„It’s every man for himself where I come from”, verkündet Tischtennistalent Marty Mauser im Finale des Films. Timothée Chalamets Figur ist bei Weitem kein Sympathieträger, sondern ein gewiefter Überlebenskünstler. Um an sein Ziel zu gelangen, sind ihm alle Mittel recht. So stielt er das Geld aus dem Schuhgeschäft seines Onkels, um an einem Tischtennisturnier in London teilnehmen zu können. Dort beweist er nicht nur sein Talent, sondern beginnt eine Affäre mit der Schauspieldiva Kay Stone (Gwyneth Paltrow). Anschließend überzeugt er ihren schwerreichen Mann, seine Karriere zu unterstützen und findet in dem Japaner Endo schließlich seinen Rivalen. Stark an „Marty Supreme“ ist, dass er in den ersten 30 Minuten den Anschein erweckt, ein reguläres Sportler-Biopic zu sein. Schnell wird jedoch klar, dass in dieser Geschichte nichts nach Plan läuft und erst recht nichts vorhersehbar ist.
„Marty Supreme“: Humor, Tragik und Spannung
Es entfacht sich eine wahnwitzige Odyssey, in der die schwangere Jugendliebe auftaucht, Marty in die Machenschaften eines Gangsters (Abel Ferrara) verwickelt wird und schließlich genügend Geld auftreiben muss, um gegen Endo in Japan anzutreten. Schauplatz ist vielmehr das (dreckige) New York der Fünfzigerjahre als eine Tischtennishalle. Die Handlung wird von einem pulsierenden Rhythmus vorangetrieben, dauernd geht etwas schief, hinter jeder Ecke lauert die nächste Gefahr und die Zeit scheint immer knapp zu sein. Ein schneller und chaotischer Film, eben wie „Good Time“ (2017) und „Uncut Gems“ (2019): jene Filme, die Regisseur Josh Safdie mit seinem Bruder Benny gedreht hat. Der Ansatz geht weiterhin auf und die Mischung aus Humor, Tragik und Spannung ist ebenso gelungen. Aber genauso wirkt dieses rauschhafte Abenteuer wie eine Schablone vergangener Filme, die hier auf eine neue Geschichte gelegt wurde. Marty ist außerdem eine Figur ohne jegliche Empathie, was es schwer macht, zu ihm zu halten. Safdie-Fans erhalten einen weiteren Eintrag unter den Adrenalinfilmen, der weniger durch seinen Inhalt als durch seine Form, Humor und Überraschungen punktet.
Hier gibt’s den Trailer zum Film:
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