Ganz zu Anfang sieht man Bilder ländlicher Idylle im US-Bundesstaat Kentucky. Dazu erzählt Farmersohn Lionel („Hamnet“-Star Paul Mescal) per Voiceover von seiner Kindheit. Oft griff sein Vater zur Fiedel und stimmte Folksongs an. Lionel, das zeichnet sich schon früh ab, ist musikalisch hochbegabt. Durch seine Gabe erlangt er ein Stipendium am Konservatorium in Boston. Hier lernt der schüchterne Brillenträger, mittlerweile Anfang zwanzig, David (Josh O’Connor) kennen. Der Beau mit dem verschmitzten Lächeln teilt Lionels Begeisterung für volkstümliches Liedgut. Rasch entwickeln beide zärtliche Gefühle füreinander. Wir schreiben das Jahr 1917, queere Romanzen können nur hinter verschlossenen Türen stattfinden. Die beiden leben ihre Leidenschaft, ohne über die Zukunft nachzudenken. Dann muss David nach Europa an die Front. Lionel, wegen seiner Sehschwäche nicht einberufen, bleibt in tiefer Sorge um seinen Seelenpartner zurück. Zwei Jahre herrscht Funkstille, bevor er endlich einen Brief des mittlerweile aus dem Weltkrieg Heimgekehrten erhält. Darin spricht David ihm die Einladung für eine musikalische Expedition in seiner Heimat Maine aus.
„The History of Sound“ hallt lange nach
Mit einem Zelt ausgerüstet ziehen die beiden los. Wo immer Menschen Lieder anstimmen, dokumentieren sie den Gesang per Phonograph. Der Wunderapparat, den sie in einem Koffer mit sich tragen, ritzt akustische Signale in rotierende Wachszylinder – eine frühe Form der Schallplatte. Da die Song-Sammler nie lange an einem Ort verweilen und sich somit der Beobachtung entziehen, kann ihre Romanze erneut aufblühen. Und doch liegt ein Schatten über ihrem Glück. Der Krieg hat David schwer gezeichnet. Obgleich er über seine traumatischen Erlebnisse beharrlich schweigt, scheint er sich von der gemeinsamen „Schatzsuche“ seelische Heilung zu versprechen. Dass dieser Plan letztlich zum Scheitern verurteilt ist, davon erzählt dieser ungemein zarte Film. Seine leisen Töne geraten mit fortlaufender Dauer immer mehr in Schwingung und hallen noch lange nach.
Hier gibt’s den Trailer zum Film:
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