Harbour Front Literaturfestival 2026: Hamburg liest Amerika

Das Harbour Front Literaturfestival ist wieder zurück! Vom 19. September bis zum 11. Oktober treten renommierte Autorinnen und Autoren sowie verschiedenen Kunstschaffende in der Hansestadt auf
Jedes Jahr stehen bekannte Persönlichkeiten auf den Bühnen des Harbour Front Festivals. 2023 war unter anderem Tim Mälzer zu Gast
Jedes Jahr stehen bekannte Persönlichkeiten auf den Bühnen des Harbour Front Festivals. 2023 war unter anderem Tim Mälzer zu Gast (©Frank Meyer/jumpallintheair)

Harbour Front Literaturfestival — allgemeine Informationen 

Vom 19. September bis 11. Oktober verwandelt es Hamburg in einen spannenden Treffpunkt der Literatur. Das Harbour Front Literaturfestival bietet über knapp einen Monat hinweg rund 70 Veranstaltungen an verschiedenen Spielstätten. Geplant sind Lesungen renommierter Autorinnen und Autoren wie Caroline Wahl, Han Kang, Francis Fukuyama und Julie Zeh, Musikveranstaltungen sowie literarische Projekte bekannter Schauspielerinnen und Schauspieler wie David Striesow, Olli Dittrich und Charly Hübner. Der Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe ist die gegenwärtige Lage in den USA. Unter dem Titel AMERIKA beleuchten mehrere Veranstaltungen die Entwicklung des Landes.

Highlights des Harbour Front Literaturfestivals im Überblick 

Tickets für die Veranstaltungen des Festivals sind über die Internetseite erhältlich, auf der auch die jeweiligen Veranstaltungsorte angegeben sind. Zu den Spielstätten zählen unter anderem die Elbphilharmonie, die Rathauspassage, das Thalia Theater und das St. Pauli Theater.

6. September: Auftaktveranstaltungen

Obwohl das Festival selbst erst am 19. September startet, gibt es in diesem Jahr bereits ein paar spannende Veranstaltungen im Voraus. Zum Beispiel mit der Lesung der Nobelpreisträgerin Han Kang am 6. September. Die südkoreanische Autorin gehört zu den spannendsten Stimmen der heutigen Literaturszene. Sie kommt für das Harbour Front Festival erstmals nach Hamburg, um aus ihrem neusten Buch „Der Goldene Faden“ zu lesen. Moderiert wird die Veranstaltung von Jan Ehlert. Die Lesung findet in koreanischer und deutscher Sprache statt. Die deutsche Lesestimme übernimmt Maike Knirsch.

Ebenfalls vor dem offiziellen Eröffnungsbeginn wird der ehemalige Bundeskanzler Olaf Scholz auftreten. Er tritt im Zuge des 25‑jährigen Jubiläums des Anschlags auf die Twin Towers in New York auf. Scholz war zu dieser Zeit Innensenator in Hamburg und berichtet im Gespräch mit der stellvertretenden Ressortleiterin für Politik bei der Zeit, Anna Sauerbrey, wie er die Zeit damals erlebt hat.

Eröffnungsveranstaltung: Hamburg liest Amerika

Die diesjährige Eröffnungsveranstaltung besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil beginnt um 16 Uhr und steht unter dem Titel „Hamburg liest Amerika: The american dream — eine verlorene Liebe?„. In zwei Stunden wird bei dieser Veranstaltung im Thalia Theater ein vielstimmiges Porträt mit rund 100 Mitwirkenden über das Land gezeichnet. Die Kultur der USA fasziniert und dominiert die westliche Welt bereits seit Jahrzehnten, mit Größen wie Madonna, Lou Reed, Marilyn Monroe, Leonardo DiCaprio, Mark Twain, Margaret Atwood oder Ocean Vuong. Im ersten Teil der Eröffnungsveranstaltung stellt sich die Frage: Ist jetzt Alles vorbei? Müssen wir uns von den großen Persönlichkeiten und der US-amerikanischen Kultur verabschieden?

Direkt im Anschluss beginnt der zweite Teil „SZENARIO. Die Zukunft steht auf dem Spiel“ mit Politikwissenschaftlerin Florence Gaub und dem Außenminister Johann Wadephul. Thematisiert werden die Zukunftsorgen der heutigen Zeit und die Frage, wie ein passendes Zukunftsmodell aussehen könnte. Gaub, spielt ihr Szenario, das sie in ihrem gleichnamigen Buch entwickelt hat, zum ersten Mal öffentlich durch, mit Beteiligung des Publikums.

22. September: Cornelia Funke „Emma glaubt nicht an Feen“

Auch für Kinder und Jugendliche gibt es auf dem Harbour Front ein spannendes Programm. Zum Beispiel mit der Lesung der Autorin des Weltbestsellers „Tintenherz“ Cornelia Funke. Sie liest aus ihrem neuen Buch „Emma glaubt nicht an Feen„. Das Thalia Theater präsentiert die Lesung mit der Autorin und ein darauffolgendes Gespräch. Auch mit dabei: Elias Linnekuhl, der Illustrator des Buches. Empfohlen ist die Veranstaltung für Kinder und Erwachsene ab 7 Jahren.

23. September: Banu Mushtaq „Meistens bleibt ja die Frau zu Hause“

Die indische Schriftstellerin Banu Mushtaq ist spätestens seit sie 2025 mit dem International Booker Prize ausgezeichnet wurde weltweit bekannt. Den renommierten Preis gewann sie für ihre Kurzgeschichtensammlung „Heart Lamp“. Nun erscheint ihr Erzählband erstmals auch auf Deutsch unter dem Titel „Meistens bleibt die Frau zu Hause„. In zwölf Geschichten erzählt Mustaq von zwölf außergewöhnlichen Frauen in Indien, zwischen religiösen Zwängen, gesellschaftlichen Strukturen und familiären Erwartungen. Die Veranstaltung beginnt um halb acht im Centralkomitee. Sie findet auf Englisch und auf Deutsch statt.

26. September: Philipp Oehmke & Campino „Papenburg“

Der Schriftsteller und SPIEGEL-Journalist Philipp Oehmke stellt seinen Roman „Papenburg“ vor. Darin erzählt er vom Neubeginn der Emilie Papenburg, die nach der Trennung von ihrem Mann mit ihren Kindern nach New York zieht. Oehmke liest aus dem Roman und wird anschließend von niemand anderem als Campino, dem Frontmann der Toten Hosen, interviewt. Die beiden kennen sich seit mehreren Jahren und sprechen auf der Veranstaltung gemeinsam über Oehmkes Buch.

29. September: Francis Fukuyama: „Der letzte Mensch: Wohin steuert die Welt?“

Mit Francis Fukuyama kommt einer der einflussreichsten Denker der Gegenwart in die Hansestadt, auf das Harbour Front Festival. Der US-amerikanische Politikwissenschaftler wurde 1992 durch seinen Bestseller „Das Ende der Geschichte“ weltberühmt. Nun veröffentlichte er 2026 sein neuestes Werk „Der letzte Mensch. Wohin steuert die Welt?„. Auch in diesem Roman stellt sich Fukuyama den wichtigen Fragen unserer geopolitischen Welt. Seine Lesung beginnt um 19.30 Uhr in der Laeiszhalle.

2.  Oktober: Freche Möwe & Kulturbereichungsbetrieb – Comedy meets Poetry 

Was passiert, wenn Stand-up-Comedy auf Spoken Word trifft? Diese Frage stellt sich die Veranstaltungsreihe „Comedy meets Poetry“ in der Rathauspassage. An drei Abenden während des Literaturfestivals werden jeweils drei Comedians und drei Poetry-Slammerinnen und Poetry-Slammer auf der Bühne stehen. Im Vordergrund steht das gesprochene Wort, ohne Wettbewerb. Die Veranstaltung findet auch am 26. September und am 10. Oktober statt. 

3. Oktober: Joschka Fischer „Wer sind wir? Deutschland auf der Sucher nach seiner Identität

Joschka Fischer war Anfang der 2000er Jahre als Außenminister und Vizekanzler der Bundesrepublik einer der einflussreichsten deutschen Politiker. Auf dem Harbour Front wird er nun einen Vortrag auf Basis seines Buches „Wer sind Wir? Deutschland auf der Suche nach seiner Identität“ halten. Fischer bringt die gegenwärtige Lage Europas in einen größeren historischen Zusammenhang und stellt die Bundesrepublik in die Verantwortung, sich den Bedrohungen des 21. Jahrhunderts zu stellen. Der Vortrag findet am 3. Oktober um halb acht in der St. Katharinen-Kirche statt. Danach wird es zudem eine Signierstunde mit Joschka Fischer geben.

10. Oktober: Leonie Swann „Widdersehen mit Glennkill“

Erst kürzlich wurde Leonie Swanns Debüt-Roman „Glennkill“ mit Starbesetzung verfilmt und international in die Kinos gebracht. Nun liest die Autorin auf dem Harbour Front Literaturfestival aus ihrem Fortsetzungsroman „Widdersehen: Ein Schafskrimi„. Und auch dieser Krimi ist erneut aus der Sicht der Tiere erzählt. Die Veranstaltung findet in der ASTOR Film Lounge statt. Im Anschluss an Swanns Lesung wird der neue Film zum Vorgängerroman gezeigt.

Weitere Informationen zum weiteren Programm gibt es auf der Seite des Habour Front Literaturfestivals. 

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