird live vor Ort sein und im Anschluss an die Vorführung mutmaßlich ein bisschen was zu seinem neuen Stop-Motion-Meisterwerk erzählen.
Der Fokus der Junior-Sektion liegt in diesem Jahr allerdings nicht auf dem Vereinigten Königreich, sondern auf Filmen aus Brasilien und Indien. Und das ist toll, weil es insbesondere beim jungen Publikum den Horizont erweitert und dadurch Geschichten ins Zentrum rückt, die das europäische Kino eher selten erzählt. Highlights sind die beiden Filme „Gugus Welt“ aus Brasilien und „Pukam Pukai“ aus Indien. Ersterer hat in der Sektion „Generation Kplus“ der Berlinale bereits den Gläsernen Bären der Kinderjury sowie den Großen Preis der Internationalen Jury erhalten. Letzterer gewann beim 12. Taiwan International Children’s Film Festival den Best Dramatic Feature Award. Jung und Alt dürfen sich also auf zwei wirklich tolle Filme freuen.
Selbstverständlich stehen beim Filmfest Hamburg immer auch Filme im Fokus, die hier gedreht oder produziert wurden – und das sind in diesem Jahr ebenfalls wieder eine ganze Menge. Bei den Hamburger Premieren mit Filmen „Made in Hamburg“ sind in diesem Jahr „Als wäre es leicht“ von Milan Skrobanek, „Billie“ von Sheri Hagen, „Lonig & Havendel“ von Claudia Tuyết Scheffel, „NIÑXS“ von Kani Lapuerta, „Short Summer“ von Nastia Korkia und „Yunan“ von Ameer Fakher Eldin mit dabei. Ein weiterer Beleg dafür, dass Hamburg nie nur Aufführungsort, sondern immer auch selbst Filmstadt ist. Und eine bessere Voraussetzung für ein tolles Filmfestival kann man kaum haben, oder?

