Bei „Grindel leuchtet“ werden Kerzen zur Erinnerung an das jüdische Leben in Hamburg neben die Stolpersteine der Stadt gestellt (Foto: unsplash/Kadir Celep)

„Grindel leuchtet“: Kein Vergeben. Kein Vergessen.

Vor 83 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zündeten Nationalsozialisten in der Pogromnacht Synagogen in ganz Deutschland an. Auch in Hamburg wurden etliche jüdische Einrichtungen zerstört. Die Aktion „Grindel leuchtet“ erinnert an diesen Tag

Text: Felix Willeke

 

„Das Grauen begann nicht erst in Auschwitz, Treblinka oder in anderen Lagern … es begann in unseren Nachbarschaften, in unserem Haus, vor unserer Tür!“, steht auf der Website des Projekts Stolpersteine in Hamburg. 1992 startete der Kölner Künstler Gunter Demnig das Projekt, seit 2002 gibt es auch in Hamburg die Pflastersteine, die mit in eine Messingplatte eingraviertem Namen, Geburtstag, Todestag und Ort des Todes an durch die Nationalsozialisten ausgelöschtes jüdisches Leben erinnern. In der Hansestadt gibt es mittlerweile über 6.000 dieser Steine. Dazu kommen über 65.000 weitere in ganz Deutschland und etliche mehr in über 20 europäischen Ländern. Damit gelten die Stolpersteine als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

 

„Grindel leuchtet“

 

Am 9. November jährt sich die Pogromnacht zum 83. Mal. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstörten die Nationalsozialisten etliche Synagogen und andere jüdische Einrichtungen, auch in Hamburg. Im besonders durch das jüdische Leben geprägten Grindelviertel erinnert die Aktion „Grindel leuchtet“ an diese Nacht. An vielen Orten stellen Menschen Kerzen neben die Stolpersteine und erinnern so vor den Häusern an die ehemaligen jüdischen Bewohner:innen. Zusätzlich ist um 15.30 Uhr auf dem Joseph-Carlebach-Platz eine Mahnwache geplant. Dort stand bis zum 9. November 1938 die Bornplatz-Synagoge, dessen Wiederaufbau aktuell geplant wird.

„Grindel leuchtet“, jährlich am 9. November an vielen Orten der Stadt


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