Filmkritik: LifeHack

Heist-Movie aus der Onlinewelt über die zunehmend digitalisierte Gegenwart unserer Gesellschaft
„LifeHack“: ein typisches Beispiel für einen Screenlife-Film
„LifeHack“: ein typisches Beispiel für einen Screenlife-Film (© Bazelevs Entertainment Limited,  Screenlife Liverpool Limited)

Der stetig wachsende Einfluss digitaler Geräte auf den menschlichen Alltag spiegelt sich seit geraumer Zeit auch auf der großen Leinwand immer stärker wider. Besonders im Format des sogenannten Desktop- oder Screenlife-Films, dessen Geschehen sich (fast) ausschließlich auf Computer- und/oder Handybildschirmen entfaltet. Welche emotionale und erzählerische Kraft in einer solch beschränkten Perspektive liegt, demonstrierte beispielsweise der Vermisstenthriller „Searching“ aus dem Jahr 2018. Produziert wurde der Spannungsstreifen, wie diverse andere Werke dieser Art, von Timur Bekmambetov, der auch bei „LifeHack“, einem weiteren Vertreter der Gattung, hinter den Kulissen seine Finger im Spiel hatte.

(© Bazelevs Ent./Life Hack Prod./Screenlife Liverpool)

Das von Ronan Corrigan bereits während der Covid-Lockdowns konzipierte Heist-Movie stellt den Teenager Kyle (Georgie Farmer) und seine Freunde ins Zentrum, die sich mit einem riskanten Hobby die Zeit vertreiben: Voller Begeisterung entlarven sie im Netz Betrüger, decken online Lücken auf und infiltrieren streng geheime Sicherheitssysteme. Aus Spaß wird jedoch Ernst, als sie den dubiosen Tech-Unternehmer Don Heard (Charlie Creed-Miles) ins Visier nehmen und ihn um Kryptowährung in vielfacher Millionenhöhe erleichtern. Was Corrigans Spielfilmdebüt anschaulich beschreibt: Wie leicht es ist, digital preisgegebene Informationen als Waffen zu verwenden. Zuschauer jenseits der Gen Z könnten, vor allem zu Beginn, Schwierigkeiten haben, den Aktionen der jungen Hacker zu folgen. Ständig poppen neue Fenster auf. Es wird wild herumgeklickt, sodass Details nur für den Bruchteil einer Sekunde zu erkennen sind. Spannungstechnisch kommt der kammerspielartige Thriller dennoch nur schleppend in die Gänge. Erst mit dem Ausgreifen in die analoge Welt steigt der Nervenkitzel ein wenig an. Das Problem: Wo etwa in „Searching“ eine Hauptfigur mit echten Ängsten und Sorgen agiert, bekommt es das Publikum hier mit flachen, stereotypen Protagonisten zu tun. Richtig mitzufiebern fällt da deutlich schwerer.

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