Filmkritik: „Hamnet“

Das Leben William Shakespeares ist bis heute von Geheimnissen umgeben – sicher ist jedoch der frühe Tod seines Sohnes Hamnet. Diese persönliche Tragödie wird zum emotionalen Kern des gleichnamigen Film „Hamnet“, der zeigt, wie aus Verlust große Kunst entstehen kann.
Spielt Hamlet in „Hamnet“: Jacobi Jupe 
Spielt Hamlet in „Hamnet“: Jacobi Jupe  (©Focus Features)

Das Leben und Wirken von William Shakespeare gibt bis heute jede Menge Rätsel auf. Historisch verbrieft ist, dass der britische Autor einen Sohn namens Hamnet hatte. Dieser starb im zarten Alter von elf Jahren und wurde am 11. August 1596 beerdigt. Hamnet und Hamlet waren zu dieser Zeit Abwandlungen desselben Namens. Dass Shakespeares berühmte Tragödie, die um 1602 ihre Premiere erlebte, mit diesem persönlichen Verlust eng verknüpft ist, liegt somit nahe. Die Irin Maggie O’Farrell hat darüber einen fiktiven biografischen Roman geschrieben, den Regisseurin Chloé Zhao nun fürs Kino adaptiert hat. Im Mittelpunkt ihres Films steht Shakespeares naturverbundene Gattin Agnes (Jesse Buckley). Der junge William (Paul Mescal) arbeitet als Lateinlehrer auf dem Gehöft ihrer Eltern. Er verliebt sich Hals über Kopf in die eigenwillige Kräuterexpertin, über die gemunkelt wird, sie sei die Tochter einer Waldhexe. Agnes und William heiraten, Nachwuchs lässt nicht lang auf sich warten. Die Zwillinge Judith (Olivia Lynes) und Hamnet (Jacobi Jupe) lieben es, ihre Kleidung zu tauschen, um die Eltern zu verwirren.

„Hamnet“: Fantastisch besetzter Film

Seit 22. Januar 2026 im Kino: „Hamnet“ (©Focus Features)

Dieses Spiel wird später zum Schlüssel der alles verändernden Tragödie des Films: Nach Hamnets plötzlichem Tod ist im Hause Shakespeare nichts mehr wie es war. William bekämpft die lähmende Trauer, indem er sich in die Arbeit an „Hamlet“ stürzt. Der aufstrebende Autor probt nun pausenlos mit seiner Theatertruppe im fernen Stratford. Agnes bleibt im ländlichen Heim immer öfter allein, die Familie droht zu zerbrechen. Der Schlussakt spielt im Londoner Globe Theatre, wo „Hamlet“ unter großem Publikumsinteresse uraufgeführt wird. Auch Agnes ist Zeugin dieses gesellschaftlichen Ereignisses. Sie versteht plötzlich, dass die furchtbare Zäsur in ihrem Leben William zu großer Kunst inspiriert hat. Wie eine sinnlos scheinende persönliche Tragödie durch Überhöhung zu etwas Universellem transformiert werden kann, das zeigt dieser mitreißende, fantastisch besetzte Film. Wer ihn im Kinosessel durchlitten hat, wird ihn nicht wieder vergessen. 

Hier gibt’s den Trailer zum Film:

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